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Archiv für Januar, 2010

Multipercussionist Martin Grubinger kommt nach Regensburg

30. Januar 2010 sgruen Keine Kommentare

Der Wundertrommler aus Österreich

(Sigrid Grün)

Ein ganz besonderes Konzert wird am 11. Februar im Audimax der Regensburger Universität zu hören sein. Der junge Multipercussionist Martin Grubinger wird im Rahmen der Odeon Concerte zwei Konzerte von Bruno Hartl und Anders Koppel, sowie Stücke von Mozart, Haydn und Piazzolla performen.

Das 1983 in Salzburg geborene Schlagzeugwunder hat im Laufe seiner Karriere schon die bedeutendsten Konzertsäle der Welt begeistert. So erhielt er nicht zuletzt in der New Yorker Carnegie Hall tosenden Applaus.

Wir sind gespannt auf den österreichischen Ausnahmekünstler und werden über das Konzert berichten.

Restkarten für das Konzert am 11. Februar gibt es bei Odeon Concerte unter der Telefonnummer 0941-296000 oder online unter
www.odeon-concerte.de

20er Jahre und Kriminacht

28. Januar 2010 lweser Keine Kommentare

noch bis Samstag 30. Januar 2010, 20.30 Uhr, Kunstverein Graz, Regensburg
Kasperl und der Antichristoph. Ein Puppentheater des Theater Larifari von und mit Christoph Malz.

20er_banner

Freitag, 29. Januar 2010, 19.00 Uhr, Kunst- und Gewerbeverein, Regensburg
Vernissage 20ER JAHRE REGENSBURG - Es ist eine Lust zu leben. Die Ausstellung geht noch bis 30. April 2010. Öffnungszeiten: Di. - Fr. 12 - 18 Uhr, Sa. + So. 10 -18 Uhr. Eintritt 5 / 2,50 €
www.kunst-und-gewerbeverein.de

Freitag, 29. Januar 2010, 19.30 Uhr, Velodrom, Regensburg
Premiere von Thomas Manns Buddenbrooks adaptiert von John von Düffel, Inszenierung von Johannes Zametzer, mit Anna Dörnte, Doris Dubiel, Nikola Norgauer, Hubert Schedlbauer.
www.theaterregensburg.de

Samstag, 30. Januar 2010, 20.00 Uhr, neues Polizeipräsidium, Bajuwarenstr. 2, Regensburg
Lese-Kriminacht mit Barbara Krohn, Hildegunde Artmeier, Karin Holz und als Gast Dr. Lotte Kinskofer. Der Eintritt beträgt 8 / 6 €, Getränke sind frei.
www.vs-ostbayern.de

Samstag, 30. Januar 2010, 22.00 Uhr, Kino Akademiesalon im Andreasstadel, Regensburg
Beginn der Reihe HARD:LINE - Kino extrem in Regensburg. Florian Scheuerer präsentiert jeden letzten Samstag des Monats Extremes aus Horror, Thriller und Sci-Fi. Zum Einstieg gibt’s Audition des Japaners Takashi Miike. Vorsicht, evtl. erst ab 18!
hardline.blog.de

Sonntag, 31. Januar 2010, 21.00 Uhr, heimat, Taubengässchen, Regensburg
Live-Indie-Pop aus österreichischen Landen mit The Beth Edges.
www.heimat-regensburg.de | www.thebethedges.com

03.02. - 27.04.2010, Kino Akademiesalon im Andreasstadel, Regensburg
Filmreihe Nerven-Kino der Weimarer Republik zur Ausstellung 20ER JAHRE REGENSBURG. Begonnen wird mit Fritz Langs M - Eine Stadt sucht einen Mörder am 03.02. um 20.00 Uhr.
www.akademiesalon.de

Donnerstag, 04. Februar 2010, 20.00 Uhr, W1, Weingasse, Regensburg
Vernissage der Ausstellung Kenn di wieder von Julia Beutlhauser, Jasmin Peter und Julia Preis. Die Ausstellung geht noch bis 06. März 2010.
www.myspace.com/w1_regensburg

Bloß keine Fisimatenten!

