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Artikel Tagged ‘Kunstverein Graz’

Endstation Fundbüro Im Gebüsch

8. Januar 2010 lweser Keine Kommentare

Freitag, 08. Januar 2010, 19.30 Uhr, Turmtheater, Regensburg
Premiere des Stücks Kleine Eheverbrechen von Eric Emmanuel Schmitt mit Martin Hofer und Adele Neuhauser. Weitere Termine: 9.10.13.15.16.17.18.19.20.21.22.23. Januar, Eintritt: 15,00 €
www.regensburgerturmtheater.de

Samstag, 09. Januar 2010, 20.00 Uhr, Kulturspeicher, Bruderwöhrdstraße 15, Regensburg
Lesung: Volker Klüpfel und Michael Kobr: Rauhnacht: Kluftingers neuer Fall, veranstaltet von Bücher Pustet, Eintritt: 15,-/12,- (Leider schon ausverkauft)
www.pustet.de | www.kommissar-kluftinger.de

Samstag, 09. Januar, 20.00 Uhr, Kunstverein Graz, Regensburg
Sonderveranstaltung im Rahmen der GRAZIFIKATION 08: HERRENGEDECK, Musik: Transponderfish vs. Asiask (Andreas Müller und Albert Plank), Lesung: Eva Karl: Herrengedeck, Kurz-Film: Interview mit Pomodoro Bolzano
www.kunstvereingraz.de

Samstag, 09. Januar, 21.00 Uhr, Büro, Keplerstr., Regensburg
Live & umsonst Im Gebüsch und Endstation Fundbüro fescher Pop aus hiesigen landen. Dannach Bis 4 Uhr früh werden Platten aufgelegt.
www.buero-regensburg.de | www.myspace.com/traumtelefon |www.myspace.com/imgebuesch

Kunst -Weihnachtsbasar im Graz

24. Dezember 2009 lweser 1 Kommentar

Grazifikation 08, Kunstverein GRAZ, Regensburg

Am Ende eines jeden Jahres gibt es im Kunstverein GRAZ, einen Jahresrückblick, die sogenannte Grazifikation. In diesem Jahr mit Exponaten der Gäste Mareike Auer, Robert Meier, Peter Renner und der Group of Ten, sowie der GRAZer Rayk Amelang, Renate Christin, Christian Havlicek, Jürgen Huber, Franz Pröbster Kunzel, Sigurd Roscher und Florian Topernpong.

Adventszeit im GRAZ - Renate Christin erklärt worum es geht.

Adventszeit im GRAZ - Renate Christin erklärt worum es geht.

Die Österreicherin Mareike Auer steuert der Ausstellung mehrere kleine Arbeiten bei. Die Motive sind Tiere, die in irgendeiner Weise zu Menschen oder anderen Tieren in Beziehung gebracht wurden. Die Bilder wirken wie Collagen und sind auf Fotopapier abgezogen. Zum freundlichen Preis von 20,- € sind diese interessanten und dekorativen Arbeiten zu erwerben. Noch günstiger sind aber die Arbeiten von Sigurd Roscher. Für nur fünf Euro kann man Die Katze im Sack kaufen. Man weiß also nicht was für ein Kunstwerk man kauft. Die graphischen Arbeiten von Florian Topernpong mit dem Titel Schnittmengen I - XIV stellen Ausschnitte des tägliche Leben in Form von Schnittmengen-Kreisdiagrammen dar. Das ist zum Teil recht witzig. Im letzten Raum ist eine Installation einer Gruppe junger Künstler aus der Street-Art-Ecke zu sehen, The Group of Ten. Eine Durchschnitts-Unterschichten-Weihnachts-Idylle mit Weihnachtbaum, Couch und Fernsehgerät. Die Familienmitglieder (Schablonen-Sprayerei auf Styropor) mit Kippe, Bier und Wein (inklusive der Kinder). Der Fernseher auf Dauersendung. Was da läuft ist egal - symbolisiert durch graues Knistern. Vielleicht wenig subtil, aber immerhin kritisch. Das ist mehr als man von den meisten Jugendlichen erwarten kann.

