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Archiv für Mai, 2010

Buch-Tipp: “The making of…” Genie: Wittgenstein und Mozart

31. Mai 2010 sgruen Keine Kommentare

Geniale Geistesgrößen

(Sigrid Grün)

2006 fand im Wittgenstein-Haus in Wien eine Konferenz statt, in deren Rahmen sich WissenschaftlerInnen, BiographInnen und RegisseurInnen interdisziplinär mit dem Thema „Biographien, ihre Mythen und wem sie nützen“ auseinandersetzten. Dieser Sammelband vereint nun Beiträge zu den Themen Biographien im Allgemeinen und Wittgenstein und Mozart im Besonderen. Dabei wird insbesondere auf den Genie-Begriff Bezug genommen. Dieser spielt vor allem in der Alltagssprache eine wichtige Rolle und ist im wissenschaftlichen Diskurs eher verpönt – was ihn für die Kulturwissenschaft natürlich um so interessanter macht. Es ist spannend die Genese des Genie-Begriffes mitzuverfolgen, denn früher war ein „Genie“ durchaus keine Ausnahmeerscheinung, sondern eine Begabung, über die ein Mensch mit bestimmten, aber keineswegs überragenden Fähigkeiten verfügte.
Auch der Biographiediskurs wird ausführlich diskutiert – nicht nur anhand der Biographien von Wittgenstein und Mozart. Welche Bedeutung kommt identifikationsstiftenden Figuren zu? Welcher Erzählstrategien bedienen sich Biographen? Wie kommt es zur Mythenbildung? Und was bedeutet das konkret? Die Autoren bedienen sich verschiedener Ansätze, v.a. aus der Kulturwissenschaft, der Medienwissenschaft, der Musiksoziologie, Philosophie, Geschichte und Kunst.
Schnell wird klar, dass Biographien einen ganz besonderen Konstruktionscharakter aufweisen, der sie irgendwo zwischen Roman und Sachbuch verortet.
Wittgenstein und Mozart, diesen beiden „klassischen“ Genies wird jeweils eine ganze Sektion gewidmet. Spannend daran sind die Unterschiede, die diese österreichischen Ausnahmeerscheinungen in ihren Biographien aufweisen. Die unterschiedlichen Zeiten, in denen sie lebten selbstverständlich, aber auch ihre Berufe: Ein Musiker, also Künstler auf der einen Seite, ein Wissenschaftler (Philosoph bzw. eigentlich Ingenieur) auf der anderen. Fest steht, dass ein Künstler sehr viel eher in der Gesellschaft den Geniestatus erreicht als ein Wissenschaftler. Nur wenige Ausnahmen, wie beispielsweise Einstein und Stephen Hawking – oder eben Wittgenstein bestätigen die Regel. Warum ist das so? Was ist das besondere an Wittgenstein? Welches Bild existiert in der Öffentlichkeit von ihm? Wie wird er vermarktet? Diese und viele weitere Fragen werden hier beantwortet. Schön, dass auch Künstler, wie z.B. der Regisseur Ferry Radax oder M.A. Numminen, der Wittgenstein singt, zu Wort kommen.
Und dann Mozart Superstar, der im Jahr 2006 als die Konferenz stattfand, seinen 250. Geburtstag gefeiert hätte – Mozart, der Popstar aus dem 18. Jahrhundert. Was ist das Besondere an ihm? Wie ist es möglich, dass ein Musiker aus der Zeit der Wiener Klassik heute einen derartigen Starruhm genießt? Wie hat sich das Mozartbild im Lauf der letzten Jahre und Jahrzehnte geändert? Seit wann gilt er als „Popstar“ und warum?

Der vorliegende Sammelband sensibilisiert für ein Thema, das in unserem Alltag eine wichtige Rolle spielt, ohne dass wir uns darüber allzu viele Gedanken machen. Was steckt hinter dem Geniekult, dem Bedürfnis einen Superstar nach dem anderen zu produzieren und vor allem auch hinter Biographien?
Ein ungeheuer spannendes Thema, das in zahlreichen Facetten aufgearbeitet wird. Das Buch ist eine große Bereicherung für die Kulturwissenschaft und für alle, die genauer wissen möchten, was hinter Phänomenen wie Starkult, Stilisierungen von Einzelpersonen und hinter dem Geniebegriff steckt.