27. Januar 2010 lweser Keine Kommentare

Der Einfluss der französischen Sprache im Deutschen und im Bairischen.
Ludwig Zehetner zu Gast bei der Deutsch-Französischen Gesellschaft Regensburg in der Weinschenkvilla am 22. Januar 2010.

Kennen Sie die Deutsch-Französische Gesellschaft? Um ehrlich zu sein, ich bis heute nicht. Gut, ich weiß wohl, dass es sie gibt. Ich weiß auch, dass zur französischen Film- und Kulturwoche in Erscheinung tritt, dass sie irgend ein Problem mit der Napoleon-Mahntafel hat - aber Genaueres? - Nein das wusste ich nicht.

Schön, dass das seit heute nicht mehr so ist. Die Deutsch-Französische Gesellschaft Regensburg gibt es tatsächlich schon seit 20 Jahren. Ungefähr 500 Franzosen gibt es wohl in Regensburg. Die Mitgliedszahlen bewegen sich momentan um die 115, etwa zur Hälfte aus Deutschen und zur Hälfte aus Franzosen bestehend. Entsprechend gibt es auch einen binationalen Vorstand: die gebürtige Französin Catherine Hummel und den Deutschen Romanisten Prof. Jochen Mecke.

dfg_zehetner1Am Freitag lud die Gesellschaft in der Weinschenkvilla zum Vortrag über den Einfluss der französischen Sprache im Deutschen und im Bairischen. Doch bevor ich den Redner, den man nicht vorstellen muss, vorstelle, muss ich etwas über den Ort des Geschehens sagen. Denn dabei handelt es sich mit Sicherheit um einen der schönsten Räumlichkeiten Regensburgs. Die märchenhafte Günderzeit-Villa mit Eckturm, wurde 1898/99 von dem Regensburger Architekten Joseph Koch für den jüdischen Bankier Max Weinschenk erbaut. Seit 1980 gehört das Gebäude dem Bezirk Oberpfalz, der es Vereinen und Verbänden zur Verfügung stellt. Der Vortrag fand im Vestibül statt. Der kleine Saal wird von einem riesigen mehrteiligen Fenster mit Bleiverglasung dominiert. Davor schlängelt sich eine Treppe mit gusseisernem Geländer. Türen und Türstöcke sind wie der Rest des Gebäudes im Stil des Historismus. Überall hängen Kristall-Lüster und auch einige ältere Gemälde. Ein mehr als gebührender Empfangssaal also.

Dr. Ludwig Zehetner (geb. 1939) ist Honorarprofessor für Bairische Dialektologie an der Universität Regensburg.
123 Entlehnungen aus dem Französischen gibt es im Bairischen, sagt Zehetner zum Einstieg. Das klingt erstmal nach nicht viel, entspricht aber 5,3% des Wortschatzes (oder aller Entlehnungen?). Diese Wörter sind natürlich nicht erst seit Napoleon im Bairischen zu finden, sondern es gibt sie bereits seit dem 14. Jahrhundert. Zehetner erzählt zur Verdeutlichung eine kleine Anekdote und benutzt dabei bewusst viele dieser französischen Entlehnungen und betont sie ebenso bewusst bairisch. Anschließend macht er sich daran, einige dieser französischen Entlehnungen genauer zu betrachten. Dabei geht er auf die Ursprünge ebenso ein, wie auf die Bedeutungsverengungen bzw. -Veränderungen. Eines der Beispiele ist “Bordell” dass ursprünglich eine Bretterhütte bezeichnet. Laut Zehetner eignet sich das Bairische auf Grund seiner ähnlichen Phonologie besonders für Französische Entlehnungen. Als Beispiel gibt er unter Anderem das Fehlen des harten Kehlkopflautes an. Auch grenzt er echte Französische Entlehnungen gegen die sogenannten “Volksetymologien” ab. Dabei handelt es sich um innerdeutsche Entlehnungen, die irrtümlicherweise für französische gehalten werden. Zu den Geläufigsten zählen übrigens “Fisimatenten” (Herkunft nicht völlig geklärt) und “justament“ (eigentlich von “just am Ende“). Schließlich ging Zehetner noch auf die Tatsache ein, dass heute viele dieser französischen Entlehnungen nicht mehr geläufig sind und zunehmend durch englische verdrängt werden. Auch hierzu seien einige Beispiele genannt: Billet wird durch Ticket ersetzt oder Büro durch Office. Als am Ende des offiziellen Vortrages die Zuhörer zu Wort kamen, offenbarten sich noch eine Vielzahl weiterer interessanter Besonderheiten, die einmal mehr bewiesen, dass es sich nicht um ein abstraktes, rein wissenschaftliches Thema handelt, sondern um einen lebendigen Bestandteil der Alltagssprache.

Dr. Ludwig Zehetner (links) im Gespräch

Dr. Ludwig Zehetner (links) im Gespräch

Mit dem Ende des Vortrages war die Veranstaltung noch lange nicht vorbei. In lockerer Atmosphäre wurde bei französischem Wein und bayrischem Bier weiter diskutiert. Dabei wurde (etwas verspätet) auch ein französischer Brauch gepflegt: Es gab Couronne des Rois / Drei-Königs-Kuchen. Traditionell gibt es diesen in Frankreich am Drei-Königs-Tag. Darin befindet sich eine Bohne und wer die erwischt, wird mit einer Krone bekränzt und ist der König des Abends. In dem Film Molière von Ariane Mnouchkine aus dem Jahre 1978 ist dieser Brauch übrigens sehr schön zu sehen.

Alles in Allem ein äußerst interessanter Abend, bei dem ich viel gelernt habe. Die Themen entsprangen vielfältigen Bereichen, von Geschichte, über Sprachwissenschaft bis zur Kulturwissenschaft. Nahegebracht auf eine lebendige und unterhaltsame Art. Einfach ein wahres Vergnügen!

Vielversprechende deutsch-französische Termine zum Vormerken:

Mittwoch, 18. März 2010, 13.30 - 17.00 Uhr, Andreasstadel, Regenburg
Tag der Francophonie in Bayern / Jour de la Francophonie en Bavière

05. - 12. Mai 2010, Andreasstadel, Regensburg
Französische Film- und Kulturwoche / Semaine culturelle du cinéma Français
Das diesjährige Thema: Die Regionen Frankreichs / Les régions de France.

Samstag, 24. Juli 2010, 12.00 Uhr, Jahninsel und Andreasstadel, Regensburg
Picknick der Kulturen in Weiß / Pique-nique des cultures en blanc
Die Deutsch-Französische Gesellschaft und der Deutsch-Spanische Verein El Puente, sowie der Jahninsel-Schwimmverein laden zum Picknick.

Mehr Infos: www.dfg-Regensburg.de

LITERATUR-TIPP: Büfflamott -> Böfflamott von Ludwig Zehetner
In: Ludwig Zehetner: Basst scho! Band 1, Kapitel 2, Edition Vulpes, Regensburg 2009; 208 Seiten; 18,00 €.

Wie war das nochmal mi’m Schnackseln?

27. Januar 2010 lweser Keine Kommentare

Ludwig Zehetner: Basst scho! Band 2. Weitere Streiflichter auf die deutsche Sprache in Altbayern.

Für alle Jene, an denen Band 1 vorübergegangen ist, möchte ich den zweiten Band vorstellen, als wäre es der erste. Es ist auch nicht nötig vor dem zweiten, den ersten Band gelesen zu haben. Der zweite funktioniert völlig unabhängig vom ersten. Doch eines steht fest: wer einen der beiden gelesen hat, muss auch den anderen haben.

Dr. Ludwig Zehetner (geb. 1939) ist Bairischer Dialektforscher. Er lehrt als Honorarprofessor bairische Dialektologie an der Universität Regensburg. Basst scho! ist eine Sammlung Streiflichter auf das Bairische. Die Artikel sind ursprünglich in der Mittelbayerischen Zeitung unter der Rubrik “Mitten in Bayern” erschienen. Diese überarbeiteten und erweiterten Beiträge versammeln sich in 93 Kapiteln in den zwei vorliegenden, 2009/2010 veröffentlichten Bänden.

Die Kapitel sind fortlaufend nummeriert. So beginnt Band 2 mit Kapitel 44. Die Einführungskapitel E1 bis E2 sind in beiden Bänden identisch und machen mit Grundsätzlichen von Phonetik (Lautlehre) und Dialektgeographie vertraut. E3 in Band 2 befasst sich mit Wert und Wertung des Dialektes. Die einzelnen Kapitel sind thematisch geordnet. Auf Grund der Zeitungsveröffentlichung sind einige jahreszeitliche Bezüge erkennbar. Ursprünglich waren die einzelnen Artikel auf 4000 Anschläge begrenzt. Erweitert und bearbeitet erstrecken sie sich hier über zwei bis fünf Seiten. Unterhaltsam und locker werden wie nebenbei interessante und vielschichtige Informationen vermittelt.
Als Beispiel habe ich ein Wort aus einem Kapitel gewählt, welches, wie im Band vermerkt aus “verständlichen Gründen” nicht in der MZ erschienen ist. Dem Wort schnàckeln widmet sich Zehetner neben anderen fachverwandten Wörtern im einem Kapitel mit der Unterüberschrift Zur bayrischen Sexualfolklore. Das Wort ist auf das Geräusch klicken zurückzuführen. Zehetner erwähnt die Möglichkeit der Wortschöpfung durch Karl Valentin in dessen Ballade “Die alten Rittersleut”. Diese wurde 1966 von der Münchner Band Hot Dogs aufgegriffen. 1990 sorgte ein peinlichen Fernsehauftritt einer Regensburger Persönlichkeit für außerbayrische Bekanntheit bzw. Verbreitung.

Das ist nur einer von 3000 Begriffen, denen sich Zehetner in den beiden Bänden von Basst scho! widmet. Das Register für beide Bände, ist in Band zwei enthalten. Die Basst scho! - Bände sind gebunden und in einem praktischen Format. Bebildert sind beide Bände mit Fotografien von Helmut Koch von recht unterschiedlicher Qualität.

basstscho2
Basst scho! Band 2. Wörter und Wendungen aus den
Dialekten und der regionalen Hochsprache in Altbayern.

von Ludwig Zehetner

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Edition Vulpes, 2010
244 Seiten
19,90 €

www.edition-vulpes.de
www.ludwigzehetner.de | www.kochhelmut.com

Mini-Tipp: Kulturwissenschaftlicher Gastvortrag an der Uni Regensburg

27. Januar 2010 sgruen Keine Kommentare

Sachkulturforschung am Wegesrand

(Sigrid Grün)

Am 28. Januar wird Prof. Dr. Christine Aka von der Uni Münster (derzeit auch Universität Regensburg) zum Thema Kreuze, Kerzen, Kuscheltiere - Unfallkreuze am Straßenrand sprechen.
Der Vortrag beginnt um 19:00 Uhr im H 46 (Gebäude Chemie/Pharmazie).
Der Eintritt ist frei!

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Die Besucherin jetzt auf DVD

