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Artikel Tagged ‘Konzert’

“Deine Mutter” in der Mälze

8. Februar 2013 sgruen Keine Kommentare

Moop Mama bringen die Mälze zum Kochen

(Sigrid Grün)

Wer Nase und vor allem Ohren voll hat von Gangstas und Rumgepose, der sollte, bevor er sich enttäuscht vom deutschsprachigen HipHop abwendet, mal bei Moop Mama reinhören.

Die Münchner Kapelle um den Creme-Fresh MC Keno ist wirklich was besonderes.
Hier trifft eine richtige Jazz-Band auf fette Reime, die durchaus mal ins Politische gehen können.
Sieben Bläser treffen auf zwei Drummer und einen hauptamtlichen MC (auch gerne mit Gästen).

Das Album „Deine Mutter“ spricht auch Leute an, die sonst vielleicht keinen HipHop hören. Erstaunlich ist, dass hier nur mit echten Sounds und Instrumenten, gearbeitet wird, u.a. ist auch ein waschechtes Sousaphon dabei, was für einen ordentlichen cruisingtauglichen Wums sorgt.

HipHop direkt von der Straße, das kann man hier ruhig auch mal ein bisschen wörtlicher verstehen als sonst, Moop Mama sind eine Marching Band mit HipHop-Vocals. Marching Bands sind ursprünglich Bläserbands, die gerne in Massen auf öffentlichen Plätzen aufmarschieren, gerne auch mal mit politischer Attitüde, was ja in Bayern auch als Charivari eine gewisse Tradition hat.

Eine andere Eigenbezeichnung ist auch Urban Brass und ich denke das trifft den Sound ganz gut. Moop Mama sind immer für unangekündigte Überraschungskonzerte gut, die fast im Sinne eines Flashmobs plötzlich in der Fußgängerzone auftauchen und richtig einheizen.

Entsprechend ist auch das spontane und die Überraschung auf dem Album Programm, der HipHop-Kenner wird immer wieder ironische Seitenhiebe und unerwartete Zitate finden. Busta Rhymes „Fire it Up“-Sound angespielt durch Sousaphon bei König der Stadt oder auch „Paranoia“, das ein Urgestein des deutschen HipHops zumindest in Andeutung in die heutige Zeit hebt: Paranoia von Die Allianz, anno 1993. Wohlgemerkt, nicht geklaut, aber stellenweise äußerst geschickt zitiert.

Keno und Fatoni die beiden MC´s kommen spürbar aus der Freestyle-Battle-Szene – es ist oft unglaublich wie schnell und wendig ihnen die Worte über die Lippen kommen. Kein Wunder, sie gewannen zwischen 2002 und 2005 fast sämtlicher Münchner Battle-Contests.

Für Komplettisten hier nochmal schnell die Auflistung der Instrumente, die auf dem Album verwendet werden: mit dabei Trompete, Altsaxophon, Tenorsaxophon, zwei Posaunen, das bereits erwähnte Sousaphone und Drums.

Meine Anspieltipps sind übrigens „Orientierungssinn“, eine Jazzfusion mit tollen Drums und nachdenklichem Text, ein wirklich total relaxter Song; das bereits erwähnte Paranoia mit seinem eher politischen Anspruch, gleichzeitig ein partytauglicher Abgehsong und Helden, der letzte Song aus dem ich hier ein sehr passendes Zitat bringen will: „Doch diese Band hier macht sich auf den Weg. Hier kommt das erste wirklich neue Ding seit einigen Jahren. Wie ein schwarzer Präsident in den Vereinigten Staaten. Hast Du Angst, Du brauchst keine zu haben. Denn wir sind nur gekommen um Dir Einen zu blasen und zwar so…“ und dann folgt ein fantastisches Trompetensolo…traumhaft, das nenne ich nicht nur Humor sondern auch Sinn für Musik. Moop Mama haben´s einfach drauf.