Der Kunstverein GRAZ ist übrigens die Galerie in Regensburg, die sowohl das jüngste Publikum, als auch die größte Anzahl an Ausstellungen im letzten Jahr vorweisen kann.

Zu Erinnerung an die diesjährige Neue Romantik-Reihe Beat me with your Love, kann man einen kleinen Katalog mit vielen bekannten Gesichtern für nur einen Euro erwerben.

Grazifikation 08 noch bis 09. Januar 2010
Kunstverein Graz, Schäffnerstraße 21 (Hinterhof), Regensburg
Öffnungszeiten: Do bis So 16.00 bis 19.00 Uhr
mehr unter: www.kunstvereingraz.de

Der Osten ist bunt

1. Oktober 2009 ffranc Keine Kommentare

Omnibus Festival - Trickfilme aus Osteuropa im Kunstverein Graz und Limebridge, im Club Heimat, Regensburg am 07.09.2009

Nachdem die diesjährige Regensburger Kurzfilmwoche ins Wasser fällt, kommt uns jetzt ein Trickfilm-Festival gerade recht. Diesen haben wir Jelena Vukmanović (Serbien), Ksenia Volkova (Russland), Yana Varbanova (Bulgarien) und Małgorzata Ćwikła (Polen) zu verdanken, vier Stipendiatinnen der Robert Bosch Stiftung, die jeweils für ein Jahr in einer deutschen Kulturinstitution tätig sind. Ein Teil Ihrer Arbeit ist nun das Omnibus-Festival, eine Auswahl an Trickfilmen aus dem östlichen Europa. In ihrer Mehrheit Werke, die noch nie ein richtiges Festival gesehen haben, sondern hauptsächlich auf diversen Internetplattformen laufen. Bei aller Mühe, die sich die Vier gemacht haben, und so löblich es ist, uns Kulturgut aus dem frischen und neuen Osteuropa näher bringen zu wollen, umso enttäuschender war die Qualität der hier gezeigten Streifen. Unterteilt in vier Kategorien liefen insgesamt 20 Filme mit einer Gesamtlaufzeit von fast zwei Stunden. Definitiv viel zu lange für eine unscharfe, mickrige und verzerrte Projektion und die improvisierte Bestuhlung.

Unbeeindruckt von diesen Umständen, waren glücklicherweise sehr viele Zuschauer gekommen, und der große Raum des Kunstvereins war ordentlich gefüllt. Die volle Bandbreite des Mediums wurde gezeigt, vom klassischen Trickfilm im Lolek & Bolek-Stil oder in Knetmasse-Technik, über flatternden Bleistiftzeichnungen, popeligen Flash-Animationen bis hin zu aufwendigen digitalen Experimenten. Leider wirkte eine Vielzahl der Filme inhaltlich belanglos, gestalterisch platt, plump und einfallslos und waren ästhetisch zum Teil unter aller Kanone.

Életvonal von Tomek Ducki

Életvonal von Tomek Ducki

Um dieses harte Urteil zu relativieren sei zumindest ein herausragender Beitrag erwähnt. “Életvonal“ (Life Line) des in London lebenden Ungarns Tomek Ducki. Eine Animation von Figuren aus Zahnrädern, ständig in Bewegung und immer wieder in Metamorphose. Dieser Film ist flott, spannend und beeindruckend, eine meisterhafte Komposition aus Bild und Bewegung und eine ästhetische Augenweide.

