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Artikel Tagged ‘Ausstellung’

“Ächz, Seufz, Zack, Bumm?!? Literatur und Comics?!

29. Mai 2012 jneidh Keine Kommentare

Unter diesem Motto ist noch bis 30.09.2012 eine Ausstellung im Literaturhaus Oberpfalz in Sulzbach-Rosenberg zu sehen.

Der Comic scheint sich in den letzten Jahren mehr und mehr aus der Schmuddelecke wegzubewegen, in die ihn Pädagogik und bürgerliches Kulturverständnis eingentlich von Anbeginn seines Entstehens abgeschoben hatten. Die nicht nur für Comicfans interessante Ausstellung in den Räumlichkeiten des Literaturarchivs Sulzbach-Rosenberg zeigt, wie sich in den letzten Jahren der Comic den Weg in die Feuilletons erobert hat und auch renommierte große Verlage, die Bildgeschichten gerne in Form der Graphic Novel in ihr Programm aufnehmen und sie als Literatur deklarieren.

Alois Nebel, eine tschechische Graphic Novel, die Anfang des Jahres bei Voland & Quist erschien, ist ein aktuelles Beispiel, dem in der Ausstellung sogar ein eigener Raum gewidmet ist. Alois Nebel, der Fahrdienstleiter, der auf der einsamen Bahnstation im deutsch-tschechischen Grenzgebiet von den Schatten der Vergangenheit verfolgt wird, erzählt im Holzschnitt und mit allen Attributen des klassischen Comics mitteleuropäische Geschichte des 20. Jahrhunderts. Hier überschneiden sich Genres wie Comic, Roman und Sachinformation auch in ästhetisch einmaliger Weise.

In der Ausstellung sind u.a. Originalzeichnungen der beiden Autoren Jaromir 99 und Jaroslav Rudis zu sehen, sowie weiterreichende Informationen zum Hintergrund der Geschichte.

Jaromir99 - Comicautor und Sänger der Band Priessnitz

Jaromir99 - Comicautor und Sänger der Band Priessnitz

Die beiden Autoren waren übrigens zur Eröffnung der Ausstellung am 24.05.12 anwesend und traten hier auch mit Priessnitz (einer zur Zeit in Tschechien sehr angesagten Band - file under: Rockgitarre und Gesang und natürlich auf Tschechisch) auf. Zwischen den Songs gab es Geschichten rund um Alois Nebel und Informationen über Undergroundkultur in der Tschechoslowakei (vor 1989). Man konnte u.a. erfahren, dass sich die Autoren in die Psychiatrie einweisen ließen, um dem Militärdienst zu entgehen. Aus dieser Zeit stammt auch ein wichtiger Teil der Inspiration zum Comic.

Jaroslav Rudis und Kameramann

Jaroslav Rudis und Kameramann

Die Ausstellung hat aber auch sonst einiges zu bieten: So wird hier z.B. ein neu aufgefundenes Original von Wilhelm Busch gezeigt. Die Bildgeschichte “Der Kuchenteig” wurde vor einigen Jahren im Archiv des J.E. von Seidel-Verlages entdeckt und zeigt offenbar eine Vorstufe zu Max und Moritz mit dem gewohnt martialisch-pädagogischen Anspruch eines Wilhelm Busch.

Für mich als Fan besonders interessant ist auch der Ausstellungsbereich zum österreichischen Comiczeichner Nicolas Mahler, der mit seinen “Alten Meistern”, einer Comicadaption von Thomas Bernhards Roman, es tatsächlich fertig brachte, den Suhrkamp Verlag zu “knacken” und in dazu zu bringen, ein Comic in sein Programm aufzunhemen.