Das Konzert war ausverkauft, die Mälze voll und die Stimmung gigantisch - Moop Mama aus München bewiesen eindrucksvoll, dass deutscher HipHop einfach großartig sein kann!

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Moop Mama
Deine Mutter
www.millaphon.com
45 Minuten

Moop Mama spielen am Mittwoch in der Mälze

3. Februar 2013 sgruen Keine Kommentare

Urban Brass vom Feinsten

(Sigrid Grün)

HipHop + Blasmusik = Urban Brass! Moop Mama aus München, das sind sieben Bläser, 2 Drummer und Rapper Keno von Creme Fresh - und das ist vor allem ein Konzerterlebnis, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Kritische und politische Texte auf der einen Seite und ein richtig grooviger Sound auf der anderen Seite - so kann man die Musik von Moop Mama charakterisieren. Seit 2011 gibt es “Deine Mutter”, das erste komplette Album.
Am Mittwoch, den 6. Februar spielen die Jungs ab 20.30 Uhr in der Alten Mälze in Regensburg (Einlass ab 19.30 Uhr).

Weitere Infos und Karten gibt es hier:
www.alex-bolland.de

“Deine Mutter” ist bei Millaphon erschienen:
www.millaphon.com

Und ein richtig schönes Lied zur Einstimmung auf das Konzert und auf den Frühling gibt’s hier:
www.youtube.com

Diamond Dogs live im Kino im Andreasstadel

14. November 2012 ffranc Keine Kommentare

Diesen Sommer haben die Diamond Dogs von sich hören gemacht. Mit cleaner E-Gitarre, Kontrabass und markanter Stimme bringen sie eine einzigartige Mischung aus melancholischem Roadmovie-Sound mit Surfgitarreneinflüssen auf die Bühne. Tom Waits meets Johnny Cash, Marlene Dietrich und Tarantino-Soundtrack. Donna Diamond und Dickie Diamond nennen es Country Noir. Am Freitag, 16. November um 19.00 Uhr laden die beiden Diamantenhunde zum Konzert ins Kino im Andreasstadel und bringen Überraschungsgäste der Regensburger Musikszene mit.

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OK, normalerweise bringen wir keine offiziellen Promo-Texte. Aber die Ausnahme bestätigt ja die Regel und wir legen jedem dieses Konzert wirklich ans Herz. Dirschl und Starzinger waren schon immer super und die Diamond Dogs sind es auch. Bei der diesjährigen Frankreichwoche hatten sie quasi an gleicher Stelle ihren Einstand und wussten das Publikum zu begeistern. Jetzt sind sie wieder da, mit einmaliger Unterstützung von Musikern von SickSickSick, Chambergrass, Delir Noir u.a. sowie mit einem echten Klassikkonzerteveranstalter an der Klarinette!!!
Hingehen, wenn’s noch nicht ausverkauft ist.

www.facebook.com/DiamondDogsGermany | www.kinos-im-andreasstadel.de

Veranstaltungstipp: Literaturfest in Beratzhausen

27. Juli 2012 jneidh Keine Kommentare

Freitag und Samstag, den 3. und 4. August:

Literatur- und Kunstfest in Beratzhausen auf den Laberwiesen am Essenbügl.

Der Markt Beratzhausen lädt zu Lesungen, Kabarett, Liedermachern und Geschichtenerzählern.

Im Rahmen der Literaturtage im Oberpfälzer Jura findet in Beratzhausen am ersten Augustwochenende am Essenbügl an der Laber ein Literatur- und Kunstfest statt.

Los geht es am Freitag den 3. August um 20.00 Uhr im Kulturzelt am Essenbügl. Hier liest Siegfried Schüller satirische Gedichte und Kurzgeschichten, begleitet durch die Weltmusikgruppe Didge´n´Drums. Der Autor aus Mühlhausen am westlichen Rand der Oberpfalz unterhält mit Satire aber auch gesellschaftskritischen Stücken. Didge´n´Drums spielen Didgeridoo in Kombination mit afrikanischen Schlaginstrumenten. Die Stücke sind oft improvisiert und die archaischen Töne sind geeignet, den Zuhörer in die musikalische Urzeit zurückzuführen.

