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Archiv für Oktober, 2010

Sterne(n)Tanztage und Auvtakt(s)Präsidentinnen

28. Oktober 2010 lweser Keine Kommentare

praesidentinnenv

Freitag, 29. Oktober 2010, 19.30 Uhr, Turmtheater, Regensburg
Premiere: von Werner Schwabs Die Präsidentinnen mit den Dreien von der Kunststelle: Martin Hofer, Heinz Müller und Titus Horst. Eintritt: 16 €
www.regensburgerturmtheater.de

Freitag, 29. Oktober 2010, 20.00 Uhr, Schlosskeller, Wörth/Donau
Das Duo Attwenger: Quetschn, Schlagzeug und oberösterreichische Weisen an der Donau. Eintritt: 14/16 €
www.attwenger.at | www.k-i-w.de

Freitag, 29. Oktober 2010, 20.30 Uhr, W1, Weingasse, Regensburg
Der Österreicher Bernhard Eder, die Entdeckung aus dem unbeheizten Schencker-Turm ist zum xten Mal in der Stadt und stellt seine neue (April) EP The Unexpected vor. Was uns da erwartet? Eintritt: 4 €
www.myspace.com/w1_regensburg | www.bernhardeder.net

Freitag, 29. Oktober 2010, 21.00 Uhr, Alte Mälzerei, Theater, Regensburg
AuVtakt - Audio Visuelle Clubnacht. Compost Black Label Session mit den DJs Thomas Herb & Show-B sowie den lokalen Helpdesk & Loony Tunes, Visuals von B!LNK & REMOVE und Tanz von Nylea Mata Castilla. Eintritt: 8/10 €
www.alte-maelzerei.de | www.compost-records.com | blinkandremove.net

Samstag, 30. Oktober 2010, Büro, Keplerstr., Regensburg
Till und Jana, Traum-Boy-Girl-Duo und besser bekannt als der Hamburger Bär und die Kleene Golf-Queen legen auf. Das wird bestimmt hart. Das Büro hat übrigens die besten Bierpreise der Stadt: 0,5 l Osser-Hell für 2,30 €, außerdem gibt es Kuchen vom (oder von der) Opera und für alle Fälle Ohrenstöpsel für 0,20 €.
www.buero-regensburg.de

Samstag, 30. Oktober 2010, 22.00 Uhr, Akademiesalon Kino, Andreasstadel, Regensburg, The Midnight Meat Train (USA 2008). Innerhalb der Film-Reihe von Florian Scheuerer Hard Line - Kino Extrem. Zutritt: ab 18 Jahren.
hardline.blog.de | www.kinos-im-andreasstadel.de

sterne_2010

Sonntag, 31. Oktober 2010, 20.30 Uhr, Alte Mälzerei, Regensburg
die Sterne “24/7. Viel muss man dazu wohl nicht sagen… Eintritt: 15/18 €
www.alte-maelzerei.de | www.diesterne.de

05. - 28. November 2010, diverse Locations, Regensburg
Regensburger Tanztage
www.regensburger-tanztage.de

Categories: Filippo Franco, Lysann Weser Tags:

Künstler- und Filmtage

22. Oktober 2010 ffranc Keine Kommentare

22.-24.Oktober 2010, Künstlerhaus Andreasstadel, Regensburg, Kulturtage und offenen Ateliers

Samstag, 23. Oktober 2010, 20.00 Uhr, Antoniushaus, Regensburg, Hader spielt Hader, 25,85 €

26.-31. Oktober 2010, Hof, 44. Internationale Hofer Filmtage

Mittwoch, 27. Oktober 2010, 20.30 Uhr, Alte Mälzerei, Regensburg, Max Gold „Gattin aus Holzabfällen“ Eintritt:12/ 14 €

Categories: Filippo Franco, Lysann Weser Tags:

Auflehnung oder Gehorsam/Bosheit oder Leiden – Die Perspektiven der Frau seit Menschenbeginn

