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Archiv für März, 2011

hauptsächlich musikalische Frauen

31. März 2011 lweser Keine Kommentare

01. - 03. April 2011, Andreasstadel, Stadtamhof, Regensburg
KulturTransPort - offene Ateliers, Eröffnung: Fr. 19.00 Uhr, und weiter am Sa. 17-21 Uhr, und So. 15-19 Uhr. Unter anderem zu besuchen sind Karin Jobst (Galerie konstantin b.), Bl!nk and Remove (Kurzfilmwoche) und Black Judas (Kunstverein Graz).
www.kuenstlerhaus-andreasstadel.de

Freitag, 01. April 2011, 21.00 Uhr, W1, Weingasse, Regensburg
Girlie-Konzert: Kitty Solaris aus Berlin supported von interference.here.de aka Lena Dobler, Fürtherin aus Regensburg.
www.kitty-solaris.de | interference.here.de | www.myspace.com/w1_regensburg

Samstag, 2. April 2011, von 21 - 4 Uhr, Büro, Keplerstr., Regensburg
DAS BÜRO WIRD 8! Geburtstagsfeier mit DJ Säm. Gratulation! Wir feiern mit.
www.buero-regensburg.de

Montag, 04. April 2011, 20.30 Uhr, Akademiesalon, Andresstadel, Regensburg
Konzert: Nan Turner (weibliche Hälfte von Schwervon!) spielt ohne ihren Kollegen Major Matt Mason. Der war dafür schon solo in der Filmgalerie.
www.myspace.com/nanturner | www.kinos-im-andreasstadel.de

Mittwoch, 06. April 2011, 20.00 Uhr, Alte Mälzerei, Regensburg
Lesung: Günter Wallraff aus seinem neuen Buch Aus der schönen neuen Welt, oben mi Club. Eintritt: 15/18 €
www.guenter-wallraff.com | www.alte-maelzerei.de

Donnerstag, 07. April 2011, 20.00 Uhr, Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg
Alexander Pechstein spricht über Leben und Werk seines Großvaters Max Pechstein. Im Rahmen der Ausstellung Max Pechstein - Ein Leben für die Kunst. Kosten: 6 Euro, 3 Euro ermäßigt
www.kunstforum.net | www.pechstein.de

Donnerstag, 07. April 2011, 21.00 Uhr, W1, Weingasse, Regensburg
Konzert: Sorry Gilberto aus Berlin unterstützt von hm bond, Mann mit Gitarre aus Regensburg.
www.myspace.com/sorrygilberto | www.myspace.com/w1_regensburg

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Wohin Kurzfilmwoche? Ein Resümee.

27. März 2011 lweser 2 Kommentare

Während die Bedeutung der Regensburger Kurzfilmwoche national und international immer mehr zunimmt (erstmals gehört sie zu den acht Referenzfestivals* Deutschlands), scheint die Anerkennung in der eigenen Stadt zu schwinden. Oder wie soll man die Tatsache bewerten, dass weder zur Eröffnung, noch zur Preisverleihung - zu Terminen, die bereits seit einem Jahr feststehen - keiner der drei Bürgermeister anwesend war? Kulturreferent Klemens Unger schlich sich immerhin zur Eröffnung noch verspätet hinein. Auch finanziell scheint es der Kurzfilmwoche schlechter zu gehen. Die Festival-Doppel-Spitze des letzten Jahres wurde zur Einzel-Leitung. Das passierte 2007 auch schon einmal, die Konsequenzen indes waren eindeutig. Der verbliebene Festivalleiter Markus Prasse warf 2008 das Handtuch. Im folgenden Jahr gab es in Regensburg keine Kurzfilmwoche. Aus Fehlern lernt man nicht. Oder ist die Existenz des Festivals der Stadt wirklich so egal? Wie viele Millionen will die Stadt zum Bau dieses Hauses der Musik noch einmal ausgeben? Andererseits musste die Band in diesem Jahr zur Eröffnung der Kurzfilmwoche kostenlos spielen. Alles eine Frage der Priorität. Wohin das über kurz oder lang führen wird, ist nicht allzuschwer auszumalen.
Ein gutes zum Schluss: zumindest das Publikum hält dem Festival die Treue. In diesem Jahr waren die Zuschauerzahlen wieder besser. Trotz frühlingshaftem Wetter, schein sich der neue März-Termin etabliert zu haben.