Samstag, den 4. August findet von 14-16.00 Uhr am Essenbügl eine Mal- und Schreibwerkstatt rund um den Skulpturenpark statt. Die Teilnehmer können sich bei einer Schnitzeljagd näher mit den einzelnen Skulpturen beschäftigen und selbst kreativ werden. Die Beiträge werden im Stadel ausgestellt und um 19.00 Uhr mit Hilfe des Publikums prämiert. Jeder Teilnehmer erhält einen Preis.

Zusätzlich gibt es von 15-16.00 Uhr ein Musik-Mitmachprogramm für Kinder von 4-10 Jahren im Kulturzelt mit dem Liedermacher und Musikpädagogen Fredman Lill.

Ab 16.30 wird es im marokkanischen Königszelt des Liedermachers spannend: “Von Tamtam auf BastScho“, eine Lesung mit Andrea Kreuz, Dieter Lohr und Rolf Stemmle mit musikalischer Begleitung, wartet auf den Zuhörer. In den Erzählungen geht es “ums Ausbüchsen aus der heimischen  Enge und gleichzeitig ums Dableiben und die verzwickte Schwerkraft des Vertrauten.”

19.00 Uhr schließlich werden Bilder und Texte des Wettbewerbs prämiert und eine Vernissage der Sommerakademie mit den Arbeiten der Meisterklasse von Professor Constantin Flondor findet statt.

Roger Cicero bei den Thurn und Taxis Schlossfestspielen

21. Juli 2012 sgruen Keine Kommentare

“In diesem Moment” tanzten die Menschen im Regen

(Sigrid Grün)

Eigentlich will kein Mensch, dass es bei einem Open Air-Konzert regnet. Eigentlich sollte es eine laue Sommernacht sein. Aber in ganz seltenen Fällen ist ein Konzert bei Regen ein besonderes Erlebnis - dann nämlich, wenn der Musiker es schafft, das Publikum im Regen tanzen zu lassen und eine Stimmung schafft, die das Wetter nebensächlich erscheinen lässt. Genau das hat Roger Cicero am Freitagabend bei den Regensburger Schlossfestspielen geschafft.

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Die Tribüne war voll und der Ausnahmesänger und seine großartige Big Band verzauberten das Regensburger Publikum. Nach diesem unterhaltsamen Konzert muss festgestellt werden: Roger Cicero ist nicht nur ein besonders guter Sänger, sondern ein großartiger Entertainer, der mit viel Charme und Witz durch den Abend führte. Dabei sang er nicht nur die Songs von seinem aktuellen Album “In diesem Moment” - mit dem gefühlvollen und eingängigen Titelsong - sondern auch mal ein Lied von den Sportfreunden Stiller oder von Sting. Er erzählte von seinem musikalischen Werdegang, seiner ersten Gage, die er in Kinderschokolade und Yps-Hefte investierte und den Einflüssen, die ihn zu dem machten, der er heute ist. Trotz Regens schlenderte er singend durchs Publikum, wies den ihm von einem Mitarbeiter der Schlossfestspiele angebotenen Regenschirm mit einem charmanten “Du, ich brauch den nicht!” ab und ließ das Regensburger Publikum singen und tanzen. Der Regen, der mal grämlich-nieselig, mal strömend war, spielte bei der außergewöhnlichen musikalischen Leistung des Sängers und seiner Big Band nur eine Nebenrolle.
Die Big Band verdient auf alle Fälle eine gesonderte Erwähnung, denn sie überzeugte durch einen perfekten Sound - mal swingig, mal getragen. An diesem Abend bewiesen die Musiker und Roger Cicero, wie facettenreich ihr Repertoire ist. Man kann die Veranstalter zu ihrer Auswahl der Künstler nur beglückwünschen! Immerhin hatte sich Roger Cicero schon einmal bei den Schlossfestspielen als Gast bewährt. Auch damals hatte es übrigens in Strömen geregnet. Aber ein richtig guter Entertainer kann das einfach vergessen machen.