19. Oktober 2010 ffranc Keine Kommentare

Die Geschichte Lilith, Ballett von Olaf Schmidt und Gorgette Dee, Uraufführung im Velodrom, 16. Oktober 2010, Regensburg
Getanzt von Rutuki Kanazawa, Julia Leidhold, Ayumi Noblet, Natalia Palshina, Bobby Briscoe, Fabian Moreira Costa, Brendon Feeney, Alister Noblet, Jonatan Salgado
Mit Georgette Dee (Gesang) und Eva Herrmann (Klavier)

lilithDie Geschichte von Adams erster Frau Lilith, ist alt und dennoch relativ unbekannt und nebulös. Bereits in den Mythen der Sumerern und Babyloniern 1800 vor Christus spielt sie eine Rolle. Im Gilgamesch-Epos, dem ältesten überlieferten literarischen Material, kommt sie ebenso vor, wie im Buch Jesaja (Jes. 34, 14 ELB) der Bibel. Meist wurde ihre Figur dämonisiert. Heute steht die Figur der Lilith in erster Linie für die Emanzipation der Frau. Sie hat sich sowohl Adam, als auch Gott widersetzt. Eva war Adam Untertan, da aus seiner Rippe geschaffen. Lilith jedoch war aus dem gleichen Material wie Adam geschaffen worden und leitete daraus ihre Gleichberechtigung her.

Chansonniere Georgette Dee und Ballettdirektor Olaf Schmidt haben sich des Mythos´ angenommen und ein Ballett daraus erarbeitet, dessen Uraufführung am vergangenen Samstag im Velodrom gefeiert wurde.
Georgette Dee spaziert als Lilith in wallenden roten Gewändern, Diven- und Entertainer-gleich durch die Inszenierung. Sie singt, erzählt, reißt Witze und vermag dennoch keine Geschlossenheit oder Zusammenhang der einzelnen Motive herzustellen. Arg zerfahren und beliebig wirken die einzelnen Bilder aneinandergereiht. Gleichwohl vermögen sie der tänzerischen und choreographischen Qualität wegen, für sich allein genommen durchaus zu überzeugen.

Nach der Pause trägt die Dee ein Kleid, welches wohl aus mehreren Fallschirmen zusammengenäht worden sein muss. Dieser riesige rote Wasserfall (Kostüme: Heide Schiffer-El-Fouly) ist sowohl funktional als auch eine Augenweide. Zwei Tänzerinnen verbergen sich bei Goethes Erlkönig-Interpretation in ihm und gegen Ende formiert sich das komplette Ballettensemble mit ihm zu einem Schleiertanz mit überraschendem Höhepunkt.

Obwohl das Ballett die Geschichte Liliths ebenfalls auf ihren Emanzipatorischen Gehalt hin untersucht, entwickelt sich daraus hauptsächlich ein Geschlechter- bzw. Rollen-Tausch. In Travestie-Manier staksen und tanzen die Herren in High Heels über die Bühne, es gibt ein Soli eines Tänzers im Kleid und natürlich ist die Kunstfigur Georgette Dee selbst Teil dieses Geschlechtertausches. Den größten Applaus erhält jedoch ein Bild in dem die scheinbar „gewohnten“ Rollenverhältnisse wiederhergestellt wurden, als die Damen in rosa Sommer-Kleidchen die klassische Frauenrolle tanzen. In Analogie dazu tanzen die Herren in einem andern Bild in Bermudashorts mit freien Oberkörper das Imponiergehabe eines gängigen männlichen Rollenbildes.

Letztlich hat das Ballett Die Geschichte Lilith eher Cabaret-Charakter mit Unterhaltungswert, ob das Publikum dem Mythos Lilith dadurch näher kommt, bleibt fraglich.

Weitere Vorstellungen: 16./27./29./30. Okt., 6./8./9./24./25. Nov., 28./29. Dez. jeweils 19.30 Uhr im Velodrom, Regensburg
www.theaterregensburg.de

De Gainsbourg à Gainsbarre als Film

16. Oktober 2010 lweser Keine Kommentare

Gainsbourg - Der Mann der die Frauen liebte (F 2009, R: Joann Sfar, D: Eric Elmosnino, Laetitia Casta, Lucy Gordon) im Ostentor-Kino

Filmische Biographien, sogenannte Biopics (scheußliches Wort) sind seit einiger Zeit ziemlich angesagt. In Deutschland kamen z.B. nacheinander die der großen Diven Marlene Dietrich, Romy Schneider und Hildegard Knef heraus. Ganz aktuell ist der deutsche Dichterfürst wieder dran. Auch Klimt und Mahler durften ihren Lebenslauf zur Verfügung stellen, genauso wie die Politiker Richard Nixon oder Harvey Milk. Dass Musiker ebenfalls sehr gefragt sind, beweisen z.B. Walk the line (Johnny Cash), I´m not there (Bob Dylan) oder Control (Ian Curtis).

