Archiv

Autor Archiv

Auf das Timing kommt es an, auch in Bayern

15. März 2013 ffranc Keine Kommentare

Bavarian MuVis bei der 19. Regensburger Kurzfilmwoche am 15.03.2013 @ Filmgalerie im Leeren Beutel

Das einzige Programm der Reihe The World of Shorts - The World of Music bei der diesjärigen Kurzfilmwoche in dem ausschließlich Musikvideos gezeigt werden, nennt sich Bavarian MuVis. Kurator Stefan Grunwald-Wiese hat darin ganze 26 Beiträge von ausschließlich bayerischen Interpreten versammlet, daher auch der Programmname. Ein gewagtes Unterfangen. Weniger durch die eingeschränkte geografische Auswahl, als darin begündet, A) eine möglichst große Bandbreite sowohl in musikalischer als auch in filmischer Hinsicht zu zeigen, und B) dass Musikvideos allzu oft aus cineastischem Blickwinkel nach unten ausschlagen, weil das Hauptanliegen vieler Musiker darin besteht, als Person einen möglichst guten Eindruck zu machen. Andererseits bot das “Genre” des Musikvideos Filmemachern schon immer die Möglichkeit sich möglichst frei und experimentell auszutoben.
Dass die Bavarian MuVis sowohl das eine als auch das andere unter Beweis stellt ist selbstredend. Auffallend jedoch ist, dass weder ein fränkischer Beitrag, noch einer aus früheren Regionalfenstern, wie die eines Säm Wagners oder Blink & Remove, den Weg ins Programm fanden.

beigegt-faq

Zwei Videos waren eigentlich total überflüssig: ein Live-Mitschnitt mit animiertem Intro von Hans Söllner und eine Studio-Session von Nixon In China - beides filmisches Nichts! Zwei andere fielen aus unterschiedlicher Sicht aus dem Rahmen. Die United Balls als einzige Vertreter aus der Musikvideo-Steinzeit (1981) und das Ost Hafen Duo mit einer Musik jenseits aller Kategorien und einem Bild als stilllebenhafte Homage an den Gäuboden.
Besonders beliebt im Musikvideo-Biz scheint die Stop-Motion-Technik zu sein. Egal ob als Realfilm (Slut), Puppenanimation (The Notwist) oder Zeichentrick (Missent to Denmark), die Ergebnisse darin erübrigen nicht einer gewissen Niedlichkeit, sind ansonsten sehr durchschnittlich, wenig originell und meist mies bis gar nicht choreografiert.
Wie wichtig Timing bei Musikvideos ist zeigen die Höhepunkte dieses Programms. Blumentopf aus München haben zu einem der wahrscheinlich bescheuertsten Deutsch-Hip-Hop-Nummern ein Zu-Fuß-Roadmovie ohne Schnitt realisiert, nicht besonders originell, aber eben perfekt getimt und schlüssig. Ebenso Ebow mit einem reinen “Tanzfilm” im Eighties-Look, beige GT mit einer eher grafischen Optik und anheimelnden Szenen aus einem Nordoberpfälzischen Auto-Tuning-Treffen, und der Fast-Oldie der Sportfreunde Stiller Wellenreiten ‘54, mit simplen Aufnahmen aus einem Freibad mit Dreifach-Sprungturm.

Drei Videos, die besonders herausstachen, waren zum einen Fittenbudes Wings. Der einzige Teilnehmer, der einem kleinen Spielfilm glich und völlig vom musikalischen Takt losgelöst, das Coming-Out eines Lehrers thematisiert. ZiehGäuner aus dem Bayerischen Wald haben mit Ihrem Film zu Mamabua nicht nur einen Mitreißer erster Güte, sondern auch ein traumhaftes Video aus 50er-Jahre-Found-Footage und darin integrierten und nicht merkbaren Aufnahmen der Band geschaffen. Ein perfekter Spaß auf ganzer Linie und ein positiver Beitrag aus der ON3-Werkstatt des Bayerischen Rundfunks, die ansonsten eher aufgeblasene Teenie-Selbstdarstellung unterstützt. Und zu Guter Letzt sei noch Zombie Nations Gizmode erwähnt, ein perfekt choreografierter, klassischer Musikclip mit optimal ins Bild gesetzten Aufnahmen aus Tokyo. Einfach, gut, stimmig.