Die Preisträger des diesjährigen Festivals sind hier nachzulesen: www.regensburger-kurzfilmwoche.de (PDF)

*Die FFA (Filmförderanstalt) fördert Filme auch über ein Punktesystem, die sogenannte Referenzförderung. Filme die auf bedeutenden Festivals (Referenzliste) laufen, erhalten Punkte. Ab einer bestimmten Anzahl kann man dann Förderung beantragen.

Buchtipp: Entdeckertouren Bayerischer Wald

25. März 2011 sgruen Keine Kommentare

Wandern im größten Waldgebirge Europas

(Sigrid Grün)

Der Völkerkundler, Redakteur und Autor Herwig Slezak beweist in seinem neuesten Buch, dass Ostbayern gerade für Wanderer immer eine Reise wert ist. Neben dem Naturerlebnis Bayerischer Wald hat die Region auch kulturell und kulinarisch interessierten Gästen eine Menge zu bieten.
In einer kurzen Einführung erläutert der Autor Lage, Geologie, botanische Besonderheiten, sowie die kulturelle Entwicklung des Bayerwaldes. Auf drei Seiten fasst Slezak die wichtigsten reisepraktischen Informationen zum stressfreien Wandern im Bayerischen Wald zusammen. Anschließend kann man sich auf 30 interessante Touren freuen, die nach den Schwierigkeitsstufen “leicht”, “mittel” und “schwierig” eingeteilt sind.
Fast zwei Drittel (19 von 30) Touren sind auch für Kinder geeignet.
Die Touren sind weitgehend als Rundwege konzipiert, so dass man bequem zum Ausgangspunkt zurückkehren kann. Zwischen 1 ein Viertel und 6 Stunden reiner Wanderzeit kann man wählen. Sehr schön ist, dass auch die angrenzende Tschechische Republik nicht ausgeschlossen wird: Die Tour Nummer 5 führt den Wanderer zum Beispiel zum größten Natursee Tschechiens (den Cerne jezero, den Schwarzen See). Mit Hilfe des jeweiligen Kartenausschnittes und der exakten Wegbeschreibung kann man sich auch als unerfahrener Wanderer gut orientieren.
Die Auswahl der Routen ist sehr gelungen und abwechlsungsreich. Der Autor weist auch auf Besonderheiten abseits des Pfades hin.
In Infokästen findet man Wissenswertes zur Region, Hinweise zum Tourencharakter, zu Ausgangs- und Endpunkt, Anfahrt, Gehzeiten, Markierungen, Einkehrmöglichkeiten u.v.m.)
Vom Hohen Bogen (östlich von Cham) im Norden, bis zum Erlautal (östlich von Passau) im Süden führen die Touren quer durch Vorderen und Hinteren, Oberen, Mittleren und Unteren Byerischen Wald.
Slezaks schön bebilderter Wanderführer bietet eine Vielzahl neuester Besichtigungstipps - z.B. den 2009 errichteten Baumwipfelpfad am Infozentrum Lusen oder den “Waldwipfelweg” von Maibrunn in der Nähe von St. Englmar.

Schier unendliche Wälder, plätschernde Bäche, zahlreiche Seen, 130 Gipfel und die “schönsten Geotope” Bayerns hat die Region unter anderem zu bieten: Also, nix wie hin!

Herwig Slezak (Autor)
Entdeckertouren Bayerischer Wald. 30 genussvolle Rundwege in wilder, ursprünglicher Natur

www.bruckmann.de
144 Seiten

Troller, Voltarenes, Schleudertraum uvm.

24. März 2011 lweser Keine Kommentare

25.-27. März 2011, Theater der Universität, Regensburg,
Schleudertraum 7, Festival der freien Tanzszene
www.tanzstelle-r.de

Freitag, 25. März 2011, 19.00 Uhr, Kunst- und Gewerbeverein, Regensburg
Rudolf Pospieszczyk 1930-2003, Einführung: Rainer R. Schmidt, bis 25.04. 2011
www.kunst-und-gewerbeverein.de

26.-29. März 2011, 19.30 Uhr, Turmtheater, Regensburg,
Brian Friel: Molly Sweeny, Regie: Thomas Luft, mit Martin Hofer, Anja Klawun und Stefan Lehner, Eintritt: 16 €
www.regensburgerturmtheater.de

Samstag, 26. März 2011, 20.00 Uhr, W1, Regensburg
Sublime präsentiert: The Voltarenes (blöder Name, nur “The Vaselines” ist schlimmer) aus HH und Mortimer aus R., 5 €
www.sublime-music.de | www.myspace.com/w1_regensburg | www.myspace.com/thevoltarenes