Nach Edith Piaf ist nun eine weitere französische Musiker-Legende an der Reihe: Serge Gainsbourg, der kettenrauchende Sänger, Autor, Komponist und Provokateur, dessen Markenzeichen seine Glubschaugen und die riesigen abstehenden Ohren waren - und der trotz seines Aussehens die schönsten und begehrtesten Frauen des Landes betörte. Juliette Greco, Brigitte Bardot und Jane Birkin waren die berühmtesten seiner Geliebten bzw. Frauen.

Der Film beginnt ganz sympathisch mit der Kindheit des Sohnes russisch-jüdischer Einwanderer im Nazi-besetzten Frankreich. Der freche, schlagfertige und frühreife Knabe, erwählt eine lebendig gewordene Juden-Karikatur als Freund, die ihm immer ähnlicher und durch den gesamten Film begleiten wird. Ein kluges Mittel um zu verdeutlichen, dass nicht alles eins zu eins der echten Biographie Gainsbourgs entspricht. Auch wenn Gainsbourg und Boris Vian einander bewunderten, hat sich ihre im Film gezeigte Begegnung in der Realität wohl ganz anders abgespielt. Auch die fantastische Begegnung mit den vier Frères Jacques dürfte ein bisschen anders ausgefallen sein. Leider behält der Film seinen schwungvollen und fantasiefreudigen Ton des ersten Drittels nicht bis zum Ende bei. Der Mittelteil des Filmes ist hauptsächlich in seine Frauengeschichten eingeteilt, das letzte Drittel dann in die verschieden Musikphasen: Nazirock („Rock around the Bunker“), Kohlkopfrock („L’homme à la Tête de Chou“) und Reggae („Aux armes etc.“). Der Film verlangt im letzten Drittel immer detailierte Vertrautheit mit dem musikalischen Œuvre Gainsbourgs. Zwar ist es verständlich sich der Verführung hinzugeben zu Gainsbourgs Songs Videoclips aus Versatzstücken seines Lebens herzustellen, doch 127 min sind dafür definitiv zu lang. Regisseur und Comicautor Joann Sfar begeht den mittlerweile üblichen Fehler kein Ende zu finden und in die eigenen Bilder verliebt zu sein. Auch wenn der Film mehr sein will als ein normaler „Biopic“, ist er es letztlich doch nicht.

Übrigens: Der kürzlich verstorbene Regisseur Claude Chabrol tritt in einer kleinen, witzigen Rolle als Musikproduzent auf, der Sänger Katerine gibt einen viel zu korpulenten Boris Vian, die Hände des Kanadiers Gonzales spielen Klavier und Regisseur Sfar besetzte sich selbst als Georges Brassens.

Gainsbourg -Der Mann der die Frauen liebte läuft im Ostentor- und danach im Garbo-Kino in Regensburg.

www.altstadtkinos.de | www.gainsbourg-derfilm.de

Balkan-Roadmovie

16. Oktober 2010 lweser Keine Kommentare

Die Ungarische Filmwoche im Rahmen der Donumenta 2010, startet mit dem Eröffnungsfilm Kalandorok / Adventurers (H 2008, R: Béla Paczolay, mit Péter Haumann, Péter Rudolf, Milan Schruff) in derFilmgalerie im Leerern Beutel, Regensburg

kalandorok

 

Was fällt uns ein, wenn von Ungarn die Rede ist? Nun zunächst sicher einmal der kürzlich stattgefundene Giftschlammunfall, dann noch der drohende Staatsbankrott. Die älteren denken vielleicht an die Operette „Die Csárdásfürstin“ von Emerich Kálmán oder an Hugo Hartungs Erzählung „Ich denke oft an Piroschka“, in der sich ein deutscher Austauschstudent in eine ungarische Bahnhofsvorstehertochter verliebt. 1955 verfilmte Kurt Hoffmann die Erzählung mit Lieselotte Pulver in der Hauptrolle. Der bekannteste Ungar dürfte wohl Dracula-Darsteller Béla Lugosi sein. (Sein Geburtsort nach dem er sich benannt hat, liegt heute in Rumänien.) Geschichtlich denkt man zuerst an die Zeit des mächtigen Kaiser- und Königreichs Österreich-Ungarn. Literarisch Interessierte werden dann sofort die drei „großen Eleganten“ der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einfallen: Antal Szerb, Ernö Szep und Sándor Márai und auch der Nobelpreisträger des Jahres 2002 Imre Kertész.