Die anschließend im Foajee der Filmgalerie stattfindende Foyerstelle-Party war ebenso stimmungvoll wie schlecht besucht. Um so mehr konnten die Anwesenden beinahe schulterzuckend über die sich viral mündlich verbreitenden Neuigkeit des Ausfalls der morgigen “großen” Zündfunk-Party hinwegsehen. Ihren Spass hatten sie ja schon gehabt, egal ob flätzend im Fatboy oder aktiv auf den Tanzplanken des Leeren Beutels. Wer die Feuerstelle nicht ehrt, ist des Zündfunkes nicht wert.

Alle, die sich einen Überblick über bayerische Musikvideoproduktionen verschaffen möchten und über einen breitgefächerten Musikgeschmack verfügen, können sich noch heute und am Dienstag den 19.03.2013 im W1, jeweils um 21.00 Uhr die “Bavarian MuVis” anschauen.
www.kurzfilmwoche.de | www.filmgalerie.de

Ansonsten sind alle Videos auch im Web zufinden, wie zum Beispiel aus Sympathie-Gründen:

Diamond Dogs live im Kino im Andreasstadel

14. November 2012 ffranc Keine Kommentare

Diesen Sommer haben die Diamond Dogs von sich hören gemacht. Mit cleaner E-Gitarre, Kontrabass und markanter Stimme bringen sie eine einzigartige Mischung aus melancholischem Roadmovie-Sound mit Surfgitarreneinflüssen auf die Bühne. Tom Waits meets Johnny Cash, Marlene Dietrich und Tarantino-Soundtrack. Donna Diamond und Dickie Diamond nennen es Country Noir. Am Freitag, 16. November um 19.00 Uhr laden die beiden Diamantenhunde zum Konzert ins Kino im Andreasstadel und bringen Überraschungsgäste der Regensburger Musikszene mit.

diamond-dogs-official

OK, normalerweise bringen wir keine offiziellen Promo-Texte. Aber die Ausnahme bestätigt ja die Regel und wir legen jedem dieses Konzert wirklich ans Herz. Dirschl und Starzinger waren schon immer super und die Diamond Dogs sind es auch. Bei der diesjährigen Frankreichwoche hatten sie quasi an gleicher Stelle ihren Einstand und wussten das Publikum zu begeistern. Jetzt sind sie wieder da, mit einmaliger Unterstützung von Musikern von SickSickSick, Chambergrass, Delir Noir u.a. sowie mit einem echten Klassikkonzerteveranstalter an der Klarinette!!!
Hingehen, wenn’s noch nicht ausverkauft ist.

www.facebook.com/DiamondDogsGermany | www.kinos-im-andreasstadel.de

Verloren in Dolores, getanzt, gefilmt

13. November 2012 ffranc Keine Kommentare

Erik Grun, regensburger Dauerfilmer und frisch dekorierter Kulturförderpreisträger geht wieder fremd, und das ist gut so. Ein Tanzfilm ist es dieses Mal geworden, gar ein Regensburg-Tanzfilm. Zwei Jahre schon ging er zusammen mit Hans Krottenthaler von der Alten Mälzerei und Fotograf Hubert Lankes mit dieser Idee schwanger. Zu den Tanztagen 2012 hat sich der Traum der tanzbegeisterten Akteure endlich erfüllt.