Samstag, 26. März 2011, 22.00 Uhr, Akademiesalon Kino im Andreasstadel, Regensburg
Theme -Ils (David Moreau, Xavier Palud, F 2006) innerhalb der Film-Reihe von Florian Scheuerer Hard Line - Kino Extrem. Zutritt: ab 18 Jahren. Weitere Infos zur Reihe:
hardline.blog.de

Mittwoch, 30. März 2011, 19.00 Uhr, Kino Wintergarten im Andreasstadel, Vorführung im Rahmen der Reihe „Architektur im Kino” Bruce Goff - Goff in der Wüste von Heinz Emingholz
www.architektur-im-kino.de

Donnerstag, 31.März 2011, 20.30 Uhr, Buchhandlung Dombrowsky, Regensburg
Lesung Georg Stefan Troller stellt seinen neune Paris-Band vor, mit Verleger Rainer Groothuis (Corso-Verlag); Eintritt: 10/8 €
www.dombrolit.de

ab 31. März 2011, Endlich auch in Regensburg im Kino Wer wenn nicht wir Der erste Spielfilm des bekannten Dokumentarfilmregisseur Andres Veiel (Black Box BRD, Die Spielwütigen). Auf der Berlinale hochgelebt und dotiert. Der Film zeigt die Beziehung von Bernward Vesper (AUGUST DIEHL) und Gudrun Ensslin (LENA LAUZEMIS). Als Ensslin Andreas Bader kennenlern, verlässt sie ihre Familie und das RAF-Zeitalter beginnt. Läuft zuerst im Garbo, ab 7. April 2011 in der Filmgalerie im Leeren Beutel

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Buchtipp: Im Wald der Metropolen - von Karl-Markus Gauß

24. März 2011 sgruen Keine Kommentare

Eine sehr persönliche Reise durch Europa

(Sigrid Grün)

Karl-Markus Gauß nimmt den Leser in seinem jüngsten Buch mit auf eine Reise quer durch sein persönliches Europa. Durch Ost und West, durch die Mitte und in den Süden. Der Norden ist eher unterrepräsentiert. Gauß, der in seinen bisherigen Veröffentlichungen vor allem durch differenzierte Darstellung der Situation europäischer Minderheiten überzeugen konnte, greift selbstverständlich auch im “Wald der Metropolen” dieses Thema zeitweilig wieder auf - aber nur am Rande.
Das Buch ist nicht laut, es ist nicht reißerisch oder auf billige Effekte bedacht, wie so viele Veröffentlichungen, die ein ganz bestimmtes Bild vom “wilden Osten” zeichnen wollen. “Im Wald der Metropolen” ist ein stilles Kleinod, das viele Gesichter Europas zeigt. Gauß entführt uns in den Regen in Brünn, er nimmt uns mit in Ausstellungen und Museen, auf Plätze und in Kirchen. Abseits der ausgetrampelten Pfade sieht er das Besondere, das manchmal Kuriose und Komische. Und er stellt und Menschen vor, deren Geschichten wir noch nicht kennen, obwohl ihr Leben interessanter ist, als das der bekannten Geistesgrößen. Da wäre zum Beispiel Angelo Soliman, der Kammerdiener und enge Vertraute des Fürsten Joseph Wenzel I. von Liechtenstein. Soliman, der ursprünglich als Afrikaner (damals als “Mohr” bezeichnet) und Sklave nach Wien kam, war ein Aufklärer, der es wagte eine bürgerliche Wienerin zu heiraten, mehrere Sprachen beherrschte und vom Volk geliebt wurde. Dieser Aufklärer, der sich in Europa einen gewissen Namen gemacht hatte, wurde nach seinem Tod im November 1796 dann doch noch ausgestopft - auch wenn seine Tochter dies zu verhindern suchte. Im Rahmen seiner Oppeln-Reise stellt uns der Autor den “schlesischen Esperantisten” Jan Fethke vor, der in seiner vielsprachigen Heimat das Esperanto, das der polnische Arzt Ludwig Lejzer Zamenhof erfunden hatte, als Sprache zu etablieren versuchte. Doch nicht nur Schlesien, ganz Europa, die ganze Welt sollte in dieser künstlichen Sprache kommunizieren. Gauß spürt den verloren gegangenen Sprachen nach, dem weichen Klang der Sprache der Lachen, des Schlonsakischen, das von den deutschen Behörden als “Wasserpolnisch” abgewertet wurde.
“Im Wald der Metropolen” ist das wohl persönlichste Buch des 1954 in Salzburg geborenen Autors. An einigen Stellen fließt das Befinden des Autors unmittelbar in die Reisebeschreibung mit ein - ja wird mitunter sogar zum Leitmotiv, zum Beispiel wenn die “Tote von Selestat” dem Autor das Leben rettet, der unter einem unerträglichen Druck auf der Brust und unter Schwindel gelitten hat vom Anblick der - vermeintlich in Kalk gegossenen elsässischen Toten - wieder ins Leben katapultiert wird.
Auch der Bericht von der Begegnung mit den Alten von Patmos ist einfach ein literarisches Kleinod: “Die vielen Nichtstuer der Insel, all die Wartenden, die auf nichts warteten, einzig damit befasst, der Zeit dabei zuzuschauen, wie sie verging, und sich selber in diesem Vergehen zu ertragen, waren für mich, der ich aus einer Welt kam, in der jeder fortwährend mit etwas beschäftigt sein musste, die große Provokation meiner Inselwochen.”
Diese eindringlich erzählten Begegnungen mit Menschen und Regionen machen aus dem Buch etwas ganz besonderes. Und dann ist es natürlich auch Gauß’ Schreibstil, der den Leser einfach verführt - und plötzlich ist das Buch zu Ende…