 

Der zweite Akt des Abends fand in der Heimat statt, wo die Band Limebridge aus Krasnojarsk (Das ist eine Millionenstadt zwischen Moskau und Wladiwostok) auftreten sollte. Was? Eine Indie-Rock-Band aus Sibirien? Gibt‘s denn Sowas? Eine Sensation? Dass Folklore, Klassik, Jazz und alle Formen des Metals in den Weiten des Ostens hohes Ansehen genießt war mir bekannt, aber Indie-Rock..? Nun, tatsächlich stehen an diesem Abend fünf junge sympathische Burschen mit Mikro, Gitarren, Bass und Schlagzeug auf der nichtvorhandenen Bühne, und sind gleich bemüht ordentlich Stimmung zu verbreiten. In einer, im Pop-Biz ungewöhnlichen Mischung aus Bescheidenheit und aufrechter Freude darauf, ihrem Publikum zu gefallen, zeigen uns die fünf Russen, was sie drauf haben. Dem Thema der Veranstaltung entsprechend beginnen sie mit ihren Interpretationen von sowjetischen Trickfilmmelodien während hinter ihnen ebenjene Filme laufen. Das klingt alles noch sehr russisch und fremd, doch um unsere westlichen Herzen zu gewinnen haben sie eine Überraschung parat. „In einem unbekannten Land, vor gar nicht allzu langer Zeit, war eine Biene sehr bekannt..“, ja, das ist Karel Gotts Biene Maja. Vorgetragen auf deutsch und in einer total schrägen Beat/Surf-Version, die die Anwesenden sofort begeistert. Etwas später geben Sie noch das Wickie-Titellied in ähnlicher Form zum Besten.

Limebridge aus Krasnojarsk vor Trickfilmerei

Limebridge aus Krasnojarsk vor Trickfilmerei

Beeindruckend wie diese jungen Kerle all die Filmmusikklassiker hinrotzen, als wären sie eine Repertoire-Combo bei der 673sten Hochzeit. Aber Limebridge können auch anders, denn sie haben auch eigene Stücke. Da singen sie auf Englisch und klingen so wie ihre globalen Vorbilder, also wie Bloc Party und Co. Und das ist in der Tat Indie-Rock!

Glücklicherweise war die Heimat ebenso gut gefüllt wie vorhin das Graz, so dass die Stimmung, vor allem Dank der anwesenden Osteuropäer, stets ausgezeichnet war. Schön war‘s mit Limebridge und ich weiß jetzt, das die russische Seele auch ohne Wodka und Balalaika ihre Tiefen offenbart.

www.myspace.com/limebridge
www.moe-kulturmanager.de/projekte/festivals/omnibus/

Zeig mir deins, ich zeig dir meins

23. September 2009 lweser 1 Kommentar

Rauminstallation und Malerei von Dana Lürken und Rayk Amelang im Kunstverein Graz, Regensburg

Rayk Amelang, gebürtiger Dessauer und Graz-Mitglied seit 2008, zeigt gemeinsam mit der Münchnerin Dana Lürken Seins, ihr und uns und Ihrs, ihm und uns. Der Ausstellungstitel ist wohl anlehnt an die Internet-Kunst-Plattform in der Dana Lürken ihre Arbeiten präsentiert: www.Zeige-Deine-Kunst.de

Wir zeigen alle: Lürken, Herzer, Amelang (Bild), Amelang (echt)

Wir zeigen alle: Lürken, Herzer, Amelang (Bild), Amelang (echt)

Rayk Amelang zeigt Malerei (Acryl) auf ungrundierter Leinwand und eine Fotoserie. Unschwer zu Erkennen: Künstler und Inhalt der Kunst sind identisch. Selbstbildnisse also. Popart auch. Besser: Comicart. Und Fotorealismus. Nach projizierten Fotos, malt Amelang. Die Lokalisation seiner Figur auf und in der Leinwand scheint vorrangig. Zum Teil nur minimale Unterschiede in den einzelnen Bildern. Der Hindergrund nebensächlich, entweder die pure Leinwand oder nur angedeutet. Looking for Astronauts und Waiting for the Superheroes. Man merkt wo Amelang herkommt. Ich meine damit nicht den Osten (Um das zu merken müsste es nämlich Kosmonaut heißen.), sondern aus der Graffiti-Szene und von der Street Art.

