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Archiv für Juli, 2014

Noch mehr Feste

31. Juli 2014 lweser Keine Kommentare

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Donnerstag, 31. Juli 2014, 21.00 Uhr, Wiese oberer Wöhrd, Regensburg
Cinema Paradiso/Kino unter den Sternen mit Kopfhörern, bzw. heute: Pecha Kucha; Eintritt: 3 €; Bewirtung: Orphee und Bodega; Eingang beim Grieser Steg auf der Wöhrdseite; weiteres Programm siehe hier:
www.kinos-im-andreasstadel.de

ab 31. August 2014, Ostentor-Kino, Regensburg
Kinostart: Die geliebten Schwestern. Schillers geheimnisvolle Leidenschaft, Regie: Dominik Graf: Grafs erster Kinofim nach acht Jahren. Hoffentlich ist das Ergebnis besser und authentischer als Der rote Kakadu. Dass er es besser kann hat er jedenfalls schon oft bewiesen.
www.altstadtkinos.de

1.-3. August 2014, Nürnberg
39. Bardentreffen umsonst und draußen mit vielen Folk-Bands, Barden und Liedermachern
www.bardentreffen.de

1.-3. August 2014, Adlersberg
10. Stimmwercktage, diesmal zu Heinrich Isaac; Der Eintritt zu allen Konzerten, Vorträgen und Workshops ist frei.
www.stimmwerck.de

1./2. August 2014, Schierling
Labertalfestival z.B. mit Saalschutz, SickSicksick und Samy Delux
www.labertalfestival.de

1.-3. August 2014, Bismarckplatz, Regensburg
Sommerfest; Veranstalter: Neue Filmbühne und W1

und das Schönste am Regensburger Sommer:

7. bis 16. August 2014, 20.30 Uhr, Klostergarten Minoritenkirche / Filmgalerie Leerer Beutel, Regensburg
32. Regensburger Stummfilmwoche. Statt in Bayreuth die Beine nach Karten in den Bauch stehen, lieber zur Stummfilmwoche. Auch da gibts diesmal deutsch Mythen und wie immer: gute Musik und natürlich gute Filme.
Donnerstag, 07. August: Die Niebelungen. Siegfried, Fritz Lang, D 1922/1923, 144 Minuten, viragiert, BluRay; Live-Musik: Klaus Reichardt & Jan Kahlert (München);
Wie schon im letzten Jahr bringen die zwei Münchner ein ganz besonderes Instrument mit: ein Trautonium entwickelt im Jahr 1930, mit dem z.B. Hitchcock in Den Vögeln eine unheimliche Atmosphäre erzeugte. Wer im letzten Jahr erlebt hat, wie die zwei Musiker Das Cabinet des Dr. Caligari
vertonten, wird auch in diesm Jahr den Weg in den Garten des Museumscafes suchen.
Freitag, 08. August: Die Niebelungen II. Kriemhilds Rache, Fritz Lang, D 1923/1924, 126 Minuten, viragiert, BluRay; Live-Musik: Klaus Reichardt & Jan Kahlert (München)
Samstag, 09. August: Fuhrmann des Todes, Victor Sjöström, 106 Minuten, S 1921, Körkarlen, viragiert, 35 mm; Live-Musik: Bertl Wenzl, Markus Stark & Rainer Hofmann (R)
Sonntag, 10. August: Tabu, Friedrich Wilhelm Murnau, USA 1931, 83 Minuten, restaurierte Fassung, 35 mm, deutsche Zwischentitel; Live-Musik: Winfried Kraus (München)
Eintritt: 12/10 €

Wie schon 2012 verbindet die zwei Stummfilmwochenenden ein moderner Stummfilm, der in der Filmgalerie zu sehen sein wird.
Montag-Mittwoch, 11.-13. August: Filmgalerie Leerer Beutel: Blancanieves/ Schneewittchen; Pablo Berger, E 2012, 104 Minuten, DCP Digitalkopie; hochgelobt und von Kritikern als bsser als The Artist bewertet.

Donnerstag, 14. August: HAROLD LLOYD: Safety Last!, Fred Newmeyer, Sam Taylor, USA 1923, Ausgerechnet Wolkenkratzer!, 73 Minuten, restaurierte Fassung, 35 mm, englische Zwischentitel; Live-Musik: Aljoscha-Zimmermann-Ensemble (Violine & Piano, München)
Freitag, 15. August: The Pleasure Garden; 1925; Hitchcocks erste Regiearbeit; Alfred Hitchcock, 90 Minuten, UK 1925, Irrgarten der Leidenschaften, 35 mm (englische Zwischentitel); Live-Musik: Aljoscha-Zimmermann-Ensemble (Violine & Piano, München)
Samstag, 16. August: Fantomas, 1913/1914; Louis Feuillade, EPISODE 2: 61 Minuten + EPISODE 4: 59 Minuten,
F 1913/1914, BluRay (französische Zwischentitel mit deutschen Untertiteln); Musik: Rainer J. Hofmann
www.filmgalerie.de

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Operngala mit Angela Gheorghiu auf den Regensburger Schlossfestspielen

28. Juli 2014 sgruen Keine Kommentare

Rumänischer Opernstar begeistert das Regensburger Publikum

(Sigrid Grün)

Der Auftakt der die Schlossfestspiele abschließenden Operngala war etwas unsicher. Angela Gheorghiu, die gefeierte Sopranistin aus Rumänien, wirkte sichtlich irritiert als sie Händels “Lascia ch’io pianga” anstimmte. Doch der gänzlich undivenhafte Beginn machte die stimmgewaltige Sängerin nur sympathisch. Sie zupfte an ihren Haaren, ordnete ihr Kleid und wirkte dabei fast kindlich nervös, was eine Künstlerin von ihrem Rang vor allem menschlich macht.

Angela Gheorghiu

Angela Gheorghiu

An den Händel schloss sich Glucks „Che farò senza Euridice“ an, eine deutlich getragenere Arie. „Vive amour“ aus Jules Massenets „Chérubin“ sang die 48-Jährige schließlich nahezu in Perfektion. Leoncavallos „Stridono lassù“ bildete schließlich den dramatischen Abschluss vor der Pause - nach einer knappen Dreiviertelstunde. Nach der Pause ging es in neuer Robe mit Massenet und Puccini weiter und die Begeisterung beim Publikum wuchs stetig. Zwischendurch umrahmten auch immer wieder die Hofer Symphoniker unter der Leitung von Tiberiu Soare die Arien des Opernstars.

Gheorghiu und Tiberiu Soare

Gheorghiu und Tiberiu Soare

Nach einem erneuten Kleiderwechsel folgten Bizets “Habanera” und Catalanis „Ebben? Ne andrò lontana“. Das Regensburger Publikum spendete tosenden Beifall und wurde mit zahlreichen Zugaben, darunter auch mit dem rumänischen „Muzica“ von George Grigoriu belohnt. Den krönenden Abschluss des gelungenen Opernabends bildete schließlich das a Cappella gesungene “Guten Abend, gute Nacht”, mit dem sich Angela Gheorghiu von ihrem Regensburger Publikum verabschiedete.

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“Bibi Blocksberg” bei den Schlossfestspielen

27. Juli 2014 sgruen Keine Kommentare

Schloss Klunkerburg in Gefahr

(Sigrid Grün)

Eine bessere Kulisse als den Regensburger Schlosshof ist kaum denkbar, dreht sich doch beim Bibi Blocksberg Musical des Kölner COCOMICO Theaters alles um den Rosengarten des Schlosses Klunkerburg, der bedroht ist. Bibi und Schubia treffen sich genau dort am liebsten - doch das ist eigentlich ganz geheim.

Karla Kolumna überbringt die erschütternde Nachricht

Karla Kolumna überbringt die erschütternde Nachricht

Zu Beginn des Stückes ist die Aufregung groß, Bibi hat eine schlechte Note in Mathe bekommen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Schubia, die auf ihrem stylischen Staubsauger angedüst kommt, versucht sie durch Zauberei etwas zu tricksen. Durch einen raffinierten Bühnenumbau verwandelt sich die Szenerie in das Haus, in dem Bibi mit ihren Eltern lebt. Im Laber der Hexenmutter, Barbara Blocksberg, wird das Hexenbuch konsultiert und die Note im Nu von “mangelhaft” in “fabelhaft” verwandelt. Doch natürlich werden die beiden erwischt… Der Vater, der ohnehin kein großer Fan der Hexerein seiner Frauen ist, wird gerade mit Kuchen besänftigt, als Karla Kolumna, die rasende Reporterin, die Szene betritt. Sie hat mitbekommen, dass der Bürgermeister Schloss Klunkerburg abreißen möchte, um dort einen Hubschrauberlandeplatz bauen zu lassen. Was für ein Schreck! Selbstverständlich machen sich Bibi und ihre Mutter gemeinsam mit Karla Kolumna gleich auf, diesen Plan zu vereiteln. Wieder erfolgt ein schön inszenierter Umbau, diesmal verwandelt sich die Kulisse in das Büro des selbstherrlichen Bürgermeisters. Bibis Mutter Barbara und die Oberhexe Walpurgia können darüber hinaus davon berichten, dass im Rosengarten des Schlosses eine versteinerte Hexe namens Coronaria stehen soll. Kann eine Rückverwandlung von Coronaria vielleicht eine Lösung herbeiführen? Bibi und Schubia wollen nichts unversucht lassen und sind einfach viel zu neugierig, um es nicht auszuprobieren - obwohl die Oberhexe Walpurgia dringend davon abgeraten hat. Als die Hexenmädchen den Versteinerungszauber tatsächlich aufheben, passieren allerdings erstmal alle möglichen schrecklichen Dinge…

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Die Inszenierung des COCOMICO Theaters aus Köln kam im fast vollbesetzten Schlosshof sehr gut an. Die Gesangs- und Tanzeinlagen begeisterten nicht nur die kleinen, sondern auch die großen Fans, die oftmal ohne Kinder im Publikum anzutreffen waren. Sicher fand man am Sonntag Vormittag zahlreiche Fans der frechen Hexe in den Zuschauerrängen, die eine Heldin ihrer Kindheit live erleben wollten. Neben der darstellerischen Leistung muss dringend das raffinierte Bühnenbild hervorgehoben werden. Die Umbauten waren alle hervorragend in das Stück eingebaut und waren kein lästiges Übel, sondern eine schöne Abwechslung.

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Die große Glenn-Miller-Nacht mit Andrej Hermlin & Swing Dance Orchestra

26. Juli 2014 sgruen Keine Kommentare

Let the swing begin

(Sigrid Grün)

Die Musik, die am Freitag im Innenhof des Fürstlichen Schlosses erklang, passte perfekt zum lauen Sommerabend. Die wohl populärste Stilrichtung des Jazz - der Swing - erlebte ihren Höhepunkt in den 1930er Jahren. Damals ging es vor allem darum, dass man gut zur Musik tanzen können sollte. Glenn Miller, der gemeinsam mit seiner Big Band mit Hits wie “Moonlight Serenade”, “In the Mood” und “Chattanooga Choo Choo” für Furore sorgte, gilt als Inbegriff des weißen Swing.

Hermlin & Hermlin - Vater und Sohn

Hermlin & Hermlin - Vater und Sohn

Andrej Hermlin entführte das Regensburger Publikum in die 1930 und 40er Jahre und führte die Zuhörer ganz nebenbei in die Welt des Swing ein. So erfuhr man etwa, dass das erste Lied, “Moonlight Serenade”, das einzige von Miller selbst komponierte Werk war. Alle restlichen Hits stammen aus der Feder anderer Musiker. Hermlin trat gemeinsam mit seinem Swing Dance Orchestra auf, das aus vierzehn Musikern, den Gesangssolisten Bettina Labeau und David Rose sowie der Gesangsgruppe “THE SKYLARKS” besteht. Als Special Guest hatte der Pianist Hermlin noch ein besonderes Ass im Ärmel - einen 13-jährigen Wunderknaben, der bereits mit 3 nach einer Trommel verlangte und bald über außergewöhnliche musikalische Fähigkeiten verfügt. 10 Jahre später steht der charmante junge Mann auf der Bühne und singt (u.a. “I come from a musical family”), spielt Schlagzeug und steppt, was das Zeug hält. Sein Name: David Hermlin, seines Zeichens Sohn des Bandleaders Andrej Hermlin. Der beschert dem Publikum mit seinen pointierten Moderationen einen vergnüglichen und interessanten Abend, an dem der Zuhörer u.a. erfährt, dass Glenn Miller zum Beispiel die erste Goldene Schallplatte erhielt - für “Chattanooga Choo Choo”, das natürlich auch in Regensburg performt wird.

David Rose und THE SKYLARKS

David Rose und THE SKYLARKS

Die Band und die Solisten sorgten für einen herrlich beschwingten Abend, an dem man einiges über Miller und den Swing lernen konnte.

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Nena und Band bei den Schlossfestspielen Regensburg

26. Juli 2014 sgruen Keine Kommentare

500 Luftballons und Schlager-Punk im Schloss

(Sigrid Grün)

Nena ist ein Superstar - und die lassen bekanntlich gerne mal auf sich warten. Auf den Regensburger Schlossfestspielen schickte sie schon mal ihren Gitarristen Nader Rahy als Einstiegsact auf die Bühne und der versuchte das Publikum zu rocken, was leider nicht immer gelang. Beim Depeche-Mode-Hit “Personal Jesus” wollten nicht wirklich viele mitsingen und schon gar nicht aus voller Brust. Zum Glück kam sie dann irgendwann doch: die deutsche Queen of Pop, die Oma of Schlager-Punk - Nena. Schon im Vorfeld stiegen zahlreiche der 500 lila Luftballons auf dem Schlossgelände in den klaren Regensburger Abendhimmel. Den Auftakt bildete aber nicht ihr Super-Evergreen-Smash-Hit, sondern ein neuerer Titel. Und Nena war einfach nicht zu bremsen. Dass d

Raher Nady an der Gitarre und Nena

Nader Rahy an der Gitarre und Nena

ie Frau auf der Bühne wirklich Oma und nicht ihre eigene Enkelin ist, ist kaum zu glauben. Entsprechend begeistert tobte auch das Publikum und kam Nenas Wunsch doch näher ran zu kommen gerne nach. Von der ganzen Zuschauertribüne strömten sie zu Bühne, um dort in guter Rockkonzertmanier dicht gedrängt abzufeiern.

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Nena ist eine Ausnahmeerscheinung, weil sie sich für ihre alten Hits nicht schämt - natürlich spielt sie gerne ihre neuen Songs, aber auch “Leuchtturm” und “99 Luftballons” singt sie immer noch gerne, was das Publikum ihr dankt. Die Bühnenshow ist ausgefeilt - Sound und Licht sind einfach perfekt. Was Nena liefert ist eine gigantische Party, bei der die Leute gerne mitgrölen. Alt und Jung - Hits der 80er und neue Lieder, Hauptsache die Frau auf der Bühne sorgt für Stimmung - und das hat die zweifache Oma auf alle Fälle getan.

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Giora Feidman und “Gitanes Blondes” bei den Regensburger Schlossfestspielen

24. Juli 2014 sgruen Keine Kommentare

Ein magischer Konzertabend

(Sigrid Grün)

Leise Klarinettentöne erklingen im Schlosshof. Der “King of Klezmer” tritt über die Zuschauertribüne auf. Er schreitet durch die Reihen und lässt sein Instrument sprechen. Von Beginn an verzaubert Feidman seine Zuhörer und nimmt sie mit in die Welt des Klezmer, der jiddischen Musik, die zwischen Wehmut und Klage auf der einen Seite und unbändiger Lebensfreude auf der anderen Seite changiert. Und dann, nach dem ersten Stück, erzählt Feidman von sich selbst - er ist gerade erst aus Israel angekommen - und von dem gegenwärtigen Nahostkonflikt. Sein Plädoyer für Frieden und “Liebe, Liebe, Liebe” berührt das Publikum und löst spontanen Beifall und Begeisterung aus. Im Anschluss an seine hoffnungsvollen Worte erklärt er die gewaltsame Lösung des Konflikts mit Waffen in verzweifeltem Ton für “dumm, dumm!” und entschuldigt sich gleich beim Publikum dafür, dass er seinen eigenen Konflikt zu dem des Publikums gemacht habe.

Der King of Klezmer kam durchs Publikum

Der King of Klezmer kam durchs Publikum

Und dann beginnt er erneut zu spielen, diesmal mit der Münchner Band “Gitanes Blondes”, die sich auf Balkan-Folk, Jazz und eben Klezmer spezialisiert haben. Die “Gitanes Blondes”, das sind: Mario Korunic (Geige), Konstantin Ischenko (Akkordeon), Simon Ackermann (Kontrabass) und Christoph Peters (Gitarre). Und sie sind vor allem eines: musikalisch perfekt. Dies werden sie dem Publikum im Laufe des Konzertabends noch vielfach beweisen. Alle fünf Musiker - Feidman, Korunic, Ischenko (er wurde an diesem Tag übrigens Vater), Ackermann und Peters sind ungeheuer präsent und einfach durchweg sympathisch. Sie verstehen es in Perfektion zu spielen ohne, dass dies auch nur einen Augenblick lang angestrengt wirkt. Es kommt alles so leicht und trotzdem intensiv beim Publikum an, dass es wie Magie wirkt. Oft singen die Zuschauer mit - und ja, Feidman hat durchaus recht - es klingt wie ein Engelschor, vor allem, wenn das weibliche Publikum die sanften Melodien, wie z.B. “Donna, Donna” anstimmt.

Korunic, Ackermann, Peters und Ischenko

Korunic, Ackermann, Peters und Ischenko

Feidman und die Gitanes Blondes schaffen eine Atmosphäre, die einfach nur schön ist - z.B. wenn er eine Mutter, deren Baby unruhig wird und die deshalb den Schlosshof mit dem kleinen Jungen verlassen möchte dazu auffordert zu bleiben, Babies, die gehören doch dazu! Und dann spielt er spontan “Hänschen klein” für den Kleinen und der hört sich im Anschluss das ganze Konzert bis zur Pause mit an. An diesem Abend können die Zuhörer erleben wie lebendig Musik sein kann und sie erfahren, was für großartige Entertainer Feidman und die jungen Münchner Musiker sind. Auf der einen Seite stehen also die musikalische Perfektion, ein absolut vollkommenes Lautleisespiel und die Seele des Klezmer und anderer Stile, die hier zum Leben erweckt werden - sie scheinen wirklich alles zu beherrschen, inklusive Tango und eigener Mixturen, die z.B. die deutsche Hymne enthalten - und auf der anderen Seite stehen hier fünf Entertainer auf der Bühne, die viel mehr können als “nur” Musik zu machen. Sie können Begeisterung wecken und völlig mühelos den Funken überspringen lassen. Das Glück beides zu erleben haben nicht viele Konzertgänger. Wer am Mittwoch die Schlossfestspiele besuchte, hatte es auf alle Fälle. Giora Feidman ist eine Legende und gemeinsam mit den “Gitanes Blondes” ein unvergessliches Erlebnis.

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Feste feiern

24. Juli 2014 lweser Keine Kommentare

weiter bis 27. Juli 2014, St. Emmeram Schloss, Regensburg
Thurn und Taxis Schlossfestspielen; u.a. mit folgenden Höhepunkten:
Donnerstag, 24. Juli: Konzert des britische Singer-Songwriters James Blunt
Freitag, den 25. Juli: Konzert: Nena mit Band
Samstag, den 26. Juli: Glenn-Miller-Nacht
Sonntag, den 27. Juli: Kinderstück: Bibi Blocksberg
Die Abendveranstaltungen beginnen jeweils um 20.30 Uhr, das Kinderstück um 10.30 Uhr.
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25. Juli – 07. September 2014, Städtische Galerie Leerer Beutel, Regensburg
Ausstellung: Ott Aichers Bilderfolgen zu Wilhelm von Ockham, in Zusammenarbeit mit dem evangelischem Bildungswerk Regensburg e.V.

25.-27. Juli 2014, Thon Dittmar Palais/ Haidplatz, Regensburg
7. Klangfarbenfestival mit Markt der Kulturen auf dem Haidplatz und Konzerten im Thon Dittmar Palais
z.B. am Sonntag, 27. Juli 2014, Konzert: 3/8 in Ehren
http://www.klangfarben.org/

25.-27. Juli 2014, Stadtpark hinter der Ostdeutschen, Regensburg
WeinMusikfest mit Konzerten; veranstaltet vom Gartenamt und der Stadt Regensburg
http://www.regensburg.de/

Freitag, 25. Juli 2014, 20.00 Uhr, Kunstverein GRAZ, Regensburg
Sommerfest und Finissage zu MobileArt
www.kunstvereingraz.de

25.-27. Juli 2014, Eichhofner Brauerei, Eichhofen
Brauereifest z.B. mit den Gebrüdern Teichmann am Freitag und den Love Rangers am Samstag
www.eichhofener.de

25.-27. Juli 2014, St Agatha See bei Riedenburg
12. AgratAmAgatha. Nach zwei jähriger Abstinenz endlich wieder da. Karten gibt’s z.B. im Picco Bello/Ostengasse/Regensburg.
www.agratamagatha.de

26. Juli 2014, 22.30 Uhr, Kinos im Andreasstadel, Regensburg
Kino-Horror-Reihe: Hard: Line –Kino extrem ist wieder da: The Seasoning House; dann wieder jeden letzten Samstag im Monat
hardline.blog.de
www.kinos-im-andreasstadel.de

weiter bis 17. August 2014, 21.00 Uhr, Wiese oberer Wöhrd, Regensburg
Cinema Paradiso/Kino unter den Sternen mit Kopfhörern; Eintritt: 10 €/außer Pecha Kucha: 3 €; Bewirtung: Orphee und Bodega; Eingang beim Grieser Steg auf der Wöhrdseite; Programm siehe hier:
www.kinos-im-andreasstadel.de

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“Opern auf Bayrisch” auf den Regensburger Schlossfestspielen

23. Juli 2014 sgruen Keine Kommentare

Operngaudi nach Verdi, Mozart und Wagner

(Sigrid Grün)

Seit den späten 70ern sind Paul Schallwegs “Opern auf Bayrisch” ein Dauerbrenner auf Volksbühnen und am Bayerischen Staatsschauspiel. Diesen Sommer waren drei der insgesamt 25 Texte auf den Regensburger Schlossfestspielen zu sehen. Verdis “Aida”, Mozarts “Zauberflöte” und Wagners “Lohengrin” in Mundart lasen die Schauspieler Conny Glogger, Gerd Anthoff und Michael Lerchenberg vor, begleitet vom Percussionisten Werner Hofmeister und einem Orchester unter der Leitung von Andreas Kowalewitz.