www.odeon-concerte.de

ABBA Mania bei den Schlossfestspielen

20. Juli 2012 sgruen Keine Kommentare

“Come on Regensburg, make some noise!“

(Sigrid Grün)

Glück mit dem Wetter hatte der voll besetzte Schlosshof bei ABBA Mania. Aber nicht nur das: ABBA Mania, vier echte Musikstars auf der Bühne sorgten für ausgezeichnete Unterhaltung und Stimmung im Publikum. Optisch überzeugend erweckten Nadine Edwards als Agnetha, Debbie Watt als Frida, Dale Forbes als Benny (am Klavier) und Steve Bryden an den Gitarren, die siebziger Jahre zu neuem Leben. Alles passte: Kimono und Schlaghose, typische Frisuren und Originalstiefel – eine perfekte Illusion. Soundtechnisch wurde alles rausgeholt. Fast alle bekannten Songs des schwedischen Quartetts wurden auf die Bühne gebracht. Auch um tolle Sondereinlagen waren ABBA Mania nicht verlegen: Bei „Money Money Money“ regnete es Geld! Kein echtes, versteht sich, aber doch besonders angefertigte ABBA-Geldscheine, die als Erinnerung an einen tollen Abend sicher auch einen bleibenden Wert besitzen. Das Publikum ging auch gut mit und war sichtlich in Partylaune, klatschte, schunkelte und stampfte mit den Füßen. Die Leute waren kaum auf ihren Sitzen zu halten und kamen Fridas Aufforderung „Come on Regensburg, make some noise“ nur zu gern nach.
Als Zuschauer hatte man nie den Eindruck, dass es sich bei ABBA Mania um eine reine Retro- oder gar Coverband handelt - alles wirkte original und eigenständig, eine perfekte Illusion, die dem einen oder anderen sicher das Lebensgefühl der Ära der Siebziger Jahre wieder zurückbrachte.
Drei Stunden - bis knapp vor Mitternacht - dauerte die musikalische Party auf den Spuren einer der erfolgreichsten Bands aller Zeiten. Jeder, der da gewesen ist wird bestätigen können, dass hier Unterhaltung vom Feinsten geboten wurde.

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Sol Gabetta spielte im Regensburger Audimax

9. Mai 2012 sgruen Keine Kommentare

Weltklasse-Cellistin verzauberte das Regensburger Publikum

(Sigrid Grün)

Bereits mit zehn Jahren hat die gebürtige Argentinierin Sol Gabetta ihren ersten Wettbewerb gewonnen. Mittlerweile gehört sie zu den renommiertesten Cellisten der Welt und arbeitet mit führenden Orchestern und Dirigenten zusammen.
Am vergangenen Samstag präsentierte sie gemeinsam mit dem BBC Philharmonic Orchestra (Dirigent: Juanjo Mena) Schuberts Sinfonie No. 5, Schumanns Cellokonzert und Elgars Enigma-Variationen.

Dabei zeigte die junge Musikerin gewaltige Präsenz und Leidenschaft. Ihre Ausstrahlung und Natürlichkeit machen die 30-Jährige besonders sympathisch. Während des Konzerts in Regensburg vermochte sie es, eine Nähe zum Publikum zu schaffen und hervorragend mit dem Orchester zu kommunizieren.
Besonders Schumanns Cellokonzert war geprägt vom gelungenen Dialog - u.a. durch Blickkontakt mit den Musikern - zwischen Gabetta und dem Orchester.
Beeindruckend war auch der kräftige Klang des Violoncellos. Auch die höchsten Töne waren bei diesem Stück, das alle Lagen des Cellos umspannt, absolut klar und stark hörbar, bei den tiefsten Tönen gab es kein “Gebrumme”.

Während Schuberts Sinfonie No. 5 und Schumanns Cellokonzert eher erfrischend, leicht und tänzerisch waren, wirkten Elgars Enigma-Variationen bombastisch. Es kam viel Schlagwerk zum Einsatz und auch viele Bläser - insbesondere das tiefe Blech dominierte. Sowohl das Klarinetten- als auch das Cello-Solo überzeugten auf ganzer Linie.

Sol Gabetta und das BBC Philharmonic Orchestra bescherten dem Regenburger Publikum einen absolut gelungenen und abwechlsungsreichen Konzertabend.

Informationen zu den weiteren Odeon Concerten in Regensburg sowie Karten gibt es wie immer unter:

www.odeon-concerte.de

Sans Dessus Dessous/Drunter und Drüber

4. Mai 2012 lweser Keine Kommentare

Eröffnung der 10. französischen Film- und Kulturwoche am 02. Mai 2012, Kinos im Andreasstadel, Regensburg

Die Eröffnung der französischen Film- und Kulturwoche hat sich im Laufe seines Bestehens zu einem wahren Geheimtipp entwickelt. In der jetzigen Form, als „bunter Abend“, existiert sie (mit einer Ausnahme) seit sieben Jahren – also nicht ganz so lange wie die von Medard Kammermeier und Marianne Mion initiierte Frankreichwoche selbst. Der wohl charmanteste Abend in der Regensburger Kulturlandschaft, hat schon viele regionale Kulturgrößen auf die kleine Bühne im Wintergarten-Kino gebracht. Richard Kattan und Stefan Göler von den Tres Hombres, Eberhard Geyer und Thomas Röder, Catherine Hummel von der Deutsch-Französische Gesellschaft, der Kosmos Ost-Singkreis oder das Ost-Hafen-Duo sind nur einige derer, die die Veranstaltung mit Beiträgen bereichert haben. Zu den festen Konstanten des Abends gehören auch Bertl Wenzl (Die Negerländer), Rainer J. Hofmann (Trio Tricolore), Pedro Alvarez-Olañeta (CinEScultura-Spanische Film- und Kulturwoche) und Moderator Boris Kasbauer.

In diesem Jahr konnte man als Einstimmung auf den Abend Louis Malles Tour de France-Film Vive le Tour aus dem Jahr 1962 sehen. Nicht ohne Grund folgte Comme d’habitude, ein Lied von Claude François aus dem Jahr 1967, das Frank Sinatra als Vorlage zu seinem Hit My Way diente. Der erste Live-Beitrag stammte von einer neuen Band, die der Moderator als junge Hoffung aus Montpellier ankündigte, den Diamond Dogs. Diese entpuppten sich jedoch als alte Bekannte aus Regensburg: die bisher als Elektro-Duo bekannten Dirschl & Starzinger, haben sich nicht nur umbenannt, sondern sich auch einem anderen Genre verschrieben. Mit Kontrabass und E-Gitarre interpretierten sie sehr rock n´rollig einen dreisprachigen Marlene-Dietrich-Song aus dem Jahr 1948. In den Ruinen von Berlin (von Friedrich Holländer komponiert) stammt aus dem Billy Wilder Film Eine auswärtige Affäre. - Und das Publikum tobte! Was für ein Einstieg!

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Bedächtiger, aber nicht weniger emotional, rezitierte Christoph Maltz ein (fast schon obligatorisches) Heinrich Heine Gedicht. In Die Grenadiere, imaginierten zwei aus russischer Kriegsgefangenschaft heimkehrende französische Soldaten ihren Heldentod. Im Anschluss trug er eine wenig bekannte Übersetzung des Liebesgedichtes Cet amour von Jacques Prévert (dem Autor von Kinder des Olymps) vor. Christoph Maltz legte sich so ins Zeug, dass Lutz Görner, der deutschen Gedicht-Rezitator par excellence, gegen ihn ganz schön blass aussieht.