Nicole L. Immler (Herausgeberin)
“The making of…” Genie: Wittgenstein und Mozart. Biographien, ihre Mythen und wem sie nützen
www.studienverlag.at
276 Seiten

Ein Stück Galizische Geschichte

28. Mai 2010 lweser Keine Kommentare

O Lápis do Carpinteiro / Der Bleistift des Zimmermanns. In Anwesenheit des Regisseurs Antón Reixa während der Cinemania 2010 in der Filmgalerie im Leeren Beutel, Regensburg.

Zum dritten Mal fand kürzlich in Regensburg die spanische Film- und Kulturwoche (kurz Cinemania genannt) statt. Dabei steht jedes Jahr eine andere Region Spaniens im Mittelpunkt. In diesem Jahr war es also Galizien. Antón Reixa gilt als einer der vielseitigsten Künstler Galiziens. Neben seiner Betätigung als Musiker, Videokünstler und Produzent, ist er seit 2002 auch als Kino-Regisseur tätig. Gründe genug für die Veranstalter der Cinemania ihn nach Regensburg einzuladen.
So stand er nach der Vorführung seines Filmes O Lapis do Carpinteiro / Der Bleistift des Zimmermanns ein wenig verspätet, aber direkt vom Flughafen, dem Regensburger Publikum Rede und Antwort. Gut, dass das Flugzeug Verspätung hatte, so blieb Reixa die miserable Projektion (DVD und lichtschwacher Beamer) seines Filmes erspart.

Der galizische Regisseur Antón Reixa (Mitte) in der blonden Zwickmühle

Der galizische Regisseur Antón Reixa (Mitte) in der blonden Zwickmühle

O Lapis do Carpinteiro basiert auf den gleichnamigen Roman von Manuel Rivas. Er erzählt eine Liebesgeschichte während des spanischen Bürgerkrieges zwischen Marisa Mallo, der Tochter eines reichen Industriellen und Daniel Da Barca, ein Intellektueller und bekannter Widerstandskämpfer. Nachdem Daniel verhaftet wurde, kämpft Marisa für seine Freilassung. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive des Gefängniswärters Herbal, der sich nicht entscheiden kann ob er Da Barca retten oder beseitigen soll. Der Bleistift des Zimmermanns begleitet die Handlung des Film hinter dem Ohr wechselnder Besitzer. Nachdem der vorhergehende Besitzer, ein Maler, im Gefängnis erschossen wurde nimmt ihn Herbal an sich. So wird der Bleistift zu einer nochmals übergeordneten Instanz, der neben der Geschichte Marissas und Daniels, auch die Herbals von Außen beobachtet. Ein weiteres übergeordnetes Symbol taucht am Anfang und am Ende des Filmes auf. Ein paar weiße Schuhe. Danach stirbt jedes Mal ein Mensch. Stimmt die Geschichte von den zwei Schwestern, die der Maler im Gefängnis erzählt hat? Eine der Schwestern trägt Schwarz, ihr Name ist Leben, die andere, in Weiß gekleidet, den Namen Tod.
Das sind nur einige der vielen Metaphern, die Rivas in seinem vielschichtigen Roman verwoben hat. Reixa verriet, dass er im Film versucht hatte die verwobene Geschichte Rivas aufdröseln und linear zu erzählen. Der Schriftsteller Manuel Rivas war im Übrigen ebenfalls Gast der Cinemania. Bei der Literatur-Musik-Performance Los libros arden mal im Gloria in Regensburg und in der Pasinger Farbrik in München.
Obwohl in Galizien während des Bürgerkrieges keine Kampfhandlungen stattfanden, erzählt Reixa, kam der nordöstlichsten Region, als Heimat Francos dennoch eine große Aufmerksamkeit zu. Reixa und Rivas, beide Jahrgang 1957, seien, so Reixa, die ersten, die sich unbefangen des Themas Bürgerkrieg und der darauf folgenden faschistischen Herrschaft Francos, die immerhin bis zu dessen Tod 1975 währte, annahmen.

Übrigens im nächsten Jahr wird Asturien im Mittelpunkt der spanischen Film- und Kulturwoche stehen. Einen Vorgeschmack darauf kann man sich vom 10. -16. Juni schon mal in der Filmgalerie holen. Dann läuft dort nämlich der asturische Film Fredericos Kirschen / Cenizas del Cielo.