Was bleibt von und mit Dana Lürken

"Was bleibt" von und mit Dana Lürken

Dana Lürkens Installationen mit dem Titel Was bleibt besteht aus einem Sammelsurium von Erinnerungsstücken aus dem Nachlass ihrer Großmutter. Kleine Papierschnipsel eines vergangenen Lebens. Lebensäußerungen, die uns die Verstorbene vorstellbar machen. Ihr Bild und das ihres Lebens entsteht von selbst vor unserem geistigen Auge. Automatisch kommen Fragen. Warum, hat sie genau den Zeitungsausschnitt aufgehoben? Was ist mit dem Testament, welches nur im Falle, dass sie bei der Entbindung ihres Kindes sterbe, geöffnet werden dürfe, geschehen? (Der Umschlag ist offen.) … Ein Flohmarktbesuch. Dort kommen die gleichen Fragen, wenn  der (oft komplette) Nachlass von Menschen veräußert wird. Hier sind die Postkarten, Photos, Sterbebildchen, Zeitungsausschnitte, Notizen, Handarbeiten usw. in einer Art Herrgottswinkel und vereinzelt an den gegenüberliegenden Wänden angeordnet.

Dazu passt die etwas ältere Installation, die im Hauptraum zu sehen ist. Sie trägt den Titel 11 Minuten. Zu sehen ist ein altes Ehebett. Davor steht ein Fernsehapparat auf dem ein Schwarz-Weiß-Video läuft. Darauf nur eine Fahrt über Schienen. Zwei Menschen, die einander ihre Liebesbekundungen entgegen flüstern bis schreien. Sie beginnt, er antwortet. 11 Minuten lang immer die gleichen zwei Sätze - doch unterschiedlich gefärbt. Ein gemeinsames Leben, zusammengefasst in 11 Minuten? Treffend bemerkt Wolfgang Herzer vom Kunstverein Weiden, der die äußerst lange Einführung hielt, am Ende seiner Vorlesung: “Zwei Parallelen schneiden sich im Unendlichen.” Zwar meint er damit die sehr unterschiedlichen Arbeiten, der zwei unterschiedlichen Künstler, doch man könnte es genauso gut auf die parallel verlaufenden Gleise beziehen. Eine Parallelität, die von den zwei Ehebetten aufgenommen wird. Zwei Menschen; die ihr Leben miteinander teilen, treffen sich vielleicht erst in der Unendlichkeit? - Vielleicht.

Zwei Künstler treffen sich jedenfalls schon mal im Graz und zeigen uns das Ihre. 

 

Zeig mir deins, ich zeig dir meins bis 04. Oktober 2009, Kunstverein Graz, Schäffnerstraße 21, Regensburg, Öffnungszeiten: Do bis So 16.00 bis 19.00 Uhr
Auch während des Galerien-Abends mit kleinem Rahmenprogramm zu sehen; mehr unter: www.kunstvereingraz.de.

Kunstelektrodenkmaltalk

11. September 2009 lweser Keine Kommentare

Freitag, 11. September 2009. Kunstverein Graz, 20.00 Uhr, Regensburg
Austellungseröffnung Zeig mir deins, ich zeig dir meins!
Rauminstallation und Malerei von Dana Lürken und Rayk Amelang.

Freitag, 11. September 2009. Suite 15, 23.00 Uhr, Regensburg
10 Jahre Präsidentensuite mit HELL (Plattenauflegen) und Richard Bartz (Live).

Sonntag, 13. September 2009. Tag des offenen Denkmals,
in Regensburg in diesem Jahr unter dem Motto: Regensburg um 1809 - Napoleons Spuren im Stadtbild, mehr Infos unter: www.regensburg.de/buerger/aktuelles/denkmaltag_2009

Donnerstag 17. September 2009, 19:30 Uhr. Leerer Beutel, Bertoldstr. 9,
Wahltalk - Eine Podiumsdiskussion mit den Direktkandidaten der Region,
Das Motto der Diskussion: „Was macht die Bundestagswahl für die jungen Leute interessant“. Im Rahmen der Podiumsdiskussion sollen die Politiker für die jugendrelevanten Themen sensibilisiert werden.

