Scheuerer und Dell - Tradition der 20er Jahre
Rose Heuberger: Drahtgewebe und Eisengesenk. Foto- und Lampenausstellung. galerie konstantin b.
Beitrag zur Ausstellung 20er Jahre Regensburg. Es ist eine Lust zu leben!

Nun ja, die Fotos der Ausstellung sind eher von mäßiger Qualität. Die schwarz-weißen Analog-Abzüge wirken, bedingt durch fehlendes Licht, blass und flach. Außerdem fehlt ihnen die Schärfe. Die Auswahl der Motive wirkt ebenfalls nicht übermäßig inspiriert.
Das fotografierte Objekt hingegen konnte jede Aufmerksamkeit auf sich ziehen: Die verlassene Schlosserei Scheuerer befindet sich im Hinterhof des Anwesens am Brixener Hof 11, in dem auch die Galerie konstantin b. seit ihrem gezwungenem Wegzug aus Stadtamhof, Quartier fand. Die Schlosserei ist noch heute bereits von der Straße aus zu erkennen: Ein kunstvoll geschmiedetes Schild mit goldenem Schlüssel schmückt die Hausfront. Obwohl der Betrieb bereits seit 1985 ruht, haben die Besitzer des Anwesens keine Kosten und Mühen gescheut, das Schild bei der Sanierung des Hauses, ebenfalls zu restaurieren. Doch nicht nur das: unangetastet befinden sich die Schlosserei noch in ihrer alten Räumlichkeit. Wenn man durch das Fenster sieht, fühlt man sich in eine andere Zeit zurückversetzt. Seit 1925 ist die Werkstatt an diesem Ort (gegründet wurde sie bereits 1905). Und doch wirkt alles so lebendig. Der Schlossermeister ist nur kurz eine Brotzeit holen und muss gleich wieder da sein, denkt man. Jede Feile, jede Maschine liegt in nostalgischer Patina und schwerer Schönheit da und wartet auf die Rückkehr des Schlossers. Die Entscheidung der Nachkommen die Schlosserei zu erhalten, kann nicht oft genug Anerkennung gezollt werden.
Nicht das erste Mal bezog Galerist Bernhard Löffler die Schlosserei in eine Ausstellung mit ein. 2007, während der Ausstellung Storyboard, der letzten Einzelausstellung von Wolfgang Grimm, konnte man eine Installation des Künslers in der Werkstatt sehen.
Eine an der Wand der Schlosserei montierte Arbeitsleuchte mit Scherenauszug, ist das Bindeglied zum zweiten Teil der Ausstellung, den Lampen. Diese stehen im direkten Zusammenhang zum übergeordneten 20er Jahre Thema. Eine Anzahl an Arbeitsleuchten aus den 20er/30er Jahren, aus der privaten Sammlung des Galeristen, sind dort zu bewundern und zu erwerben. Die meisten dieser Exponate stammen aus dem Hause Kaiser-Idell, entworfen vom Designer Christian Dell, der in den 20ern Werkmeister am Bauhaus in Weimar war.
Drahtgewebe und Eisengesenk - Fotografien von Rose Heuberger und
Design-Klassiker - Arbeitsleuchten der Bauhäusler Marianne Brandt und Christian Dell.Noch bis 28. März 2010.
galerie konstantin b., Am Brixner Hof 11, Regensburg.
Die Galerie ist jeden Freitag von 16.00 bis 21.00 Uhr geöffnet und nach Vereinbarung. galerie_konstantin_b(at)yahoo.de, Tel.: 0179 / 3 22 00 64

durch eine intensive Farbgebung. Roman Mayers Bilder (Acryl auf Karton oder Leinwand) vermögen ebenfalls zu fesseln, aber auch zu verstören. Seine Menschen entschwinden. Da ist ein Bein in der Auflösung begriffen, dort ein Gesicht. Die abgebildeten Menschen sind wohl Japaner. Sorry Natsumi I-VI oder SBOsaka sind die Titel. Wer sind diese Menschen? Was geschieht mit ihnen? Warum verflüchtigen sie sich vor dem Betrachter?
Fassaden - Bilder von Tobias Stutz bei galerie