Fazit: Eine stille und eindrucksvolle Lektüre, die uns durch ein Europa abseits der ausgetretenen Pfade, abseits von Klischees führt und eine persönliche sowie kulturgeschichtliche Reise in die Mitte des Kontinents. Unbedingt lesen!

Karl-Markus Gauß (Autor)
Im Wald der Metropolen

www.hanser-literaturverlage.de
304 Seiten

Belanglosigkeiten, Porno, Maschinenliebe und Flüchtlingsdrama

23. März 2011 lweser Keine Kommentare

Bayernfenster, 17. Regensburger Kurzfilmwoche

Seit 2003 gibt es bei der Regensburger Kurzfilmwoche das Bayernfenster. Ein Programm für den langjährigen Förderer Film Fernseh Fond Bayern, der seit 1999 den FFF-Förderpreis vergibt. Neben den Filmen des Bayernfensters, konkurrieren alle in Bayern produzierten Filme aus dem Deutschen Wettbewerb und die Regionalfensterbeiträge um diesen Preis.

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Drei Filme von der HFF München und drei der Hochschule Augsburg befinden sich in diesem Jahr im Programm.
In Vicki Ficki von Natalie Spinell besteht eine starke Frauenbeziehung – die von Mutter und Tochter - gegen äußere Widerstände. Eine mutiger Film, der ein heikles Thema, angesichts einer engen, vertrauensvollen Mutter-Tochter-Beziehung, zur Nebensache erklärt. Leider ist der Film am Ende etwas übermotiviert und zu moralisierend. Überzeugender wäre es gewesen den Fokus der Geschichte auf den kleineren Kreis von Mutter, Tochter und den verfeindeten Schulkameraden zu belassen, als die dramatische Ansprache vor der Klasse.
Georg Utz, Miriam Frank und Xaver Böhm mischten in Kurzschluss Animationen mit Wellpapp-Kulissen. Sie schufen mit einem Augenzwinkern eine kleine liebevolle Geschichte in Anlehnung an die Melodrame Hollywoods der 30er Jahre.
Silent River von Anca M. Dunga ist ein starkes rumänisches Flüchtlingsdrama, welches eigentlich in den deutschen Wettbewerb gehört hätte. Die Handlung, eine lebensgefährliche Fluchtversuch zweier Männer durch die Donau ins blockfreie Jugoslawien, ist im Jahr 1986 angesiedelt. Das Verhältnis beider bewegt sich im Spannungsverhältnis von Misstrauen und Abhängigkeit. Die bedrohliche Atmosphäre des Filmes wird bis zum Schluss aufrechterhalten. Der unbestritten beste Film des Bayernfensters.

Der Erstjahresfilm (3 Rollen SW- 16 mm Material, a 10 min) Kunstsein von Anne Mona Hilliges zeigt eine Friseurin, deren Tatoos ihr Leben erzählen. Leider vermag Inhalt und Form der Idee nicht gerecht zu werden. Im Mittelpunkt der aufwändige Animation A lost and found Box of Human Sensation von Martin Wallner und Stefan Leuchtenberg steht ein über den Tod reflektierender junger Mann. Spiel des Lebens ist die Diplomarbeit von Johannes Berner. Ein Selbstfindungsversuch der verschiedenen Techniken vereint.