Eine Wiederaufführung erfuhr anlässlich des Zehnjahresjubiläums, einer der beliebtesten Beiträge von vor sechs Jahren: Die Tanzeinlage von eben jenem anfänglich gespielten Claude François. Cloclo (Boris Kasbauer) und seinen Claudettes (Marianne Mion, Kathrin Kupitz, Dagmar Reinecke, Catherine Botteron) brachten mit Alexandrie, Alexandra 70er Jahre Disco Feeling in den Wintergarten. Der einstige Frauenschwarm hat aus heutiger Sicht doch einiges an Sex-Appeal eingebüßt. Die unfreiwillige Komik des Originalvideos, das im Hintergrund projiziert wurde, machte der Stimmung jedoch keinen Abbruch. Die Ü40-Tänzer auf der Bühne tanzten sich die Seele aus dem Leib und machten dabei keine schlechte Figur.

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Rainer J. Hofmann und Pedro Alvarez-Olañeta schlossen sich wieder zum Duo zusammen und boten mit Akkordeon und Gitarre ein mexikanisches Lied aus dem Soundtrack zu Wim Wenders Film Paris, Texas dar. Warum dieser Film französisch ist, wird Pedro Alvarez-Olañeta am Freitag erklären, wenn er den von ihm ausgewählten Film in der Reihe „Cadeaux“ bei der Frankreichwoche vorstellen wird. Als Zugabe pfiffen beide ihren gemeinsamen Klassiker.

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Nach einer filmischen Sarkozy-Persiflage band Medard Kammermeier das Publikum mit einem Quiz in das Bühnengeschehen ein. Das Publikum und drei Kandidaten sollte die französische Herkunft deutscher Wörter erraten. Außer bei „Fisimatenten“ und „Etepetete“ misslang das aber, und der Kinobetreiber konnte einige seiner Freikarten behalten.

Anschließend überraschte Boris Kasbauer das Publikum indem er das angekündigte Duo Martin Haygis (Beige GT, Mason Dixon Line) und Anja Lange (Groß, Grün Und Grausig) zu einem Trio komplettierte. Als Dalida und Alain Delon ersangen und erspielten sie mit Paroles, Paroles (einem Cover des italienischen Originals von Mina und Alberto Lupo) die Herzen des Publikums. Sowohl optisch (Smoking und 70er Jahre Abendkleid), als auch musikalisch und schauspielerisch hätten sie mit dieser Interpretation die berühmten Vorbilder mühelos in den Schatten gestellt.

Auch Bertl Wenzl eroberte jene Herzen (die des Publikums). Mit seiner Gitarre, einem selbstgeschriebenem Text und viel bayrischem Akzent gab er ein skurriles Liebeslied zum Besten. Etwas spöttelnd kommentierte der Moderator diese charmant-schräge Darbietung mit den Worten: „Ein Saxophon ist eben doch etwas anderes als ein französischer Text“. Bertl Wenzl wird in der bereits erwähnten „Cadeaux“-Reihe, in der zehn Freunde des Festivals einen französischen Herzensfilm vorstellen, den wohl ungewöhnlichste Film der Reihe präsentieren. Claude Faraldos „Anarcho-Komödie“ Themroc aus dem Jahr 1972 mit Michel Piccoli kommt übrigens ohne Dialoge aus.

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Eine Aufzeichnung eines Serge Gainsbourg Songs bildete die Überleitung zum letzten Live-Auftritt des Abends. Die “Diamond Dogs aus Montpellier” performten eine Serge Gainsbourg-Komposition, die dieser 1964 für France Gall komponierte. 1995 wurde Laisse tomber les filles von April March unter dem Titel Chick habit gecovert. Diese Coverversion gab das Duo im Andreasstadel zum besten. Da die Diamond Dogs so unglaublichen Publikumszuspruch fanden, wir es demnächst übrigens ein Kino-Konzert von ihnen geben.