Folgende Politiker werden den jungen Leuten und Vertretern der Jugendverbänden Rede und Antwort stehen:
Peter Aumer (CSU), Karl Söllner (SPD), Jürgen Huber (B’90/Grüne), Horst Meierhofer (FDP), Claudia Wiest (ÖDP), Richard Spieß (Die Linke), Suat Kasem (Piratenpartei), vielleicht auch Horst Schlämmer (HSP).
Die Moderation übernimmt Herr Dr. Christian Kucznierz von der Mittelbayerischen Zeitung.

Trickfilme aus Osteuropa

3. September 2009 lweser Keine Kommentare

Sonntag, 06. September 2009, 11.00 Uhr. Ostdeutsche Galerie, Eröffnung der Ausstellung Private Welten, Jahresausstellung der Künstlergilde e.V.
www.kunstforum.net

Sonntag, 06. September 2009, 21.00 Uhr. Club Heimat (Taubengässchen 2, Regensburg)
Anderson, Electropop aus Holland (mit starkem Akzent). Irgendwo zwischen SSion und Neon Neon - klingt nach viel Spaß und der Eintritt ist frei.
www.myspace.com/andersonnl

Montag, 07. September 2009, 20.00 Uhr, Kunstverein Graz, Regensburg, Omnibus Festival - Trickfilme aus Osteuropa

und anschließend:

ca. 22.00 Uhr, Heimat, Regensburg, Konzert der sibirischen Band Limebridge.

www.kunstvereingraz.de, www.myspace.com/limebridge

Kunst, Künstler und Kurator im Kasten

20. Juli 2009 lweser Keine Kommentare

Beat me with your Love 3. Neue Romantik. Kunstverein Graz Regensburg am 10. Juli 2009

Der dritte Teil der Grazer Neue Romantik-Reihe Beat me with your Love entstand mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung. Die Robert Bosch Stiftung fördert mit einem Programm Kulturmanager aus Mittel- und Osteuropa.  Eines der dabei vergebenen Stipendien, erhielt in diesem Jahr Jelena Vukmanovic aus Serbien. Sie wählte den Kunstverein Graz in Regensburg als Praktikums- und Wirkstätte.

Im Rahmen des Robert Bosch Programms kam es bereits am 18. April im Graz zu einem interessant klingenden Projekt: Gogol Elektrifiziert. Dabei handelte es sich um eine Mischung aus historischer Filmkunst und zeitgenössischer Musik. Zum Stummfilmklassiker Schinjel (SU 1926) nach Gogols Erzählung Der Mantel spielten Spilling, zwei Musiker aus St. Petersburg. Da es sich bei Gogol Elektrifiziert um ein Gemeinschaftsprojekt von verschiedenen Stipendiaten der Stiftung handelte, war es neben Regensburg auch in Pforzheim, Hamburg und München zu sehen.

Nun kuratiert Jelena Vukmanovic Beat me with your Love 3. Doch nicht nur das. Sie war gemeinsam mit einem der Künstler auch Teil eines Kunstwerkes.