Viel los: Premieren, Partys, Konzerte und der blaue Bus

27. Mai 2010 lweser Keine Kommentare

Freitag, 28. Mai 2010, 19.30 Uhr, Velodrom, Regensburg, Premiere: Creative attack. Junge Choreographen VI, Ballett, Eintritt: 21 €, weiter Termine unter: www.theaterregensburg.de

Freitag, 28. Mai 2010, W1, Regensburg, Konzert: Sir Simon Battle / Mexican Elvis, www.myspace.com/w1_regensburg

Freitag, 28. Mai 2010, Büro, Regensburg, 20.00 - 4.00 Uhr Konzert: Monokini (Surf-Instrumentals) danach Party mit DJ Ronaldo. Übrigens: Jeder Hawaihemd-Träger bekommt ein Helles gratis. www.büro-Regensburg.de, www.monokinibeach.de

Freitag, 28. Mai 2010, Scala, Regensburg, Zündfunkparty mit Achim Bogdahn und Roderich Fabian.

Samstag, 29. Mai 2010, Kinokneipe, Regensburg, Zündfunk-Stadtwerke BR Live-Übertragung mit Achim Bogdahn. Der blaue Bus kommt mal wieder nach Regensburg. Diesmal live aus der Kinokneipe. Mit dabei der einzigartige Roman S. Danach Dosenmusik mit Boris Kasbauer am Plattenteller.
www.kinokneipe.de | www.zuendfunk.de

Samstag, 29. Mai 2010, 20.30 Uhr, Innenhof des Thon-Dittmar-Palais, Regensburg, Premiere: Bertolt Brecht: Puntilla und sein Knecht Matti, weiter Termine unter: www.theaterregensburg.de

Samstag, 29. Mai 2010, 22.00 Uhr, Akademiesalon Kino im Andreasstadel, Regensburg, Martyrs (Pascal Laugier, F, CAN 2008) innerhalb der Film-Reihe von Florian Scheuerer Hard Line - Kino Extrem. Zutritt: ab 18 Jahren. Weitere Infos zur Reihe: hardline.blog.de

Mittwoch, 02. Juni 2010, ab 14.00 Uhr, Regensburg,
Campusfest 2010
www.campusfest-regensburg.de

Wenn der Pfingstritt nicht wär’…

21. Mai 2010 ffranc Keine Kommentare

Freitag, 21. Mai 2010, 20.00 Uhr, Kunstverein Graz, Schäffnerstr., Regensburg
Eröffnung der Ausstellung Die Reise in das Innerste der Sicht mit den Grazern Jürgen Huber, Renate Christin und Albert Plank und 13 wieteren Künstlern aus Österreich, Italien und Deutschland. Das Ganze geht noch bis 15. Juni
www.kunstvereingraz.de

Freitag, 21. Mai 2010, 20.00 Uhr, Alte Filmbühne, Hinter der Grieb, Regensburg
Schwafi liest aus seinem zweiten Buch Der Kardinalfehler. Wem sein Erstling Der Verein, Der Metzger und Der Tod gefiel, wird auch hier seinen Spaß haben.
Übrigens: der Verweis Alte Filmbühne (Ex-Ohm !!!) auf Schwafis Homepage ist nicht schlecht…
www.schwafi.com

ab Freitag, 21. Mai 2010, 20.00 Uhr, div Orte, Regensburg
Die 26. Tage Alter Musik Regensburg beginnen am Freitag ziemlich religiös (Domspatzen, La Morra) und gehen bis zum 24. Juni mit alter Musik auf alten Instrumenten aus halb Europa und Brasilien weiter.
www.tagealtermusik-regensburg.de

ab Freitag, 21. Mai 2010, 10.00 Uhr, Historisches Museum, Dachauplatz, Regensburg
Tradition und Aufbruch - Die Oberpfälzische Kreisausstellung 1910. Die Oberpfälzische Kreisausstellung 1910 im heutigen Stadtpark lebt wieder auf – im Historischen Museum der Stadt Regensburg wird das Großereignis von vor 100 Jahren gefeiert und neu interpretiert. Und das bis 29. August 2010.
www.museen.regensburg.de

ab Samstag, 22. Mai 2010, 7.30 Uhr, diverse Ort, Bad Kötzting
Pfingstfestwoche mit dem berühmten Pferdemarkt und dem traditionellen Pfingstritt (der 598ste) am Sonntag, und selbstverständlich allerlei Trubel…
www.koetzting.de

