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Archiv für Mai, 2012

40 Jahre Kinokneipe

31. Mai 2012 lweser Keine Kommentare

Donnerstag, 31. Mai 2012, 20.15 Uhr, Garbo Kino, Weißgerbergraben, Regensburg
Film: Zwei Deppen und das Au Pair, so heißt der neue Erik Grun und passt wieder hervorragend zu den spanischen Kulturtagen. Und die Perücke ist wirklich sagenhaft! Bis 05. Juni, Fr., Sa., So. um 18.00 Uhr.
www.altstadtkinos.de

Samstag, 02. Juni 2012, 19.30 Uhr, Velodrom, Arnulfsplatz, Regensburg
Premiere/ Ballett: creative attack - Junge Choreografen VIII
Weitere Vorstellungen: 06./07. Juni, 06. Juli 2012, jeweils 19.30 Uhr; Preise: Mo-Do 22,30 €, Fr-So 23,10 €
www.theaterregensburg.de

Samstag, 02. Juni 2012, 15.00 Uhr, Kinokneipe, Adolf-Schmetzer-Str., Regensburg
Jubiläum: Ein Jahr nach dem Ostentor-Kino darf nun auch die Kinokneipe ihren Vierzigsten feiern. Seit 1973 sind schon viele aus- und eingegangen, aber nur wenige, die die Gründung miterlebt haben sind heute noch unter uns. Die, die noch da sind, werden den Teenagern erzählen können, wie es so kurz nach dem zweiten Weltkrieg gewesen ist, als es noch fast nichts gab und man aus leeren Care-Paketen eine Lokaleinrichtung zauberte. Ach ja, Beige GT und Jenny Lund sollen auch noch auftreten, ebenso wie ca. 20 weitere bands aus dem Kinokneipenumfeld, und ein Ständchen gibt’s von den Kassel-Heimkehrern Kosmos Ost-Damen.
www.kinokneipe.de

Sonntag, 03. Juni 2012, 20.00 Uhr, Kino Wintergarten, Andreasstadel, Regensburg
Konzert: TEICHMANN + SÖHNE, könnte aber auch Teichmänner und Vater heißen. Egal, der jung gebliebene Freejazz-Haudegen spielt zusammen mit seinen auch nicht mehr so jungen Elektro-Sprösslingen klassische Teichmann-Stubenmusi im Kino. Klasse!
www.kinos-im-andreasstadel.de | www.myspace.com/uliteichmann | gebruederteichmann.net

Di./Mi., 05./06. Juni 2012, 20.30 Uhr, Akademiesalon, Kino im Andreasstadel, Regensburg
Theater: Solo für den Teufel, Wiederaufführung des ue-Theaters. Eintritt: abhängig vom Einkommen (mindestens 5,60), also Lohnsteuererklärung mitnehmen!
www.kinos-im-andreasstadel.de | www.uetheater.de

noch bis Mittwoch, 06. Juni 2012, Regenburg/Pilsen/Prag
CinEScultura. 5. Spanisches Film- und Kulturfestival. Mit dem Schwerpunkt auf die Region „Comunidad Navarra“ im Nordosten Spaniens (von der Größe der Oberpfalz) und Mexiko.
www.cinescultura.de

Ab Donnerstag, 07. Juni 2012, 19.00 Uhr, Filmgalerie, Leerer Beutel, Regensburg
Film: Sushi – the global catch, USA 2011, Regie: Mark S. Hall; Doku über die Überfischung unserer Meere und die Kunst des Rohe-Fische-in-mundgerechte-Happen-Essens. Bis 13. Juni.
www.sushitheglobalcatch.com | www.filmgalerie.de

Donnerstag, 07. Juni 2012, 21.00 Uhr, Kino Wintergarten, Andreasstadel, Regensburg
Kinoperformance: The Diamond Road Show. Der Musiker Digger Barnes und der Zeichner und VJ Pencil Quincy zeigen ein musikalisch unterstütztes Live-Comic-Roadmovie. Hierzu hat Pencil Quincy eigens eine Magic Machine entwickelt. Klingt zumindest sehr interessant.
www.kinos-im-andreasstadel.de | www.diamondroadshow.com

07.-10. Juni 2012, ab 14.00 Uhr, Stadtamhof und St. Katharinenplatz, Regenburg
10. Oberpfälzer Mundart-Festival mit schlimmer und weniger schlimmer Musik aus Bayern und dem angrezenden Ausland.
www.mundartfestival-regensburg.de | www.mundartageh.de

