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Kurzfilmer kurz vor der Kurzfilmwoche

14. März 2011 lweser Keine Kommentare

Klaus Scheier - ein regensburger Super-8-Experimental-Filmer

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Zur Einstimmung auf die diesjährige Regensburger Kurzfilmwoche, wollen wir den hiesigen Super8-Experimental-Filmer Klaus Schreier vorstellen. Einst war er regelmäßig im Regionalfenster (2004 auch im Bayernfenster) mit seinen Filmen vertreten. Seit einigen Jahren ist es still geworden um ihn. Dabei hat sich seine Leidenschaft zu dem fast verschwundenen Medium keinesfalls verringert. Er hat durchaus einige Projekte in der Schublade. Als Abonnent der Zeitschrift „Schmalfilm“ und Teilnehmer eines Schmalfilm-Internet-Forums ist er auch mit der Super 8-Comunity weltweit verbunden. Seit 2009 sind seine Filme auf youtube zu sehen. Das ist das einzige Zugeständnis, dass der ansonsten strenge Verfechter der analogen Film-Arbeit gemacht hat.
Doch beginnen wir von vorn. Klaus Schreier wurde 1968 geboren. Von seinem ersten Praktikumsgeld, das er während seines Architekturstudiums verdiente, kaufte er sich 1989 die erste (gebrauchte) Super 8-Kamera. Danach entstand sein erster Film Meine 10jährige Angst. Nach zehn Jahren hat er den Film noch einmal neu geschnitten. Im Herbst 1999 begann er wieder zu filmen. Klaus Schreier lies sich vor allem von Stummfilmen oder Horrorfilmen der 30er bis 60er Jahre beeinflussen. Er steht zu Trash oder zu B-Movies. Aber er mag auch Filme von Truffaut und Godard. Ungefähr 25 publikumsfähige Filme hat er bisher geschaffen. Dabei ist jeder Schritt analog: filmen, entwickeln, schneiden, kleben, vertonen und vorführen. Bei der Kurzfilmwoche musste er meist seine eigenen Projektoren mitbringen, da später kaum noch funktionierende Super 8-Tonfilmprojektoren zur Verfügung standen. Denn das ist ja das eigentlich Bemerkenswerte: Klaus Schreier hat erst richtig begonnen mit Super 8 zu arbeiten als diese Technik bereits im Sterben lag. Auch Daggi Brunderts Filme liefen schon auf seinen Projektoren. Bei Ihrer Werkschau während der letzten Regensburger Kurzfilmwoche zeigte sie ihre Filme, der gleichen Erfahrung und der fehlenden Projektoren wegen, jedoch von DVD.
Auch mit abgelaufenem oder beschädigtem Material experimentiert Klaus Schreier gern. Mein Favorit ist der Found Footage-Film Am Sichelwerk. Dabei handelt es sich um einen mindestens 50 Jahre alten Film, der schon deutliche Materialzerstörungen aufweist. Doch gerade diese Zerstörung hat ihren eigenen Reiz und eröffnet eine weitere Bedeutungsebene: die Vergänglichkeit des Lebens oder der Liebe oder eben des Super 8 Films.
Die Entscheidung seine Filme irgendwann doch zu digitalisieren und online zu stellen traf er, um zu verhindern, dass sie für immer im Keller verschwinden. Dass Wie ein wilder Brem, so der Titel seines oberpfälzer “Gänse-Doku-Splatters”, dadurch bereits über 3500 Male angesehen wurde, freut ihn natürlich.
2002 gab es im Kunstverein Graz eine Werkschau von Klaus Schreier. Das ist immerhin schon fast zehn Jahre her. Da könnte doch langsam mal eine überarbeiten Neuauflage an der Reihe sein.

offizielle Projektionen:

2000 Meine 10jährige Angst - Regionalfenster Regensburger Kurzfilmwoche
2001 Usher - Regionalfenster Regensburger Kurzfilmwoche
2002 eMotion1 - Regionalfenster Regensburger Kurzfilmwoche
2002 Atack of the mutant plastic Bags“ - Regionalfenster Regensburger Kurzfilmwoche
2002 Werkschau - Kunstverein GRAZ
2004 Wie ein wilder Brem - Bayernfenster Regensburger Kurzfilmwoche
2005 Atack of the mutant plastic Bags - Global Super 8 Day, Basel (CH)
2007 u.A. eMotion, Am Sichelwerk Loop-Installationen beim Offenen Atelier

Alle Filme von Klaus Schreier sind auf youtube zu sehen: www.youtube.com/user/FilmfreundeMetaluna

Alle möglichen Informationen zum Schmalfilm sind hier zu finden: www.filmvorfuehrer.de/forum/13-schmalfilm/