Categories: Filippo Franco, Lysann Weser Tags:

Back to Beutel: Sublime

13. Mai 2010 lweser Keine Kommentare

cinemania201013. -23. Mai 2019, verschiedene Orte, Regensburg
Cinemania 2010 - 3. Spanische Film- und Kulturwoche. In diesem Jahr ist die Region Galicien Schwerpunkt. Organisiert wird die Cinemania von Studierenden der Universität Regensburg unter Leitung von Pedro Álvarez-Olañeta, dem Arbeitskreis Film und dem Forschungszentrum Spanien der Uni Regensburg. Über zwanzig Gäste aus Galicien werden während der zehn Tage zu Gast in Regensburg sein. Das vielseitig und abwechslungsreiche Programm besteht aus Ausstellungen, Konzerten, Tagungen, die Literatur-Musik-Performance um Manuel Rivas Werk Bücher brennen schlecht die sowohl in Gloria in Regensburg, wie in der Pasinger Farbrik in München zu sehen sein wird. Außerdem wird eine offizielle Delegation aus der Stadt Santiago de Compostella, der Hauptstadt Galiciens erwartet. Das Filmprogramm wird in diesem Jahr nicht nur in der Filmgalerie im Leeren Beutel zu sehen sein, sondern auch im Museeumshof.
Das filmische Programm ist folgendermaßen gliedert:
1. Filme rund um den Jakobsweg. Dabei werden nicht nur spanische Produktionen zu sehen sein, sondern auch vor allem Koproduktionen von Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Italien und Spanien. Der Jakobsweg ist eben ein europäisches Thema.
2. Galizische Kurzfilme. Unter Anderem gibt es ein Programm von Kurzfilmen von Albert Ponte. Er war schon mehrmals in Regensburg z.B. als Jury-Mitglied bei der Regensburger Kurzfilmwoche 2008 und bei seiner Werkschau bei der ersten Cinemania. Im Juli 2009 drehte er in Regensburg den Kurzfilm Ein Wort von dir. Dieser Film wird neben drei Anderen Kurzfilmen aus dem Jahren 2009 und 2010 von Albert Ponte selbst vorgestellt.
3. Galizische Langfilme von 1925 bis 2008
4. Hommage an Antón Reixa - einer der vielseitigsten Künstler Galiciens.
5. Die Welt aus Kinderaugen - Diese Perspektive ist ein besonderes Kennzeichen des spanischen Filmes.
6. Animationsfilme - ein Kurzfilmprogramm und ein Langfilm

Halten Sie Ausschau nach dem Programmheft. Mehr Infos gibt es auch im Wohin und unter: www.spanische-Filmwoche.de

sublime052010Freitag, 14. Mai 2010, 23.00 Uhr, Leerer Beutel, Regensburg
Endlich ist sie wieder da, die sympathischste Party Regensburgs und wie unschwer am Fyler zu erkennen: Back to Beutel: SUBLIME. Mit den Sublime-Djs Miss Shapes & Mossman und Pacult. Eintritt: 5 €
www.sublime-music.de

Samstag, 15. Mai 2010, 19.00-24.00 Uhr, Regensburg
Nacht der offenen Kirchen

Samstag, 15. Mai 2010, 21.00 Uhr, Museumshof, Regensburg
Kurzfilme Alber Ponte, mit dabei der 30 minütige Film „Ein Wort von dir“ , der 2009 von Alber Ponte in Regensburg gedreht wurde. Im 16. Jahrhundert besuchte ein spanischer Soldat einen befreundeten Maler in Regensburg. Läuft im Rahmen der Cinemania 2010. www.spanische-Filmwoche.de

21. -24. Mai, Regensburg
Tage Alter Musik Regensburg, www.tagealtermusik-regensburg.de

21. Mai - 29. August 2010, Historisches Museum der Stadt Regensburg
Ausstellung: Tradition und Aufbruch - Die Oberpfälzische Kreisausstellung 1910

Tango und Tristesse auf Finnisch

10. Mai 2010 lweser Keine Kommentare

Joseph Berlinger Finnischer Tango mit Martin Hofer und Birgit Otter, Turmtheater, Regensburg

finnischertango2Das Stück Finnischer Tango von Joseph Berlinger wurde mit gleicher Besetzung bereit 2007 im Hesperidengarten mit großem Erfolg aufgeführt. Nun ist die Aufführungssituation eine andere: eine feste, geschlossene Bühne statt wechselnde Spielstätten im Gewächshaus.