25. Januar 2010 lweser Keine Kommentare

Die Besucherin. D 2008. Regie: Lola Randl - DVD-Veröffentlichung

Agnes ist mit ihrem Auto auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Das Radio läuft, sie wickelt ein Bonbon aus und steckt es in den Mund - plötzlich hat sie einen Mann überfahren. Sie reagiert völlig ruhig und sachlich. „Er muss vom Balkon gesprungen sein“ , „wo solle er sonst hergekommen sein“ , erklärt sie später dem Polizisten. Sie kommt zu spät zu ihrem eigenen Geburtstag, auch das scheint ihr egal.
Agnes ist erfolgreiche Neurowissenschaftlerin, hat einen tollen Mann, eine hübsche Tochter, ein Wahnsinns-Haus. Nur ein eigenes Leben irgendwie nicht, bzw. ihr Leben scheint ohne sie statt zu finden, als sei sie nur Beobachterin davon. Und doch versteht man… Nicht jedem ist die Exaltiertheit und Kontaktfreudigkeit ihrer Schwester gegeben. Sie ist eben anders, kann ihre Gefühle nicht so einfach ausdrücken. Sie wirkt unbeholfen im Umgang mit ihrer Tochter, selbst mit ihren Mann. Eine erfolgreiche Kommunikation findet zwischen beiden eigentlich nur dann statt, wenn sie gemeinsam über den Fortgang des Krimis, an dem er grade schreibt nachdenken. Zuerst verweigert sie auch das: „So etwas darfst du mich nicht fragen.“ Doch im Laufe des Filmes wird der entstehende Krimi zum Indikator für ihre Befindlichkeit und zum Begegnungspunkt beider Ehepartner. Schön, wie Lola Randl solche kleinen Motive konsequent im gesamten Film verwendet und entwickelt. Auch bemerkenswert wie genau sie ihre Figuren und deren Beziehung zueinander zeichnet. Sie verliert auch nicht die kleinste Nebenfigur aus dem Auge (wie zum Beispiel die Arzthelferin von Agnes.).
In der fremden Wohnung in der sie die Blumen gießen soll, findet sie Spuren eines fremden Schicksals, das Rätsel birgt und ihr Interesse weckt. Sie findet in der Begegnung mit dem Fremden etwas Ungewisses, Unvorhersehbares, das sie reizt. Langsam scheint sie aus ihrer Starre zu erwachen.
Am Ende ist Agnes wieder bei einer Autofahrt zu sehen. Wieder steckt sie sich ein Bonbon in den Mund. Doch etwas ist anders. Agnes weint.

Lola Randl bewies auch bei der Besetzung ein äußerst glückliches Händchen. Absolut überzeugend als Agnes ist Sylvana Krappatsch, hier in ihrem Kinodebüt. Seit 2005 ist sie Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele. Zuvor war sie u.A. am Schauspielhaus Zürich. Samuel Finzi ist gebürtiger Bulgare, jüdischer Abstammung. Er spielt derzeit am Deutschen Theater, zuvor war er u.A. an der Volksbühne Berlin. Als Agnes´ Ehemann Walter, ist er wohl der Sympathieträger des Filmes. Der deutlich ältere Luxemburger André Jung, arbeitet an verschiedenen großen Häusern mit renommierten Regisseuren und ist auch in zahlreichen Fernseh- und Kinoproduktionen zu sehen gewesen. Er überzeugt als vom Schicksal schwer getroffener Mann, der sich in Verzweiflung und Verdrängung an Agnes klammert.

Die DVD enthält zusätzlich zum Film ein Interview mit der Regisseurin.

besucherin-dvdDie Besucherin

Regie und Drehbuch: Lola Randl.

Darsteller: Sylvana Krappatsch, Samuel Finzi, André Jung, Jule Böwe, Isabell Metz.

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104 min, D 2008.
Epix / Indigo
VÖ: 27.11.2009

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weitere Informationen unter:
www.die-besucherin.de | www.epix.de

Zwei Kalte Krieger erinnern sich

22. Januar 2010 lweser Keine Kommentare

Sten Nadolny und Jens Sparschuh: Putz- und Flickstunde. Zwei Kalte Krieger erinnern sich

Die Idee ist einfach. Zwei befreundete Schriftsteller, beide in einem anderen der zwei deutschen Staaten aufgewachsen, treffen sich und unterhalten sich über ihren Wehrdienst. Sten Nadolny diente in den 60er Jahren, freiwillig vorzeitig und verlängert vor seinem Studium, in der Bundeswehr, Jens Sparschuh in den 80ern, nach abgeschlossenen Studium und Promotion in der NVA. Zwei ehemalige Soldaten, zweier feindlicher Armeen, zweier deutscher Staaten. Was sagen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser Wehrdienste über die Staaten, über das politische System dieser Staaten, über deren Gesellschaft und über die Menschen darin?

