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Archiv für Oktober, 2012

Tres Hombres (ZZ Top), Diamond Dogs (David Bowie) und 1 Stunde gratis

25. Oktober 2012 lweser Keine Kommentare

Freitag, 26. Oktober 2012, ab 15.00 Uhr, Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg
Animations-Workshop STOP! MOTION ! für junge Menschen bis 26 Jahren in Zusammen arbeit mit dem W1 - Zentrum für junge Kultur. Dabei soll u.a. eine Animationsfilm entstehen der am 7.11.2012 im W1 gezeigt wird.
www.donumenta.de

Samstag, 27. Oktober 2012, 19.00 Uhr, Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg
seltsamer und dringend notwendiger Vortrag zur donumenta: Kunst im Gehirn - Vermittlung aktueller Kunst. Es referiert die Neurolinguistin(!) Dr. Manuela Macedonia(!#) vom Institut „Neuroscience for you“(?!?!) der Universität Linz (OK!).
www.donumenta.de | www.kunstforum.net

Samstag, 27. Oktober 2012, 19.00 Uhr, Hesperidengarten, Schnaitterhof, Wenzenbach
eine etwas verspätete Sommerverabschiedung ist die lange Nacht der Hesperiden mit Kulinarischem und der Musik der Tres Hombres und der Diamond Dogs. Eintritt 10 €
www.hesperidengarten.info

Samstag, 27. Oktober 2012, ab 22.00 Uhr, Büro, Keplerstr., Regensburg
aktueller ist die Zeitumstellungsparty Lange Nacht im Büro mit pitoresken Poppräziosen von DJ Säm. Eintritt wie immer 0 €
www.buero-regensburg.de

noch bis Sonntag, 28. Oktober 2012, u.a. Kinos Central und Scala, Hof
46. Hofer Filmtage u.a. mit dem Schwerpunkt Rosa von Praunheim (oje).
www.hofer-filmtage.com

Dienstag, 30. Oktober 2012, 19.00 Uhr, Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg
Vortrag über das Werk von Anselm Kiefer mit Auschnitten aus Sophie Fiennes Film Over your cities grass will grow, dargeboten von Günther Oberhollenzer (Essl Museum, Klosterneuburg). Als die deutsche der 14 Positionen aktueller Kunst im Donauraum ist Kiefers knapp 20 Jahre altes Werk Das Goldene Vlies ausgewählt worden.
www.donumenta.de | www.kunstforum.net

Mittwoch, 31. Oktober 2012, 22.24 Uhr, Filmgalerie, Leerer Beutel, Regensburg
Halloween-Kurzfilmwochen-Special: Grusel-Film-Nacht mit einem fröhlichen Potpourri aus internationalen Grusel- und Horror-Kurzfilmen. Und wer verkleidet kommt hat sogar freien Eintritt!
www.filmgalerie.de | www.regensburger-kurzfilmwoche.de

Buch-Tipp: Kunst und Psyche. Familienverhältnisse - von Tilmann Moser

24. Oktober 2012 sgruen Keine Kommentare

Künstler auf der Couch

(Sigrid Grün)

Tilmann Moser ist Psychoanalytiker und verfügt über reichlich Erfahrungen im Bereich Familien- und Paartherapie. Dieser Erfahrungsschatz und sein großes Interesse für Kunst haben ihn dazu veranlasst, sich dem Thema “Familienbeziehungen” zu widmen. Bilder sind ein Spiegel der Seele, sowohl des Künstlers als auch des Betrachters, bei dem sie bestimmte Reaktionen auslösen. Tilmann Moser gelingt es mit seinen tiefenpsychologischen Deutungen bekannter Kunstwerke einiges über die Zeit und den Entstehungshintergrund, aber auch über die Persönlichkeit des Künstlers auszusagen.
Wie hat sich das klassische Familienmodell in den vergangengen Jahrhunderten geändert? Ganz klar ist eine Entwicklung ablesbar. Während früher Großfamilien dominierten, findet man in der Moderne oft nur noch Paare - ohne Kinder oder nur mit ein bis zwei Nachkommen.
Auf 60 farbigen Abbildungen, die Kunstwerke als Ganzes oder im Detail zeigen, kann der Betrachter nachvollziehen, wie sich der Umgang der Künstler mit dem Thema Familie gewandelt hat - und wie sich eben auch das Bild von der Familie geändert hat. Welche Konflikte wurden früher ausgetragen und welche Probleme dominieren moderne Paar- und Familienkonstellationen?
Moser nähert sich dem Thema indem er Bildkomplexe thematisch zusammenfasst: “Die heilige Familie”, “Paarbeziehungen - Alles begann mit Adam und Eva”, “Familiendynamik - Glück und Verstrickung”, “Eltern und Großeltern” und “Familien im Elend”. Von der Barockmalerei, über Familienporträts aus der Zeit des Biedermeier und surrealistische Bilder bis hin zu zeitgenössischer Kunst (etwa Antje Stockers “Die innere Familie” von 2010) ist vieles vertreten.
Neben den historischen und biographischen Entstehungshintergründen lässt Tilmann Moser auch immer eine fundierte tiefenpsychologische Deutung in die Bildinterpretationen einfließen. Die Bildbeschreibungen und -interpretationen wirken dabei stets lebendig und sind sehr gut lesbar, nicht zuletzt, weil der Autor auf jeglichen psychoanalytischen Fachjargon verzichtet.

Fazit:
Tilmann Moser ist ein ausgesprochen spannendes Werk gelungen, das die Augen für ein Thema öffnet, das sowohl in der Kunst als auch in der Psychoanalyse eine wichtige Rolle spielt. Dabei kann ein psychoanalytischer Zugang die Kunstanalyse und die Betrachtung von Kunstwerken die Psychoanalyse erleichtern. Damit befruchten sich die beiden Zugangsweisen gegenseitig.

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Tilmann Moser (Autor)
Kunst und Psyche. Familienverhältnisse
www.belser-verlag.de
128 Seiten

Tauben fliegen auf Sulzbach-Rosenberg

18. Oktober 2012 lweser Keine Kommentare

Freitag, 19. Oktober 2012, 19.00 Uhr, Andreasstadel, Regensburg
Eröffnung der Kulturtage im Künstlerhaus in site seeing. Mit offenen Ateliers (1. und 2. OG), Ausstellung (4.OG), Konzert der Hochschule für katholische Kirchenmusik (So. 19h) und dem Film 6x Venedig (I 2010, Carlo Mazzacurati) jeweils Fr. und Sa. 20h30.
auch noch Samstag, 20. Oktober: 15 – 19 Uhr
und Sonntag, 21. Oktober: 15 – 19 Uhr
www.kuenstlerhaus-andreasstadel.de

Freitag, 19. Oktober 2012, 21.00 Uhr, W1, Weingasse, Regensburg
Konzert mit Sorry Gilberto (Berlin) und Godspeed Bug(killer)quartett (Regensburg)
www.sorrygilberto.com | godspeedbugkiller.bandcamp.com | jungekultur-regensburg.de

Samstag, 20. Oktober 2012, 14.00 Uhr, Literaturhaus Oberpfalz, Sulzbach-Rosenberg
Lesung, Film und Diskussion Grenzgänger – Blick donauabwärts mit den AutorInnen Melinda Nadj Abonji, Michal Hvorecký und Akos Doma, der Filmemacherin Tamara Milosevic (Überall nur nicht hier) und anschließender Podiumsdiskussion unter Leitung von Thomas Geiger (Literarisches Colloquium Berlin). Im Rahmen der donumenta 2012.
www.donumenta.de | www.literaturarchiv.de

Sonntag, 21. Oktober 2012, 13.30 Uhr, Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg
donumenta-Kunstshuttle zwischen den beiden Ausstellungsorten Kunstforum Ostdeutsche Galerie und Oberpfälzer Künstlerhaus Schwandorf incl. Führung sowie Kaffee und Kuchen. Abfahrt Regensburg: 13.30 Uhr, Rückfahrt 16.30 Uhr. Anmeldung erforderlich unter 55133 oder info@donumenta.de.
www.donumenta.de

Dienstag, 23. Oktober 2012, 20.00 Uhr, Alte Mälzerei, Club, Regensburg
on3-Lesereihe mit dem Thema “Kamikaze” und den AutorInnen Marco Frohberger, Sibylla Hirschhäuser und Armin Wühle sowie der musikalischen Begleitung durch Eva Jantschitsch aka Gustav aus Wien, Eintritt: frei!
on3.de | gustav.me | www.alte-maelzerei.de

Schwervon! Jenny Lund im W1

11. Oktober 2012 lweser Keine Kommentare

Freitag, 12. Oktober 2012, 21.00 Uhr, W1, weingasse, Regensburg
Konzert: Schwervon! und Jenny Lund. Das hatten wir doch schon, ist aber auch schon wieder drei Jahre her.
www.schwervon.com | www.jenny-lund.de | www.jungekultur-regensburg.de

Veranstaltungen

4. Oktober 2012 lweser Keine Kommentare

Donnerstag, 04. Oktober 2012, Donaueinkaufszentrum, Regensburg
Ausstellungseröffnung „Phantastisches Regensburg. Bilder von Manfred Sillner“
Die Ausstellung geht bis zum 20. Oktober

Donnerstag, 04. Oktober 2012, 19.00 Uhr, Leerer Beutel, Regensburg
Jazz all Night long zum 25jährigen Geburtstag des Jazzclub mit vielen Musikalischen Acts z.B. Paolo Morello und Rolli Bohnes, Gerwin Eisenhauer und Band, sowie Jakob Forster und David Fink Eisenhauer;
die Städische Galerie im Leeren Beutel hat geöffnet und die Filmgalerei zeigt 20.45 Uhr “Step Across the Borde” CH/D 1989;
Eintritt: frei

Samstag, 06. Oktober 2012, 21.00 Uhr, W1, Regensburg
Konzert: Pretty Mery K / Cat Stash

Donnerstag, 11. Oktober 2012, 20.30 Uhr, Kinos im Andreasstadel, Regensburg
Pecha Kucha Regensburg Vol .10, Eintritt: 3 €
www.hotel-des-artistes.org

Buch-Tipp: Dark Angels’ Summer von Kristy und Tabita Lee Spencer

3. Oktober 2012 sgruen Keine Kommentare

Ein beeindruckender All-age-Titel von zwei ostbayerischen Autorinnen

(Sigrid Grün)

Manche Bücher fängt man an, taucht tief in sie ein und kann erst wieder auftauchen, wenn man das letzte Wort gelesen hat. “Dark Angels’ Summer - Das Versprechen” ist so ein Buch. Geschrieben haben es die beiden oberpfälzer Autorinnen Beate Teresa und Susanne Hanika, ein Schwesternpaar, das hier unter amerikanischen Pseudonymen schreibt.
Worum geht es?
Die beiden Schwestern Dawna und Indie kehren gemeinsam mit ihrer Mutter nach längerer Zeit nach Whistling Wing, in das Haus ihrer vor einem Jahr verstorbenen Großmutter zurück. Es sind die magischen 33 Tage im Sommer, in denen die beiden gleich alt sind, nämlich 17. In dieser Zeit passieren immer ganz besondere Dinge und in diesem Jahr erleben die Mädchen diese Tage erstmals ohne ihre geliebte Granny auf Whistling Wing. Die Mutter ist auf dem Eso-Trip und verbringt die ganze Zeit mit einem Guru namens Shantani, während Dawna und Indie die schrecklichen Veränderungen bemerken, die vor sich gehen. Rätselhafte schwarze Vögel kreisen über Whistling Wing und bringen Verderben mit sich. Und die beiden Schwestern merken Stück für Stück, wie wichtig es ist, sich an die Zeit mit ihrer Granny zu erinnern…

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden Schwestern Dawna und Indie erzählt. So erfährt man als Leser, was genau in den Mädchen vorgeht, denn sie haben zunächst auch Geheimnisse voreinander. Doch schnell stellen sie fest, dass sie nur gemeinsam stark sind.
Anfangs hat man als Leser noch das Gefühl, dass die Schwestern (v.a. die jüngere Indie) den ganzen “Engelskram”, der Shantani, ihre Mutter und die Engelsseminarteilnehmer so umtreibt, für völligen Humbug halten - doch das ändert sich bald und als Leser wird man von der Geschichte mit ihrem mysteriösen Hintergrund so gefangen genommen, dass man das Buch nicht mehr aus den Händen legen kann. Auch die Liebe, die bei 17-jährigen Mädchen ja eine Rolle spielen muss, ist hier natürlich sehr wichtig - bis zum Schluss. Vor allem diese beiden Komponenten: Das Eintauchen in die mysteriöse und furcherregende Atmosphäre in Whistling Wing und das Aufkeimen der Liebe in den beiden Mädchen machen das Buch so wahnsinnig spannend. Alles hängt irgendwie zusammen und Erinnerungen aus der Vergangenheit fügen sich wie Puzzleteile Stück für Stück zu einem Ganzen. Die Spannung wird dabei bis zum Schluss aufrecht erhalten ‘ und sogar noch darüber hinaus.
Das Buch ist flüssig zu lesen und enthält viele wunderschöne Bilder, die einem einfach nahe gehen. Gerade die ersten Erfahrungen in der Liebe werden sehr behutsam ‘ an anderen Stellen aber auch emotional geschildert. Den Autorinnen gelingt es, Worte für das Unsagbare, das sich in Whistling Wing zuträgt zu finden - und diese Schilderungen lassen einem kalte Schauer über den Rücken laufen. Die Sprache der beiden Mädchen ist stellenweise sehr unterschiedlich - allein darüber artikulieren sie schon sehr stark ihre unterschiedlichen Charaktere.

Zu den Figuren:
Dawna ist die ältere Schwester - sie ist genau 11 Monate vor Indie geboren. Und sie ist die Vernünftigere, die sich immer auch um die Mutter sorgt, die immer ziemlich neben der Spur ist. Dawna ist eher sanftmütig, überlegt und sensibel - doch sie kann durchaus auch mal entschieden auftreten. Und wenn die Liebe ins Spiel kommt, ist natürlich auch Dawna nicht mehr nur vernünftig.
Indie ist sehr viel schroffer und aufmüpfiger als ihre große Schwester. Das merkt man allein schon an ihrer Ausdrucksweise - auf der ersten Seite beklagt sie sich z.B. schon mit den Worten: “Mein Arsch ist eingeschlafen!” Und auch später findet sie immer sehr treffende Bezeichnungen für den neuen Liebhaber ihrer Mutter, die vorzugsweise um das Körperteil in der hinteren menschlichen Mitte kreisen. Schon als Kind war Indie die Impulsivere, die nicht so sehr auf alles geachtet hat, was ihre Granny ihr beibrigen wollte. Trotzdem ist sie sehr sensibel und hat auch eine sehr verletzliche Seite. Ihr harsches Auftreten ist also eher ein Ausdruck der Unsicherheit.
Miley ist ein Zigeunerjunge, der etwas älter als die beiden Schwestern ist, und den die beiden schon seit frühester Kindheit kennen. Er kümmert sich um die Pferde, die auf dem Grundstück der verstorbenen Großmutter stehen. Obwohl die beiden Schwestern ihn meist wegschicken, weil sie seine “coole” Art nicht mögen und ihn als lästiges Großmaul empfinden, merkt man, dass es zwischen ihm und einer der beiden Schwestern ganz schön “knistert”.
Weitere wichtige Figuren sind Dawnas und Indies Mutter, die aber sehr viel unwichtiger ist als man meint, deren Liebhaber Shantani ‘ der wiederum eine wichtigere Rolle spielt, als man zunächst annimmt -, die Teilnehmer des Engelsseminars, die Dorfbewohner, die rätselhaften schwarzen Vögel und natürlich die verstorbene Granny, die sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht.
Die Figuren sind alle sehr klar gezeichnet - und doch geben sie bis zum Schluss Rätsel auf. Niemand ist, wie er zu sein scheint. Eine zunächst scheinbar unwichtige Figur entpuppt sich schließlich als Schlüsselfigur und eine Person, die im Leben der beiden Mädchen eigentlich eine außerordentlich wichtige Rolle spielen sollte, erweist sich als relativ unwichtig. Gerade das macht das Buch zu einer ungeheuer spannenden Lektüre. Ich habe selten ein Jugendbuch mit derart verblüffenden Wendungen und Überraschungen gelesen. Es ist wirklich nervenzerfetzend.

Fazit:
Was für ein Buch! Ich konnte es nicht zur Seite legen und habe die 480 Seiten innerhalb von einem Tag und einer Nacht gelesen. Die Atmosphäre ist so dicht und knisternd, dass man tief in die Geschichte eintaucht und einfach nicht mehr aufhören kann. Wer die Bücher von Isabel Abedi o.ä. mag, ist hier goldrichtig. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung. Unbedingt lesen!

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Kristy Spencer und Tabita Lee Spencer (Autorinnen)
Dark Angels’ Summer. Das Versprechen
www.arena-verlag.de
475 Seiten

Interview mit den beiden ostbayerischen Autorinnen Kristy und Tabita Lee Spencer / Beate Teresa und Susanne Hanika

3. Oktober 2012 sgruen Keine Kommentare
Kristy (links) und Tabita Lee Spencer

Kristy (links) und Tabita Lee Spencer

Ostbayern-Kultur: Wir sind ein Kulturportal für die Region Ostbayern und freuen uns immer, wenn unsere Themen einen Bezug zur Region haben. Ihr seid beide aus Ostbayern?

Beate Teresa Hanika: Ja, wir sind in einer Kleinstadt in der Nähe von Regensburg aufgewachsen.

Habt ihr einen besonderen Bezug zur Region oder gibt es etwas, was ihr hier besonders schätzt?

Susanne Hanika: Ja, das Wetter! (lacht) Ja, also Regensburg hat so einen tollen Flair, da fühl ich mich einfach zuhause.

BTH: Und die Landschaft, die ist wunderschön!

Und wo haltet ihr euch speziell in Regensburg am liebsten auf?

BTH: In ganz Regensburg. In der Altstadt. Ich wohn ja nicht mehr da, aber wenn ich komm, dann Bismarckplatz, Gesandtenstraße, Haidplatz. Die ganze Altstadt. Die ganzen Cafes, das Orphee zum Beispiel, oder das Anna.

Da können Fans euch also zu Gesicht bekommen!

SH: Ja, genau. Und auch in den Buchhandlungen sind wir zu finden.

In allen Buchhandlungen oder gibt’s da Favoriten?

SH: Ich geh überall gleichmäßig gerne hin, aber ganz besonders gerne geh ich in die Buchhandlung am Kohlenmarkt. Zum Altenbuchner.

Ihr seid Schwestern und ihr schreibt beide. Seit wann schreibt ihr und wie seid ihr dazu gekommen?

SH: Also, die Beate schreibt, seit sie vier Jahre alt ist. Sie konnte da noch nicht schreiben, aber sie hat meiner Mutter Geschichten diktiert. Und die musste meine Mutter ihr dann vorlesen, damit klar war, dass sie nichts ausgelassen hat.

BTH: Aber das ist nur passiert, weil meine Schwester da schon älter war und schon schreiben konnte und ich es nicht ertragen hab, dass sie mir da voraus ist.

Und du hast auch relativ früh angefangen zu schreiben und dich auch konkret an ein Publikum zu richten?

SH: Ja, genau. Das war von Anfang an meine Schwester und die Cousine. Also noch nicht die 40-jährige Frau, sondern eher so im Bekanntenkreis.

Was habt ihr als Kinder und als Jugendliche am liebsten gelesen? Und was lest ihr heute am liebsten?

SH: Ich hab ganz viel gelesen. Querbeet alles. Am Anfang so Sachen wie Pippi Langstrumpf und Michel von Lönneberga oder Joanne Aiken hab ich auch sehr gern gelesen. “Wölfe ums Schloss”, das war eine Zeit lang mein absoluter Favorit. Aber ich hab auch Enid Blyton gelesen.

BTH: Ja, unsere Mutter hat uns immer taschenweise Bücher mitgebracht. Sie war Lehrerin und hat viel aus der Bücherei mit heimgeschleppt und wir haben uns immer darauf gestürzt und alles gelesen, was da war.

Erinnert ihr euch noch an euer erstes Buch?

BTH: Ja, das war von Enid Blyton “Fünf Freund und die Schatzinsel”. Das weiß ich noch ganz genau, weil ich da kapiert hab, wie lesen funktioniert. Da war ich sechs oder so.

Und als Jugendliche dann?

SH: Also, ich hab ganz komische Sachen gelesen. Das ist jetzt vielleicht peinlich, aber ich hab ganz lang nicht kapiert, dass es etwas anderes gibt als die Bücher, die man in der Schule liest und deshalb hab ich ganz viel Bertolt Brecht, Max Frisch und Dürrenmatt gelesen. Und mit so 20 kam dann das Aha-Erlebnis: Es gibt ja noch ganz viele andere Bücher!

BTH: Also ich hab ganz viel Problemliteratur, so wie “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo”, gelesen. Ich hatte auch eine Freundin, die ganz viel gelesen hat und mit der bin ich dann immer in die Bücherei, weil was anderes durften wir nicht. Und dann haben wir dort so Sachen über Nationalsozialismus und so ausgesucht.

Dann zu eurem Schreiben. Spielt Recherche eine wichtige Rolle?

BTH: Wir haben für die Reihe (Anm. d. Red.: Dark Angels Summer) nicht besonders viel recherchiert. Also, ich hab mich mal bei einem Esoterikforum angemeldet, was ziemlich lustig war dann im Nachhinein. Ein bisschen gruslig und lustig. Aber das hat nicht viel Informationen gebracht. Und dann haben wir noch so Ortschaften recherchiert - weil’s ja in Amerika spielt. Wir haben uns Bilder angesehen von Straßenzügen, Friedhöfen und Ortschaften, Landschaften.

SH: Also ich hab zum Beispiel vor Kurzem eine Kampfszene geschrieben und da hab ich mir so ein Kampfvideo angesehen, in dem auch erklärt wurde, wer jetzt was macht und wie man den und den jetzt ausschalten kann. Das hört sich jetzt brutal an.

BTH: Wer uns auch ganz viel beim Recherchieren hilft, ist unser Bruder, weil der sich gut mit Waffen auskennt. Und immer wenn eine Frage auftaucht um Schießen oder Waffenbesitz oder wie man eine Waffe reinigt oder welche Waffen für was besonders geeignet sind, dann rufen wir immer unseren Bruder an und fragen ihn.

Ist der Polizist oder Verbrecher?

BTH: Der ist bei der Mafia. (lacht) Nein, er ist Arzt, aber er jagt auch. Er hat einen Jagdschein.

SH: Aber für meine Krimis hab ich auch andere Kontakte.

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Richtig, Susanne! Du schreibst ja auch Krimis, die hier in der Region spielen und dafür recherchierst du dann schon auch ausführlicher?

SH: Ja, genau. Da befrage ich dann schon Ballistiker von der Polizei.

Kann man da einfach so hingehen und fragen?

SH: Nein, aber ich hab den Vorteil, ich kenn einen Profiler, der auch ein Buch geschrieben hat und mit dem bin ich ständig in Kontakt und da fällt es natürlich immer leicht, zu fragen: “Hey, kannst du mir mal sagen, wie das und das geht?” Und der fragt dann auch bei den Ballistikern nach. Aber man kann auch mit der Pressestelle der Polizei sprechen. Die erzählen einem auch ganz viel. Mit denen kann man sich treffen und sie befragen. Ich sag dann zum Beispiel, “das soll passiert sein, ist das dann realistisch, dass die Kugel dann da und dorthin geht?”. Also ich hab dann schon ganz genaue Angaben und die sagen dann, nein, das funktioniert so nicht oder das ist ok.

Und sonst für die Krimis? Wie kommst du auf die Geschichten?

SH: Ich weiß auch nicht, wie einem die Dinge einfallen. Wahrscheinlich ist das schon aus dem eigenen Erfahrungsbereich, wobei das vor allem für das Außenherum wichtig ist. Bei Lesungen ist es aber oft so, dass die Leute sagen, ja, sie kennen genau diese Person - und ich kenn die eigentlich nicht.

Wenn man Regionalkrimis schreibt, kriegt man dann von Lesern häufig eine Rückmeldung?

SH: Nicht so viel. Wenn, dann bei Lesungen. Die Leute unterhalten sich dann schon gern mit mir.

Bei Dark Angels Summer ist es ja so, dass die Leser via Facebook manchmal sogar Tipps geben, wie etwas in einer bestimmten Szene sein könnte. War das von Anfang an euer Anliegen, dass die Leser da ein bisschen “mitentscheiden?”

SH: Naja, “mitentscheiden” ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Aber es ist interessant, was Leser erwarten.

Versucht ihr dann eher mit den Lesermeinungen zu brechen?

SH: Wir schreiben meistens sehr intuitiv. Wir sammeln das und haben das dann im Hinterkopf, aber letztendlich entscheiden dann Dawna und Indie, was sie machen.

Habt ihr besondere Schreibrituale? Vielleicht auch erstmal bei deinen Krimis, Susanne?

SH: Am liebsten schreibe ich, wenn meine Kinder nicht dabei sind. Deshalb schreibe ich meistens am Vormittag oder am Abend, wenn sie im Bett sind.

Wie viele Stunden hast du dafür täglich veranschlagt?

SH: Ich hätte gerne 4 Stunden am Tag, aber das geht nicht, weil ich noch was anderes machen muss, zum Beispiel Interviews geben (lacht).

Und bei dir Beate? Hast du bestimmte Schreibrituale?

BTH: Ich schreibe am liebsten zuhause, wenn die Kinder im Bett sind, am liebsten abends, aber manchmal wird’s einfach zu spät. Und nur am Rechner.

SH: Also ich schreib auch manchmal in ein Notizbuch rein.

BTH: Echt? Szenen?

SH: Ja! Dark Angels Summer weniger. Aber wenn ich zwischendurch eine Idee habe, dann schreib ich das schon auf. Das sind dann keine Szenen, sondern eher Bruchstücke.

Und wie macht ihr das, wenn ihr zwei Projekte parallel habt?

SH: Ich versuche, dass es nicht parallel ist. Bisher hat es immer so einigermaßen geklappt. Die einzige Ausnahme war mal in den Weihnachtsferien, da hatte ich zusätzlich zu Dark Angels Summer auch noch das Lektorat von meinem Krimi am Hals. Und das war schon stressig. Wobei es komischerweise schon gut funktioniert hat. Das ist wahrscheinlich, wenn man in den Figuren drinnen ist. Aber was Neues zu entwickeln, stelle ich mir ganz schwer vor.

BTH: Ich mach das gar nicht.

Wenn ihr zusammen etwas schreibt, wie ist da das Vorgehen?

SH: Ganz am Anfang ist es so, dass wir ganz lange drüber reden. Bei Dark Angels Summer haben wir schnell angefangen. Aber jetzt bei den Nachfolgern ist es schon so, dass es eine Phase gibt, in der wir nur drüber reden. Wenn klar ist, wie wir es haben wollen, besprechen wir immer vier Kapitel, dann schreibt jeder ein Kapitel und dann treffen wir uns wieder und besprechen wieder vier Kapitel.

Und wie macht ihr es, dass es zu keinen Überschneidungen kommen? Dass das nicht immer das Gleiche ist?

SH: Eine schreibt immer und gibt es der anderen. Manchmal funktioniert es aber auch, dass wir parallel schreiben.

Die Reihe spielt in Amerika und ihr habt euch auch mit amerikanischen Pseudonymen versehen. Habt ihr einen besonderen Bezug zu Amerika? Habt ihr mal da gelebt?

BTH: Du, Susanne, warst schon da, ich auch. Aber eigentlich soll es nicht Amerika sein. Es soll ein Land sein, das nicht Deutschland ist. Das würde nicht passen, dass es in Deutschland spielt. Das wäre komisch. Wegen der Atmosphäre.

Wie entwerft ihr eure Figuren?

BTH: Die tauchen einfach auf und spielen mit!

Haben die teilweise auch reale Vorbilder? (lacht)

SH: Nein, sie haben, bis auf die Comtesse keine realen Vorbilder.

OK: Das können wir ja sagen, weil die ist wahrscheinlich nicht so viel online…

SH: Genau! Die hat ihr Telefon nämlich in den Bach geworfen.

Greift manchmal eine von euch in das, was die andere geschrieben hat manchmal ein?

BTH: Es geht eigentlich nur um Kleinigkeiten. Zum Beispiel, wenn noch eine Information fehlt, etwas ein bisschen zu kurz ist.

Stand von euch von Anfang an fest, wer welche Schwester ist?

BTH & SH: Jaaa!

Und ihr denkt euch nicht manchmal, ja, jetzt könnte sich aber zum Beispiel die Dawna ein bisschen entwickeln?

BTH: Doch, die Dawna, die muss schon ein bisschen rausgehen aus sich. Das wird auch passieren. Das ist im zweiten Band auch angelegt. Die wird sich auch verändern.