Das Stück beginnt mit einer Videoaufzeichnung einer Frau in einer Imbissbude - Christl, die große Liebe von Mika-Matti Akimäki (Martin Hofer), die nach Deutschland zurückgekehrt ist, um besagte Imbissbude zu betreiben. Mika trauert ihr nach, indes sein Alltag sich unaufgeregt Tag für Tag wiederholt. Während die Nachbarin Anne Läthhmäki (Birgit Otter) Akkordeon spielt und Blumen gießt, arbeitet Mika in einer Streichholz-Farbrik. Wenn der daheim ist schaut er finnisches Fernsehen oder spricht Christl auf die Mailbox. Nur manchmal schaut Anne vorbei.

Die ersten Bilder die wir von Mika auf der Bühne sehen sind durchaus schräg und fesselnd. Kostüme und Ausstattung (Katharina Dobner) sind sämtlich in Blau-Rot gehalten. Mika sitzt an einem 50er Jahre Kindertisch auf einem Kinderstuhl und testet Streichhölzer. Wenn ein Signal ertönt steht er auf, setzt seine Mütze auf, nimmt den Hammer und geht einen exakt vorgeschriebenen Weg. Dann lässt er ein 50er Jahre Papp-Miniatur-Auto an einer Wäscheleine fahren. An jeder dieser Stellen ist eine Wodkaflasche versteckt, von der er jedes Mal trinkt. Er tut das, wie seine Arbeit mit exakt den gleichen monotonen Bewegungsabläufen.  Echten Dialoge gibt es nicht. Entweder hört Mika seine Mailbox ab, dann sind Christls Nachrichten zu hören oder er spricht ihr auf die Box. Zwischen Mika und Anne fällt immer nur ein und der selbe Satz, der Titel eines deutschen Tangos: “Man kann sich beim Tanzen wunderbare Dinge sagen“. Dafür gibt es, wie der Titel verspricht, jede Menge finnischen Tango - live und vom Plattenspieler. Vordergründig mögen diese Klischees gepaart mit Skurrilität und Wiederholung durchaus die finnische Seele widerspiegeln. Auch mögen diese stimmungsvollen Bilder es schaffen den Zuschauer gut 20 Minuten zu fesseln - doch eben nicht 60 Minuten. Und genau das ist das Problem des ersten Aktes. Das handlungsarme Stück lebt vor allem von den Bildern. Doch die erschöpfen sich nach einer gewissen Zeit. Was Kaurismäki in seinen Filmen gelingt, schafft Berlinger auf der Bühne nicht unterhaltsam zu vermitteln. Der erste Teil benötigt entweder mehr Handlung oder weitere ausgefallenen Bildern. Sonst geschieht genau das, was leider im Turmtheater passiert ist: einige der Zuschauer verschwinden nach der Pause. Der zweite Teil hatte dann durchaus mehr Tempo. So gibt Martin Hofer genial Giovanni Trappatoni auf einer Pressekonferenz. Trappatoni ist der neue Trainer von Mikas Lieblingsmannschaft Klubi 04 Helsinki, die desaströs 0:7 gegen Bayer Leverkusen verloren hat. In seinem vertrauten Italienisch-Deutsch-Kauderwelsch zeigt Trappatoni im Interview die Parallelen zwischen Finnischem Fußball und finnischem Tango auf, sowie die Unterschiede zwischen letzterem und argentinischem Tango. Die Essenz des Stückes!