Die Ausstellung ist zu sehen im:

Literaturhaus Oberpfalz

Rosenberger Str. 9

92237 Sulzbach-Rosenberg

Telefon (09661) 8159590

online erreichbar unter:

info@literaturarchiv.de

www.literaturarchiv.de

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag 9-17 Uhr

(außer an Feiertagen)

Sonntag 14-17 Uhr

Veranstaltungstipp: Ausstellungseröffnung an der Uni Regensburg

21. Mai 2012 sgruen Keine Kommentare

“Wo ist Mickiewicz?” - Kunststudentin fragt nach der Verortung von Kultur

Morgen, 22. Mai findet um 18.00 Uhr im Foyer zwischen H3 und H4 im zentralen Hörsaalgebäude der Universität Regensburg die Vernissage einer Fotoausstellung von der Kunst- und Polonistik-Studentin Barbara Standtke statt.
Die Frage „Wo ist Mickiewicz?“ ist eine personifizierte Fragestellung und will allgemein nach dem Ort der Kultur fragen. Wo ist Kultur erlebbar? Ist ein kulturelles Verständnis der eigenen klassischen Kultur auch im Alltag spürbar oder ist sie nur in Museen oder in Räumlichkeiten von Bildungseinrichtungen zu finden?
Mit der Frage nach dem polnischen Dichter der Romantik sucht die Regensburger Studentin der Polonistik und der Bildenden Kunst Barbara Standke in ihrem Projekt nach dem Ort der Kultur in der heutigen polnischen Gesellschaft.
Die Ergebnisse ihrer Suche präsentiert die Ausstellung der Universität Regensburg zum „Internationalen Tag“ des „Akademischen Auslandsamts“. Fotografien von Alltagsszenen auf der „Mickiewiczstraße“ in Toruń / Thorn, eine Fotodokumentation über ein phantasievolles Literaturprojekt für Kinder und Jugendliche sowie der Kurzfilm „Wo ist Mickiewicz?“ vermitteln überraschende Ein- und Ausblicke zum Ort der Kultur im Leben, zu Mickiewicz in Polen!

Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Juni 2012 zu sehen.

Foto: Barbara Standke

Foto: Barbara Standtke

donumenta 2011-Serbien: Ausstellungen

20. September 2011 lweser Keine Kommentare

Belgrade Raw, Donau-Einkaufszentrum, Regensburg und
Views:Visions - sketches of Serbian art after 2000, Kunstforum Ostdeutsche Galerie

Wo soll man nur beginnen bei der diesjährigen donumenta 2011-Serbien? Vier Ausstellungseröffnungen hintereinander. Weiter ging es mit Filmvorführungen und Buchvorstellungen, es stehen auch noch eine Podiumsdiskussion, ein Theaterstück, Lesungen, Tanztheater und die serbische Filmwoche an.

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Belgrade Raw, Donau-Einkaufszentrum, Regensburg
Vielleicht kann man im DEZ beginnen? Zugegeben der Ort gehört weder zu den angesagten Galerien, noch zu den renommierten Museen Regensburgs und sein Flair …nun ja. Dennoch oder grade deswegen, kann man dort ein sehr authentisches Serbien sehen. Die Fotos fünf junger belgrader Fotografen, die sich zum Künstlerkollektiv Belgrade Raw zusammengeschlossen haben, sind ungekünstelt und schonungslos. Schnappschüsse, die ein Stück Wirklichkeit festgehalten haben. Bei der Eröffnung gab es auch gleich eine günstige und originelle Gelegenheit diese Kunst zu erstehen. Von einem Tisch konnte sich jeder Interessierte Fotos von Luka Knežević-Strika im Visitenkartenformat nehmen, musste dafür nur etwas anderes hinlegen.

Views:Visions - sketches of Serbian art after 2000, Kunstforum Ostdeutsche Galerie
Sehen sollte man auch den Teil der Ausstellung Views:Visions – sketches of Serbian art after 2000 im Kunstforum der Ostdeutschen Galerie. (Es gibt drei Ausstellungen unter diesem Namen an verschiedenen Orten.) Dort ist das unumstrittene Highlight die 3D-Hologramm-Video-Installation von Dorijan Kolundžija. Eine lebensgroße Video-Installation, die mittels Objekten, Spiegel und halbtransparenter Leinwand eine faszinierend geheimnisvolle Illusion schafft.
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Sehr eindringlich ist auch Ana Adamovićs Video-Insallation. Darin blickt eine ältere Frau in Nahaufnahme in die Kamera und damit dem Betrachter direkt in die Augen. Dazu erklingt eine brüchige Stimme, die ohne musikalische Begleitung ein serbisches Volkslied singt.
Ein drittes Video stammt von Milica Tomić. Die Künstlerin läuft in One Day völlig unbeachtet mit einer Kalaschnikow durch die Belgrader Innenstadt. Sie passiert Orte serbischen Widerstands gegen die deutsche Besatzung im 2. Weltkrieg, während Berichte ehemaliger Widerständler zu hören sind.

Die hier ausgewählten Arbeiten sind auch deshalb eine Ausnahme unter den Ausstellungsobjekten, da sich die meisten von ihnen auf Serbien beziehen. Denn auffällig, vor allem an der Ausstellung im Leeren Beutel ist, dass sich der Großteil der ausgestellten serbischen Künstler vordergründig mit allen möglichen beschäftigen (Afrika, USA, Wien, Hasen, ect.) nur nicht mit ihrem eigenem Land und vor allem nicht mit ihrer jüngsten Geschichte. (Dass soll natürlich nicht heißen, dass Kunst zwingend politisch sein muss.) Eine Ausnahme stellt darin auch der Filmemacher Goran Radovanović dar, den wir in unserem nächsten Artikel vorstellen.

www.belgraderaw.com | www.dorijan.tv bzw. vimeo.com/dorijan | milicatomic.wordpress.com

Die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts in einer Person: Ré Soupault

30. Juli 2011 lweser Keine Kommentare

Ausstellung: Ré Soupault. Eine Künstlerin im Zentrum der Avantgarde, Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg

Leben: Aus Pommern um die Welt

Ré Soupault wurde 1901 als Meta Erna Niemeyer in Bublitz/Pommern geboren. Sie studierte von 1921 bis 1925 am Bauhaus in Weimar. Ihre Lehrer waren unter anderem Walter Gropius, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Johannes Itten und Oskar Schlemmer. Sie arbeitete von 1923 -1924 für den Avantgartfilmer Viking Eggeling an dessen Film Diagonal- Symphonie. re-soupault-transformationskleid
1926 heiratete sie den Dadaisten Hans Richter. Als Renate Green oder Re Richter arbeitete sie als Modejournalistin, später als Mode-Designerin mit eigenem Label. 1933 lernte sie Phillipe Soupault, den Mitbegründer der französischen Dada- und Surrealistenbewegung kennen, den sie 1937 heiratete. 1934 begann sie zu fotografieren und die Reportagen Philippe Soupaults zu bebildern. Sie wurde selbst Journalistin, Schriftstellerin und Fotografin. Zusammen mit ihrem Mann lebte Sie in Tunis. Dort entstanden unter anderen Berichte und Fotoreportagen über Frauen aus dem „Quartier réservé“. Aus Tunis konnten sie 1942 in letzter Minute vor den Nazis und den Vichy-Schergen unter Zurücklassen alle ihrer Habe (darunter Rés komplette Fotoausrüstung und Negative) fliehen. Sie lebten in New York und Paris, kamen durch die ganze Welt. Sie arbeitete als Übersetzerin, Filmemacherin und Journalistin. Übersetzte vor allem auch die Arbeiten ihres Mannes, von dem sie eine Zeit lang getrennt lebte. 1988 tauchen ihre verlorengegangen geglaubten Negative aus den Jahren 1933-1942 wieder auf. Der Fotoband Eine Frau allein gehört allen. Fotos aus dem „Quartier réservé in Tunis“ erschien, gefolgt von einer Ausstellung in Heidelberg und Krefeld. 1990 starb Philippe Soupault in Paris. Bis auch Ré Soupault 95jährig 1996 in Versailles starb folgten weiter Ausstellungen.
Sie bestimmte Manfred Metzner als ihren Nachlassverwalter, der ihr Leben und Werk bis heute aufarbeitet und in zahlreichen Ausstellungen präsentiert.

