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Artikel Tagged ‘Lesung’

Manfred Spitzer in Straubing und Regensburg

18. November 2013 sgruen Keine Kommentare

Digitale Demenz in Straubing und Gehirnforschung für Juristen in Regensburg

(Sigrid Grün)

Prof. Dr. Dr. Spitzer, Mediziner, Psychologe und Philosoph ist demnächst gleich zweimal in Ostbayern zu sehen. Am kommenden Donnerstag (21. November, 19.30 Uhr, Vielberth Gebäude an der Universität Regensburg) hält er im Rahmen eines juristischen Symposiums den Festvortrag “Gehirnforschung für Juristen” und am 2. Dezember präsentiert der Bestsellerautor in der Buchhandlung Rupprecht in Straubing (Theresienplatz 23) ab 20.00 Uhr seinen Spitzentitel “Digitale Demenz” und erläutert, wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung kostet 12 Euro.

Buchtipp und Lesung: Das Spiel der Nachtigall von Tanja Kinkel

4. November 2011 sgruen Keine Kommentare

Ein deutsches Mittelalter-Epos

(Sigrid Grün)

Tanja Kinkel gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Autoren von historischen Romanen. Die Bücher spielen mal im Altertum, mal im 20. Jahrhundert. In ihrem jüngsten Buch widmet sich die Autorin dem Mittelalter. Im Übergang vom 12. zum 13. Jahrhundert trägt Minnesänger Walther von der Vogelweide seine Texte vor, in denen er von der erfüllten Liebe - und nicht nur von der unerreichten wie seine Kollegen - singt. Der Mann aus einfachen Verhältnissen lebt zunächst einige Zeit am Hof in Wien, um dann mit seinen adligen Arbeitgebern zu den Hoftagen nach Frankfurt zu ziehen. Und jeder weiß, dass dort nicht nur eine Hochzeit gefeiert werden soll…
Bereits in Wien kreuzen sich seine Wege mit denen der jüdischen Ärztin Judith, die zunächst noch gemeinsam mit ihrem Vater nach Salerno reist, um eine der besten Ärztinnen der Welt zu werden. Von Beginn an fühlen sich die beiden zueinander hingezogen - doch das Verhältnis der beiden steht unter keinem guten Stern.
Tanja Kinkel gelingt es, das Mittelalter lebendig werden zu lassen. Die Kreuzzüge und der deutsche Thronstreit zwischen Staufern und Welfen bilden den politischen und religiösen Hintergrund, vor dem die Lebensgeschichte des bekanntesten deutschen Minnesängers erzählt wird. Die Autorin hat gründlich und gewissenhaft recherchiert und im “Spiel der Nachtigall” viele Fakten verarbeitet. Obwohl die Figur der Judith erfunden ist, wäre es doch möglich, dass Walther eine ähnliche Frau kennen gelernt hat, die ihn zu seinen unvergänglichen Liedern inspirierte.
Die Geschichte führt den Leser durch viele deutsche Städte und Gegenden und ist aufgrund ihres bekannten Helden (der sich allzu oft recht wenig heldenhaft gebärdet) ein eindrucksvolles deutsches Mittelalter-Epos, das sowohl im Bezug auf den Umfang als auch auf den Inhalt ausgesprochen opulent ist.
Für Mittelalterfans und Liebhaber von historischen Stoffen eine wunderbare Lektüre!

Heute abend liest die Autorin in Regenstauf aus ihrem neu erschienen historischen Roman. Die Veranstaltung beginnt um 20.00 Uhr und findet im Restaurant Eichmühle (Zur Mühle 1, Regenstauf) statt. Der Eintrittspreis beträgt 10 Euro.

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Tanja Kinkel (Autorin)
Das Spiel der Nachtigall
www.droemer.de
928 Seiten

Buchtipp und Lesung: Die 10 größten Erziehungsirrtümer

25. Oktober 2011 sgruen Keine Kommentare

Was läuft falsch und was könnte man besser machen?