Bayrische Regenopern nach Verdi, Mozart und Wagner

Bayrische Regenopern nach Verdi, Mozart und Wagner

Zum Auftakt gab’s “Aida” und Regen. Die kurze Unterbrechung der Lesung wurde vom Orchester stimmungvoll begleitet - die Musiker stimmten “I’m singing in the Rain” an, während im Publikum die Regenponchos übergestreift wurden. Glogger, Anthoff und Lerchenberg setzten die Lesung in Reimform schließlich souverän fort und das Publikum amüsierte sich. Werner Hofmeisters Percussion auf Flaschen, Pfannen und Töpfen sorgte für besonders viele Lacher, untermalte er die Lesung doch nicht nur mit rhythmischen Elementen, sondern auch mit passenden Geräuschen, die ein ägyptisches Ambiente etablierten. Im Triumphmarsch konnte man Teile aus “Ja, mir san mit’m Radl da” hören.

Anthoff, Glogger und Lerchenberg

Anthoff, Glogger und Lerchenberg

Im Anschluss an den Verdi lasen die Schauspieler “Die Zauberflöte”, die Schallweg im märchenhaft schönen Berchtesgadener Land verortet hatte. Der Königssee ist der Schauplatz und der Ignaz der Held, der bisher noch nicht die Richtige gefunden hat, weil er stets an den offensichtlich zu hohen Ansprüchen scheitert. Doch dann erblickt er sie doch, seine Tamina, die hier eine Wiebke ist und genau das, was Ignaz eigentlich auf gar keinen Fall möchte: a Saupreißin. Doch das weiß der verzückte Ignaz zunächst nicht und folgt ihr liebestrunken nach St. Bartholomä, wo die Angebetete als Bedienung arbeitet. Doch bevor die beiden zusammenkommen, muss noch einiges geschehen. Ignaz muss die Schöne dem Watzmann-König abluchsen, bei dem sie gelandet ist, nachdem sie der Blaueisgletscherkönigin mit den Worten „Des Geisterleb’n kotzt mi o, ois was i wui, des is a Mo!“ davongelaufen war. Zum Schluss fügt sich natürlich alles zum Guten und die gesprächige Wiebke und Ignaz werden ein Paar und führen ein glückliches Leben unter den neidvollen Blicken ihres Umfeldes.

Werner Hofmeister

Werner Hofmeister

Wagners “Lohengrin” spielte in der Schallweg’schen Fassung in Wolfratshausen und endete natürlich wie das Original äußerst tragisch - bei einem Frageverbot, das im Zentrum einer Geschichte steht, ist etwas anderes auch schlichtweg nicht denkbar.
Trotz widriger Wetterverhältnisse konnte das Publikum sich über eine erstklassige musikalische Lesung mit hochkarätigen Rezitatoren und Musikern freuen. Amüsant, kurzweilig und volksnah kam diese Operngaudi daher - Attribute, die man sonst nicht unbedingt mit den opulenten, mehrstündigen Werken von Verdi, Mozart und Wagner assoziieren würde. Und bei so einer soliden Unterhaltung hat auch der Regen fast nicht gestört.

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Rigoletti-Rigoletto

22. Juli 2014 lweser Keine Kommentare

Giuseppe Verdi: Rigoletto, Staatsoper Breslau, Thurn und Taxis Schlossfestspiele 2014, Schloss St. Emmeram, Regensburg