Im Ausstellungsraum des Kunstvereins befindet sich rechter Hand eine Art Sperrholz-Container. Erst nach Ermutigung trauten sich die Besucher durch die kleinen kreisförmigen Öffnungen in den Wänden zu schauen. Im Inneren erblickte man ein Zimmer im schweren, prunkvoll altmodischen Stil. Darin bewegen sich vier junge Menschen an und um eine Kaffeetafel. Die zwei Damen und zwei Herren sind nach Biedermeir-Mode gekleidete. Anscheinende pflegen sie das Nichtstun, sie blättern in Büchern und betreiben Konveration. Eine der Personen im Kasten ist Jelena Vukmanovic, eine andere Rastko Stefanovic, der Künstler der Rauminstallation Romantiker Salon. Ein romantisches Big Brother des Biedermeier? Die Einführungsrede erklärt die Installation mit einem “Erweckungsversuch romantischer Gefühle” durch Matrialisierung. Die “Rede” bestand übrigens diesmal aus einem Text von Jelena Vukmanovic, den Jürgen Huber bei der Eröffnung der Ausstellung an die Wand schrieb. Der raumfüllende Kuckkasten, bei dem sich der Zuschauer beim Hineinblicken an eine übergroße Laterna magica erinnert fühlen könnte, funktioniert jedenfalls. Die Optik die sich durch den begrenzten Bildausschnitt ergibt, wirkte viel interessanter als sähe man die Personen im offenen Raum oder auf der Bühne. Durch jede Öffnung hatte der Zuschauer einen anderen Bildausschnitt, so dass nie zwei Betrachter das gleiche Bild sehen. Auch verstärkt die Abgeschlossenheit des Mikrokosmus die Illusion und der der Betrachter wird zum voyeuristischen Zeitreisenden.

Die Fotoserien von Jelena Prekajski (Zrenjanin / Serbien), die im Nebenraum zu sehen ist, greift Thema und Interieur der Installation auf. Rasktko Stefanovic und eine Dame im bereits bekannten Gewandt posieren darauf als flirtendes Liebespärchen. Eine Fotolovestory in Candleligthe-Milieu. War es nicht das, was Herr Huber eigentlich nicht wollte?

Eine weitere Frage bleibt nach Beat me with your Love 3: Was ist das neue an dieser Romantik?

 

im Romantikersalon im GRAZ

Stefanovic und Vukmanovic im Romantikersalon

Im letzten Quartal des Jahres ist übrigens noch ein weiters Gruppenprojekt mit Mitgliedern der Boschstiftung geplant. Dann werden Zeichentrickfilme aus dem ehemaligen Ostblock von sibirischen Musikern live vertont. Auch dieses Projekt wird wieder verschiedene deutsche Städte bereisen.

beat me with your love 3.  Neue Romantik. bis 31.07.2009
Kunstverein Graz Schäffnerstraße 21. Hinterhof.
Öffnungszeiten: Do bis So 16.00 bis 19.00 Uhr
mehr unter: www.kunstvereingraz.de

Freiluftsaison in vollem Gange

9. Juli 2009 lweser Keine Kommentare

Freitag, 10. Juli 2009, 20.00 Uhr, Kunstverein Graz, Regensburg Beat me with your Love 3, Ausstellungseröffnung.
Diesmal mit zwei serbischen Künstlern: Rauminstallation: „Romantikersalon“ von Rastko Stefanovic, Zrenjanin (Serbien) und Fotoausstellung von Jelena Prekajski, Zrenjanin (Serbien)
Dauer der Ausstellung: bis 31.07.09 Öffnungszeiten: Do bis So 16.00 bis 19.00 Uhr

An diesem und den folgendem Wochenenden wird nochmals die Landshuter Hochzeit nachgestellt. An vier aufeinanderfolgenden Wochenenden alle vier Jahre wird so an die Hochzeit des Bayrischen Herzogs Georg des Reichen mit der 18-jährigen Tochter des polnischen Königs Kasimir IV, Hedwig Jagiellonica im Jahre 1475 erinnert. Die Reise der Braut von Krakau über Berlin, Wittenberg und Nürnberg bis nach Landshut dauerte damals zwei Monate. Getraut wurde das Paar vom Salzburger Erzbischoff Bernhard von Rohr in der Pfarrkirche St. Martin (noch heute der Bau mit dem mit 131 m weltweit höchsten Backsteinturm). Kaiser Friedrich III geleitete die Braut von der Kirche zum Rathaus durch die Altstadt. 10 000 Gäste waren zum Hochzeitsfest geladen.
1903 wurde die Landshuter Hochzeit erstmals nachgestellt. Mit 145 Mitwirkende wurde der Zug vom Verein Die Förderer e.V., der ein Jahr zuvor gegründet wurde, organisiert. Seither findet sie alle vier Jahre an vier aufeinanderfolgenden Wochenenden im Juli statt. Mittlerweile allerdings mit 2300 Mitwirkenden in historisch nachempfundenen Kostümen. Ähnlich den Ammergauer Festspielen sind die Einwohner der Stadt die Darsteller des Schauspiels. Für die Authentizität lassen sich sämtliche Mitwirkenden extra für dieses Ereignis die Haare wachsen.