(Sigrid Grün)

Wenn zwei Hirnforscher über Erziehung schreiben, klingt das schon mal spannend - immerhin will man als Erziehender wissen, was man falsch macht und wie man es besser machen könnte.
Ralph Dawirs und Gunther Moll haben nun die 10 größten Erziehungsirrtümer aufgegriffen und schreiben unterhaltsam darüber, wie aktuell die heute (immer noch) übliche Erziehungspraxis ist.
“Iss deinen Teller leer!” und “Nur die Leistung zählt!” sind zwei solche Klassiker. Welcher Vater oder welche Mutter hat sich noch nie Sorgen über die optimale Nährstoffzufuhr des eigenen Kindes gemacht? Hier wird gerne mit Druck und Drohungen gearbeitet. Und eigentlich ist heute auch schon hinlänglich bekannt, dass solche Methoden eher kontraproduktiv sind und das Kind entweder Angst bekommt oder einen nicht mehr ernst nimmt.
Trotzdem halten sich solche Grundsätze immer noch beharrlich.
Wie aber sollte eine “gute” Erziehung aussehen?
Dawirs und Moll gehen der Sache auf den Grund, ohne belehrend zu wirken. Und letztendlich ist es gar nicht so schwer ein Kind so zu erziehen, dass es glücklich ist.
Bei dem Buch handelt es sich um keinen Erziehungsratgeber - und das ist gut so! Man sollte keine konkreten Tipps erwarten. Als Leser wird man auf alle Fälle zum Nachdenken angeregt. Etwa wenn es um das Thema Fernsehen geht. In den USA gibt es zum Beispiel den Sender BabyFirstTV (mittlerweile gibt es auch schon eine deutschsprachige Version!), dessen Zielgruppe die 6 Monate bis 3 Jahre alten Kinder umfasst. Der Sender wirbt damit, dass seine “Tagesprogramme fesseln und unterhalten, während Nachtprogramme dabei helfen, Ihr Baby zu beruhigen und auf den Schlaf einzustimmen.” Kein Wunder, dass es einen derartigen Kanal gibt, konsumieren in den USA doch 70% der unter 2-jährigen Kinder täglich Fernsehen und Videos. Ganz so beliebt ist das Fernsehen in deutschen Familien noch nicht, aber immerhin nutzen auch hierzulande viele Eltern den Fernseher als Babysitter. Wie unsinnig das ist, erläutern die Autoren in einem eigenen Kapitel - allerdings verteufeln sie das Medium Fernsehen nicht vollständig. Bei größeren Kindern können ausgesuchte Sendungen schon in Maßen gesehen werden. Heute wird man schwer daran vorbei kommen. Allerdings sollte man auch ältere Kinder nicht vor den Fernseher abschieben - um mal zwischendurch seine Ruhe zu haben.
Die zehn Fragen, die im Mittelpunkt stehen, lauten:
1. Brauchen Eltern einen Erziehungsführerschein?
2. Kleine Kinder, kleine Sorgen?
3. Macht Essen groß und stark?
4. Macht Fernsehen dumm?
5. Sind Computer gefährlich?
6. Ist Erziehung nur eine ernste Angelegenheit?
7. Zählt nur die Leistung?
8. Mutter oder beste Freundin? Wie der Vater, so der Sohn?
9. Die “verdorbene Jugend” - sind Normen und Werte noch zeitgemäß?
10. “Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst” - brauchen Jugendliche Erziehung?
Amüsant - und manchmal auch erschreckend - sind die Passagen, in denen die Autoren z.B. aus beliebten Foren zitieren (etwa netmoms). Das Buch ist abwechslungsreich und spannend, amüsant und informativ. Eine lohnende Lektüre - nicht nur für Eltern, sondern auch für alle, die es werden wollen oder die anderweitig mit Kindern zu tun haben!

Heute findet ab 20.30 Uhr bei Bücher Pustet (Gesandtenstraße) in Regensburg eine Lesung mit Moderation des Autors Ralph Dawirs statt.