Glückliche Tanzfilmväter mit Tänzerin

Glückliche Tanzfilmväter mit Tänzerin


Basierend auf einem simplen Drehbuch Gruns um eine Vierer-Beziehung zwischen einem Mann und drei Frauen ist ein einstündiger Film entstanden, der in gewohnter grunscher Manier in sagenhaften drei Tagen abgedreht wurde. Der Plot ist denkbar dünn wie Grun selbst zugibt, dennoch ist dem Regisseur ohne Zweifel ein stimmiger, kurzweiliger und wahrhafter Tanzfilm gelungen. Ohne die Komik (also kaum) und den üblichen Darstellern (also fast) seiner bayerischen Komödien, ohne Dialoge - von einigen verzerrt gefluchten Sätzen auf Spanisch abgesehen - kommt Verloren in Dolores ganz gut aus, auch zur Überraschung seines Spielleiters. Das liegt zum einen an den vier Protagonisten, die durch ihre meist improvisierten und selbst choreografierten Tänzen den Film zu großen Teilen tragen. Die beiden Argentinier Carlos Osatinsky und Mercedes Appugliese, Silke Woschnjak aus Österreich und die in Regensburg lebende Berenika Kmiec sind die vier tanzenden Hauptdarsteller. Die wahren Stars des Filmes scheinen indes tatsächlich die Stadt Regensburg, und vor allem die Wohnung des Kameramanns Hubert Lankes zu sein. In diesem Interieur voller Kram und Kuriositäten, schweift das Auge gerne mal auf die Details im Hintergrund und am Rande. Selbstredend hat Herr Lankes seine Bude ins rechte Licht gesetzt, und fand dort sogar einen geeigneten Platz, um eine beeindruckende Gefängnisszene zur gestalten. Überhaupt kann die gesamte Fotografie, wie schon bei dem ersten gemeinsamen Grun-Lankes-Projekt Fleischeslust, als hervorragend bezeichnet werden. Die Tanzszene auf dem Parkdeck ist, auch Dank der hervorragenden Witterung, ein echter Augenschmaus, ebenso wie die in einer Altstadt-Parfumerie. Die ganzen Drehorte, von den Klassikern Steinerne Brücke, Dom, Haidplatz usw. bis hin zu weniger ausgelutschten Locations wie Spitalkirche, Mälzerei-Keller, Sarchinger Weiher, Bayerwaldstraße und eben erwähnte Parkdeck und Parfümerie geben dem Film ein regensburger Antlitz, ohne in den üblichen Welterbe-Mittelalter-Klischees abzudriften. Im Kontext von getanzten Stadtführungen und Bewerbungscastings sehen die altbekannten Stadtwahrzeichen irgendwie schön seltsam verdreht aus.
Der einzig zu kritisierender Punkt ist die Musik von Jean Marc Toillon. Zwar passend zu den jeweiligen Szenen, jedoch nicht besonders originell und meist schrecklich arrangiert. Das klingt zu sehr nach Musik aus Werbespots oder nach furchtbarem Reisevideo-Soundtrack. Auch ein paar musikalische Pausen zwischendurch hätten dem Film sicher nicht geschadet. Aber zum Glück gibt’s auch noch Norbert Vollaths Bassklarinette für Liebhaber lieblicher Klänge und dröhnende Techno-Beats einer New Yorker Combo für Loveparade-Nostalgiker.

Wer also einen echten Grun, einen echten Tanzfilm und ein echtes Stadtportrait sehen möchte, hat ab Donnerstag, den 15. November um 19.00 Uhr in der Filmgalerie im Leeren Beutel die Möglichkeit hierzu. Die Premiere am 14. im Saal des Leeren Beutels ist eigentlich schon ausverkauft. Garbo-Kino-Betreiber Achim Hofbauer ließ schon durchblicken, dass er Verloren in Dolores um die Weihnachtszeit herum auch in seiner Spielstätte zeigen werde.

verloren-in-dolores-plakat
Verloren in Dolores, D 2012, 60 Min

———————————————————————————

Drehbuch, Regie: Erik Grun
Kamera: Hubert Lankes
Musik: Jean Marc Toillon
Tanz: Carlos Osatinsky, Mercedes Appugliese, Silke Woschnjak, Berenika Kmiec, Company Raum B uva.

———————————————————————————

14. bis 18. November, jeweils 19.00 Uhr in der Filmgalerie im Leeren Beutel, 6/5 Euro