Die Gespräche die Sparschuh und Nadolny führten, sind in Putz- und Flickstunde zu lesen. Die Sprache ist einfach, schließlich ist es ein niedergeschriebenes Gespräch. Entsprechend schnell liest sich das Buch. Es ist sicher für die Eingeweihten, also all Jene, die irgendwann oder auch gegenwärtig Wehrdienst leisteten bzw. leisten, weitaus interessanter. Sicher wird jeder ehemaliger Soldat, sich sofort an seine Militärzeit erinnern. Wird die eigenen Erfahrungen mit den gelesenen vergleichen, wird vertrautes Vokabular und vertraute Szenarien finden. Aber Nadolny und Sparschuh führen hier kein abgehobenes Fachgespräch, sondern erklären für alle Unwissenden die Eigenheiten, Hintergründe und Ausdrücke des Mikrokosmos Militär. So enthält es selbst für Nicht-Eingeweihte, einige interessante Details. Erstaunlicherweise gibt es beim genauen Hinsehen, zumindest für Außenstehende, mehr Gemeinsamkeiten, als Unterschiede des Wehrdienstes beider Staaten. Wahrscheinlich liegt es an der Geschlossenheit der Militär-Systeme. Die Militärzeit als verschworene Männergemeinschaft, als Gegensatz zum “zivilen Leben“. Und irgendwie erscheint einem das Ganze als überkommenes Relikt aus einer fernen, fremden Zeit. Genau das ist es vielleicht auch. Interessant wäre zusätzlich, ein Vergleich mit dem heutigen Wehrdienst, der diese Vermutung dann vielleicht auch wieder relativieren würde.

putzundflickstunde
Putz- und Flickstunde. Zwei Kalte Krieger erinnern sich

von Sten Nadolny und Jens Sparschuh

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Piper (2009)
208 Seiten, gebunden
16,95 €

als Taschenbuch: 8,95 € 

www.piper-verlag.de

Fader Januar

22. Januar 2010 lweser Keine Kommentare

Donnerstag, 21. Januar, 20.30 Uhr, Kunstverein GRAZ, Schäffnertraße, Regensburg
Kasperltheather von und mit Christopf Malz: Kasperl und der Antichristoph. Weitere Vorstellungen am 22., 23., 26., 27., 28.1. und 29. Januar, jeweils 20.30 Uhr

Freitag, 22. Januar, 18.30 Uhr, Kino in Akademiesalon, Andreasstadel, Regensburg
Um diese zeit ist es ja noch dunkel und da kann man sich mal wieder einen Klassiker gönnen. Der Dritte Mann von 1949 unter der Regie von Carol Reed. Mit Joseph Cotton, Alida Valli, Trevor Howard und Orson Welles. Alternativ geht’s noch am 23. und 24. auch noch, jeweils um 18.30 Uhr.
www.kinos-im-andreasstadel.de

Freitag, 22. Januar, 19.00 Uhr, Weinschenkvilla, Hoppestraße 6, Regensburg
Vortrag von Prof. Dr. Zehentner: Der Einfluss der französischen Sprache im Deutschen und im Bayerischen. Veranstaltung der Deutsch-Französischen Gesellschaft Regensburg.
www.dfg-regensburg.de

Samstag, 23. Januar, 20.30 Uhr, W1, Weingasse, Regensburg
Lesung mit Lyrik und Liedern. Es lesen Christian Arsan und Stefan Dressler und werden musikalisch unterstützt von Starflinger & Fenzl. Eintritt 4€
www.myspace.com/w1_regensburg

Sonntag, 24. Januar, 21.00 Uhr, heimat, Taubengässchen, Regensburg
Das zweite Breitengrad°38 Mägaziine aus Abensberg geht an den Start! Das wird gefeiert mit DJs und so. Eintritt ist wieder mal frei.
www.heimat-regensburg.de | www.breitengrad38.de