Buchtipp: Schräge Heimat. Abgefahrene Sehenswürdigkeiten in Bayern

31. Mai 2012 sgruen Keine Kommentare

Die etwas anderen Ausflugstipps

(Sigrid Grün)

Liebhaber kurioser Ausflugstipps finden hier ihre Bibel, denn Ute Friesen und Jan Thiemann haben nun auch endlich einen Bayern-Band aus der Reihe “Schräge Heimat” fertiggestellt. Ab und an findet man den einen oder anderen schrägen Ausflugstipp in herkömmlichen Reiseführern - etwa die “größte Kaffeekanne der Welt” im oberfränkischen Selb. Dort existieren sogar mindestens zwei Riesenkaffeekannen: in einem Verkehrskreisel und vor dem Dänischen Bettenlager…
Wer also etwas Besonderes sehen und erleben möchte, sollte hier zuschlagen.
Denn die Ausflugstipps in diesem Buch sind wirklich vom Feinsten! Und das Schöne daran ist, dass man auch in abgelegenere Gegenden kommt und nicht nur durch München und andere “Hotspots” tingelt. Es sind z.B. auch viele ostbayerische Ziele drin, was uns natürlich ausgesprochen freut :-)
Zu finden ist hier u.a. die größte Teeaufgussbeutelpackungssammlung in Abtswind, der älteste Perlonstrumpf der Welt in Altenstadt, eine ganz besondere Hammerschmiede in Altmannstein-Hexenagger, ein Raubtierasyl, das deutsche Fahrradmuseum mit der Sammlung Sojc in Bad Brückenau (leider ist das Museum umgezogen, früher befand es sich im wunderschönen Tal der schwarzen Laber in der Nähe von Regensburg), die größte Beo-Voliere Bayerns, vertrocknete Lamaföten in einem Missionsmuseum, das Deutsche Schreibmaschinenmuseum, eine Korallenzucht, ein Schwemmgutmuseum, eine Obstarche mit vom Aussterben bedrohten Obstsorten, die “Besenwelten” in Günzburg-Denzingen, eine Bierkrugdeckelsammlung, ein Fernwehpark, eine Prinzessinenmumie, eine Schuhlöffel-, Stiefelknecht und Schuhsammlung, eine Spezialgärtnerei für Insektivoren, ein Mehrgenerationenspielplatz, eine Siebenschläferkirche, ein Wurzelmuseum, Bauerngolf, ein Clownmuseum, eine Elefantenohrtrommel u.v.m.
Die Auswahl ist wirklich riesig und ich garantiere: Es ist für jeden etwas dabei!
Als Ostbayer kennt man sicher schon einige Ziele, weil sie in der Nähe sind. Umso erstaunlicher ist es, plötzlich die kuriosen Seiten einiger Ausflugsziele zu sehen.
Wer weiß z.B. schon, dass es im Museumsladen des Freilandmuseums Neusath-Perschen Gemüse, Eier und weitere Produkte von den Museumstieren und -pflanzen gibt? Und dass dort ein Kreuz steht, an das alle Werkzeuge genagelt sind, die bei der Passion und Kreuzigung Christi verwendet wurden (plus ein Gockel). Außerdem findet man hier auch den wunderschönen Wildpark Höllohe in Teublitz - mit sprechender Krähe Laura (sie kann übrigens ihren Namen krächzen, liebe Autoren - wir haben’s selbst schon gehört!) u.v.m.
Zum Aufbau:
Gleich am Anfang findet man eine Übersichtskarte, auf der man hervorragend orientieren kann. Es folgt das Inhaltsverzeichnis und schließlich der “Hauptteil”, in dem alle Ziele in alphabetischer Reihenfolge in Wort und Bild (Comics) vorgestellt werden.
Von Abtswind bis Zell.
Jedem Ziel sind 2-4 Seiten gewidmet. In einem oragefarbenen Infokasten findet man jeweils die Adresse, Öffnungszeiten, die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und weitere Kuriositäten in der Nähe - das ist wirklich ein toller zusätzlicher Bonus, weil man auf diese Art noch unzählige weitere kuriose Ausflugstipps erhält, die zwar im Buch nicht ausführlich vorgestellt werden, oft aber doch eine Besichtigung wert sind. Hier findet man dann u.a. auch so nette Sachen wie die Sammlung alter Waschmittel in Willanzheim oder den weltgrößten Karpfen aus Stein in Neustadt an der Aisch :-)
Mir hat der Stil der Autoren sehr gut gefallen. Sie schreiben witzig und informativ.
Eigentlich sollte jeder Bayern das Buch auf der Gästetoilette ausliegen haben!