Ostbayerische Filmperlen und mehr

22. März 2011 sgruen Keine Kommentare

Ostbayerische Kurzfilme aus dem Regionalfenster 1

(Sigrid Grün)

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Die im Regionalfenster gezeigten Filme der Regensburger Kurzfilmwoche lassen sich im Wesentlichen in fünf Kategorien einteilen: Professionelle Animationsfilme, erfrischend unprofessionelle Produktionen von filmbegeisterten Laien, entsetzlich bemühte Filme, die vorgeben “mehr” zu sein und ungefähr auf HFF-Bewerbungsfilmniveau boxen, total abgefahrene Experimentalfilme, die ihren Reiz daraus beziehen, dass sie kein Mensch versteht, die uns aber trotzdem anrühren und dann noch kleine Filmperlen, die zeigen, dass Ostbayern ein Händchen für gute Bilder haben. Alle Kategorien waren auch in diesem Jahr vertreten - und manchmal müsste vielleicht eine Schublade eröffnet werden, für Filme, die eine Mischung aus zwei oder mehr Kategorien darstellen. Ins Rennen gingen dieses Jahr im Regionalfenster 1 zehn unterschiedlich kurze (oder lange) Kurzfilme.
Ins Programm wurde der Zuschauer mit dem animierten Musikvideo “BRIGHT ORANGE AIR” geworfen, das man anfangs vielleicht zunächst für einen zu lange geratenen Trailer der Kurzfilmwoche halten könnte. An anderer Stelle positioniert hätte der Film vielleicht nachhaltiger gewirkt. Erhard Babloks Film “Willkommen daheim” versuchte schließlich das komische Genre zu bedienen, was jedoch nur teilweise gelingt - zu theaterhaft wirken die Szenen, Licht und Ton sind nicht ideal. Die Grundidee ist freilich schon gagig.
“Es war spät abend als K. ankam” ist dann schließlich der Treppenwitz des 20. Filmjahrhunderts. Cineasten können in dem Treppenfilm (wo zur Hölle haben die Regisseure Weser und Kasbauer nur diese unzähligen Treppenhäuser aufgetan?) wahre Leckerbissen finden. Sage und schreibe 6 Anspielungen auf filmische und literarische Vorbilder werden zitiert. Welche, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht. 463 Treppenhäuser und einen verhängnisvollen Aufzug in knapp 12 Filmminuten zu packen, ist ein Kunststück, das nicht jedem gelingt. Co-Regisseur Kasbauer verkörpert auch den kafkaesken Hauptdarsteller, der sich treppauf, treppab durch den Abend kämpft - und schlussendlich doch verliert. Die ganze Atmosphäre wirkt kafkaesk - die Begegnungen mit anderen Figuren, die auch schon diese Stufen gegangen sind. Ein faszinierender Film mit einem überraschenden Schluss - eine kleine Filmperle in schwarz-weiß - mit einem echten böhmischen Prinzen!
Keinen echten Prinzen, aber wenigstens eine Ausstattung mit “Palastmöbeln” bietet dann “Amantes Amentes” von Martin Weck. Die gute Ausleuchtung des Films sticht sofort ins Auge. Leider sind Inhalt und Schauspiel eher der HFF-Kategorie zuzurechnen. Es wird nicht klar, dass Max eine Art Frankenstein und sein Gegenüber seine Schöpfung (ein Roboter) sein soll.
Und dann folgt der “Kaffeegenuss”, der neue - und in meinen Augen bisher beste - Grun. Eine Dokumentation, die die Kaffeekannenleidenschaft einer mitteilungsfreudigen Dame bezeugt. Grun hatte eine glückliches Händchen - solche Originale muss man erstmal finden und gekonnt in Szene setzen! Eigentlich müsste für die Regensburger Kurzfilmwoche noch eine sechste Schublade eingerichtet werden, in der Erik Grun es sich dann gemütlich machen könnte - seit mindestens 134 Jahren: Kein Regionalfenster ohne ihn!
Philip Singhs “HEIM@”, ein auf einem C64 programmiertes Kleinod wirkt auf der Kinoleinwand etwas weniger als auf dem heimischen Rechner (der Film nimmt auch am Online-Wettbewerb zum Thema “Heimat” teil).
Die tänzerisch umgesetzten “GEDANKEN ZUM TAG” von Hanna Sachau und Kilta Rainprechter setzen sich experimentell mit Alltagssituationen auseinander. Vor mehreren Jahren begannen die Macherinnen damit, zum Tanzen “raus zu gehen” um zu sehen, wie das wirkt.
Und dann gab es noch den typischen Vertreter einer Mischkategorie: Eine Produktion der Eschlkamer Filmschmiede - “SCHAUFLMO” - kein Druckfehler, kein Schaumflo oder ähnliches, sondern eine scheichtsame Geschichte aus dem Bayerwald, eine immer noch aktuelle Weizgeschichte, die der Eschlkamer Jugend aufgetischt wird, um ihnen Angst vor allzu exzessiven Saufexzessen einzujagen. Was die Jugend selbst daraus gemacht hat, zeigt dieser Film :) - man kann sich nur schwer dem umwerfend authentischen Charme der ostbayerischen Jugend entziehen. Man weiß nicht genau wie es gemeint ist - als Persiflage auf die immer noch beliebten Jugend-Slasher-Filme? Als Hommage an die ostbayerische Heimat? Oder einfach nur als Fetzengaudi beim wochenendlichen Saufen?
Der Experimentalfilm “Nova Express” und Florian Geiss’ Mangagerparabel “Einfach mal rausgehen” bilden den eher ruhigen Schluss des ersten Regionalfensterprogrammes.