———————————————————————————

www.regensburger-tanztage.de | www.filmgalerie.de

Roland Klick - Filmgeschichte beim Heimspiel-Filmfest

13. November 2011 ffranc Keine Kommentare

Nach den zwei Regie-Großkalibern Christian Petzold und Dominik Graf steht heuer die Werkschau Simone Bärs im Mittelpunkt des Heimspiel-Filmfestes. Simone wer? Simone Bär, eine der renommiertesten Casterinen Deutschlands. Caster oder Casting-Directors sind im Film diejenigen, die dem Regisseur Vorschläge für die Besetzung der Rollen unterbreiten und ihn mit den entsprechenden Akteuren versorgt. Und eine schwerlich missachtete und schlecht bezahlte Branche innerhalb des Filmgeschäftes, wie Frau Bär meint. Andererseits sind in der allgemeinen medialen Rezeption sogenannte Casting-Shows der große Renner, und wer noch kein Casting (wofür auch immer) absolviert und erfolgreich bestanden hat eine Null. Doch das war hier nicht das Thema.
Gab es jemals ein Filmfestival, bei dem diesem Berufsstand eine eigene Werkschau zugedacht wurde? Dieses Wagnis ging das Heimspiel-Team um Sascha Keilholz ein. Birgt es doch einerseits die Möglichkeit ein breitgefächertes Programm anzubieten und das Geschehen im Filmbiz aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Auf der anderen Seite ist eine prominente Casterin sicher kein so großes Zugpferd wie ein bekannter Regisseur. Dennoch war die Gesprächsrunde mit Simone Bär unter der Leitung des souveränen Festivalleiters wie üblich gut besucht, auch wenn die Diskussion eher nüchtern ablief und Frau Bär hauptsächlich darauf bedacht war, die Wichtigkeit ihrer Tätigkeit hervorzuheben. Wer will es ihr verübeln?

Weitere begrüßenswerte Neuerungen beim Heimspiel-Filmfest sind neben der Konzentration der Spielstätten im Andreasstadel, die Einführung von Filmhistorischen Aspekten. Mit dem Klassiker Es geschah am hellichten Tag mit Heinz Rühmann und Gert Fröbe und der Roland-Klick-Retrospektive werden jetzt auch ältere Filme gezeigt. Zwar bilden aktuelle Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum nach wie vor das Kernstück des Festivals, und so sollte es auch bleiben, doch bereichert die Ergänzung des Programmes mit Klassikern ungemein. So kriegen die vornehmlich jungen Besucher überhaupt mit, dass es ein Kino auch schon vor 1990 gegeben hat, und zum Anderen bietet es doch die Möglichkeit aktuelle Filmproduktionen auch unter einem filmhistorischen Aspekt zu betrachten und natürlich auch umgekehrt, “alte Schinken“ mit heutigen Augen zu bewerten.

deadlock

Diese Möglichkeit bot sich heute an mit Roland Klicks Deadlock aus dem Jahre 1970 an. Und gleich mal vorneweg: es ist schon ein tolles Ding einen solchen Streifen als echte Leinwandprojektion von Film zu erleben, selbst wenn die Kopie weiß Gott nicht die beste war.
1970 setzte der “Neue Deusche Film” um Rainer Werner Fassbinder gerade zu seinem Höhenflug an. Dieses Autoren-Kino sollte maßgeblich die deutsche Filmszene der siebziger Jahre beeinflussen, mit starkem Fokus auf politische und gesellschaftskritische Themen. Dass einer wie Roland Klick, der sich eher an amerikanische Vorbilder orientierte einen schweren Stand hatte, man ihm gar Publikumsanbiederung vorwarf, ist schlüssig. Doch auch in seinen Filmen lebt der Geist jener Zeit, der Flair eines jungen Kinos mit neuen Themen und experimentellen Sichtweisen. Nicht nur die Kölner Kraut-Rocker von Can, die sich noch The Can nannten und den Soundtrack lieferten, sind psychedelisch, auch Deadlock beginnt und endet verstörend und verfremdet. Das Dazwischen ist Italo-Western im besten Leone/Corbucci-Stil und -Look: Nahaufnahmen von fiesen Visagen und Totale auf weite Wüstenlandschaften. Der allgegenwärtige Müll, Dreck und Staub und die sengende Sonne sind die Eigentlichen Hauptdarsteller dieses Filmes. Nicht nur die Ortschaft samt ihrer Infrastruktur, die Behausungen und die Fahrzeuge sind kaputt, die Charaktere sind es natürlich auch. Eine abgetakelte Hure, ihre taubstumme, leicht debile und nymphomanische Tochter, Mario Adorf als fiese und feige “Ratte”, Marquard Bohm als jungen, guten Killer und der schotte Anthony Dawson (nicht zu verwechseln mit dem italienischen Sandalenfilm-Helden Anthony M. Dawson) als alten, chicen, aber schwer sadistischen Killer, sind neben einer weiteren Nebenfigur, die einzigen Protagonisten in Deadlock. Insgesamt ist Klicks erster Kinofilm durchschnittlich. Die Story ist ziemlich banal, ein Bißchen Katz-und-Maus-Spiel hier, etwas Psycho-Geplänkel da. Der Film lebt von der gelungenen Atmosphäre und der prägenden Photographie (Kamera: Robert van Ackeren). Für den Regisseur mag vielleicht die Option, neben dem Spaghetti-Western, den Keim für einen noch schmutzigeren und psychologischen Kraut-Western zu setzen, verführerisch geklungen haben.