Doch welche ungarischen Filme kennt man? Bestenfalls Kontroll, der in Cannes 2004 zum besten Nachwuchsfilm gekürt wurde. Und sonst? - Höchste Zeit also, das Filmland Ungarn kennenzulernen. Doris Klein vom Donumenta-Team hat die Auswahl vorgenommen. Das Ergebnis ist bis nächsten Mittwoch in der Filmgalerie im Leeren Beutel zu sehen. Es sind ausschließlich Produktionen der 00er Jahre, was die Frage nahelegt, ob es keine filmgeschichtlich relevanten ungarischen Filme gibt? Dieser Blick über den Gegenwartsfilm-Tellerrand hinaus war bei den bisherigen Filmwochen der Donumenta eigentlich immer gegeben. 2006 war Ungarn Gastland der Regensburger Kurzfilmwoche. Damals gab es vier Programme, die einen Einblick in die ungarische Kurzfilmlandschaft ab den 60er Jahren boten. Ein Kurzfilmprogramm gibt es übrigens auch bei der Ungarischen Filmwoche. Außerdem den Animationsfilm Nyócker! /The District und vier Lang-Spielfilme. Kontroll ist nicht dabei, doch zwischen ihm und dem Regisseur des Eröffnungsfilms besteht dennoch eine Verbindung. Béla Paczolay hatte eine kleine Rolle in Kontroll.

Sein Spielfilmdebut und der Eröffnungsfilm der Donumenta Kalandorok (Adventurers) spielt hauptsächlich in Rumänien, was landschaftlich definitiv mehr hergibt, als das flache Ungarn. Der erfolglose Musiker Géza eilt gemeinsam mit seinem spielsüchtigen Sohn Andris, zu seinen Eltern aufs rumänische Land. Letztlich werden Großvater, Vater und Sohn alle irgendwie von ihren Frauen vor die Tür gesetzt (der Großvater haut eigentlich ab). Sie wollen zurück nach Budapest, doch wo sie wohnen werden, wissen sie nicht. Auf dem Weg begegnet den drei Glücklosen die Versuchung, Dealer, ein betrunkener Polizist, eine Leiche, ein Zigeuner-Pate und dessen Clan und letztlich sogar flüchtende Afghanen. Der Film ist ein Roadmovie im klassischem Sinn. Er verklärt nicht, zeigt, aus unserer Sicht aber ein fremdes, wildromantisches Land. Hier geht es noch anders zu, auch wenn die Probleme vielleicht gleich sind. Es ist schön zu sehen, dass Rumänien noch nicht im EU-Einheitsbrei untergegangen ist. Hier sind Pferdekarren auf der Straße noch ganz normal und wenn Géza einen Dachgepäckträger für seinen VW-Passat haben will, lässt der Automechaniker auf einem vermülltem Hinterhof noch volle Kreativität walten. Der Film ist ruhig erzählt und wartet dennoch ständig mit gut getimten Überraschungen auf. Die drei Hauptdarsteller vermögen durchweg zu überzeugen. Ein gelungener Auftakt!

Die Ungarische Filmwoche dauert noch bis Mittwoch, den 20.Oktober 2010. Kalandorok wird am Dienstag, den 19.10. um 19.00 Uhr und am Mittwoch um 21.00 Uhr wiederholt. Das komplette Programm gibt es unter: www.filmgalerie.de oder www.donumenta.de

Dorfer und Hader mal wieder in Regensburg

14. Oktober 2010 ffranc Keine Kommentare

14.-20. Oktober 2010, jeweils 19.00 und 21.00 Uhr, Filmgalerie Leerer Beutel, Regensburg, Ungarische Filmwoche im Rahmen der Donumenta
www.filmgalerie.de