SH: Die Indie muss sich auch verändern. Sie muss verantwortungsbewusster werden.

In der Dark Angels Summer Reihe ist es so, dass auch übersinnliche Phänomene eine Rolle spielen. Habt ihr da einen Bezug dazu? Glaubt ihr selber an übersinnliche Phänomene? Oder schreibt ihr einfach nur drüber?

BTH: Also ich glaube schon daran, aber meine Schwester glaubt nicht daran.

Das merkt man ja auch an den Figuren. Da ist die Indie ja auch skeptischer. Und habt ihr bei der Reihe literarische Vorbilder?

BTH: Fantasy oder so lesen wir überhaupt nicht. Die Geschichte ist ja jetzt nicht eine richtige Fantasy-Geschichte, die überhaupt nicht in der Realität angesiedelt ist und ich würde mich auch ungern beeinflussen lassen von anderen Autoren. Ich muss auch sagen, dass mir diese Bücher vom Schreibstil her auch überhaupt nicht gefallen. Ich hab schon Harry Potter gelesen und Herr der Ringe, aber die “Biss”-Reihe und so ist gar nicht mein Fall.

Habt ihr, wenn ihr einen neuen Band anfangt, schon vor Augen, wie die Geschichte verlaufen wird? Worauf alles hinauslaufen soll. Wisst ihr auch schon, wie die ganze Reihe enden wird?

BTH: Ja, also das Ende wissen wir schon. Nicht Punkt für Punkt. Aber wir wissen schon wie der dritte Band enden wird und wie der vierte Band enden soll und was grob im vierten passiert.

Gibt es irgendwelche Reaktionen oder Rückmeldungen von Lesern? Die Reihe ist ja schon stark im Online-Bereich vertreten. Es gibt viele Besprechungen…

BTH: Ja, wir haben eine Facebook-Seite, auf der wir Fragen beantworten und Kommentare kriegen. Was auch total schön ist, weil man den direkten Kontakt zum Leser hat und auch die Leser zu uns. Das ist irgendwie nett.

SH: Damit haben wir im Januar angefangen. Und es macht total Spaß mit den Leuten zu kommunizieren und auch die Rezensionen zu lesen.

Dark Angels Summer ist eher ein Buch, das sich an Frauen oder an Mädchen richtet, kriegt ihr auch mit, dass Jungs es lesen?

BTH: Wir haben auf alle Fälle viele Likes von Männern… Woran das liegt, wir wissen es nicht!

SH: Ich glaube, dass viele Männer es wegen des Covers nicht lesen und deswegen haben wir jetzt beschlossen so Schutzumschläge zu basteln. Beate hat vorgeschlagen, das aus dem Playboy zu basteln und ich hab die ct vorgeschlagen, diese Computerzeitschrift.

Und vielleicht noch ein Auto drauf!

BTH: Und das verlosen wir dann auch. Die kann man dann im Zug drum machen. (lacht)

Und wie ist das beim Cover? Redet ihr da auch mit?

BTH: Wir kriegen Vorschläge und dann können wir sagen: “Das gefällt uns nicht”.

Ihr schreibt immer noch unter Pseudonym, habt eure Pseudonyme aber auffliegen lassen, wie habt ihr das gemacht?

SH: Wir haben da zusammen mit dem Arena-Verlag eine Enthüllungsstory gemacht. Der Arena-Verlag hat über einige Wochen jeden Tag einen Tipp gegeben, wer wir sind und die Tipps sind immer spezieller geworden, so dass man erraten konnte, wer wir sind. Und die, die’s erraten haben, konnten dann signierte Bücher und Taschen gewinnen.

Und haben viele schon früh erraten, wer ihr seid?

BTH: Nein, komischerweise nicht! Die meisten haben geschrieben: “Die Autorinnen heißen Kristy und Tabita Lee Spencer. Das war echt witzig. Aber es ist auch nicht verstanden worden, dass wir Deutsche sind…

SH: Wir haben ja auch Bilder eingestellt und was aus unserem Leben erzählt. Also, es war wirklich lustig.

BTH: Aber ich bin auf Facebook mit total vielen Spencers befreundet. Und das hat wohl viele irritiert.

Was würdet ihr Menschen, die davon träumen Autor zu sein, mit auf den Weg geben?

SH: Man braucht Durchhaltevermögen! Ganz viel! Und man sollte sich nicht frustrieren lassen.

BTH: Und man sollte sich eine Agentur suchen.

SH: Und sehr selbstkritisch sein.

Und was sollte man auf keinen Fall tun?

BTH: Bei Selbstverlagen veröffentlichen, bei denen man auch zahlen muss. Es schaffen die wenigsten, aber Selbstverlag ist einfach nicht gut.

Und was ist euer Lieblingstier?

SH: Hund!

BTH: Alle! Ja, vor allem auch Hund und Pferd.

Was ist euer Lieblingsessen?

SH: Schnitzel mit Kartoffelsalat! Bei beiden. Aber eigentlich esse ich alles total gerne.