Fazit: Es lohnt sich auf alle Fälle, den ostbayerischen Filmnachwuchs und auch die “alten Hasen” im Auge zu behalten. Wer die Regionalfensterfilme sehen möchte, hat heute noch einmal Gelegenheit dazu: Um 19.00 Uhr wird das Regionalfenster 1, um 21.00 Uhr das Regionalfenster 2 im Wintergarten (Andreasstadel) gezeigt. Man sollte allerdings früh da sein, am vergangenen Samstag mussten zahlreiche Filmbegeisterte aufgrund der großen Nachfrage leider draußen bleiben!

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www.kurzfilmwoche.de

Kurzfilmzeit

17. März 2011 lweser Keine Kommentare

kurzfilmwochen_logo116.-24. März 2011, 17. Regensburger Kurzfilmwoche
unsere Tipps:

Freitag, 18. März, 21.00 Uhr, Gloria, Die Zündfunkparty muss man ja eigentlich nicht ankündigen, wir erinnern trotzdem dran. Wie früher: vorher mit Musikfilmen zum aufwärmen. Die DJ wie immer Achim 60 Bogdahn und Roderich Fabian.

Samstag, 19. März, könnte der längste Kurzfilmtag werden.
16.00 Uhr, Filmgalerie Leerer Beutel, Kinderprogramm Franz Winzensten
17.00 Uhr, Kino Wintergarten, Andreasstadel, Regenburg, Regionalfenster I; im Anschluss:
19.00 Uhr Regionalfenster II
22.00 Uhr Bayernfenster.
Wer nicht zu viel Regionales bzw. Bayrisches sehen will, sollte nach dem Regionalfenster I
20.00 Uhr in die Filmgalerie umziehen zur Werkschau Cinema mi Vida von Franz Winzentsen .
Die ganz Harten können sich anschließend
23.00 Uhr im Ostentorkino noch bei Gruselrolle der KurzFilmAgentur Hamburg Das Grauen kommt um Mitternacht gruseln.

Dienstag, 22. März, 19.00 Uhr, Ostentorkino, Die Plattenfilme muss man auch nicht ankündigen. Aber dieses Jahr gibt es noch Karten. Da hat wohl das schlechte Filmprogramm letzes Jahr seine Wirkung gezeigt oder liegt es dran, dass heuer die Teichmänner nicht auflegen? Dafür aber: Spruce (wieder), Looneytunes (wie schon einige Jahre), Tom Tiger und Markus Guentner (wie immer) und Ralf Summer (neu).

täglich: jeden Abend nach den Filmen in die Kinokneipe. Dort legen wie eh und je jeden Tag andere DJs auf. Man hört munkeln diesmal wieder rauchfrei. –> ist natürlich blos n´Witz!
www.kurzfilmwoche.de

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Samstag, 19. März 2011, Uhr, Theater am Bismarckplatz, Regensburg, Premiere: Ballett mit Orchester: Romeo und Julia, (Musik: Sergej Prokofjew)
Weitere Vorstellungen:
23./31. März, 3./8./10.(15 Uhr)/ 17./25./29. April, 24./28. Mai,11./23. Juni,16. Juli 2011
www.theaterregensburg.de

20.03-26.06. 2011, Städtische Galerie Leerer Beutel, Regensburg, “MM-Mythos Marilyn”, Vernissage ist dann vermutlich am 19.03. Die Städtische Galerie hält sich da gern bedeckt.