Eigentlich ist alles wie immer. Eine Oper genießt man zwar besser im Theater, aber der Innenhof des Schlosshofes St. Emmeram hat eben seinen eigenen, ganz besonderen Reiz. Die herrlichste Sommernacht gibt, neben der Kulisse des Schlosses, der Aufführung einen eigenen Anstrich. Da ist es vielleicht auch ganz egal, ob das Orchester irgendwo im Schloss spielt und nur live zugeschalten wird (was übrigens auch im Theater vorkommen kann, wenn wie z.B. 2011 in Regensburg bei Korngolds „Die Tote Stadt“, nicht das ganze Orchester in den Orchestergraben passt), die Inszenierung sich auf Stellungswechesl der Figuren auf der Bühne beschränkt oder dass das Bühnenbild nicht viel hergibt. Verdis Oper „Rigoletto“, nach einer literarischen Vorlage von Victor Hugo, genügt sich selbst. Die Dramatik entspringt der Musik. Bariton Boguslaw Szynalski, wenn auch im fortgeschrittem Alter, weiß gesanglich als Hofnarr Rigoletto ebenso zu überzeugen wie Aleksandra Kubas als Gilda, dessen Tochter oder Victor Campos als Rigolettos Herr, der Herzog von Mantua.
Als nach der Pause Szynalski Mikro nicht mehr hielt, ist nur eine sympathische Panne, die Improvisation verlangt und beweist, dass eben doch alles live ist.
Und so erfüllt sich zum Schluss die Bestimmung der Oper: Einen Helden gibt es nicht. Die Heldin ist tot. Der antiken Tragödie wurde Genüge getan - ebenso wie die Bestimmung der Schlossfestspiele: das Orchester darf aus dem Schatten des Schlosses in den Schatten der Bühne treten. Und die die da waren um gesehen zu werden, gehen ebenso nach Hause, wie jene die da waren um zu sehen.

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Buchtipp: Transsibirische Eisenbahn. Durch die russische Taiga zum Pazifik (Anne und Olaf Meinhardt)

22. Juli 2014 sgruen Keine Kommentare

Auf dem Weg ins Reich der Mitte und ans Ende der Welt

(Sigrid Grün)

Die 9.288 Kilometer Lange Transsib-Strecke gehört zu den Traumrouten sowohl von Abenteurern als auch von Kulturtouristen, denn sie bietet eine ungeahnte Vielfalt an Landschaftsformen und Städten auf zwei Kontinenten. Von Moskau bis Wladiwostok durchquert man nicht nur das größte Land der Erde, sondern Natur- und Kulturräume, die ihresgleichen suchen. Anne und Olaf Meinhardt kennen Land und Leute, reisen sie doch seit vielen Jahren - teilweise mit dem Fahrrad durch die unendlichen Weiten Sibiriens. Für diesen Bildband haben sie die Strecke über ein halbes Jahr lang mit Bahn und Geländewagen bereist. Herausgekommen ist ein beeindruckender Bildband mit vielen interessanten Informationen zu den Höhepunkten an der Strecke.

Von der prunkvollen Metropole Moskau geht es über den “Goldenen Ring” mit vielen wunderschönen alten Klöstern und Städten zum Ural. Von dort aus weiter nach Jekaterinenburg, Tjumen und Irkutsk. Vom “sibirischen Paris” aus schließlich am Baikalsee entlang in die burjatische Hauptstadt Ulan Ude - hier gabelt sich die Strecke schließlich in eine Trasse, die als “Transmongolische Bahn” quer durch die Mongolei nach Peking führt und die “Transmandschurische Bahn” sowie die “Amurbahn”, die in Wladiwostok, am japanischen Meer endet. Das Autorenpaar folgt sowohl der südlichen Trasse nach Peking als auch der östlichen über Harbin nach Wladiwostok.
Sie berichten von den Städten und den Menschen, verschiedenen Festen (etwa der “Butterwoche” Masleniza) und Traditionen (z.B. von den monglischen olympischen Spielen, dem “Naadamfest”). Sowohl die Geschichte des Eisenbahnbaus als auch das Leben im gegenwärtigen Russland werden thematisiert. Anne Meinhardt schreibt spannend und gut verständlich. Dazu gibt es umwerfend schöne Fotos, die demonstrieren wie bunt und abwechslungsreich die Strecke ist.
Der Textbildband ist in jeglicher Hinsicht gelungen. Sowohl in puncto Inhalt als auch hinsichtlich der Fotoauswahl. Die Autoren haben sich viel Mühe gegeben bei der Anfertigung dieses qualitativ hochwertigen Reisebildbandes.

Anne Meinhardt; Olaf Meinhardt (Autorin; Fotograf)
Transsibirische Eisenbahn. Durch die russische Taiga zum Pazifik
www.bruckmann.de
192 Seiten, ca. 320 Abbildungen