Leider können wir dies nicht in Erfahrung bringen, da Roland Klick nicht persönlich anwesend sein konnte. Sehr schade, denn ich hätte zu gerne gewußt, ob, und wenn ja, welche Bedeutung der rosafarbene Schnurfetzen hat, der aus Mario Adorfs Loch im Pullunder hervorlugt, genau an der Stelle wo das Herz sitzt. Und für die Idee, dem Koffer mit einer Million Dollar noch eine Schallplatte beizulegen, hätte ich ihn beglückwünscht.

Deadlock, D 1970, 88 min
Regie & Buch: Roland Klick, Kamera: Robert van Ackeren, Musik: Can
Darsteller: Anthony Dawson, Marquard Bohm, Mario Adorf, u.a.

läuft noch am Mi. den 16.11. im Akademiesalon-Kino !
www.rolandklick.de | heimspiel-filmfest.de | www.kinos-im-andreasstadel.de

Es gibt wieder einen Kulturförderpreis

5. Oktober 2011 ffranc Keine Kommentare

…und zwar einen, der tatsächlich von der Stadt Regensburg verliehen wird, und nicht von der Josef-Alzheimer-Kultur-Anstiftung. Letzterer war bestimmt uriger, lustiger und vor allem politisch brisanter, der Preisträger jedoch, war doch eher enttäuschend. Nach dem Debakel im letzten Jahr, bei dem angeblich keine Vorschläge bei der Stadt eingingen, scheint es heuer wieder halbwegs rund zu laufen. Möglicherweise hat man aus der Vergangenheit etwas Neues gelernt und sich gedacht, es wäre an der Zeit etwas originelles und durchaus förderwürdiges zu unterstützen.
Bei der Podiumsdiskussion während des Keine Chance Regensburg-Abends im Kunst- und Gewerbeverein hatte Kulturreferent Klemens Unger bereits erklärt, dass es 2011 wieder einen Kulturförderpreis geben wird. Und zwar so als wär’s das Selbstverständlichste auf der Welt. Und das ist es aber auch.
Bei der Zündfunk-Sendung aus dem W1 hatte Chistoph Maltz wiederum erklärt, dass der Preis ihm 2010 zugestanden hätte. Sein Theater Larifari hätte ihn dieses Jahr durchaus verdient, Herr Maltz persönlich jedoch, hat grob geschätzt gerade mal das vierzigste Lebensjahr überschritten und kann schon aus diesem Grunde nicht mehr gefördert werden, schade.
Dies ist vermutlich nicht der Grund warum sich die Stadt anders entschieden hat, denn subkulturell ist der Kulturförderpreis 2011 trotzdem ausgefallen. Es ist fast unglaublich aber wahr, und darum umso schöner: Der Kulturförderpreis 2011 geht an SUBLIME!

sublime-kulturforderpreis-2011

Wir freuen uns aufrichtig, heben eine Halbe und gratulieren Miss Shapes, Mossman, Markus Guentner, Pacult und alle anderen für ihre Hartnäckigkeit, ihren einmaligen Parties, ihren hervorragenden Konzerten, ihrer ausgefallenen Musik, ihren markanten Flyern und vor allem für ihr Engagement und ihre Freundlichkeit. Yeah!

Die nächste SUBLIME-Veranstaltung ist in der Heimat und ein Konzert. Am 24. Oktober spielen dort Kontakte aus London und The Lost Rivers aus Tübingen. Wir sind dabei.
Und übrigens, SUBLIME ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein.

www.sublime-music.de | www.facebook.com/sublimemusic | www.myspace.com/sublimemusicde

Fette Gänse an Weihnachten

23. Dezember 2010 ffranc Keine Kommentare

xmas2010

Erwartungsgemäß ist das Angebot in dieser Woche nicht besonders Groß. Wer partout nicht besinnlich unter der brennenden Tanne mit Karpfen unterm Arm preisendes Liedgut von sich geben will, sollte mit den Eltern oder Kindern ins Theater.