Werk und Wirken: Im Schatten

Das Leben der Fotografin, Journalistin, Mode- und Filmmacherin gäbe Stoff genug für einen spannenden Roman. Sie bewegte sich im Inneren der Avantgarde-Bewegung. Kam mit Sergej Eisenstein, Kurt Schwitters, Gisèle Freund, Man Ray, André Kertesz, Erich Maria Remarque, Karl Jaspers, André Breton, Max Ernst, Tristan Tzara, und vielen Anderen zusammen. Dennoch blieb sie stets im Schatten. Im Schatten wovon? Ihrer männlichen Kollegen? Ihres Mannes? Immerhin übersetzte sie seine Bücher, was ihr eigenes künstlerisches Schaffen während dieser Zeit verhinderte. Ein Vergleich von Satre und de Beauvoir will sich aufdrängen. Doch ob dem wirklich so war, bleibt zu untersuchen. Ihr Nachlass ist jedenfalls noch lange nicht vollständig ausgewertet.

Zu Ausstellung und Katalog

Bereits 1999 war in der Ostdeutschen Galerie in Regensburg und in der Kunsthalle Mannheim eine Fotoausstellung von Rés Tunis-Aufnahmen zu sehen. Nun kommt wieder eine Ausstellung ihrer Werke aus Mannheim zu uns. Dadurch kehrt auch die ehemalige Direktorin der Ostdeutschen Galerie Ulrike Lorenz wieder nach Regensburg zurück. Sie konzipierte und kuratierte gemeinsam mit Manfred Metzner und Inge Herold die Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim, die alle Bereiche Ré Soupaults Schaffens beleuchtet. Ergänzt wird Rés Werk durch die Arbeiten ihrer Weggefährten.
So sind Arbeiten von Vertretern des Bauhauses, die künstlerisch oder privat mit Ré verbunden waren, in der Schau vertreten. Es sind zwei Versionen der Diagonal-Symphonie zu sehen. Sehr interessant ist der Verbleib des Filmes nach Eggelings Tod. Das Buch zur Ausstellung beleuchtet dies ausgiebig, ebenso wie das unrühmliche Verhalten Hans Richters, nicht nur im Zusammenhang mit Eggelings Film.
Ein recht umfangreiches Konvolut an Fotos der bedeutendsten Fotografen der 20er und 30er Jahre (zum Teil Originalabzüge, zum Teil Neue) versammelt die Ausstellung. Besonders hoch ist der Anteil der Fotografinnen in dieser Zeit. So sind neben Man Ray, André Kertesz, Umbo (Otto Umbehr) und Henri Cartier-Bresson, vor allem Frauen wie Germaine Krull, Florence Henri, Marianne Breslauer, Lotte Jacobi, Lucia Maholy, Ilse Bing, Gisèle Freund mit zahlreichen Fotos vertreten. Das interessanteste Kapitel von Rés eigenen, fotografischen Schaffen ist zweifelsohne die bereits erwähnte Serie aus dem „Quartier réservé“ in Tunis. Als erste Frau gelang es ihr sowohl eine Genehmigung zum Besuch, als auch zum Fotografieren des abgegrenzten Viertels, in dem von der islamischen Gesellschaft verstoßene Frauen lebten, zu erhalten.
Die Arbeit als Modeschöpferin ist unter anderem mit dem Nachbau ihres Transformationskleides, sowie mit einer Neuinterpretation von Dorothee Schumacher aus dem Jahr 2010 vertreten. Man Ray fotografierte übrigens sowohl die Ré-Sport Kollektion, als auch Ré privat.
Ré Soupaults Arbeit als Journalistin, Autorin und Übersetzerin ist ein weiteres Kapitel der Ausstellung gewidmet. Es sind einigen Originalmanuskiptseiten zu sehen, sowie Tonbeiträge zu hören. Der Katalog vertieft auch hier.

Der Katalog zur Ausstellung, ist mit 265 Seiten und zahlreichen Abbildungen sehr umfangreich und ebenso hervorragend gegliedert und sorgfältig erarbeitet, wie die Ausstellung selbst. Er ist optisch, wie inhaltlich wertvoll und nicht nur Ré Soupault-Begeisterten zu empfehlen, sondern allen, die sich für die Avantgarde-Bewegung im allgemeinen interessieren.

Die Ausstellung Ré Soupault. Eine Künstlerin im Zentrum der Avantgarde ist noch bis 04. September 2011 im Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Regensburg zu sehen.
www.kunstforum.net

 

re-soupault-katalog
Ré Soupault
Eine Künstlerin im Zentrum der Avantgarde

Herausgeber: Inge Herold , Ulrike Lorenz , Manfred Metzner

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Verlag Das Wunderhorn, 2011

264 Seiten. Klappenbroschur

29,80 €

www.wunderhorn.de

In Böhmen und Mähren geboren - bei uns (un)bekannt?

9. Oktober 2010 sgruen Keine Kommentare

Ausstellung im Forum der Regensburger Universitätsbibliothek

(Sigrid Grün)

Dass Kafka und Rilke Prager sind, wissen viele - aber wer weiß schon, dass Karl Kraus und Sigmund Freud in Mähren geboren und sogar teilweise aufgewachsen sind?
Zwölf berühmte Persönlichkeiten, mit böhmischen oder mährischen Wurzeln hat Dr. Wolfgang Schwarz, Kulturreferent für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein, ausgewählt um zu zeigen, welche Wechselwirkungen zwischen Böhmen, Mähren und Deutschland geherrscht haben.
Dazu wurde eine kleine, feine, zweisprachige Ausstellung konzipiert, die gestern im Foyer der Zentralbibliothek (Uni Regensburg) eröffnet wurde.
Die Ausstellung gibt es eigentlich schon länger und sie war auch schon mehrere Male in Tschechien zu sehen. Doch Schwarz hat sowohl Ausstellung als auch Katalog erweitert: Von ursprünglich 10 Männern zu insgesamt 12 Persönlichkeiten. Marie von Ebner-Eschenbach und Bertha von Suttner kamen hinzu. Und so entstand eine abwechslungsreiche Ausstellung, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt und lediglich Persönlichkeiten aus dem 19. und 20. Jahrhundert umfasst.

Es geht um: Adalbert Stifter, Johann Gregor Mendel, Marie von Ebner-Eschenbach, Bertha von Suttner, Sigmund Freud, Gustav Mahler,  Karl Kraus, Rainer Maria Rilke, Ferdinand Porsche, Franz Kafka, Oskar Schindler und Otfried Preußler.
Der schön gestaltete Ausstellungskatalog ist in deutscher Sprache (Euro 5,-) und mit tschechischem Beiheft (insgesamt Euro 6,-) im Sekretariat des Bohemicums (P.T.-Gebäude der Universität, 1. Stock) erhältlich.

Die Ausstellung in der Zentralbibliothek ist noch bis zum 29. Oktober montags bis freitags von 8:00 bis 22:00 Uhr sowie samstags von 9:00 bis 18:00 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist selbstverständlich frei.

Last-minute-Tipp: Ausstellung “Fotografien zur Armut”

4. Mai 2010 sgruen Keine Kommentare

“Abgestempelt” - Fotografien zur Armut - Ausstellung zum intenationalen Wettbewerb

(Sigrid Grün)

Das Ost-West-Zentrum der Universität Regensburg veranstaltet ab heute - bis Ende der Woche - eine Ausstellung zum Thema “Fotografien zur Armut”. Im Rahmen der Ausstellung werden die Arbeiten der Gewinner des internationalen Fotowettbewerbes gezeigt.
Heute, um 13:00 Uhr findet im Foyer des Audimax der Universität Regensburg (Eingangsbereich H 3) die Vernissage statt. Außerdem werden die Gewinner des Wettbewerbes bekannt gegeben. Im Anschluss gibt es einen Umtrunk mit Fingerfood.

Auf die Arbeiten der jungen Künstler aus Osteuropa kann man gespannt sein!

Ausstellung im Staimerhaus in Schönhofen

28. Februar 2010 sgruen Keine Kommentare

Jenseits der Spiegel

(Sigrid Grün)

Gestern fand die Vernissage der Ausstellung Jenseits der Spiegel im Schönhofener Staimerhaus statt. Der Künstler Wolfgang Müller zeigt im Rahmen der Ausstellung vor allem Fotografien, die sich mit dem Thema “Spiegelungen” auseinandersetzen. Unter den Objekten finden sich aber auch einige Keramiken, sowie Malereien in Öl und Kreide.

Müller, von Beruf Diplombiologe, lässt sich auch künstlerisch von der Natur inspirieren. Biologische Strukturen sind ein wichtiges Thema. Fossilien, Wurzeln, Baumstämme - diese Motive kehren immer wieder.
Die Fotografien (v.a. der Bäume), zeigen faszinierende Gebilde, die an Fraktale erinnernde Strukturen aufweisen. Die am Computer vollzogenen Spiegelungen erzeugen eine Symmetrie, die das ursprüngliche Motiv verfremdet und so neue Deutungsmöglichkeiten ermöglicht. Bäume werden z.B. zu Gesichtern.

Wer die Ausstellung noch sehen möchte, kann dies während der nächsten beiden Wochenenden tun. Samstags und sonntags ist das Staimerhaus jeweils von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.
Im neu entstandenen dreistöckigen Haus, gegenüber der Schönhofener Kirche, kann man übrigens auch eine kleine volkskundliche Dauerausstellung besichtigen. Neben Trachten sind alte Uhren aus einer umfangreichen privaten Sammlung zu sehen. U.a. eine sog. Sägeuhr, Fingerringuhren u.v.m.

Informationen zum Künster Wolfgang Müller finden Sie hier: www.artsline.de

Scheuerer und Dell - Tradition der 20er Jahre

22. Februar 2010 lweser Keine Kommentare

Rose Heuberger: Drahtgewebe und Eisengesenk. Foto- und Lampenausstellung. galerie konstantin b.
Beitrag zur Ausstellung 20er Jahre Regensburg. Es ist eine Lust zu leben!

scheuererunddell1

Nun ja, die Fotos der Ausstellung sind eher von mäßiger Qualität. Die schwarz-weißen Analog-Abzüge wirken, bedingt durch fehlendes Licht, blass und flach. Außerdem fehlt ihnen die Schärfe. Die Auswahl der Motive wirkt ebenfalls nicht übermäßig inspiriert.

scheuererunddell2Das fotografierte Objekt hingegen konnte jede Aufmerksamkeit auf sich ziehen: Die verlassene Schlosserei Scheuerer befindet sich im Hinterhof des Anwesens am Brixener Hof 11, in dem auch die Galerie konstantin b. seit ihrem gezwungenem Wegzug aus Stadtamhof, Quartier fand. Die Schlosserei ist noch heute bereits von der Straße aus zu erkennen: Ein kunstvoll geschmiedetes Schild mit goldenem Schlüssel schmückt die Hausfront. Obwohl der Betrieb bereits seit 1985 ruht, haben die Besitzer des Anwesens keine Kosten und Mühen gescheut, das Schild bei der Sanierung des Hauses, ebenfalls zu restaurieren. Doch nicht nur das: unangetastet befinden sich die Schlosserei noch in ihrer alten Räumlichkeit. Wenn man durch das Fenster sieht, fühlt man sich in eine andere Zeit zurückversetzt. Seit 1925 ist die Werkstatt an diesem Ort (gegründet wurde sie bereits 1905). Und doch wirkt alles so lebendig. Der Schlossermeister ist nur kurz eine Brotzeit holen und muss gleich wieder da sein, denkt man. Jede Feile, jede Maschine liegt in nostalgischer Patina und schwerer Schönheit da und wartet auf die Rückkehr des Schlossers. Die Entscheidung der Nachkommen die Schlosserei zu erhalten, kann nicht oft genug Anerkennung gezollt werden.

Nicht das erste Mal bezog Galerist Bernhard Löffler die Schlosserei in eine Ausstellung mit ein. 2007, während der Ausstellung Storyboard, der letzten Einzelausstellung von Wolfgang Grimm, konnte man eine Installation des Künslers in der Werkstatt sehen.

Eine an der Wand der Schlosserei montierte Arbeitsleuchte mit Scherenauszug, ist das Bindeglied zum zweiten Teil der Ausstellung, den Lampen. Diese stehen im direkten Zusammenhang zum übergeordneten 20er Jahre Thema. Eine Anzahl an Arbeitsleuchten aus den 20er/30er Jahren, aus der privaten Sammlung des Galeristen, sind dort zu bewundern und zu erwerben. Die meisten dieser Exponate stammen aus dem Hause Kaiser-Idell, entworfen vom Designer Christian Dell, der in den 20ern Werkmeister am Bauhaus in Weimar war.

Drahtgewebe und Eisengesenk - Fotografien von Rose Heuberger und
Design-Klassiker - Arbeitsleuchten der Bauhäusler Marianne Brandt und Christian Dell.

Noch bis 28. März 2010.
galerie konstantin b., Am Brixner Hof 11, Regensburg.
Die Galerie ist jeden Freitag von 16.00 bis 21.00 Uhr geöffnet und nach Vereinbarung. galerie_konstantin_b(at)yahoo.de, Tel.: 0179 / 3 22 00 64

Es ist eine Lust zu leben! Die 20er Jahre in Regensburg

22. Februar 2010 lweser Keine Kommentare

20er Jahre Regensburg. Es ist eine Lust zu leben! - Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg.

Eine Ausstellung dieses Ausmaßes hat es in der bisherigen Geschichte des Kunst- und Gewerbevereins noch nicht gegeben. 100.000 € Fördermittel erhielten sie dafür allein von der Stadt Regensburg. Der Kunst- und Gewerbeverein versucht den vielfältigen Aspekten, die dieses weitreichende Thema berührt, gerecht zu werden und arbeitet mit verschiedenen Institutionen und Einzelpersonen zusammen.

Eginhard König versucht im Einleitungskapitel Die Weimarer Republik im kollektiven Gedächtnis die 20er Jahre historisch-kritisch zu betrachten. Dort wird auch die Wahl für den Untertitel der Ausstellung „Es ist eine Lust zu leben.“ (ein Zitat des Schriftstellers Alfred Kerr nach Ulrich von Hutten) ersichtlich. Es ist die bewusste Entscheidung gegen den vorrangig politisch definierten Begriff „Weimarer Republik“. Die Ausstellungsinitiatoren möchten die 20er Jahre „nicht als Übergangszeit, sondern als Epoche mit Eigenwert, in der widersprüchlichen Tendenzen, Modernes und Beharrendes in ‘Kontrastharmonie’ erscheinen“ verstanden wissen. Das Begleitbuch folgt der Gliederung der Ausstellung in Politik, Wirtschaft, Städtebau und Architektur, Kunst und Kultur, sowie Alltag.

Zwei dieser Kapitel möchte ich genauer betrachten: Viele Städte veränderten sich in den 20er Jahre, so auch Regensburg. Die Fläche Regensburgs verdoppelte sich 1924 durch Eingemeindungen. Die Stadtentwicklung musste sich einem erhöhten Verkehrsaufkommen anpassen. Eine Vielzahl Baugenossenschaften wurden gegründet, um der gestiegenen Wohnungsnachfrage durch Kriegsheimkehrer und Aussiedler gerecht zu werden. Das Buch veranschaulicht durch zahlreiche Pläne, mehreren Faltkarten und Fotos die Entwicklungen und lässt so vor allem Veränderungen sehr gut nachvollziehbar werden. Auch die Architektur begann sich unter dem Einfluss der Modernen zu verändern. Beispiele wie die RT-Halle und das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder werden im Buch genauer untersucht. In der Ausstellung werden zudem viele Modelle und Originalentwürfe gezeigt.

Innerhalb der Ausstellung ist der Teil, der sich der Regensburger Kunst- und Kulturszene der 20er Jahre widmet, der interessanteste. Auch dem Buch gelingt es durch viele Beiträge, Querverweise, eine reiche Bebilderung und einzelne Künstlerporträts Regensburg in den verschiedenen künstlerischen Strömungen der 20er Jahre (z.B. Futurismus, Bauhaus, Expressionismus, Symbolismus, Neue Sachlichkeit, Kubismus, Konstruktivismus, Dada, Surrealismus) zu verorten. Nicht zuletzt fällt auch der Zusammenschluss des Initiators der Ausstellung, aus Kunstverein und Gewerbeverein genau in diese Zeit. Seit 1924 gibt es den Kunst- und Gewerbeverein in Regensburg.

Der kiloschwere Begleitband zur Ausstellung ist umfang- und facettenreich, mit einer Vielzahl von Fotos und Karten. Zudem ist das Preis-Leistungs-Verhältnis wirklich überzeugend. Sicher wird er auch nach dem Ende der Ausstellung noch lange Zeit auf dem regensburger Buchmarkt gefragt sein.

20erjahrergbgbuch
20er Jahre Regensburg - Es ist eine Lust zu leben!

Hrsg. vom Kunst- und Gewerbeverein Regensburg e.V.

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Dr. Peter Morsbach Verlag, 2009
320 Seiten, mit 3 herausnehmbaren Faltkarten
24,90 €

www.drmorsbachverlag.de | www.kunst-und-gewerbeverein.de

Kunst -Weihnachtsbasar im Graz

24. Dezember 2009 lweser 1 Kommentar

Grazifikation 08, Kunstverein GRAZ, Regensburg

Am Ende eines jeden Jahres gibt es im Kunstverein GRAZ, einen Jahresrückblick, die sogenannte Grazifikation. In diesem Jahr mit Exponaten der Gäste Mareike Auer, Robert Meier, Peter Renner und der Group of Ten, sowie der GRAZer Rayk Amelang, Renate Christin, Christian Havlicek, Jürgen Huber, Franz Pröbster Kunzel, Sigurd Roscher und Florian Topernpong.

Adventszeit im GRAZ - Renate Christin erklärt worum es geht.

Adventszeit im GRAZ - Renate Christin erklärt worum es geht.

Die Österreicherin Mareike Auer steuert der Ausstellung mehrere kleine Arbeiten bei. Die Motive sind Tiere, die in irgendeiner Weise zu Menschen oder anderen Tieren in Beziehung gebracht wurden. Die Bilder wirken wie Collagen und sind auf Fotopapier abgezogen. Zum freundlichen Preis von 20,- € sind diese interessanten und dekorativen Arbeiten zu erwerben. Noch günstiger sind aber die Arbeiten von Sigurd Roscher. Für nur fünf Euro kann man Die Katze im Sack kaufen. Man weiß also nicht was für ein Kunstwerk man kauft. Die graphischen Arbeiten von Florian Topernpong mit dem Titel Schnittmengen I - XIV stellen Ausschnitte des tägliche Leben in Form von Schnittmengen-Kreisdiagrammen dar. Das ist zum Teil recht witzig. Im letzten Raum ist eine Installation einer Gruppe junger Künstler aus der Street-Art-Ecke zu sehen, The Group of Ten. Eine Durchschnitts-Unterschichten-Weihnachts-Idylle mit Weihnachtbaum, Couch und Fernsehgerät. Die Familienmitglieder (Schablonen-Sprayerei auf Styropor) mit Kippe, Bier und Wein (inklusive der Kinder). Der Fernseher auf Dauersendung. Was da läuft ist egal - symbolisiert durch graues Knistern. Vielleicht wenig subtil, aber immerhin kritisch. Das ist mehr als man von den meisten Jugendlichen erwarten kann.

Der Kunstverein GRAZ ist übrigens die Galerie in Regensburg, die sowohl das jüngste Publikum, als auch die größte Anzahl an Ausstellungen im letzten Jahr vorweisen kann.

Zu Erinnerung an die diesjährige Neue Romantik-Reihe Beat me with your Love, kann man einen kleinen Katalog mit vielen bekannten Gesichtern für nur einen Euro erwerben.

Grazifikation 08 noch bis 09. Januar 2010
Kunstverein Graz, Schäffnerstraße 21 (Hinterhof), Regensburg
Öffnungszeiten: Do bis So 16.00 bis 19.00 Uhr
mehr unter: www.kunstvereingraz.de