Dienstag, 22. März 2011, 19.30 Uhr, Velodrom, Regensburg, Gastspiel in englischer Sprache: Tour de Force Theatre Company Präsents: Bernhard Shaw: Pygmalion,
www.adg-europe.de

23.-27. März, 12. Landshuter Kurzfilmfestival
Das zweitgrößte ostbayerische Kurzfilmfestival soll natürlich auch nicht vergessen werden. In diesem Jahr erstmalig mit einem Preis für mittellange Filme (bis 60 min) und einem Horrorfilmpreis.
www.landshuterkurzfilmfestival.de

Donnerstag, 24. März 2011, 20.00 Uhr, Akademiesalon, Regensburg, Pecha Kuscha Vol.3, Eintritt: 2 €

Donnerstag, 24. März 2011, 20.30 Uhr, Buchhandlung Dombrowsky, Lesung: Lena Gorelik liest aus ihrem dritten Roman „Lieber Mischa“. Lena Gorelik wurde 1981 in St. Petersburg geboren. 1992 reist ihre jüdische Familie mit ihr nach Deutschland aus. Lena Gorelik leb in München. Eintritt: 6/8 €

Kurzfilmer kurz vor der Kurzfilmwoche

14. März 2011 lweser Keine Kommentare

Klaus Scheier - ein regensburger Super-8-Experimental-Filmer

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Zur Einstimmung auf die diesjährige Regensburger Kurzfilmwoche, wollen wir den hiesigen Super8-Experimental-Filmer Klaus Schreier vorstellen. Einst war er regelmäßig im Regionalfenster (2004 auch im Bayernfenster) mit seinen Filmen vertreten. Seit einigen Jahren ist es still geworden um ihn. Dabei hat sich seine Leidenschaft zu dem fast verschwundenen Medium keinesfalls verringert. Er hat durchaus einige Projekte in der Schublade. Als Abonnent der Zeitschrift „Schmalfilm“ und Teilnehmer eines Schmalfilm-Internet-Forums ist er auch mit der Super 8-Comunity weltweit verbunden. Seit 2009 sind seine Filme auf youtube zu sehen. Das ist das einzige Zugeständnis, dass der ansonsten strenge Verfechter der analogen Film-Arbeit gemacht hat.
Doch beginnen wir von vorn. Klaus Schreier wurde 1968 geboren. Von seinem ersten Praktikumsgeld, das er während seines Architekturstudiums verdiente, kaufte er sich 1989 die erste (gebrauchte) Super 8-Kamera. Danach entstand sein erster Film Meine 10jährige Angst. Nach zehn Jahren hat er den Film noch einmal neu geschnitten. Im Herbst 1999 begann er wieder zu filmen. Klaus Schreier lies sich vor allem von Stummfilmen oder Horrorfilmen der 30er bis 60er Jahre beeinflussen. Er steht zu Trash oder zu B-Movies. Aber er mag auch Filme von Truffaut und Godard. Ungefähr 25 publikumsfähige Filme hat er bisher geschaffen. Dabei ist jeder Schritt analog: filmen, entwickeln, schneiden, kleben, vertonen und vorführen. Bei der Kurzfilmwoche musste er meist seine eigenen Projektoren mitbringen, da später kaum noch funktionierende Super 8-Tonfilmprojektoren zur Verfügung standen. Denn das ist ja das eigentlich Bemerkenswerte: Klaus Schreier hat erst richtig begonnen mit Super 8 zu arbeiten als diese Technik bereits im Sterben lag. Auch Daggi Brunderts Filme liefen schon auf seinen Projektoren. Bei Ihrer Werkschau während der letzten Regensburger Kurzfilmwoche zeigte sie ihre Filme, der gleichen Erfahrung und der fehlenden Projektoren wegen, jedoch von DVD.
Auch mit abgelaufenem oder beschädigtem Material experimentiert Klaus Schreier gern. Mein Favorit ist der Found Footage-Film Am Sichelwerk. Dabei handelt es sich um einen mindestens 50 Jahre alten Film, der schon deutliche Materialzerstörungen aufweist. Doch gerade diese Zerstörung hat ihren eigenen Reiz und eröffnet eine weitere Bedeutungsebene: die Vergänglichkeit des Lebens oder der Liebe oder eben des Super 8 Films.
Die Entscheidung seine Filme irgendwann doch zu digitalisieren und online zu stellen traf er, um zu verhindern, dass sie für immer im Keller verschwinden. Dass Wie ein wilder Brem, so der Titel seines oberpfälzer “Gänse-Doku-Splatters”, dadurch bereits über 3500 Male angesehen wurde, freut ihn natürlich.
2002 gab es im Kunstverein Graz eine Werkschau von Klaus Schreier. Das ist immerhin schon fast zehn Jahre her. Da könnte doch langsam mal eine überarbeiten Neuauflage an der Reihe sein.