Rucola ohne alles?

SH: Ja, genau!

Welche Fragen habt ihr vermisst?

BTH: Ob wir uns manchmal schlagen? (lacht)

Und? Schlagt ihr euch manchmal?

BTH: Nein, das ist ja das Schöne, dass wir uns so gut verstehen! Wir halten einfach durch, bis zum Ende des vierten Bandes und dann kommt der Crash. (lacht)

Hat das vielleicht auch mit eurem gemeinsamen Buchprojekt zu tun?

BTH: Wir haben uns davor auch schon gut verstanden, aber jetzt telefonieren wir auch täglich mindestens drei bis vier Mal.

Würdet ihr Geschwistern auch empfehlen gemeinsam ein Buch zu schreiben?

SH: Also, das kann ziemlich in die Hose gehen. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, nicht mehr zusammen mit Freunden was zu schreiben, weil das ziemlich schiefgehen kann. Ich könnte auch mit meinem Mann nie zusammen ein Buch schreiben. Ich hab mit ihm zusammen und einem Freund mal ein Biologiebuch übersetzt und das war einfach gruselig. Man muss da total viel festsetzen, wer was macht, weil es hat jeder seine Zeitroutinen.

Habt ihr schon Dark Angels Summer vorgehabt, zusammen ein Buch zu schreiben? Also, bevor Beate davon geträumt hat?

SH: Nein! Erst nach dem Traum sind wir unter dem Nussbaum gesessen und ich musste überzeugt werden. Ich hab darauf bestanden, dass ich die bin, die nicht an Engel glaubt und in der Realität verwurzelt ist. Dummerweise kam es dann so, dass ich die bin, die sich in einen Engel verliebt…

Ja, das ist wirklich eine Ironie des Schicksals! Seit Mitte August ist der zweite Band, Dark Angels Fall, lieferbar. Wir freuen uns auf weitere Bände. Vielen Dank fürs Interview und alles Gute euch beiden!

Das Interview führte Sigrid Grün.

DVD-Tipp: Anne liebt Philipp

1. Oktober 2012 sgruen Keine Kommentare

Wunderschöner Familienfilm über die erste Liebe

(Sigrid Grün)

Wer skandinavische (Kinder)Filme mag, wird um “Anne liebt Philipp” nicht rumkommen. Es ist ein Film um Freundschaft und Familie, Rivalität unter Kindern und die Möglichkeit der ersten ganz großen Liebe - schon mit zehn.

Anne ist ein wildes Mädchen, mit fünf möchte sie lieber Wikinger statt Prinzessin sein und wird deshalb von allen ausgelacht. Auch mit zehn ist sie noch anders. Eigenartig, wie sie es selbst nennt. Zum Glück hat sie ihre eine beste Freundin, mit der sie alle Geheimnisse teilt. Jungs sind ihr egal. Doch das ändert sich schlagartig, als Philipp in die Nachbarschaft zieht. Ausgerechnet in das Spukhaus, in dem angeblich mal ein Mädchen von ihrem Vater in die Wand eingemauert worden sein soll, weil sie angeblich verrückt vor Liebe war. Diese Gruselgeschichte, die Annes großer Bruder überall erzählt, zieht sich wie ein roter Faden durch den Film und Anne identifiziert sich mit der tragischen Heldin Helga, die in der Wand stecken soll. Philipp kommt auch noch in Annes Klasse, was die Sache nicht gerade einfacher macht, weil es die stupsnasige Klassenschönheit Ellen gibt, die allen Jungs den Kopf verdreht. Doch Anne ist nicht dumm und schafft es, ihre Rivalin geschickt auszuschalten. Doch leider wird es nicht gutgehen… Zum Schluss wird es natürlich doch noch gut - es ist ja ein Familienfilm ab 6! - und Anne lernt auch noch, dass man am besten zu sich steht und zwar genau zu dem Menschen, der man ist. Auch wenn man dann aus dem Rahmen fällt und “eigenartig” ist.

Der Film ist sowohl was den Plot als auch was die Darstellung angeht überragend. Hier wird keine süßliche Highschool-Liebesschnulze runtergenudelt, sondern eine einfühlsame Geschichte mit Tiefgang erzählt. Es kommt oft anders als man denkt und die Heldin begeht auch den einen oder anderen Fehler. So ist es nunmal im Leben. Besonders hervorzuheben ist die Hauptdarstellerin, die unglaublich gut spielt und eine Anne verkörpert, der man einfach alles verzeihen würde, gerade weil sie so eigenartig ist. Auch Jungs kommen hier auf ihre Kosten, denn es gibt einige Gruselpassagen.

Fazit: Ein leichtfüßiger und einfühlsamer Film über die erste Liebe. In puncto Plot und Darstellung eine cineastische Perle aus Norwegen - unbedingt angucken!

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Anne Sewitsky (Regie)
Anne liebt Philipp
www.eurovideo.de
ca. 83 Minuten, ab 6