Dienstag, 28. Dezember 2010, 19.30 Uhr, Turmtheater, Am Watmarkt, Regensburg
Wiederaufnahme: Kleine Eheverbrechen (Eric Emanuel Schmitt) mit Martin Hofer und Adele Neuhauser, wegen großem Erfolg wieder im Programm, diesmal etwas teurer - Eintritt: 35/24 € - aber trotzdem schon wieder restlos ausverkauft, hm!
weitere Vorstellungen am 29. und 30.12. um 19.30 Uhr und am 31.12. um 18.00 Uhr.
www.regensburgerturmtheater.de

Mittwoch, 29. Dezember 2010, 19.30 Uhr, Theater am Haidplatz, Regensburg
Die beste Inszenierung des Jahres: Der blaue Engel. Unbedingt zu empfehlen!
weitere Vorstellung am Freitag, den 31.12.2010 um 19 Uhr 30.
www.theaterregensburg.de

Categories: Filippo Franco, Lysann Weser Tags:

60+1 Jahr(e) Bayerischer Rundfunk

7. Dezember 2010 ffranc Keine Kommentare

In diesem Jahr ist die ARD 60 Jahre alt geworden. Den BR gibt es bereits ein Jahr länger und Radioaustrahlungen gibt es in Bayern gar seit 85 und einem Jahr. 1924 beginnt in Bayern das Rundfunkzeitalter. Am 30. März 1924, Punkt 17.00 Uhr wurde die erste Sendung im Auditorium Maximum der Münchner Universität ausgestrahlt vor 155 angemeldeten Rundfunkteilnehmern. Am 25. Januar 1949 ist die Geburtsstunde des öffentlich-rechtlichen Bayerischen Rundfunks.

Der umfangreiche Band (immerhin 300 Seiten) ist in acht Kapitel untergliedert. Die einzelnen Kapitel sind jeweils in einen darstellenden Teil und einen Anhang mit “Hintergründen und Dokumenten” eingeteilt. Dabei wird chronologisch von den Anfängen 1922 bis heute vorgegangen. So beginnt das Buch mit “Dem ersten Ton” in Bayern, geht weiter mit “der Gleichschaltung” und “dem Radio München unter amerikanischer Aufsicht”. Die 50er Jahre waren dann “das Hörfunkjahrzehnt”. Das darauf folgende Kapitel widmet sich “Den Anfängen des Fernsehens” von 1954 bis 1969 usw. Die reiche Bebilderung illustriert und dokumentiert. Oft entfährt dem Leser ein Laut des Wiedererkennens: “Aha” oder “Ach Der”. Manchmal führen die Fotos auch zum einen oder anderen Lacher, zum Beispiel beim Foto der Kommissare Batic und Leitmayr aus dem Jahr 1991. Ein bisschen unkritisch ist die gesamte Dokumentation trotz aller Bemühungen. Das Absetzen des “Scheibenwischers” 1986 wird z.B. eher zu rechtfertigen versucht, statt (selbst)kritisch beleuchtet.

Für einen schnellen Überblick, zur Vertiefung und leichteren Handhabung, ist das Buch mit einer Zeittafel, weiterführende Literaturhinweisen und einem Personen-Register versehen. Ein zusätzliches Stichwortregister wäre auch schön gewesen. Wenn man z.B. eine bestimmte Sendung sucht oder mehr über die Rolle der Frau im BR wissen möchte, tut man sich schwer. Der Titel “Ein bisserl was geht immer” stammt übrigens aus der Erfolgsserie “Monaco Franze”.

bisserlwas
»Ein bisserl was geht immer«
Die Geschichte des Bayerischen Rundfunks

von Karl-Otto Saur

………………………………………………………………………………………

Deutscher Taschenbuch Verlag, 2009
304 Seiten
19,90 €

www.dtv.de

Geschmacksarme Gurkenhäppchen

4. Dezember 2010 ffranc Keine Kommentare

Premiere: Oscar Wildes Bunbury oder wie wichtig es ist, Ernst zu sein, inszeniert von: Axel Stöcker; mit Paul Kaiser, Oliver Severin, Nikola Norgauer, Johanna König, Doris Dubiel u.A., Theater am Bismarckplatz, Regensburg

bunburyr

Oscar Wildes Komödie The Importance of being Earnest. A trivial comedy for serious People, die vor allem in Deutschland auch als Bunbury bekannt ist, wurde 1895 in London uraufgeführt. Sie ist nach Lady Windermere’s Fan und An ideal Husband seine dritte, außerdem seine leichteste und dauerhaft erfolgreichste Komödie.

