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Archiv für die Kategorie ‘Jan Neidhardt’

A Hard Days Night - Ein Abend mit den Beatles bei den Schlossfestspielen

19. Juli 2016 jneidh Keine Kommentare

John, Paul, George und Ringo bei den Schlossfestspielen? Kann man sich fast vorstellen. Sind die Beatles doch immerhin bis heute “die Band” überhaupt. Für das Beatles-Musical “All you need is love” sah es tatsächlich so aus, als wäre die Gruppe in Originalbesetzung wieder zusammengetreten. Die Ähnlichkeit der Darsteller mit ihren Vorbildern war jedenfalls verblüffend und auch die Musik ließ nichts vermissen. Die Band, die jetzt da vorne auf der Bühne stand, hieß übrigens Twist&Shout und stammt aus den USA, wobei die Schauspieleinlagen aber auf Deutsch gebracht wurden. Ein Roadie erzählte aus seinem turbulenten Alltag mit den Beatles. Die Show war sehr beeindruckend, mit vielen Originalaufnahmen aus den wilden Sixties und passte perfekt mit der Musik zusammen. Hier wurde das richtige Rooftop-Concert-Feeling authentisch wachgerufen. Nicht nur das aussehen, sondern auch die Art der einzelnen Beatles wurde perfekt und sehr liebevoll imitiert.

Ein psychedelisches Feuerwerk mit Seargent Pepper

Ein psychedelisches Feuerwerk mit Sergeant Pepper

Die Schauspieleinlagen vom Roadie und den fiesen Plattenbossen wirkten ein bisschen hausbacken, aber um ehrlich zu sein, die Musik stand sowieso voll im Mittelpunkt und da gab es wirklich nichts zu mäkeln. Mit Sergeant Peppers wurde nachher noch ein psychedlisches Feuerwerk vom feinsten abgebrannt und auch die Lightshow sorgte für wahrhaft hypnotische Flashbacks in eine Zeit in der es nach Rock´n´Roll, Aufbruch und Räucherstäbchen roch. Der Zuschauer hatte hier jedenfalls ein besonderes Erlebnis, an das er sich noch lange mit Begeisterung erinnern wird.

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SAMStag am Sonntag bei den Schlossfestspielen

18. Juli 2016 jneidh Keine Kommentare

Alle Kinder lieben das Sams und auch die Erwachsenen fühlen sich von den lustigen Abenteuern des frechen und drolligen kleinen Kerlchens und wohl besonders auch von seinem selbstgewählten Ziehvater, Herrn Taschenbier, angezogen. Paul Maar ist ein echter Klassiker der deutschen Kinderliteratur geglückt. Echt gelungen war auch das diesjährige Kinderstück bei den Schlossfestspielen. Das Sams brachte den armen Herrn Taschenbier ganz schön ins Schwitzen und eroberte die Kinderherzen im Sturm, denn im Stück ging es richtig ab und es gab viel zu lachen, schließlich lässt so ein Sams jeden Respekt vor vermeintlichen Autoritäten vermissen.

Das Sams ist los

Das Sams ist los

Das Berliner  Musiktheater Atze hat hier ein authentisches Sams auf die Bühne gebracht, bei dem einfach alles stimmte, die Gags saßen, die Musik passte und (nicht nur) die Kinder waren begeistert. Für besondere Lacher sorgten ein in der Unterhose über die Bühne flitzender Papa Taschenbier und ein chaotische Schulstunde.

Atze bedeutet übrigens auf Berlinerisch u.a. “großer Bruder” und das Musiktheater Atze gilt als eines der größten für Kinder im Grundschulalter.

Das Kindermusical konnte wirklich begeistern und auch die anderen Aufführungen von “Atze” sind sicher einen Besuch wert.

Die Schutzbefohlenen in der Kirche am Neupfarrplatz

21. Juni 2016 jneidh Keine Kommentare

Ein Theaterstück von Elfriede Jelinek, inszeniert von Schülern der Akademie für Darstellende Kunst Bayern

(Jan Neidhardt)

Es gibt wohl kaum ein aktuelleres und auch wichtigeres Thema als das von Flucht und Krieg, sowie der Bedrohung, der sich die Menschen durch das ihnen Fremde ausgesetzt fühlen. So aktuell das Thema ist, so uralt ist es auch. Aischylos, der griechische Tragödiendichter, behandelte es in „Die Schutzflehenden“ schon vor über 2400 Jahren. 50 Frauen aus Ägypten sind auf der Flucht vor einer Zwangsheirat und landen an der Küste von Argos, wo sie um Schutz und Hilfe flehen.

Szene aus "Die Schutzbefohlenen"

Szene aus "Die Schutzbefohlenen"

Und damals wie heute gibt es gewaltige Schwierigkeiten. Elfriede Jelinek, die österreichische Nobelpreisträgerin des Jahres 2004, hat sich unter dem Eindruck der aktuellen Ereignisse mit Bürgerkrieg und Flucht in Syrien und anderen Teilen der Welt, der fast vergessenen Tragödie des Aischylos angenommen und mit den „Schutzbefohlenen“ ein Stück gegen die menschenunwürdige Behandlung von Menschen aus diesen Ländern im österreichischen Asylverfahren, aber auch in dem folgenden unwürdigen Lebensalltag, geschrieben. Verhältnisse, die sich auch auf die Zustände in Deutschland übertragen lassen. In der Inszenierung von Michael Blumenthal, die zur Zeit in der Neupfarrkirche zu sehen ist, ist es sehr eindringlich gelungen, die Textflächen, die Elfriede Jelinek vorgibt, in eine szenische Darstellung zu übertragen. Der Zuschauer wird von den Schauspielern der Abschlussklasse der Bayerischen Akademie für Darstellende Kunst im wahrsten Sinne des Wortes gefangen genommen und bleibt als unbedingt Betroffener zurück. Es handelt sich hierbei um eine chorische Aufführung, bei der auch die Akustik des Spielorts ganz besonders zum Tragen kommt. Hauptschauplatz ist nämlich die Taufkapelle der Neupfarrkiche. Wobei der Chor auch teilweise im Kirchenschiff agiert. Der Spielort Kirche erinnert im Übrigen auch ganz an das eigentlich auslösende Ereignis des Stückes, die Besetzung einer Kirche in Wien durch 60 Asylsuchende. Die Besonderheit des Ortes bringt es aber auch mit sich, dass die Zuschauer mitten unter den Agierenden sitzen, es gibt in diesem Sinne keine Bühne, dadurch wird eine ganz besondere Nähe und Intimität zum Geschehen erzeugt. Die Schauspieler wirken in ihrer Darstellung der Flüchtlinge tatsächlich schutzlos und verletzlich, sie sind bekleidet mit zerlumpten Wäschestücken und Bandagen, fast wirken sie wie Geister bei einer Art Totentanz. Das löst beim Zuschauer den Gedanken an die Menschen aus, die bei dem Versuch in die „Festung Europa“ zu gelangen, täglich im Mittelmeer ertrinken oder auf andere Weise ums Leben kommen. „Die Schutzbefohlenen“ in ihrer Inszenierung in der Neupfarrkirche sind kein konventionelles Dialogstück. Standpunkte und Rollen wechseln. Die Darsteller spielem gleichzeitig Flüchtlinge und Pegidisten, der Staat erhebt sich aus ihrer Reihe, auch das Publikum, ohnehin ganz dicht am Geschehen wird mit einbezogen, ein junger Mann soll plötzlich seinen Sitzplatz aufgeben oder eine Frau einen Stapel Papier halten.

Foto: Klaus Weber

Foto: Klaus Weber

Das Stück ist sehr intensiv und auch akustisch ein ganz besonderes Erlebnis, das einen nachdenklich und betroffen zurücklassen wird.

Wer die Schutzbefohlenen in der Neupfarrkirche noch erleben möchte, muss aufgrund des begrenzenten Platzangebots unbedingt vorher reservieren. Der Eintritt ist allerdings frei. Reservierungen sind über das Büro des Akademietheaters unter der Nummer 0941/5865442 (montags bis donnerstags von 12-16 Uhr möglich).

Die folgenden Vorstellungen finden noch statt:

Mittwoch 22.06.: 16 (!) Uhr

Donnerstag 23.06.: 19 Uhr

Freitag 24.06.: 19 Uhr

Samstag 15.06.: 19 Uhr

Mittwoch 29.06.: 19 Uhr

Donnerstag 30.06 19 Uhr

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Hörbuchtipp: Menschen - Mythen - Macht im 20. Jahrhundert

28. April 2016 jneidh Keine Kommentare

Ein Hörbuch über Adolf Hitler, gelesen von Gert Heidenreich

(Jan Neidhardt)

Dieses Hörbuch ist etwas besonderes. Es geht um eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Person Adolf Hitlers auf Grundlage von Geschichte einerseits, andereseits wird versucht, den Menschen hinter dem geschichtlich Vermittelnden Bild zu beleuchten. Eine schwere Aufgabe, da es sich hierbei um eine Sache handelt, die von vielen Denkverboten belegt ist.

Hitler wird hier in chronologischer Erzählweise, sozusagen in seiner Entstehung vom Kind bis zum Diktator, mit anschließendem Selbstmord im sog. Führerbunker, gezeigt. Das Hörbuch ist begleitet von Bildern der Künstlerin Irene von Neuendorff, die einen bewussten Bruch mit gängigen Konventionen darstellen. Der “Diktator des Deutschen Reichs” erscheint auf dem Cover von Box 2 z.B. milde lächelnd im Lodenmantel mit einer altertümlichen Babypuppe im Arm. “Ecce Homo” steht im Hintergrund zu lesen.

Inhaltlich bietet das Hörbuch für den Historiker wenig überraschendes, aber die geschichtliche Zusammenfassung ist sehr gelungen und kompakt dargestellt, sodass man das Hörbuch durchaus auch als Einstieg in das Thema “Nationalsozialismus” nutzen kann.

Das Hörbuch wird mit ruhiger und passender Stimme vorwiegend von Gert Heidenreich gelesen, der hierfür sicher die richtige Wahl gewesen ist. Originaldokumente und durch Schauspieler nachgesprochene Texte lassen sich beim Buch kaum unterscheiden. Inhaltlich tut das dem Werk sicher keinen Abbruch, aber bei dem Thema sollte man immer genau auseinanderhalten, was “echt” und was nachgesprochen ist. Tontechnisch nicht so gelungen finde ich, dass oft die Anfänge von Kapiteln etwas zu abgesägt wirken. Dafür sind die Hörspielszenen mit Geräuschen und Musikfetzen (Wagner, Schlager) sehr gelungen

Ich finde gut, dass das Hörbuch ohne irgendwelche Verschwörungsgeschichten oder allzusehr pathologisierende Spekulationen psychologischer/ psychiatrischer Natur auskommt. Natürlich wird dadurch dann auch nichts Reißerisches geboten.Insgesamt eine nüchterne und handwerklich gut gemachte Dokumentation zum Thema, die sich auch für Einsteiger eignet. Die Bilder regen durch ihren verändernden Blickwinkel stark zum nachdenken an und sind eine gelungene Überleitung zur Beschäftigung mit dem Thema “Hitler”.

Clemens von Lengsfeld (Autorin)

Adolf Hitler - Diktator des Deutschen Reichs (Hörbuch)

6 CDs

ISBN: 978-3-941234-65-9 u. 978-3-941234-68-0

Griot - Hörbuchverlag

Clemens v. Lengsfeld: Adolf Hitler - Diktator des Deutschen Reichs - Hörbuch Teil 1

Clemens v. Lengsfeld: Adolf Hitler - Diktator des Deutschen Reichs - Hörbuch Teil 1



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Conni - Das Kindermusical bei den Schlossfestspielen

27. Juli 2015 jneidh Keine Kommentare

Conni mit der roten Schleife rockt den Schlosshof

(Jan Neidhardt)

Am Sonntag war wieder einmal Zeit für das beliebte Kinderstück bei den Schlossfestspielen. Das Wetter hätte besser nicht sein können. Nach der Hitze der vergangenen Tage endlich mal zwischendurch ein paar Wolken - ideal.

Das bekannte Bilderbuch-Kindergartenkind Conni freut sich in der launigen Story auf ihren baldigen Geburtstag und den Schulbeginn. Das ganze war sehr lebensweltlich umgesetzt, schön mit Abenteuern im Kindergarten, beim Frühstück und mit dem kleinen Bruder. Eingängige Musik und Mitmachszenen machten das ganze zu einem runden Vormittag für die ganze Familie. Schließlich gab es sogar noch einen Geburtstag zu feiern. Na, von wem denn wohl?!

Das Cocomico-Theater aus Köln hat ein gut unterhaltendes Kinderstück auf die Bühne gebracht, das vielen unvergesslich bleiben wird. Besonders hervorzuheben war sicherlich das phantasievolle Bühnenbild, mit überdimensionierten Frühstückseiern, Semmeln und einem riesigen Glas einer bekannten Nuss-Nougat-Creme.

www.odeon-concerte.de

Conni & Family

Conni & Family

Morgen startet die Thurn und Taxis Gartenschau

24. Juni 2015 sgruen Keine Kommentare

Gartenlust - Landlust - Lebenslust im Schlosspark

120 Stände und Pavillons stehen dieses Jahr für die Besucher der Thurn und Taxis Gartenschau bereit. Das Angebot ist breit gefächert: Von Pflanzen, über Gartendeko, Kunsthandwerk, Duftseifen und Gewürzen bis hin zu Kleidung und Modeschmuck ist vieles geboten. Die Gartenschau wird ergänzt durch vielfältige kulinarische Angebote. “Ein Tag wie Urlaub” soll es für die Besucher sein. Auf dieses Motto kam der Veranstalter, weil im vergangenen Jahr ein Besucher, der seinen Geburtstag bei der Gartenschau gefeiert hatte, seinen Aufenthalt im Schlosspark genau so umschrieben hatte.

Die Pavillons stehen schon.

Die Pavillons stehen schon

Einen besonderen Schwerpunkt auf der diesjährigen Gartenschau bilden die Rosen, die auf einer Fläche von 800 qm an der Schlossfassade vertreten sind. Ein Pflanzendepot am Parkplatz in der Margaretenstraße erleichtert die problemlose Mitnahme der erworbenen Pflanzen. Der Händler deponiert die Ware dort, während der Käufer unbeschwert über das Gelände schlendern kann. Nach dem Besuch werden die erworbenen Pflanzen dann einfach am Parkplatz eingeladen.

Als besondere Attraktion wird der Instrumentalmusiker Franz Lambert, der unter anderem die offizielle FIFA-Hymne und gemeinsam mit Christian Wildermuth die DFB-Hymne komponiert hat, täglich mehrfach auftreten. Lambert war in den 1970er und 80er Jahren ein Superstar, der insgesamt über 100 Alben veröffentlicht hat. Er wird täglich um 12.00, 14.00 und 16.00 Uhr auf der Schlossbühne Orgel spielen. Im Catering-Bereich unter den Schlossarkaden führt der Gemüseschnitzer Arthur Felger seine in China erlernte Kunst vor.

In einem Pavillon präsentieren täglich 15 Schüler des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Regensburger Land verschiedenen Projekte. Die drei wichtigsten Fachrichtungen Floristik, Landschaftsgärtnerei und Zierpflanzengärtnerei sind vertreten und Schüler dieser Fachrichtungen stehen den Besuchern als Berater zur Verfügung. Wie bereits im vergangenen Jahr haben die Floristen aus Blumen kunstvolle Kleidungsstücke angefertigt, die sie als Models selbst tragen werden. Die Zierpflanzengärtner greifen gemeinsam mit Metallbauern den aktuellen Bauhausstil, der in der gegenwärtigen Architektur dominiert auch in verschiedenen Rankgerüsten und Pflanzgefäßen auf. Anton Liedl vom Staatlichen Berufsschulzentrum freut sich über die Möglichkeit, die den Schülern geboten wird, ihre neu erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Am Freitag können Besucher sich um 16.00 Uhr mit dem Oberbürgermeister Joachim Wolbergs fotografieren lassen.

Dirk Muchow vom Hamburger Messeveranstalter Helmuth Thiess, hofft auf 40.000 Besucher. Im vergangenen Jahr hat es damit aufgrund der WM und schlechter Wetterverhältnisse leider nicht geklappt. Wegen der exklusiven Lage des fürstlichen Schlossparks hat der Veranstalter auch große Pläne: in den kommenden Jahren soll die Gartenschau auf zwei Wochenenden verlängert werden. Eine deutsche Chelsea Flower Show wird angestrebt.

Der Teich im Schlosspark.

Der Teich im Schlosspark

Dr. Peter Styra von den Fürst Thurn und Taxis Museen kennt sich mit der Geschichte des Schlossparks aus. In diesem Jahr haben die Besucher erstmals die Möglichkeit das gesamte Gelände des 8 Hektar großen Parks, der im Stil englischer Landschaftsgärten angelegt ist, zu begehen. Neben dem Teich, dem historischen Hundefriedhof und verschiedenen Staffagebauten können Gartenschaubesucher auch durch die sogenannte “Arschklamm” flanieren, einen von Skulpturen gesäumten Wegabschnitt, der von der außerhalb des Schlossgeländes gelegenen Allee aus nur den Anblick der Hintern bietet, weshalb Regensburger Bürger in den 1920er Jahren diese Figuren mit dem despektierlichen Namen versehen haben. Im Schlosspark stehen auch die ältesten Bäume der Stadt. 47 von insgesamt 48 Bäumen, die in Regensburg über 200 Jahre alt sind, befinden sich auf dem Schlossgelände. Die Wurzeln eines 220-jährigen Baumriesen, der sich direkt an einem Zufahrtsweg befindet, wurden eigens durch einen Holzsteg geschützt.

Die sogenannte "Arschklamm".

Die sogenannte "Arschklamm"

Die Eingänge befinden sich am Emmeramsplatz / St.-Peters-Weg 5 sowie am Malturm in der Waffnergasse 13.
Die Gartenschau ist von Donnerstag bis Sonntag täglich zu folgenden Zeiten geöffnet:
Donnerstag und Freitag: 10.00 - 19.00 Uhr
Samstag: 10.00 - 21.00 Uhr
Sonntag: 10.00 - 18.00 Uhr

Der Eintritt kostet 9,50 Euro (regulär), 8 Euro (ermäßigt) und 16 Euro (Dauerkarte). Kinder haben bis zu einem Alter von 16 Jahren  in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt.
Hunde an der Leine sind erlaubt.
Die ersten 100 Besucher (jeweils 50 an jedem Eingang) haben am Eröffnungstag freien Eintritt.

Weitere Informationen gibt es auf:
www.thurnundtaxisgartenschau.de

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Veranstaltungstipp: Literaturfest in Beratzhausen

27. Juli 2012 jneidh Keine Kommentare

Freitag und Samstag, den 3. und 4. August:

Literatur- und Kunstfest in Beratzhausen auf den Laberwiesen am Essenbügl.

Der Markt Beratzhausen lädt zu Lesungen, Kabarett, Liedermachern und Geschichtenerzählern.

Im Rahmen der Literaturtage im Oberpfälzer Jura findet in Beratzhausen am ersten Augustwochenende am Essenbügl an der Laber ein Literatur- und Kunstfest statt.

Los geht es am Freitag den 3. August um 20.00 Uhr im Kulturzelt am Essenbügl. Hier liest Siegfried Schüller satirische Gedichte und Kurzgeschichten, begleitet durch die Weltmusikgruppe Didge´n´Drums. Der Autor aus Mühlhausen am westlichen Rand der Oberpfalz unterhält mit Satire aber auch gesellschaftskritischen Stücken. Didge´n´Drums spielen Didgeridoo in Kombination mit afrikanischen Schlaginstrumenten. Die Stücke sind oft improvisiert und die archaischen Töne sind geeignet, den Zuhörer in die musikalische Urzeit zurückzuführen.

Samstag, den 4. August findet von 14-16.00 Uhr am Essenbügl eine Mal- und Schreibwerkstatt rund um den Skulpturenpark statt. Die Teilnehmer können sich bei einer Schnitzeljagd näher mit den einzelnen Skulpturen beschäftigen und selbst kreativ werden. Die Beiträge werden im Stadel ausgestellt und um 19.00 Uhr mit Hilfe des Publikums prämiert. Jeder Teilnehmer erhält einen Preis.

Zusätzlich gibt es von 15-16.00 Uhr ein Musik-Mitmachprogramm für Kinder von 4-10 Jahren im Kulturzelt mit dem Liedermacher und Musikpädagogen Fredman Lill.

Ab 16.30 wird es im marokkanischen Königszelt des Liedermachers spannend: “Von Tamtam auf BastScho“, eine Lesung mit Andrea Kreuz, Dieter Lohr und Rolf Stemmle mit musikalischer Begleitung, wartet auf den Zuhörer. In den Erzählungen geht es “ums Ausbüchsen aus der heimischen  Enge und gleichzeitig ums Dableiben und die verzwickte Schwerkraft des Vertrauten.”

19.00 Uhr schließlich werden Bilder und Texte des Wettbewerbs prämiert und eine Vernissage der Sommerakademie mit den Arbeiten der Meisterklasse von Professor Constantin Flondor findet statt.

Buchtipp: Nichtstun. Eine Kulturanalyse des Ereignislosen und Flüchtigen

16. Juli 2012 sgruen Keine Kommentare

Die “leeren” Zeiten des Alltags

(Jan Neidhardt)

Wenn man Oscar Wilde vertrauen darf, dann ist “Nichtstun [...] die allerschwierigste Beschäftigung und zugleich diejenige, die am meisten Geist voraussetzt”.
Das lässt sich auch leicht verifizieren. Die meisten Leute hassen es untätig z.B. auf die Reparatur des Autos warten zu müssen, oder Verspätungen in öffentlichen Verkehrsmitteln hinzunehmen, selbst wenn es sich nur um wenige Minuten von durch äußere Umstände auferlegte Untätigkeit handelt.
Bewusstes Nichts-tun oder auch Gar-nichts-tun, wie z.B. bei manchen Formen der Meditation, davon träumt man vielleicht schon öfter, wenn einem der Stress über den Kopf zu wachsen scheint, aber wer das einmal ausprobiert hat, weiß auch, wie schwierig es uns heute fällt einfach mal Stillstand zuzulassen.
Von dem was mit uns passiert, wenn vermeintlich nichts passiert, handelt das Buch der beiden schwedischen Ethnologen Billy Ehn und Orvar Löfgren “Nichtstun - Eine Kulturanalyse des Ereignislosen und Flüchtigen”.
Das gut lesbare und streckenweise sehr spannende Buch nähert sich auf kulturwissenschaftliche Weise durch Beobachtung, Befragung und Auswertung von Romanen jenen Zuständen, die hier auch als Hinterhöfe der Kultur beschrieben werden.
Das “Nichtereignis” wird nach drei Kategorien aufgeschlüsselt: Dem Warten, den Routinen und den Tagträumen. Es wird deutlich, wie wichtig z.B. Tagträume sind und wie sie, obwohl oft als unproduktive auch antisoziale Zeitverschwendung gebrandmarkt, in Wahrheit oft eine Quelle von Kreativität aber auch Erholung sind.
Routinen machen unseren Alltag zu dem was er ist, stellen aber auch, trotzdem sie als langweilig verachtet sind, eine ökonomische Stütze dar und sind auch - öfter als man meint - durchaus lustbetonte Verrichtungen, bei denen man wiederum gerne auf Tagträume zurückgreifen kann, wie z.B. beim Abwasch oder Malerarbeiten.
Das Warten stellt schließlich eine ganz essentielle Kulturerfahrung dar. Schon Kinder müssen Abwarten lernen, müssen ihre Bedürfnisse zugunsten mehr oder weniger organisierter Abläufe im Zaum halten. Wartezeiten können natürlich auch vielfach genutzt werden, man kann sie aber auch bewusst verstreichen lassen. Kulturtypisch ist auch die Erfahrung in der westlichen Welt, dass viele Menschen Teile ihres Lebens (oder auch das ganze) in einer Art Warteschleife zu verbringen scheinen.
Das Buch zeigt einfach sehr schön, dass eben “ungenutzte” Zeit, ob wir das anerkennen können oder nicht, ein sehr wichtiger Teil unseres Lebens ist. Es zeigt, dass der Umgang mit dieser Zeit immer durch kulturelle Vorstellungen geprägt ist, abhängig von Zeit und Herkunft des betroffenen Menschen. Und es ist auch ein Buch, das Hoffnung machen kann, in Hinsicht darauf, dass eben in Zeiten der Ereignislosigkeit auch Potenzial zur Veränderung und zu einem kreativen Umgang mit sich selbst steckt.
Man muss es nur zulassen…

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Billy Ehn; Orvar Löfgren (Autoren)
Nichtstun. Eine Kulturanalyse des Ereignislosen und Flüchtigen
www.his-online.de
303 Seiten

Buchtipp: Das Rätsel der Donauzivilisation

3. Juni 2012 jneidh Keine Kommentare

Archäologische Entdeckungen im “alten Europa”

Die Wiege von Schrift und Zahlen wird gerne in Mesopotamien angesiedelt. Somit geht man meist davon aus, dass hier die Wiege der Zivilisation in unserem heutigen Sinne stand. Neuere archäologische Funde in Osteuropa, vor allem in Rumänien, Bulgarien und dem ehemaligen Jugoslawien, zeigen aber, dass es dort bereits zwischen dem 6. und 4. Jahrtausend vor Christus Kulturen gab, die schriftliche Aufzeichnungen hinterließen und die alle Anzeichen von sogenannten Hochkulturen mitbrachten, wie etwa ein entwickeltes Städtewesen, eine Verwaltung, ausgefeilte religiöse Kulte, Handwerkstechniken, Kunst und anderes mehr, das für eine entwickelte Gemeinschaft charakteristisch ist.

Durch den eisernen Vorhang waren diese Entdeckungen zur Zeit des Kommunismus natürlich nur sehr beschränkt zugänglich und wurden auch zum Teil aus ideologischen Gründen unter Verschluss gehalten.

Im Buch erklärt der Sprach- und Kulturwissenschaftler Harald Haarmann, gut auch für Laien verständlich, wie man sich das Leben am Ende der Jungsteinzeit in den regelrechten Städten der Menschen damals vorstellen kann und welche neuen Erkenntnisse über diese Zeit vorliegen. Spannend ist, dass besonders darauf eingegangen wird, dass nicht die Griechen die eigentlichen „Erfinder“ der Zivilisation in Europa sind, sondern die sogenannten Pelasger, also die Vorläufer noch-nicht-indogermanischen Ursprungs, die viel eher in Südosteuropa siedelten. Das wird besonders spannend auch anhand sprachwissenschaftlicher Erwägungen dargestellt, die zeigen, dass bestimmte Schlüsselwörter bei den Griechen, z.B. was Landwirtschaft oder kultische Handlungen angeht, sprachlich auf ältere Vorläufer zurückgehen müssen, als auf die Indogermanen, eben die Menschen die vorher schon im „alten Europa“ gelebt haben. Z.B. ist das Baskische als heute erhaltene Sprache wohl auf solche alten Sprachen zurückzuführen.

Auch ohne sehr viel Hintergundwissen über die verschiedenen, teils heftig umstrittenen Theorien, die im Buch angeschnitten werden, ist es doch erstaunlich, was lange vor den Griechen in Europa schon für Entdeckungen gemacht wurden, dass eben schon Schrift existierte und mehrstöckige Häuser gebaut wurden, dürfte den meisten Lesern doch neu sein. Auch die Kunst der damaligen Zeit birgt erstaunliche Überraschungen, so werden Statuetten vorgestellt, die kaum von modernen Plastiken zu unterscheiden sind.

Das Buch ist eine spannende Lektüre für alle,die sich für Archäologie interessieren und die bereit sind sich auf intellektuell herausfordernde Pfade tief ins Herz des alten Europa am Ende der Steinzeit zu begeben.

Das Rätsel der Donauzivilisation - Die Entdeckung der ältesten Hochkultur Europas

Das Rätsel der Donauzivilisation - Die Entdeckung der ältesten Hochkultur Europas

Harald Haarmann
Das Rätsel der Donauzivilisation. Die Entdeckung der ältesten Hochkultur Europas
www.chbeck.de
283 Seiten

“Ächz, Seufz, Zack, Bumm?!? Literatur und Comics?!

29. Mai 2012 jneidh Keine Kommentare

Unter diesem Motto ist noch bis 30.09.2012 eine Ausstellung im Literaturhaus Oberpfalz in Sulzbach-Rosenberg zu sehen.

Der Comic scheint sich in den letzten Jahren mehr und mehr aus der Schmuddelecke wegzubewegen, in die ihn Pädagogik und bürgerliches Kulturverständnis eingentlich von Anbeginn seines Entstehens abgeschoben hatten. Die nicht nur für Comicfans interessante Ausstellung in den Räumlichkeiten des Literaturarchivs Sulzbach-Rosenberg zeigt, wie sich in den letzten Jahren der Comic den Weg in die Feuilletons erobert hat und auch renommierte große Verlage, die Bildgeschichten gerne in Form der Graphic Novel in ihr Programm aufnehmen und sie als Literatur deklarieren.

Alois Nebel, eine tschechische Graphic Novel, die Anfang des Jahres bei Voland & Quist erschien, ist ein aktuelles Beispiel, dem in der Ausstellung sogar ein eigener Raum gewidmet ist. Alois Nebel, der Fahrdienstleiter, der auf der einsamen Bahnstation im deutsch-tschechischen Grenzgebiet von den Schatten der Vergangenheit verfolgt wird, erzählt im Holzschnitt und mit allen Attributen des klassischen Comics mitteleuropäische Geschichte des 20. Jahrhunderts. Hier überschneiden sich Genres wie Comic, Roman und Sachinformation auch in ästhetisch einmaliger Weise.

In der Ausstellung sind u.a. Originalzeichnungen der beiden Autoren Jaromir 99 und Jaroslav Rudis zu sehen, sowie weiterreichende Informationen zum Hintergrund der Geschichte.

Jaromir99 - Comicautor und Sänger der Band Priessnitz

Jaromir99 - Comicautor und Sänger der Band Priessnitz

Die beiden Autoren waren übrigens zur Eröffnung der Ausstellung am 24.05.12 anwesend und traten hier auch mit Priessnitz (einer zur Zeit in Tschechien sehr angesagten Band - file under: Rockgitarre und Gesang und natürlich auf Tschechisch) auf. Zwischen den Songs gab es Geschichten rund um Alois Nebel und Informationen über Undergroundkultur in der Tschechoslowakei (vor 1989). Man konnte u.a. erfahren, dass sich die Autoren in die Psychiatrie einweisen ließen, um dem Militärdienst zu entgehen. Aus dieser Zeit stammt auch ein wichtiger Teil der Inspiration zum Comic.

Jaroslav Rudis und Kameramann

Jaroslav Rudis und Kameramann

Die Ausstellung hat aber auch sonst einiges zu bieten: So wird hier z.B. ein neu aufgefundenes Original von Wilhelm Busch gezeigt. Die Bildgeschichte “Der Kuchenteig” wurde vor einigen Jahren im Archiv des J.E. von Seidel-Verlages entdeckt und zeigt offenbar eine Vorstufe zu Max und Moritz mit dem gewohnt martialisch-pädagogischen Anspruch eines Wilhelm Busch.

Für mich als Fan besonders interessant ist auch der Ausstellungsbereich zum österreichischen Comiczeichner Nicolas Mahler, der mit seinen “Alten Meistern”, einer Comicadaption von Thomas Bernhards Roman, es tatsächlich fertig brachte, den Suhrkamp Verlag zu “knacken” und in dazu zu bringen, ein Comic in sein Programm aufzunhemen.

Die Ausstellung ist zu sehen im:

Literaturhaus Oberpfalz

Rosenberger Str. 9

92237 Sulzbach-Rosenberg

Telefon (09661) 8159590

online erreichbar unter:

info@literaturarchiv.de

www.literaturarchiv.de

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag 9-17 Uhr

(außer an Feiertagen)

Sonntag 14-17 Uhr