Letztlich hätte ein wenig mehr Bewegung das Stück retten können. Hofer und Otter überzeugen durchaus. Wunderbar ist sowohl ihr Finnisch, als auch ihr Deutsch mit finnischem Akzent. Das Potential der starken Bilder wird leider durch die endlose Wiederholung verschenkt. Also: ersten Teil straffen und Pause weglassen oder um es mit M.A. Numminen zu sagen: ein bisschen mehr Yes Sir, ich kann Boogie als Mit meiner Braut im Parlamentspark.

finnischertango1

Weitere Termine: Termine: So. 16.5./ Fr. 21.5./ So. 20.6. / Mo. 21.6.2010
Beginn 20.00 Uhr Eintritt: 15 Euro
www.regensburgerturmtheater.de

Französische und spanische Film- und Kulturwoche

6. Mai 2010 lweser Keine Kommentare

Noch bis 12. Mai 2010, Kinos im Andreasstadel, Regensburg
8. Französische Film- und Kulturwoche / Semaine Culturelle du Cinéma Francais; das diesjährige Thema: Ich und die Anderen / Les Autres et moi-même. Diesmal mit überwiegend Filmen aus den 2000er Jahren. Die einzigen Ausnahmen bilden Delicatessen von Jean-Pierre Jeunet aus dem Jahr 1990 und La Voie Lactée / Milchstraße von Luis Buñuel aus dem Jahr 1969. Milchstraße läuft in Kooperation mit der zeitlich anschließenden Spanischen Film- und Kulturwoche.
www.kinos-im-andreasstadel.de, www.spanische-Filmwoche.de

hut_lilo07. / 08. Mai 2010, 14.00-20.00 Uhr, Hutsalon Lilo, Schwarze-Bären-Str. 1, Regensburg
Offizielle Eröffnung des neuen Ateliers nach dem Umzug in die Schwarze-Bären-Str. 1 (2. Stock). Hüte, Mützen und Accessoires gibt’s sicher, alles andere bleibt eine Überraschung…
www.lilokincaid.de

Samstag, 08. Mai 2010, 19.00 Uhr, galerie konstantin b., Am Brixener Hof, Regensburg Ausstellungseröffnung campo - Gemälde und Zeichnungen von Wolfgang Zapf, mit Musik von Richard “Quetschkommod” Kattan. Die Ausstellung geht noch bis 04. Juli 2010.

Samstag, 08. Mai 2010, 20.00 Uhr, Turmtheater, Am Watmarkt, Regensburg
Premiere: Joseph Berlingers Finnischer Tango, mit Martin Hofer und Birgit Otter. Vor zwei Jahren wurde das Stück bereits im Hesperidengarten aufgeführt. Also eigentlich eine Wiederaufnahme. Eintritt:15 €, weitere Vorstellungen unter:
www.regensburgerturmtheater.de

Sonntag, 09. Mai 2010, 14.00 Uhr, Domplatz, Regensburg, Der König kommt zurück. Das Reiterstandbild König Ludwigs I. kehrt nach Jahren wieder an seine angestammten Platz zurück. Am 8. Mai 1902 wurde das Reiterstandbild enthüllt und später von den Nazis schon wieder verbannt. Und, am 8. Mai vor 65 Jahren wurden wir übrigens befreit.

Sonntg, 09. Mai 2010, 14.00 Uhr, Wiese gegenüber dem Andreasstadels, Regensburg, Pique-Nique boulodrome. Die diesjährige etwas abgespeckte Französische Film- und Kulturwoche/ Semaine Culturelle du Cinéma Francais, verzichtet leider nicht nur auf den legendären bunten Eröffnungsabend, sondern auch auf das Maifest im Orphée. Dafür gibt es in diesem Jahr erstmals ein französisches Picknick, vielleicht auch in Vorbereitung auf das Pique-nique der Kulturen in Weiß im Juli. Also, die Boules-Kugeln vom Dachboden geholt und den Picknick-Korb gepackt!

Montag, 10.Mai 2010, 21.00 Uhr, Heimat, Regensburg, Missent to Denmark / FM Belfast

Mittwoch, 12. Mai 2010, 19.15 Uhr, Akademiesalon Kino im Andreasstadel, Regensburg, La Voie Lactée / Milchstraße von Luis Buñuel aus dem Jahr 1969. Die Französisch-Deutsch-Italienische Koproduktion des spanisch - französisch -mexikanischen Regisseurs über zwei Clochards auf dem Jacobsweg, läuft sowohl im Rahmen der französischen als auch der Spanischen Film- und Kulturwoche. Leider kommt die Projektion nur von DVD. O m dt.U, wohl in der französischen 97 min - Version (die Deutsche wäre 101 min lang)