Zwei befreundete Dandys der Londoner High Society gestehen einander jeweils einen Freund bzw. Bruder erfunden zu haben um vom der Stadt aufs Land, bzw umgekehrt fliehen zu können. Jack Worthing muss seinem (imaginären) verkommenen Bruder Ernest, bzw. eingedeutscht Ernst, Worthing stets in London zu Hilfe eilen. Ist er in London ist er selbst dieser Jack Worthing und wirbt um Gwendolen Fairfax, die Cousine von Algernon Moncrieff. Dieser wiederum eilt stets zu seinem (erfundenen) totkranken Freund Bunbury aufs Land um z.B. den Einladungen seiner Tante Lady Augusta Bracknell, Gwendolens Mutter, entkommen zu können. Algernon hat nun wiederum nichts besseres im Sinn, als auf dem Land, die Identität von Jacks vermeindlichem Bruder anzunehmen und unter dessen Namen, um Jacks Mündel Cecily Cardew zu werben. Ernste Bedrohungen wie in Lady Windermere’s Fan oder An ideal Husband bestehen für die Protagonisten nie. Die Genialität der Wildeschen Komödie beruht einzig auf den hervorragendenen, messerscharfen Dialogen und dem brillianten Wortwitz. Ein Witz, der auch heute noch volle Wirkung entfaltet, intelligent, frech und frisch wirkt. Bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass der Text 115 Jahre alt ist.

Die Inszenierung von Axel Stöcker wirkt hingegen alles andere als frisch. Zwar, verspricht das Bühnenbild (Hannes Neumaier) einiges. Die Bühne klappt auf und wir sehen ein stilvoll, reduziertes Interieur, die Wände ziert eine Gurkentapete. Eine Anspielung auf jene Gurkenhäppchen, die Algernon für Tante Augusta zubereiten lies und dann noch vor ihrem Eintreffen selbst verspeiste. Doch das Versprechen des Bühnenbildes kann die biedere und wenig originelle Inszenierung nicht einhalten. Das einzig kreative neben dem Bühnenbild, sind die Kostüme (ebenfalls Hannes Neumaier). Wobei das Autofahrer- oder Pilotenkostüm Gwendolens eindeutig aus der 2002er Verfilmung von Oliver Parker entlehnt ist. (Ein Film, der trotz aller Bemühungen nicht an die einfache noch stark an verfilmtes Theater anmutende 1952er Version von Anthony Asquith heranreicht.) Außer Doris Dubiel als Tante Augusta, bleiben die anderen Figuren recht blass. Johanna König als Cecil und Oliver Severin als Algernon scheinen gar Fehlbesetzungen.

Weitere Aufführungen von Bunbury: 11./12./17./20./22./23./27./28./30. Dezember 2010, 2.(15 Uhr)/11./14./23. Januar, 5./25. Februar, 27. April 2011, jeweils 19.30 Uhr
www.theaterregensburg.de

Veranstaltungen vom 03. - 09.12.2010

2. Dezember 2010 ffranc 3 Kommentare

Madesta ist weg, Unger immer noch da und am Montag kommt der Nikolaus.

markusluepertz

Freitag, 03. Dezember 2010, 19.00 Uhr, Galerie Isabelle Lesmeister, Obermünsterstr., Rgbg
Die neue Galerie in Regensburg eröffnet mit einer Ausstellung, die so heißt wie die Ausstellende: Barbara Ullmann, mit Arbeiten aus Eisen und Holz. Einfach mal anschauen…
www.galerie-lesmeister.de

Samstag, 04. Dezember 2010, 19.30 Uhr, Theater am Haidplatz, Regensburg
Premiere: Der gute Tod von Wannie de Wijn
www.theaterregensburg.de

Samstag, 04. Dezember 2010, ab 21.00 Uhr, Büro, Keplerstr., Regensburg
eine Lange Nacht im Büro bis 4 Uhr früh und DJ Säm, der sich momentan offensichtlich noch in Griechenland befindet, legt weihnachtlichen Schmeichel-Pop und Nana Mouskouri auf.
www.buero-regensburg.de

