Cd-Tipp: Das Ungarische Staatsorchester spielt Brahms’ Ungarische Tänze
Zwischen Volksmusik und Kunstmusik
(Sigrid Grün)
Brahms’ Ungarische Tänze gehören zu seinen populärsten Werken und sie begegnen uns noch heute - etwa als Filmmusik bei Charlie Chaplins Der große Diktator oder als Hintergrundmusik der Zeichentrickserie Ren and Stimpy.
Interessant ist insbesondere die Mischung aus Volks- und Kunstmusik - denn Brahms ließ sich eigenen Aussagen zufolge stark von populären Volksliedern inspirieren: “Es sind übrigens echte Puszta- und Zigeunerkinder. Also nicht von mir gezeugt, sondern nur mit Milch und Brot großgezogen”, schrieb Brahms einst seinem Verleger. Trotzdem handelt es sich um Kunstmusik, denn Brahms überformte die Melodien stark nach den Maßgaben der Klassik. Der mitreißende und lebendige Charakter der Stücke blieb trotzdem erhalten. Das Temperament und die Lebensfreude der ungarischen Volksmusik schlägt sehr stark durch - aber auch der Ernst und die Melancholie.
Wechsel zwischen Dur und Moll und Tempowechsel sorgen für die unglaubliche Dynamik der Stücke und machten die Ungarischen Tänze auch so populär.
Hungaroton hat nun eine Aufnahme herausgebracht, die 1987 unter der Leitung von Mátyás Antal in der Heimat der Ungarischen Tänze entstanden ist. Das Ungarische Staatsorchester spielt mitreißend und temperamentvoll auf der einen und warm und voller Melancholie auf der anderen Seite. Wer dieses facettenreiche Werk von Brahms noch nicht oder nur in Auszügen kennt, wird begeistert sein von der mitreißenden Musik, die eine unglaubliche Energie versprüht.
Johannes Brahms (Komponist); Mátyás Antal (Leitung)
Hungarian Dances - Hungarian State Orchestra
www.classicdisc.de
ca. 56 Minuten
Best.-Nr.: 5991813269928