Donnerstag, 28. Januar, 20,30 Uhr, Alte Mälzerei Club, Regensburg
Indie-Rock mit FRISKA VILJOR aus Schweden. Support Moll Flanders. Eintritt 12 €/15 €
www.alte-maelzerei.de | www.friskaviljor.net | www.myspace.com/mollflandersnet

Categories: Lysann Weser Tags:

Mini-Tipp: Kulturwissenschaftlicher Gastvortrag an der Uni Regensburg

20. Januar 2010 sgruen Keine Kommentare

Ist Weihnachten wirklich verbärt?

(Sigrid Grün)

Der Regensburger Lehrstuhl für Vergleichende Kulturwissenschaft lädt alle Interessierten morgen zu einem spannenden Gastvortrag ein.

Prof. Dr. Christel Köhle-Hezinger (Universität Jena) wird zum Thema “Der Weihnachtsbär. Anmerkungen zur Verbärung der Weihnacht heute” sprechen.

Die Veranstaltung findet morgen, am 21. Januar 2010 im H 4 der Uni Regensburg (im Zentralen Hörsaalgebäude - unterhalb des Audimax) statt. Beginn ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Wir sind schon gespannt auf den Gastvortrag und werden darüber berichten!

Buchtipp: Streifzüge durch den Bayerischen Wald

20. Januar 2010 sgruen Keine Kommentare

(Sigrid Grün)

Dem Bayerischen Wald unterstellte man ja früher eine gewisse Abgelegenheit - hinter den Bergen bei den sieben Zwergen oder so ähnlich. Dass sich hier auch schon in vergangenen Zeiten bei weitem nicht nur Fuchs und Hase gute Nacht gesagt haben, zeigt Rudolf Reiser nun eindrucksvoll in seinem neuen Buch Streifzüge durch den Bayerischen Wald auf.

Ja sapperment, der Lenin im Bayerwald?! Und der Nietzsche auch? Na gut, der war da zwar geistig schon jenseits von Gut und Böse, aber auf alle Fälle da! Und noch ganz andere Geistesgrößen und wichtige Gestalten der Weltgeschichte. Ganz berühmt ist zum Beispiel der Chamer Nikolaus Luckner, der später Marschall von Frankreich wurde und dem tatsächlich die Marseillaise gewidmet worden ist. Das muss man sich mal vorstellen - wenn am 14. Juli in Frankreich die Feuerwerke die Nacht erhellen und aus unzähligen Kehlen “Allors enfants de la Patrie!” erklingt, singen die eigentlich alle für einen waschechten Ostbayern. Schon beeindruckend!
Oder Willy Brandt. Der erholte sich weiland ausgesprochen gerne in Grafenau. Extra für ihn wurde sogar ein Schreibtisch samt Stuhl “nach [seinen] genauen anatomischen Maßen” angefertigt, die beide in der “Kanzlersuite” seines Hotels (Sonnenhof) aufgestellt worden sind.

Rudolf Reisinger erzählt aber nicht nur von Berühmtheiten, die aus dem Bayerwald kommen oder ihn mal besucht haben. Er zeichnet auch seine Entwicklung nach. Vom bigotten Schnupferparadies, das von zweifelhaften Predigern mit einer ausgesprochenen Doppelmoral regiert wird, zum modernen, weltoffenen Weltnaturerbe, das sich sehen lassen kann. Streifzüge durch den Bayerischen Wald greift viele (kultur)geschichtliche Themen auf, die ebenfalls klar machen, welche Entwicklung dieser schöne Flecken Erde durchgemacht hat.

Eine interessante, spannende und oft überraschende Lektüre, die den Leser von Donaustauf bis vor die Tore von Passau mitnimmt.
Sehr zu empfehlen!

Rudolf Reiser (Autor)
Streifzüge durch den Bayerischen Wald. Das heimliche Weltnaturerbe - seine Geschichte und Gäste
www.mz-buchverlag.de
160 Seiten für 14,90 Euro