9783806225235-b

Ute Friesen; Jan Thiemann (Autoren)
Schräge Heimat. Abgefahrende Sehenswürdigkeiten in Bayern
www.theiss.de
176 Seiten

“Ächz, Seufz, Zack, Bumm?!? Literatur und Comics?!

29. Mai 2012 jneidh Keine Kommentare

Unter diesem Motto ist noch bis 30.09.2012 eine Ausstellung im Literaturhaus Oberpfalz in Sulzbach-Rosenberg zu sehen.

Der Comic scheint sich in den letzten Jahren mehr und mehr aus der Schmuddelecke wegzubewegen, in die ihn Pädagogik und bürgerliches Kulturverständnis eingentlich von Anbeginn seines Entstehens abgeschoben hatten. Die nicht nur für Comicfans interessante Ausstellung in den Räumlichkeiten des Literaturarchivs Sulzbach-Rosenberg zeigt, wie sich in den letzten Jahren der Comic den Weg in die Feuilletons erobert hat und auch renommierte große Verlage, die Bildgeschichten gerne in Form der Graphic Novel in ihr Programm aufnehmen und sie als Literatur deklarieren.

Alois Nebel, eine tschechische Graphic Novel, die Anfang des Jahres bei Voland & Quist erschien, ist ein aktuelles Beispiel, dem in der Ausstellung sogar ein eigener Raum gewidmet ist. Alois Nebel, der Fahrdienstleiter, der auf der einsamen Bahnstation im deutsch-tschechischen Grenzgebiet von den Schatten der Vergangenheit verfolgt wird, erzählt im Holzschnitt und mit allen Attributen des klassischen Comics mitteleuropäische Geschichte des 20. Jahrhunderts. Hier überschneiden sich Genres wie Comic, Roman und Sachinformation auch in ästhetisch einmaliger Weise.

In der Ausstellung sind u.a. Originalzeichnungen der beiden Autoren Jaromir 99 und Jaroslav Rudis zu sehen, sowie weiterreichende Informationen zum Hintergrund der Geschichte.

Jaromir99 - Comicautor und Sänger der Band Priessnitz

Jaromir99 - Comicautor und Sänger der Band Priessnitz

Die beiden Autoren waren übrigens zur Eröffnung der Ausstellung am 24.05.12 anwesend und traten hier auch mit Priessnitz (einer zur Zeit in Tschechien sehr angesagten Band - file under: Rockgitarre und Gesang und natürlich auf Tschechisch) auf. Zwischen den Songs gab es Geschichten rund um Alois Nebel und Informationen über Undergroundkultur in der Tschechoslowakei (vor 1989). Man konnte u.a. erfahren, dass sich die Autoren in die Psychiatrie einweisen ließen, um dem Militärdienst zu entgehen. Aus dieser Zeit stammt auch ein wichtiger Teil der Inspiration zum Comic.

Jaroslav Rudis und Kameramann

Jaroslav Rudis und Kameramann

Die Ausstellung hat aber auch sonst einiges zu bieten: So wird hier z.B. ein neu aufgefundenes Original von Wilhelm Busch gezeigt. Die Bildgeschichte “Der Kuchenteig” wurde vor einigen Jahren im Archiv des J.E. von Seidel-Verlages entdeckt und zeigt offenbar eine Vorstufe zu Max und Moritz mit dem gewohnt martialisch-pädagogischen Anspruch eines Wilhelm Busch.

Für mich als Fan besonders interessant ist auch der Ausstellungsbereich zum österreichischen Comiczeichner Nicolas Mahler, der mit seinen “Alten Meistern”, einer Comicadaption von Thomas Bernhards Roman, es tatsächlich fertig brachte, den Suhrkamp Verlag zu “knacken” und in dazu zu bringen, ein Comic in sein Programm aufzunhemen.