Dienstag, 07. Dezember 2010, 20.30 Uhr, Buchhandlung Dombrowsky, St.-Kassians-Pl., R.
Der relativ frisch gebackene Ingeborg-Bachmann-Preisträger Peter Wawerzinek liest fragmentarisch aus seinem neuen Roman Rabenliebe. Eintritt 8/7 Euro.
www.wawerzinek.de | www.dombrolit.de

Dienstag, 07. Dezember 2010, ab 20.30 Uhr, Kino Wintergarten, Andreasstadel, Regensb.
Die Entbehrlichen (D 2009) von Andreas Arnstedt; der Darsteller André M. Hennicke wird anwesend sein.
www.die-entbehrlichen.de | www.kinos-im-andreasstadel.de

Donnerstag, 09. Dezember 2010, 19.00 Uhr, Filmgalerie, Leerer Beutel, Regensburg
Wenn einer von uns stirbt, geh ich nach Paris von Jan Schmitt (D/NL 2008) der Regisseur ist anwesend.
www.schmitt-film.de | www.filmgalerie.de

Donnerstag, 09. Dezember 2010, 20.00 Uhr, Weinschenkvilla, Hoppestr., Regensburg
Maryse, die Märchenerzählerin aus Südfrankreich ist wieder da und erzählt Geschichten aus der Provence.
www.dfg-regensburg.de

Donnerstag, 09. Dezember 2010, 20.30 Uhr, W1, Weingasse, Regensburg
Konzert: Before The Snow aus Kobenhavn
www.myspace.com/beforetheshow | www.myspace.com/w1_regensburg

Categories: Filippo Franco, Lysann Weser Tags:

Advent I: Mihca, Yrubnub und Ryemtruf

25. November 2010 ffranc Keine Kommentare

Freitag, 26. November 2010, 19.00 Uhr, Kunst- und Gewerbeverein, Keplerstr., Regensburg
Ausstellungseröffnung: UNI MIT KUNST gibt einen Einblick in das künstlerische Schaffen der Dozenten und Studierenden des Instituts für Kunsterziehung der Universität Regensburg. Das ganze geht bis 22. Dezember.
www-kunst.uni-regensburg.de | www.kunst-und-gewerbeverein.de

Freitag, 26. November 2010, ab 20.00 Uhr, Büro, Keplerstr., Regensburg
Party: DJ Mihca (Garbo-Kino) bis 3.00 Uhr am Plattenteller, Weihnachtsbier-”Anstich” und viele andere Specials. Dass dies Teil des Donaumeile-Kneipenshuffles ist sollte man lieber verschweigen…
www.buero-regensburg.de | www.altstadtkinos.de

Freitag, 26. November 2010, 20.30 Uhr, Wintergarten, Dreifaltigkeitsplatz, Landshut
Konzert: Hotpants Romance, drei Mädchen aus Manchester machen wilden Garagensound. Sollte man gesehen und gehört haben. Glückliche Landshuter!
www.myspace.com/hotpantsromance | www.gaststaette-wintergarten.de

Samstag, 27. November 2010, 11.00 Uhr, Pupille Schief, Andreasstadel, Regensburg
zum Beginn der Adventszeit zeigt das Puppentheater Weihnachtsmann im Gänsebauch - ein bewegliches Bilderbuch. Weitere Vorstellungen um 14.00 und 15.00 Uhr. Der Eintritt beträgt 4 Euro.
www.pupille-schief.de

Samstag, 27. November 2010, 19.30 Uhr, Theater am Bismarckplatz, Regensburg
Premiere: Bunbury oder wie wichtig es ist, ernst zu sein von Oscar Wilde, in einer Inszenierung von Axel Stöcker. Weitere Vorstellungen 29.11, 1./2./4./11./12./17./20./22./
27./28./30. Dezember 2010 und auch noch in 2011.
www.theaterregensburg.de

Sonntag, 28. November 2010, 15.00 Uhr, Historisches Museum, Dachauplatz, Regensburg
Ausstellungseröffnung: Berthold Furtmeyr - Meisterwerke der Buchmalerei mit Arbeiten des regensburger Buchmalers und Illustrators des 15. Jahrhunderts. Kultusminister Heubisch ist auch dabei. Die Austellung geht bis 13.02.2011. Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr -So. 10.00 Uhr – 16.00 Uhr / Do 10.00 Uhr – 20.00 Uhr
www.regensburg.de

Categories: Filippo Franco, Lysann Weser Tags: