Wagner zwischen Wallküren und Wirklichkeit
Premiere/Tanztheater mit Orchester: Ich, Wagner. Sehnsucht! Theater am Bismarckplatz, Regensburg
Zum 200sten Geburtstag Richard Wagners schuf der neue „Ballettdirektor“ am Regensburger Theater Yuki Mori ein Tanzstück in zwei Teilen. Bereits der Titel deutet diese Zweiteilung an. Während der erste Teil „Ich, Wagner“ sich weitgehend chronologisch an Wagners Biographie orientiert, wirkt der zweite Teil „Sehnsucht“, der aus Versatzstücken Wangers Werken zusammengesetzt ist, assoziativ. Mit orchestraler Begleitung unter Leitung von Philip van Buren entstand ein emotionales und spannendes Tanzstück.

Unumstritten vereint Wagner in seiner Figur eine ungeheuere Ambivalenz: einerseits das musikalische Genie und andererseits der Antisemit und Egomane, der sich vor allem mit seinen theoretischen Werk wie „Das Judentum in der Musik“ historisch gesehen ins moralische Abseits degradierte. Alle Facetten dieser umstrittenen und gefeierten Person und der Rezeption zu beleuchten, hätte die Möglichkeit der circa zweistündigen Aufführung gesprengt. Mori beschränkte sich auf wenige Figuren aus Wagners Leben, die diesen in seinem Schaffen beeinflussten. Neben seinen zwei Frauen Minna (Andrea Vallescar) und Cosima (Caroline Fabre), gibt Mori auch Wagners Gönner Otto Wesendonck (Riccardo Zandoná) und dessen Gattin Mathilde (herausragend: Ina Brütting), die zu Wagners Muse und wahrscheinlich auch Geliebten wurde, Raum. Mit Alessio Burani als König Ludwig II bekommt auch Wagners prominentester Mäzen im Stück seinen Platz. Zärtlich gestaltet sich Ljuba Avvakumova und Shota Inoues Tanz, die Wagners Wunschtraum verkörpern. Das einfache aber effektive Bühnebild verortet die Handlung räumlich in ein Zimmer des gehobenen Bürgertums des vorletzten Jahrhunderts, a la Villa Wahnfried. Zusätzlich zu Wagners Musik wird im ersten Teil auch Musik von Alexander Zemlinsky und Ernest Chausson, die stark von Wagner beeinflusst wurden, verwendet. Nach der Pause bricht Yuki Mori mit der narrativ geprägten Erzählstruktur des ersten Teils und lässt im Ensembletanz Wagners Erinnerungen zu fleischgewordenen Helden und Walküren werden.
Großartg!
Ich, Wagner. Sehnsucht!
Choreographie/Inszenierung: Yuki Mori;
Musikalische Leitung Philip van Buren;
mit: Claudio Costantino, Caroline Fabre Andrea Vallescar Ina Brütting, Riccardo Zandoná, Ljuba Avvakumova, Shota Inoue, Harumi Takeuchi, Alessio Burani, Fabian Moreira Costa, Pablo Sansalvador
weitere Vorstellungen: 01./17. Februar, 02./09. März, 28. April, 09./18./21./24. Mai, 09./23./29. Juni, 13./17. Juli 2013; jeweils 19.30 Uhr
www.theaterregensburg.de







Die Geschichte von Adams erster Frau Lilith, ist alt und dennoch relativ unbekannt und nebulös. Bereits in den Mythen der Sumerern und Babyloniern 1800 vor Christus spielt sie eine Rolle. Im Gilgamesch-Epos, dem ältesten überlieferten literarischen Material, kommt sie ebenso vor, wie im Buch Jesaja (Jes. 34, 14 ELB) der Bibel. Meist wurde ihre Figur dämonisiert. Heute steht die Figur der Lilith in erster Linie für die Emanzipation der Frau. Sie hat sich sowohl Adam, als auch Gott widersetzt. Eva war Adam Untertan, da aus seiner Rippe geschaffen. Lilith jedoch war aus dem gleichen Material wie Adam geschaffen worden und leitete daraus ihre Gleichberechtigung her.