Die Ausstellung ist zu sehen im:

Literaturhaus Oberpfalz

Rosenberger Str. 9

92237 Sulzbach-Rosenberg

Telefon (09661) 8159590

online erreichbar unter:

info@literaturarchiv.de

www.literaturarchiv.de

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag 9-17 Uhr

(außer an Feiertagen)

Sonntag 14-17 Uhr

24. Mai 2012 lweser Keine Kommentare

24. Mai 2012, 19.00 Uhr, Galerie Isabelle Lesmeister (Obermünsterstr. 6), Regensburg
Kunstauktion Xpuls, Vorbesichtigung vom 19.-24. Mai

24.-28. Mai 2012, 19.00 Uhr, Wintergarten Kino im Andreasstadel, Regensburg
Kurdisch Filmtage

25. Mai 2012, Theater am Haidplatz , Regensburg
S/J Urfaust, Johann Wolfgang Goethe
www.theaterregensburg.de

25. Mai 2012, 23.00 Uhr, Leerer Beutel, Regensburg
Letztes SUBLIME vor der Sommerpause mit den DJs PACULT und MISS SHAPES & MOSSMAN. Bis 4.00 Uhr / 5 euro
www.sublime-music.de

26./27./28. Mai 2012, Parkplatz Donauarena, Regensburg
3-Tage-Flohmarkt

26. Mai 2012, Freilichttheater im Thon-Dittmer-Palais, Innenhof, Regensburg
Premiere/Schauspiel/Freilicht: Ein Sommernachtstraum, William Shakespeare
www.theaterregensburg.de

Samstag, 26. Mai 2012, 23.00 Uhr, Akademiesalon Kino im Andreasstadel, Regensburg,
Ex-Drummer (Koen Mortier, Belgien 2007) innerhalb der Film-Reihe von Florian Scheuerer Hard Line - Kino Extrem. Zutritt: ab 18 Jahren. Weitere Infos zur Reihe: hardline.blog.de

Categories: Filippo Franco, Lysann Weser Tags:

Veranstaltungstipp: Ausstellungseröffnung an der Uni Regensburg

21. Mai 2012 sgruen Keine Kommentare

“Wo ist Mickiewicz?” - Kunststudentin fragt nach der Verortung von Kultur

Morgen, 22. Mai findet um 18.00 Uhr im Foyer zwischen H3 und H4 im zentralen Hörsaalgebäude der Universität Regensburg die Vernissage einer Fotoausstellung von der Kunst- und Polonistik-Studentin Barbara Standtke statt.
Die Frage „Wo ist Mickiewicz?“ ist eine personifizierte Fragestellung und will allgemein nach dem Ort der Kultur fragen. Wo ist Kultur erlebbar? Ist ein kulturelles Verständnis der eigenen klassischen Kultur auch im Alltag spürbar oder ist sie nur in Museen oder in Räumlichkeiten von Bildungseinrichtungen zu finden?
Mit der Frage nach dem polnischen Dichter der Romantik sucht die Regensburger Studentin der Polonistik und der Bildenden Kunst Barbara Standke in ihrem Projekt nach dem Ort der Kultur in der heutigen polnischen Gesellschaft.
Die Ergebnisse ihrer Suche präsentiert die Ausstellung der Universität Regensburg zum „Internationalen Tag“ des „Akademischen Auslandsamts“. Fotografien von Alltagsszenen auf der „Mickiewiczstraße“ in Toruń / Thorn, eine Fotodokumentation über ein phantasievolles Literaturprojekt für Kinder und Jugendliche sowie der Kurzfilm „Wo ist Mickiewicz?“ vermitteln überraschende Ein- und Ausblicke zum Ort der Kultur im Leben, zu Mickiewicz in Polen!

Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Juni 2012 zu sehen.

Foto: Barbara Standke

Foto: Barbara Standtke

Buch-Tipp: Die deutsche Seele von Thea Dorn und Richard Wagner

20. Mai 2012 sgruen Keine Kommentare

Was ist deutsch und warum eigentlich?

(Sigrid Grün)

Thea Dorn und Richard Wagner sind bekannt: Dorn insbesondere als herausragende Krimiautorin (”Die Hirnkönigin”), Wagner vor allem als Romanautor und Ex-Ehemann von Nobelpreisträgerin Herta Müller. Dorn wuchs am Main auf, Wagner als Angehöriger einer deutschen Minderheit im rumänischen Banat. Wie nähern sich nun zwei Menschen - beide Deutsche, beide in völlig unterschiedlichen Kontexten sozialisiert - dem Thema “deutsche Seele” an?

Das Buch ist ein durchaus literarisches Sachbuch, das von zwei Autoren geschrieben wurde, die als Romanautoren selbst einen Bezug zur deutschen Literatur haben. Das merkt man den Texten auch an, da sie sprachlich gehoben sind und keine reinen Sach- oder Kolumnentexte. Den Themen widmen sich die beiden teilweise mit unterschiedlicher Intensität. Gleich am Anfang sieht man schon, dass von Thea Dorn z.B. Abendbrot und Abgrund mit unterschiedlicher Länge und Tiefe behandelt werden und dass hier das Interesse der Autorin doch eher im germanistischen als im Bereich der Alltagskultur anzutreffen ist. Wobei sich aber durchaus auch gewollte Überschneidungen ergeben, z.B. Thomas Mann und sein ‘Feierabendbierchen’. Das Buch könnte man von der Gesamtschau durchaus gut als ‘anspruchsvolle Unterhaltung’ bezeichnen, was aber nicht bedeuten soll, dass das Thema trivial wäre, sondern dass die Essays zu den Themen schon auch Hintergrundwissen und ein Bewusstsein für kulturelle Eigenheiten ‘des Deutschen’ (wenn man so sagen wollte) erfordern.
Im Buch geht es, grob gesagt, um so etwas wie das deutsche kulturelle Gedächtnis. Dinge, die ‘Deutschland’ zu dem machen, was es ist, oder zu sein scheint. Hier wird nicht eine zusammenhängende, vielleicht sogar chronologische Geschichte erzählt, den Start machen auch keine Theorien, was man allgemein als ‘deutsch’ bezeichnen könnte, nein, die Autoren haben gesammelt, durchaus auch subjektiv, welche Begriffe Deutschland charakterisieren und wie es eigentlich dazu gekommen ist. Da dürfen natürlich Begriffe wie Ordnungsliebe und Kleinstaaterei, Schadenfreude oder Reinheitsgebot und Spießbürger nicht fehlen. Aber es gibt auch Überaschendes wie Pfarrhaus, Forschungsreise und Freikörperkultur zu entdecken. Ich habe allerdings die Pünktlichkeit vermisst! Jedenfalls wird der Begriff dann meist geschichtlich, oft auch mit persönlichem Bezug und auch meistens mit etwas ironischem Anklang dargestellt. Die verschiedenen Begriffe werden im Rahmen des Essays für den Leser durchaus unterhaltsam präsentiert. Das Buch eignet sich hervorragend zum Querlesen und Schmökern. Man kann sich auch an zahlreichen, oft kuriosen Bildern ergötzen. Zielgruppe des Werkes dürfte doch ein eher bildungsbürgerlich orientiertes Publikum sein, da eben oft Bezug z.B. auf den Literaturkanon genommen wird. Wer daran ein Interesse mitbringt und mit Verweisen und Zusammenhängen auf und in der deutschen Geschichte etwas anfangen kann, der ist hier an der richtigen Adresse, denn das Buch ist kein rein soziologisches/germanistisches oder geschichtliches Sachbuch.
Fazit: Ein spannendes und teilweise sehr interessantes Projekt, manche Aufsätze sind vielleicht ein bisschen lang, andere dafür ein bisschen kurz. Insgesamt aber stimmig, anspruchsvoll und doch auch unterhaltsam. Ein Buch das zeigt, wie wichtig auch in Deutschland eine Beschäftigung mit der eigenen (auch nationalen) Identität ist.

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Thea Dorn; Richard Wagner (Autoren)
Die deutsche Seele
www.knaus-verlag.de
560 Seiten

Aufstieg, Champions League Finale und das

17. Mai 2012 lweser Keine Kommentare

Freitag, 18. Mai 2011, 19.30 Uhr, Theater am Bismarckplatz, Regensburg
Opern-Premiere: Falstaff von Giuseppe Verdi. Musikalische Leitung: Tetsuro Ban, Inszenierung: Ernö Weil. Mit Johannes Schwärsky, Seymur Karimov, Cameron Becker u.v.a.
Weiter Vorstellungen: 20.(15 Uhr)/23./27./29. Mai, 01./18./22./25./28. Juni, 01./06./11./17./19. Juli 2012, jeweils 19.30 Uhr.
www.theaterregensburg.de