15.10-06.11.2010, Kunstverein Graz, Regensburg, Ausstellung mit Fotogrfien, Zeichnungen, Video und Grafiken „Schlesien Slezsko Slask-junge Kunst aus und über Schlesien“, Ausstellungseröffnung: Freitag, 15. Oktober 2010, 20.00 Uhr

Samstag, 16. Oktober 2010, 19.30 Uhr, Velodrom, Regensburg, Uraufführung des Balletts „Die Geschichte Lilith“ von Olaf Schmidt und Gorgette Dee

Samstag, 16. Oktober 2010, 23.00-5.00 Uhr, Boiler Room, Regensburg, SUBLIME Die Reise durch die Stadt geht weiter und die Subkulturen vereinigen sich. Diemal wieder mit der alten Garde Pacult, Miss Shapes & Mossman, Eintritt: 5,00 €
SUBLIME www.sublime-music.de

Sonntag, 17. Oktober 2010, 12.00-18.00 Uhr, Regensburg, Offenene Ateliers, vom BBK, in der ganzen Stadt, leider gibt es keinen Link, also nach dem Flyer ausschau halten, z.B. im Andreasstadel

Montag, 18. Oktober 2010, 20.00 Uhr, Alte Mälzerei, Regensburg, on3-Lesereihe und Braze, Eintritt frei

Mittwoch, 20. Oktober 2010, 20.00 Uhr, Antoniussaal, Regensburg, Alfred Dorfer: „Fremd

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In Böhmen und Mähren geboren - bei uns (un)bekannt?

9. Oktober 2010 sgruen Keine Kommentare

Ausstellung im Forum der Regensburger Universitätsbibliothek

(Sigrid Grün)

Dass Kafka und Rilke Prager sind, wissen viele - aber wer weiß schon, dass Karl Kraus und Sigmund Freud in Mähren geboren und sogar teilweise aufgewachsen sind?
Zwölf berühmte Persönlichkeiten, mit böhmischen oder mährischen Wurzeln hat Dr. Wolfgang Schwarz, Kulturreferent für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein, ausgewählt um zu zeigen, welche Wechselwirkungen zwischen Böhmen, Mähren und Deutschland geherrscht haben.
Dazu wurde eine kleine, feine, zweisprachige Ausstellung konzipiert, die gestern im Foyer der Zentralbibliothek (Uni Regensburg) eröffnet wurde.
Die Ausstellung gibt es eigentlich schon länger und sie war auch schon mehrere Male in Tschechien zu sehen. Doch Schwarz hat sowohl Ausstellung als auch Katalog erweitert: Von ursprünglich 10 Männern zu insgesamt 12 Persönlichkeiten. Marie von Ebner-Eschenbach und Bertha von Suttner kamen hinzu. Und so entstand eine abwechslungsreiche Ausstellung, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt und lediglich Persönlichkeiten aus dem 19. und 20. Jahrhundert umfasst.

Es geht um: Adalbert Stifter, Johann Gregor Mendel, Marie von Ebner-Eschenbach, Bertha von Suttner, Sigmund Freud, Gustav Mahler,  Karl Kraus, Rainer Maria Rilke, Ferdinand Porsche, Franz Kafka, Oskar Schindler und Otfried Preußler.
Der schön gestaltete Ausstellungskatalog ist in deutscher Sprache (Euro 5,-) und mit tschechischem Beiheft (insgesamt Euro 6,-) im Sekretariat des Bohemicums (P.T.-Gebäude der Universität, 1. Stock) erhältlich.

Die Ausstellung in der Zentralbibliothek ist noch bis zum 29. Oktober montags bis freitags von 8:00 bis 22:00 Uhr sowie samstags von 9:00 bis 18:00 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist selbstverständlich frei.

Aufbruch Oktober 2010

7. Oktober 2010 lweser Keine Kommentare

noch bis 20. November 2010, Landkreis-Cultur-Centrum, Sulzbach-Rosenberg, “Kumpel, Schmelzer, Walzer - Lebensbilder aus der Maxhütte“. Foto-, Malerei- und Skulpturen-Ausstellung über die Maxhütte .