Der Abend hat seine Bestimmung wieder voll erfüllt: er hat dem Publikum auf seine gewohnt liebenswerte, chaotische, aber gleichzeitig hochwertige Art, Lust auf eine Woche französischen Film und Kultur und auf Sans Dessus Dessous gemacht.

Konzert-Tipp: Weltstar Sol Gabetta kommt nach Regensburg

2. Mai 2012 sgruen Keine Kommentare

Weltklasse Cellistin und das BBC Philharmonic Orchestra spielen im Audimax

(Sigrid Grün)

Am kommenden Samstag gibt es wieder ein Konzertereignis der ganz besonderen Art in Regensburg: Die derzeit gefragteste Cellistin der Welt spielt im Rahmen der Odeon Concerte gemeinsam mit dem renommierten BBC Philharmonic Orchestra im Audimax der Universität. Genauso strahlend wie es ihr Vorname verspricht (span. sol = Sonne), ist die 30-jährige Argentinierin auch! Im Wechsel mit Martin Grubinger moderiert sie das sonntägliche Musikmagazin KlickKlack im Bayerischen Fernsehen. Mit ihrem über 200 Jahre alten Guadagnini-Cello wird sie am kommenden Samstag das Regensburger Publikum verzaubern.
Zu hören ist dann Schumanns Cellokonzert, sowie zwei Werke der Orchester-Romantik: Schuberts 5. Sinfonie und Elgars “Enigma-Variationen”.

Sol Gabetta als Moderatorin, 2009 (Foto: A. Savin)

Sol Gabetta als Moderatorin, 2009 (Foto: A. Savin)

Weitere Informationen und Karten gibt es wie immer unter:

www.odeon-concerte.de

Anne-Sophie Mutter und Lambert Orkis spielten im Regensburger Audimax

21. März 2012 sgruen Keine Kommentare

Ein unvergesslicher Konzertabend

(Sigrid Grün)

Es war das Konzert-Highlight der Saison: Die weltweit bekannte Geigenvirtuosin Anne-Sophie Mutter spielte gemeinsam mit Lambert Orkis (Klavier) im Regensburger Audimax. Der Saal war voll und die beiden Musiker bescherten dem Publikum einen unvergesslichen Konzertabend.
Gespielt wurde zunächst Mozarts Sonate für Klavier und Violine in G-Dur (KV 379), die - im Gegensatz zu den anderen fünf Sonaten innerhalb des “Opus II” - nicht drei sondern nur zwei Sätze aufweist.
Im Anschluss wurde Franz Schuberts Fantasie für Klavier und Violine in C-Dur (D 934) dargeboten.
Nach der Pause waren Witold Lutoslawskis Partita für Violine und Klavier und Camille Saint-Saens Sonate Nr. 1 für Violine und Klavier in d-Moll (op.75) zu hören.

Das Publikum zeigte sich begeistert von der Leistung der beiden Musiker, die perfekt harmonierten. Das Zusammenspiel wirkte oft wie eine Unterhaltung zweier außergewöhnlicher “Gesprächspartner”.
Anne-Sophie Mutter ist ein Star - sie spielt in allen großen Konzerthäusern der Welt, in diesem Jahr sogar in Australien - und doch hat sie eine Ausstrahlung, die nichts Überhebliches oder Übertriebenes an sich hat.
Das Regensburger Publikum lauschte atemlos der meisterhaften Leistung der beiden Musiker und belohnte sie mit einem ausführlichen Applaus, der Mutter und Orkis auch noch die zwei Zugaben - Ravel und Brahms - entlockte.
Man kann die Veranstalter zu diesem rundum gelungenen Konzertabend nur beglückwünschen!

Das nächste große Konzertereignis im Rahmen der Regensburger Odeon Concerte findet schon nächste Woche statt. Am Freitag, 29. März wird Enoch zu Guttenberg u.a. Beethovens Neunte dirigieren.

Weitere Informationen und Karten gibt es wie immer unter:

www.odeon-concerte.de