Freitag, 18. Mai 2011, 20.00 Uhr, Kunstverein Graz, Schäffnerstr., Regensburg
Buchpräsentation: Schwafi stellt Volxfest, den dritten Teils seiner Rengschb…, Ääh Randsberg-Trilogie vor, natürlich mit den Spackos.
www.schwafi.com | www.kunstvereingraz.de

Freitag, 18. Mai 2011, 20.30 Uhr, W1, Weingasse, Regensburg
Konzert: Handish, junger knackiger Rock mit altem Knacki. Vorprogramm: Juan Solo
jungekultur-regensburg.de

Samstag, 19. Mai 2011, 20.00 Uhr, div. Kirchen, Altstadt, Regensburg
Nacht der offenen Kirchen, offen sind sie ja im Prinzip immer, nur nicht so spät und so inszeniert mit Licht und Musik u.a. von Heinz Grobmeier. Bis 24.00 Uhr.
www.domplatz-5.de

Nach der Frankreich- ist vor der Spanienwoche

10. Mai 2012 lweser Keine Kommentare

Freitag, 11. Mai 2012, 20.00 Uhr, Kunstverein GRAZ, Schäffnerstr., Regensburg
Ausstellungseröffnung: TMEO - Negro, más negro, negrisimo Eine grausame Comicreise durch Spanien in Zusammenarbeit mit CinEScultura (16. Mai-06. Juni); bis 02.Juni.2012
Öffnungszeiten: Fr - Sa 16 - 19 Uhr
www.tmeo.org | www.kunstvereingraz.de | www.cinescultura.de

Freitag, 11. Mai 2012, 20.30 Uhr, W1, Weingasse, Regensburg
Konzert: Wora Wora Washington mit A Great Volcano Ein Aufguss vom Vorjahr oder eine neue Offenbarung? Selbst checken.
ms.com/woraworawashington | ms.com/agreatvolcano | www.jungekultur-regensburg.de

Samstag, 12. Mai 2012, 20.30 Uhr, Filmgalerie im Leeren Beutel, Regensburg
Preisverleihung und Filmvorführung der (zwei) Gewinnerfilme des erstmals innerhalb der CinEScultura ausgeschriebenen Wettbewerbs rund um den Jakobsweg / „Puente entre culturas“. Der mit 500 € dotierte Preis wird von Xacobeo Galicia (dem galizischen Ministerium für Tourismus und Kultur) und El Puente (dem deutsch-spanischen Verein in Regensburg) gestiftet.
www.filmgalerie.de | www.cinescultura.de

Sonntag, 13. Mai 2012, 11.00 Uhr, Bahnhofspostamt, Regensburg
Literatur auf Achse. Zum vierten Mal gibt es die ca. 90minütige Rundfahrt im historischen Postbus-diemal in den Westen von Regensburg. Regensburger Schriftsteller lesen an verschiedenen Stationen neue Texte zum Stadtteil vor. Mit Karin Holz, Angela Kreuz, Marita A. Panzer, Florian Sendner, Rolf Stemmle; Eintritt: 10/8 €
www.vs-ostbayern.de

Dienstag, 15. Mai 2012, 20.30 Uhr, Kunstverein GRAZ, Regensburg
Film in Anwesenheit der Regisseurin Ana Diez: Ander eta Yul/Ander und Yul E 1989, 90 min, OF, im Rahmen der CinEScultura und der dazugehörigen Ausstellung TMEO im GRAZ; Eintritt: 5/6 €; Ana Diez wird auch am Mittwoch und Donnerstag in der Filmgalerie im Leeren Beutel ihre Filme Algunas chicas doblan las pienas cuando hablan/Einige Mädchen schlagen beim Sprechen die Beine übereoinander, La Mafia en La Habana/Die Mafia in Habana und Paisito/Kleines Land vorstellen.
www.filmgalerie.de | www.cinescultura.de | www.kunstvereingraz.de

cinescultura_p1216. Mai – 06. Juni 2012, Regenburg/Plzeň/Praha
CinEScultura. 5. Spanisches Film- und Kulturfestival. Diesmal steht die Region „Comunidad Navarra“ im Nordosten Spaniens (von der Größe der Oberpfalz) und Mexiko im Mittelpunkt. CinEScultura ist ein Gemeinschaftsprojekt des Arbeitskreis Film, des Forschungszentrum Spanien der Universität Regensburg und des deutsch-spanischen Vereins El Puente. Cinescultura arbeitet für einzelne Projekte auch mit anderen kulturellen Institutionen Regensburgs zusammen. Seit 2011 kooperiert CinEScultura mit dem Zentrum für spanische Sprache und Kultur der Partnerstadt Pilsen. Auch in diesem Jahr findet wieder ein Austausch statt. Der Filmemacher Alber Ponte und DJ Javier Rial werden in Pilsen und Prag auftreten und Pilsen stellt Regensburg seine Flamenco-Ausstellung zu Verfügung. Die spanischsprachige Filmwoche besteht wie letztes Jahr aus einem europäischen und einen lateinamerikanischen Teil. Die navarrischen Regisseure Félix Viscarre und Ana Diez und der mexikanische Filmemacher Jorge Ramirez-Suárez werden persönlich ihre Filme vorstellen. Es gibt Kurz-, Lang-, Spiel- und Dokumentarfilme.
Und da die 5. Spanienwoche auch schon ein kleines Jubiläum ist, luden die Veranstalter Gäste und filme aus den letzten Jahren ein. So wird der galicische Regisseur Albert Ponte am 28. Mai seine neuen Kurzfilme vorstellen. Vom asturischen Regisseur Juan Antonio Quirós werden in einem Double Feature zwei Filme gezeigt und der Film „Bertsolari“ erinnert an den gleichnamigen baskischen Improvisationsdichter.
Freitag, 11. Mai, 20.00 Uhr, Kunstverien Graz (Schäffnerstr.): Ausstellungseröffnung: „TMEO - Negro, más negro, negrisimo“ Eine grausame Comicreise
Dienstag, 15. Mai, 20.00 Uhr, Jazzclub Regensburg: Konzert: Jota Jazz
Mittwoch/Donnerstag, 16./17. Mai 2012, Filmgalerie im Leeren Beutel, Regensburg
Film in Anwesenheit der Regisseurin Ana Diez:„Algunas chicas doblan las pienas cuando hablan/Einige Mädchen schlagen beim Sprechen die Beine übereoinander“, „La Mafia en La Habana/Die Mafia in Habana“ und „Paisito/Kleines Land“ vorstellen.
Mittwoch, 16. Mai, 20.00 Uhr Leerer Beutel, Regensburg: Eröffnungsfest; Eintritt: frei
Donnerstag, 17. Mai, 19.00 Uhr, neuer Kunstverein (Dr. Gessler Str.), Regensburg: Foto-Ausstellungseröffnung in Anwesenheit des mexikanischen Fotografen Francisco Mata Rosas
www.cinescultura.de

Les bien-aimés und die Nova Vlna

9. Mai 2012 lweser Keine Kommentare

Kino-Premiere/Frankreichwoche: Die Liebenden. Von der Last, glücklich zu sein / Les bien-aimés, F 2011, Regie: Christophe Honoré

dieliebenden

Der hochkarätig besetzte Film Die Liebenden von Christophe Honoré, erinnert nicht nur durch seinen Untertitel an die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Auch Details des ersten Abschnitts gleichen Milan Kunderas berühmten Roman. Ähnlichkeiten beider Geschichten finden sich z.B. in einem der männlichen Protagonisten (tschechischer Arzt), sowie in Ort (Prag/Paris) und Zeit (um den Prager Frühling). Ein weiterer Vergleich, der sich unweigerlich aufdrängt ist der mit Jacques Demys Die Regenschirme von Cherbourg. Denn in Die Liebenden wird ebenso wie in den „Regenschirmen“ gesungen. Dort beginnt es in einem Schuhgeschäft, hier in einem Regenschirmladen, jeweils Anfang der 60er Jahre.
Der Film der neben Paris und Prag, auch in London, Montréal und Reims spielt, ist in verschieden Dekaden bis in die 00er Jahren unterteilt. Über die Jahrzehnte kann man zuerst Madeleine (Ludivine Sagnier, Catherine Deneuve) und später auch ihre Tochter Vera (Chiara Mastroianni) bei ihren verschiedenen Liebesbemühungen, beobachten. Trotz Überlänge, sind diese Neigungen nicht immer nachvollziehbar. Man könnte einwenden, dass genau das das Wesen der Liebe ausmacht, welches eben nicht unbedingt mit dem Verstand zu fassen ist.
Die verschiedenen Jahrzehnte, werden hauptsächlich durch Kleidung, Autos und verschiedene Alltagsutensilien dargestellt (von denen der ein oder andere allerdings seiner Zeit vorweggenommen wird). Historische Ereignisse, wie der Einmarsch der russischen Panzer in Prag oder der 11. September geschehen nur am Rand. Die Handlung wird nicht dadurch, sondern allein durch die persönlichen Empfindungen der Protagonistinnen vorangetrieben. Nicht der Panzer wegen verlässt Madeleine ihren Mann und Prag, sondern weil er sie betrügt. Nicht der Terroranschläge in New York wegen bringt sich Vera um, sondern… Ja warum eigentlich? Auch die Motivation für diese Tat bleibt dem Zuschauer ebenso ein Rätsel, wie die seltsame Liebe zu dem homosexuellen Schlagzeuger, den sie nur kurz in London kennengelernt hat. Und auch das ist ein nichtrationaler Vorgang, dem Wesen der Leibe nicht unähnlich.

Für all jene, die sich mit der Nova Vlna (der tschechoslowakischen Neuen Welle) auskennen, dürfte der ein oder andere Name ein paar Assoziationen auslösen. So lautet der Familienname des tschechischen Arztes Jaromil „Passer“. Ivan Passer gehörte neben Miloš Forman, der den alten Jaromil spielt, zu den Vertretern der Neuen Welle. Ivan Passer taucht übrigens sogar im Abspann auf. Der Vorname Jaromils Tochter wiederum erinnert an Věra Chytilová, die ebenfalls Vertreterin der neuen Welle war.

Die Liebenden. Von der Last, glücklich zu sein F 2011, 135 min
Regie + Drehbuch: Christophe Honoré,
Darsteller: Catherine Deneuve, Ludivine Sagnier, Chiara Mastroianni, Louis Garrel, Miloš Forman, Paul Schneider, Radivoje Bukvic

Läuft weiter bis 23. Mai im Wintergarten. Kino im Andreasstadel
www.kinos-im-andreasstadel.de | www.dieliebenden.senator.de

Sol Gabetta spielte im Regensburger Audimax

9. Mai 2012 sgruen Keine Kommentare

Weltklasse-Cellistin verzauberte das Regensburger Publikum

(Sigrid Grün)

Bereits mit zehn Jahren hat die gebürtige Argentinierin Sol Gabetta ihren ersten Wettbewerb gewonnen. Mittlerweile gehört sie zu den renommiertesten Cellisten der Welt und arbeitet mit führenden Orchestern und Dirigenten zusammen.
Am vergangenen Samstag präsentierte sie gemeinsam mit dem BBC Philharmonic Orchestra (Dirigent: Juanjo Mena) Schuberts Sinfonie No. 5, Schumanns Cellokonzert und Elgars Enigma-Variationen.

Dabei zeigte die junge Musikerin gewaltige Präsenz und Leidenschaft. Ihre Ausstrahlung und Natürlichkeit machen die 30-Jährige besonders sympathisch. Während des Konzerts in Regensburg vermochte sie es, eine Nähe zum Publikum zu schaffen und hervorragend mit dem Orchester zu kommunizieren.
Besonders Schumanns Cellokonzert war geprägt vom gelungenen Dialog - u.a. durch Blickkontakt mit den Musikern - zwischen Gabetta und dem Orchester.
Beeindruckend war auch der kräftige Klang des Violoncellos. Auch die höchsten Töne waren bei diesem Stück, das alle Lagen des Cellos umspannt, absolut klar und stark hörbar, bei den tiefsten Tönen gab es kein “Gebrumme”.

Während Schuberts Sinfonie No. 5 und Schumanns Cellokonzert eher erfrischend, leicht und tänzerisch waren, wirkten Elgars Enigma-Variationen bombastisch. Es kam viel Schlagwerk zum Einsatz und auch viele Bläser - insbesondere das tiefe Blech dominierte. Sowohl das Klarinetten- als auch das Cello-Solo überzeugten auf ganzer Linie.

Sol Gabetta und das BBC Philharmonic Orchestra bescherten dem Regenburger Publikum einen absolut gelungenen und abwechlsungsreichen Konzertabend.

Informationen zu den weiteren Odeon Concerten in Regensburg sowie Karten gibt es wie immer unter:

www.odeon-concerte.de