Also: Wer es heuer verpasst, hat erst in vier Jahren wieder die Gelegenheit an diesem Spektakel teilzuhaben.

Fr. 17. Juli 2009 ca.21.30 Erik Grun: Freiwild, Open-Air-Kino Schloss Pürkelgut, Regensburg

Fr. 17. Juli 2009 ca 21.30 Uhr, Missent to Denmark, Alte Mälze Regensburg
Support: Sir Simon Battle (Indie-Pop), Mexican Elvis (Folk-Electroakustik), Eintritt: 8,00 €

17.Juli -26. Juli 2009 Schlossfestspiele, Regensburg

17. 07.    20.30 Uhr:Verdi: Aida
18.07.     20.30 Uhr:Verdi: Aida
19.07.     10.30 Uhr: Pippi Langstrumpf ; 20.30 Uhr:
Verdi: Aida
20.07.    20.30  Uhr: Schwanensee

Alle weiteren Veranstaltungen entnehmen sie bitte: http://www.odeon-concerte.de/regensburg

Fr. 17. Juli 20.00 Uhr Schloss Alteglofsheim: Napoleon in Alteglofsheim, Freilichtschauspiel von Joseph Berglinger.
Diesmal hat Berlingers Freilichtschauspiel aus gegebenen Anlass das Barockschloss Alteglofsheim als Spielstätte , statt wie gewohnt den Hesperidengarten. Napoleon verbrachte nämlich am 22. April nach der Schlacht von Eggmühl und vor Schlacht um Regensburg eine Nacht auf dem Schloss. Das Stück wird auch diesmal als „Wanderspiel“ aufgeführt, wobei verschiedene Schauplätze auf dem Gelände des Schlosses bespielt werden. Mit Martin Hofer als Napoleon und Livemusik von La Sfera. Bei jedem Wetter; Eintritt: 25 € / 20 € ermäßigt
Weitere Termine, jeweils 20.00 Uhr:
So. 19. Juli
Mi. 22. Juli
Fr. 24. Juli
So. 26. Juli

Graz glänzt golden

14. Juni 2009 lweser Keine Kommentare

Beat me with your love 2. Neue Romantik. Eröffnung,  12.06.2009. Kunstverein Graz, Regensburg

Am Freitag wurde im Kunstverein Graz der zweite Teil der dreiteiligen Romantikreihe Beat me with your love. Neue Romantik eröffnet.