offizielle Projektionen:

2000 Meine 10jährige Angst - Regionalfenster Regensburger Kurzfilmwoche
2001 Usher - Regionalfenster Regensburger Kurzfilmwoche
2002 eMotion1 - Regionalfenster Regensburger Kurzfilmwoche
2002 Atack of the mutant plastic Bags“ - Regionalfenster Regensburger Kurzfilmwoche
2002 Werkschau - Kunstverein GRAZ
2004 Wie ein wilder Brem - Bayernfenster Regensburger Kurzfilmwoche
2005 Atack of the mutant plastic Bags - Global Super 8 Day, Basel (CH)
2007 u.A. eMotion, Am Sichelwerk Loop-Installationen beim Offenen Atelier

Alle Filme von Klaus Schreier sind auf youtube zu sehen: www.youtube.com/user/FilmfreundeMetaluna

Alle möglichen Informationen zum Schmalfilm sind hier zu finden: www.filmvorfuehrer.de/forum/13-schmalfilm/

Ganz schön filmisch

10. März 2011 lweser Keine Kommentare

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Freitag, 11. März 2011, 19.30 Uhr, Velodrom, Regensburg
Premiere: Die Kassette. Ein bürgerliches Lustspiel von Carl Sternheim (1878-1942), inszeniert von Janusz Kica.
www.theaterregensburg.de

Freitag, 11. März 2011, 20.00 Uhr, Kunstverein GRAZ, Schäffnerstr., Regensburg
Vernissage: Take A Look - Deutsch-Polnische Freundschaft. Malerei, Fotografie, Video, Skulptur und Installation von Rayk Amelang, Jessica Kallage-Götze, Black Judas und Piotr Miazga. Anschließend legen Chatte Grise elektronische Musik auf. Volles Programm also, und kein Grund danach nicht zur Sublime-Party zu gehen, alles klar?
www.kunstvereingraz.de | www.myspace.com/chattegrise

Freitag, 11. März 2011, 21.00 Uhr, W1, Weingasse, Regensburg
Konzert: Singer-Songwriter aus Bayern mit The Marble Man und John Deer. Dass Fendt und New Holland auch spielen werden, ist lediglich ein Gerücht aus Thalmassing. Eintritt 5 €
www.themarbleman.de | myspace.com/johndeersound | myspace.com/w1_regensburg

Freitag, 11. März 2011, 23.00 Uhr, Leerer Beutel, Regensburg
Sublime, mit Markus Guentner und Marc Zimmermann
www.sublime-music.de

Samstag, 12. März 2011, 19.00 Uhr, galerie konstanin b., Regensburg
Vernissage Karin Jobst - around heaven and men. Filmische Fotografien. Die Ausstellung geht bis 24. April 2011.
www.karinjobst.de

13.-15. März 2011, 20.30 Uhr, Filmgalerie Leerer Beutel
Nichts ist besser als gar nichts, Jan Peters, D 2010; ein altbekannter Gast der Regensburger Kurzfilmwoche, diesmal mit einem Langfilm.
www.filmgalerie.de

16.-24. März 2011, Regensburg
17. Kurzfilmwoche
Eröffnung: Mittwoch, 16. März, 19.00 Uhr, Ostentor-Kino. Nach den Reden gibt es wieder eine Band: diesmal die Regensburger Containerhead.
www.regensburger-kurzfilmwoche.de

17.-27. März 2011, Nürnberg
16. Filmfestival Türkei/Deutschland mit Ehrengast Fatih Akın. Wer es nicht bis nach Nürnberg schafft, kann im Regina-Kino in Regensburg „Almanya. Wilkommen in Deutschland“ (D 2010, Regie: Yasemin Samdereli) ansehen. Der Multi-Kulti-Komödie der türkischstämmigen Schwestern Nesrim und Yasemin Samdereli, rief auf der diesjährigen Berlinale große Begeisterung beim Publikum hervor. Vom 11.-31. März läuft im Regina auch der türkische Kurzfilm „Meine Mutter lernt Kino“ (Türkei 2006, Regie: Nesemi Yetik).
www.fftd.net

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