08.- 09.10.2010, Kunstverein Graz, Regensburg, Aufbruch 2010. Wie wird die Zukunft?, Leung und Tagung mit: Penka Angelova Achim 60 Bogdahn Marcel Fiser Anna Tüne Rolf Uesseler Jürgen Huber Mathias (Säm) Wagner
Freitag, 8.Oktober, 20 Uhr, Lesung: Anna Tüne (Berlin) „Von der Wiederherstellung des Glücks
Samstag, 9.Oktober, 14.00 - 20.00 Uhr TAGUNG. Begonnen wird mit einem Vortrag über Elias Canetti, den zeitlebens Deutsch schreibenden Literatur-Nobelpreisträger des Jahres 1981 sephadisch-jüdischer Abstammung. Er lebte in Wien, England und der Schweiz, wo er 1994 starb. Doch das Licht der Welt erblickte er 1905 in Rousse (Bulgarien). Deshalb wird Dr. Penka Angelova vom Canetti Institut aus Rousse der Frage nachgehen: “Was kann uns die Literatur noch geben?” Beendet wird die Tagung 19 Uhr mit Achim Bogdan und Säm Wagner, die sich fragen: “Was wird aus der Pop-Kultur in Zeiten des illegalen up-loads?”.
www.kunstvereingraz.de

Montag, 11. Oktober 2010, 20.30 Uhr, Kulturspeicher, Regensburg, Bonaparte My horses linkes you”, Eintritt:14/17€

Mittwoch, 13. Oktober 2010, 20.00 Uhr, Leerer Beutel, Regensburg, Lesung. Der ehemalige Paris-Korrespondent der ARD und Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert liest aus einem Krimi “Das achte Paradies“, veranstaltet von Bücher Pustet, Eintritt: 12 €

14.-20. Oktober 2010, jeweils 19.00 und 21.00 Uhr, Filmgalerie Leerer Beutel, Regensburg, Ungarische Filmwoche im Rahmen der Donumenta

Buchtipp: Tschechien von Hans Dieter Zimmermann

4. Oktober 2010 sgruen Keine Kommentare

Über Geschichte, Politik, Gesellschaft und Kultur unseres Nachbarlandes

(Sigrid Grün)

Die Kenntnisse über tschechische Geschichte und Kultur sind in Deutschland allenfalls rudimentär. Ja, Böhmen, soviel weiß man. K&K-Monarchie. Und zur Kultur fällt einem sicher die goldene Stadt Prag ein. Literatur: Kafka. Vielleicht Rilke, wegen Prag.

Eine gut lesbare Einführung in Geschichte und Kultur unseres Nachbarlandes bietet der emeritierte Professor für Literaturwissenschaft an der TU Berlin und Herausgeber der 33-bändigen Tschechischen Bibliothek, Hans-Dieter Zimmermann.

Der Autor nimmt den Leser mit auf eine kurzweilige Reise durch die Geschichte Tschechiens. Es sind vor allem die Entwicklungen der Beziehung zum deutschen Nachbarn, die im Mittelpunkt stehen - immerhin heißt die Reihe auch “Die Deutschen und ihre Nachbarn”. Auch tschechische Persönlichkeiten werden ausführlich vorgestellt, denn sie sind für das Selbstverständnis der Tschechen von großer Bedeutung: František Palacký, Libuše, der heilige Wenzel, König Přemysl Otokar II, natürlich Kaiser Karl IV., Jan Hus und Tomáš Garrigue Masaryk.

In grau hinterlegten Kästen werden wichtige Stichworte, Personen und Ereignisse aufgegriffen. Einige s-w-Fotografien zeigen Gebäude, Gemälde oder Porträts wichtiger Tschechen. Eine Karte des Landes am Anfang, eine Karte, die das Land innerhalb Europas verortet am Ende des Buches - mehr Abbildungen benötigt man als Leser auch nicht.

Zu bemängeln sind allenfalls etwas zu unkritische Formulierungen. Man hat das Gefühl, dass der Autor stellenweise etwas konfliktscheu ist. Auch “Tschechien heute” kommt zu kurz. Das Buch bleibt im Großen und Ganzen etwas zu sehr an der Oberfläche. Allerdings richtet es sich auch eher an den interessierten Laien, der sich kurz und bündig über die Geschichte und Kultur unseres Nachbarlandes informieren möchte.

Fazit: Zimmermanns Buch ist eine kurzweilige Einführung in die tschechische Geschichte und Kultur. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Hans Dieter Zimmermann (Autor)
Die Deutschen und ihre Nachbarn: Tschechien
www.chbeck.de
192 Seiten