Mittwoch, 12. Mai 2010, Uhr, Heimat
, Regensburg, Konzert: Lali Puna

Donnerstag, 13. Mai 2010, Hof der Bodega, Regensburg, Eröffnung der Cinemania 2010, der 3. Spanischen Film- und Kulturwoche, die vom 13. -23. Mai 2019 an verschiedenen Orten in Regensburg (und München) stattfindet. In diesem Jahr ist die Region Galicien (natürlich in Spanien und nicht in Polen) Schwerpunkt. Vorrausschauender Weise wurde die Cinemania in diesem Jahr wegen der Fußball WM nach vorn verlegt. So schließt sie direkt an die französische an, die Vorbild für die spanische Film- und Kulturwoche war. Organisiert wird die Cinemania von Studierenden der Universität Regensburg unter Leitung von Pedro Álvarez-Olañeta, dem Arbeitskreis Film und dem Forschungszentrum Spanien der Uni Regensburg. Über zwanzig Gäste aus Galicien werden während der zehn Tage zu Gast in Regensburg sein. Das vielseitig und abwechslungsreiche Programm besteht aus Ausstellungen, Konzerten, Tagungen, die Literatur-Musik-Performance um Manuel Rivas Werk Bücher brennen schlecht die sowohl in Gloria in Regensburg, wie in der Pasinger Farbrik in München zu sehen sein wird. Außerdem wird eine offizielle Delegation aus der Stadt Santiago de Compostella, der Hauptstadt Galiciens erwartet. Das Filmprogramm wird in diesem Jahr nicht nur in der Filmgalerie im Leeren Beutel zu sehen sein, sondern auch im Museeumshof.
Das filmische Programm ist folgendermaßen gliedert:
1. Filme rund um den Jakobsweg. Dabei werden nicht nur spanische Produktionen zu sehen sein, sondern auch vor allem Koproduktionen von Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Italien und Spanien. Der Jakobsweg ist eben ein europäisches Thema.
2. Galizische Kurzfilme. Unter Anderem gibt es ein Programm von Kurzfilmen von Albert Ponte. Er war schon mehrmals in Regensburg z.B. als Jury-Mitglied bei der Regensburger Kurzfilmwoche 2008 und bei seiner Werkschau bei der ersten Cinemania. Im Juli 2009 drehte er in Regensburg den Kurzfilm Ein Wort von dir. Dieser Film wird neben drei Anderen Kurzfilmen aus dem Jahren 2009 und 2010 von Albert Ponte selbst vorgestellt.
3. Galizische Langfilme von 1925 bis 2008
4. Hommage an Antón Reixa - einer der vielseitigsten Künstler Galiciens.
5. Die Welt aus Kinderaugen - Diese Perspektive ist ein besonderes Kennzeichen des spanischen Filmes.
6. Animationsfilme - ein Kurzfilmprogramm und ein Langfilm

Halten Sie Ausschau nach dem Programmheft. Mehr Infos gibt es auch im Wohin und unter: www.spanische-Filmwoche.de

Das Regensburger Schiff fällt aus!

5. Mai 2010 lweser Keine Kommentare

Leider entfallen die beiden Vorstellungen von Das Regensburger Schiff oder Herr Schikaneder (er)findet die Zauberflöte, die am 06. und 07. Mai auf der MS Regensburg hätten stattfinden sollen. Ein Jammer…
regensburgerschiff

Last-minute-Tipp: Ausstellung “Fotografien zur Armut”

4. Mai 2010 sgruen Keine Kommentare

“Abgestempelt” - Fotografien zur Armut - Ausstellung zum intenationalen Wettbewerb

(Sigrid Grün)

Das Ost-West-Zentrum der Universität Regensburg veranstaltet ab heute - bis Ende der Woche - eine Ausstellung zum Thema “Fotografien zur Armut”. Im Rahmen der Ausstellung werden die Arbeiten der Gewinner des internationalen Fotowettbewerbes gezeigt.
Heute, um 13:00 Uhr findet im Foyer des Audimax der Universität Regensburg (Eingangsbereich H 3) die Vernissage statt. Außerdem werden die Gewinner des Wettbewerbes bekannt gegeben. Im Anschluss gibt es einen Umtrunk mit Fingerfood.

Auf die Arbeiten der jungen Künstler aus Osteuropa kann man gespannt sein!

Buch-Tipp: Tschechisch Schritt für Schritt

4. Mai 2010 sgruen Keine Kommentare

So einfach ist Tschechisch!

Sigrid Grün

Manchmal sind es schon Lehrbücher, die von einer Sprache abschrecken. Und in einigen wenigen Fällen geschieht genau das Gegenteil. Tschechisch Schritt für Schritt ist so ein Glücksfall, denn man bekommt sofort Lust auf die schöne Sprache unseres Nachbarlandes.
In Tschechien selbst wird das Lehrwerk für Studenten und andere Lernende gebraucht, die über keinerlei Vorkenntnisse verfügen. Meistens wird die englischsprachige Version, NEW Czech Step by Step eingesetzt und Tschechisch Schritt für Schritt wird in gemischten Kursen auch häufig parallel verwendet.

Was ist das Besondere an diesem Lehrbuch? Es vermittelt auf unterhaltsame und einfach nachvollziehbare Weise die wichtigsten grammatischen Prinzipien, zahlreiche Vokabeln und Wendungen und ist dabei ganz am Alltag orientiert.
Methodisch ist das Buch auf dem neuesten Stand. Und grundlegende didaktische Prinzipien, wie z.B. die Anordnung des Lehrstoffes in Blöcken, die farbige Hervorhebung des grammatischen Geschlechts u.v.m., werden durchgehend verwirklicht.
Themen sind u.a. “Im Supermarkt”, “Familie”, “Tagesablauf”, “Orientierung”, “Im Restaurant”, “Berühmte Menschen”, “Anzeigen in der Zeitung”, “Freizeit”, “Der menschliche Körper”, “Reisen”, “Kochen”, “Hausarbeiten”, “Nach dem Weg fragen”, “Lebenslauf”, “Was wäre, wenn…”, “Wetter”, “Telefonieren und Briefe schreiben”, “Kleidung”, “Liebe, Ehe, Scheidung” sowie “Aufforderungen”.
In kurzen Texten, die sich auf das Wesentliche konzentrieren, wird in das jeweilige Thema eingeführt. Merkkästen und witzige Illustrationen verdeutlichen den Stoff anschaulich und zahlreiche Übungen ermöglichen eine Festigung der erworbenen Kenntnisse. Selbstverständlich findet man im Anhang einen Schlüssel zu den Übungen. Deshalb - und insbesondere aufgrund des ausgeklügelten didaktischen Konzeptes - ist das Lehrwerk auch hervorragend für Autodidakten geeignet. Ein weiterer Pluspunkt, der eine wichtige Rolle spielt, sind die vielfältigen Zusatzmaterialien, die verfügbar (üblicherweise im Komplettpaket) sind. Eine Audio-Cd hilft bei der Aussprache, die tschechische Grammatik auf einen Blick (eine beidseitig bedruckte, laminierte DIN A 3-Seite) bietet eine knappe und hervorragende Übersicht über wichtige grammatische Prinzipien und das Arbeitsbuch hält eine große Auswahl ergänzender und vertiefender Übungen bereit.
Im Anhang des Lehrbuches findet sich ein ausführlicher Grammatikteil. Auch Sprachgeschichte und tschechische Geschichte werden interessant und unterhaltsam aufgegriffen. Ein besonderes Thema ist die tschechische Umgangssprache, die sich bisweilen erheblich von der Schriftsprache unterscheidet.

Sowohl die Dialoge als auch die Illustrationen sind lebendig und witzig. Da gibt es beispielsweise den jungen Mann, der ganz wild nach den Frauen ist - egal was da kommt. Und es gibt die witzigen Collagefiguren, die dazu beitragen, dass Inhalte besser behalten werden können.

Fazit: Tschechisch Schritt für Schritt führt den Lernenden in 20 Schritten zur Stufe B1 des europäischen Referenzrahmens. Aufgrund des didaktischen Konzeptes und der witzigen Aufmachung ist es ein Lehrwerk, das man sowohl Autodidakten, als auch Tschechisch-Lehrenden rundum empfehlen kann!

Lída Holá (Autorin)
Tschechisch Schritt für Schritt
www.akropolis.info
Lehrbuch mit Cd, Grammatikübersicht, Arbeitsbuch