Beat Me With Your Love im Kunstverein GRAZ

Beat Me With Your Love im Kunstverein GRAZ

Die zahlreichen Besucher der Ausstellungseröffnung drängten sich in die ehemalige Werkstatt der Spenglerei Steidl und neue Herberge des Kunstvereins im Hinterhof der Schäffnerstraße 21. Jürgen Huber hielt die Einführung sitzend, was befremdlich wirkte. Die theoretische Unterfütterung entnahm er zum größten Teil Rüdiger Safranskis gleichnamigen Romantik - Bestseller mit dem Untertitel Eine deutsche Affäre. Bei der Vorstellung der Künstler und ihrer Werke wurde es etwas emotionaler. Hubers Einführungen profitieren meist von seinen sehr persönlichen Interpretation der Werke. Besonders war das diesmal bei der Installation von Katrin Siebeck der Fall. Ihre Pappmaché-Installation einer utopischen Stadt war in zwei, dem Hauptausstellungsraum angrenzenden, relativ dunklen Durchgängen zu sehen. Das passte sehr gut, denn die Installationen leuchteten und schmiegten sich an die Wände der verwinkelten Gänge. Hubers Interpretation unterschied sich etwas von der Intention der Künstlerin. Ob jedoch die Zivilisation die Natur bedroht, oder sich die Natur gegen die Zivilisation zu behaupten vermag, übergab Huber jeweils in die Verantwortung der eigenen Rezeption. Katrin Siebeck wohnt zwar in München, stammt aber aus den neuen Bundesländern. Dort musste sie sieben Monate im Gefängnis einsitzen wegen einer Street-Art-Aktion in einer Ostberliner Unterführung, denen Unbekannte politische Parolen hinzugefügt hatten. Später stellte sich heraus, dass es Staatssicherheitsmitarbeiter waren.

Die Fotoarbeiten des gebürtigen Straubinger Künstlers Klaus von Gaffron (München) sind großformatig Detailaufnahmen in einer Vergrößerung, die sich im Abstrakten entfaltet. Huber beschrieb diese Arbeiten mit Nabukows Satz „Im Schönen baden“.

Die Fotoarbeiten des Regensburgers Herbert Stolz, dargeboten in einem dreiteiligen Triptichon, stellten eine in der Dämmerung einer Flusslandschaft liegende Campingplatz dar. Hierbei handelt es sich um die Fortsetzung der vorangegangenen Idylle-Reihe des Künstlers. Auch dafür bot Huber eine zusammenfassendes Zitat als Interpretation an: “Das Muster der Romantik mit der Gestik der Aufklärung“.

Ein weiterer Regensburger Künstler fertigte sein Werk extra für diese Ausstellung: Boris Kasbauer. Er setzt sich filmisch mit der Entfremdung von Alltag und Romantik auseinander und benutzt nach Romantikern benannte Straßen als Metapher. Kasbauer bezeichnet seinen Film selbst als „Kunstding“ und will ihn damit wohl ein bisschen von seinen bisherigen, eher narrativen Filmen abgrenzen. Eines hat Dieser jedoch mit Jenen gemeinsam: er trägt Kasbauers rhythmische Handschrift.

Der unumstrittene Höhepunkt der Ausstellung sind jedoch die Fotoarbeiten der Berliner Künstlerin Tina Winkhaus. Winkhaus, bekannt durch ihre Arbeit für und mit verschiedenen namhaften Popkünstler - z.B. Mediengruppe Telekommander, Element of Crime, Chicks on Speed, Laibach, 2-Raumwohnung, T.Raumschmiere, DJ Hell, Miss Kittin - hat mit ihrer Fotoreihe der Grazer Ausstellungsreihe das Thema geliefert: „New Romantic“. Dabei handelt es sich um hochprofessionelle Fotomontagen mit geheimnisvollen Goldschimmer, den Winkhaus durch eine besondere und aufwendige Technik erreicht. Goya scheint einen starken Einfluss auf das Schaffen der Künstlerin gehabt zu haben. So wie seine Werke, zeichnen sich auch Winkhaus Arbeiten durch die besonderen Lichtverhältnisse aus. Die Motive wirken bizarr und beziehen sich auf direkte Ereignisse der Popgeschichte. Lange kann man diese Arbeiten betrachten und entdeckt dabei immer wieder neue Details.

Bereits die Arbeiten von Tina Winkhaus lohnen einen Besuch der Ausstellung und strahlen weit über das Graz hinaus.

beat me with your love 2. Neue Romantik. bis 31.07.2009
Kunstverein Graz Schäffnerstraße 21. Hinterhof.
Öffnungszeiten: Do bis So 16.00 bis 19.00 Uhrmehr unter: www.kunstvereingraz.de