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Ralph Dawirs; Gunther Moll (Autoren)
Die 10 größten Erziehungsirrtümer und wie wir es besser machen können
www.beltz.de
216 Seiten

Buchtipp: Der Augenjäger von Sebastian Fitzek

19. Oktober 2011 sgruen Keine Kommentare

Nervenzerfetzende Spannung made in Germany

(Sigrid Grün)

Sebastian Fitzek gilt als König des deutschen Psychothrillers - gerne bemüht man Vergleiche mit Stephen King. Zu Recht! Was dieser Autor, der in zahlreiche Fremdsprachen (u.a. für den englischen und den amerikanischen Markt!) übersetzt wurde schreibt, ist einfach nervenzerfetzend.
Sein aktuellster Thriller, “Der Augenjäger” ist die Fortsetzung des “Augensammlers”. Doch auch ohne den Vorgänger gelesen zu haben, kann man den Nachfolgeband lesen. Allerdings ist es schon von Nutzen, die Geschichte einiger wichtiger Figuren, wie etwa des Mediums Alina zu kennen.
Worum geht es?
Dr. Zarin Suker, seines Zeichens genialer Augenchirurg, ist neben seinem Brotberuf leider auch praktizierender Psychopath. Nachts öffnet er einigen seiner Patientinnen die Augen - mehr als denen lieb sein kann, denn er entfernt ihnen die Augenlider, um sie anschließend zu vergewaltigen. Diese Frauen begehen daraufhin alle Selbstmord, denn sie sind dieser Traumatisierung einfach nicht gewachsen - kann man verstehen! Da man Dr. Suker aus Mangel an Beweisen nicht mehr länger in U-Haft festhalten kann - immerhin hat er niemanden persönlich umgebracht und niemand kann mehr gegen ihn aussagen - wird die blinde Physiotherapeutin Alina Gregoriev um Hilfe gebeten. Immerhin ist sie dazu in der Lage allein durch die Berührung eines Menschen Visionen wahrzunehmen, die zur Aufklärung der Untaten beitragen könnten. Doch im Vorgängerroman hat sie sich eigentlich geschworen, ihre außersinnlichen Fähigkeiten nicht mehr zu bemühen… Warum sie es schließlich doch tut und wie es weitergeht, sollte jeder Psychothrillerfan selbst lesen - denn nichts ist schlimmer als ein Psychothrillerspoiler!

Sebastian Fitzek hat mit dem “Augenjäger” wieder einmal einen soliden Psychothriller vorgelegt, der sich ohne weiteres mit amerikanischen Vorbildern messen kann. Für Liebhaber dieses Genres ist das Buch auf alle Fälle zu empfehlen, auch wenn manche Wendungen und Begebenheiten doch recht unwahrscheinlich wirken und vielleicht eher ins Reich der Fantasy gehören. Gut unterhalten wird man bei diesem Pageturner auf alle Fälle - nicht mehr, aber auch nicht weniger!
Zart besaitete sollten von der Lektüre absehen - das Buch ist voller Schilderungen von Grausamkeiten und Verstümmelungen etc. Aber vermutlich wird man als Thriller-Verächter auch nicht zu diesem Buch greifen…
Sebastian Fitzek liest heute Abend in der Alten Mälzerei aus seinem jüngsten Buch. Angeblich sollen seine Lesungen (für Thrillerfans) ein ganz besonderes Erlebnis sein ;)

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Sebastian Fitzek (Autor)
Der Augenjäger
www.droemer-knaur.de
432 Seiten

Buchtipp: Peace Food von Ruediger Dahlke

26. September 2011 sgruen Keine Kommentare

Wichtige Message - zu viel Werbung

(Sigrid Grün)

Am Mittwoch, den 28. September wird Dr. Ruediger Dahlke zwei Vorträge an der Uni Regensburg halten. Darin wird er zunächst über die “Schicksalsgesetze” und im Anschluss zum Thema “Auf den Spuren der Seele - Was Hand und Fuß über uns verraten” sprechen.
In einer seiner jüngsten Publikationen beschäftigt sich der Arzt und bekannte Autor auch mit dem Thema Ernährung - speziell mit veganer Ernährung in Zeiten der Massentierhaltung.

Nachdem Jonathan Safran Foer und Karen Duve zwei populäre Bücher zur Notwendigkeit einer veganen Ernährung in unserer Zeit geschrieben haben, legt Ruediger Dahlke nun Peace Food. Wie der Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt vor. Seine primäre Botschaft ist wichtig und sollte möglichst vielen Menschen die Augen öffnen - Fleisch und Milch (und auch Eier) sind heutzutage Produkte, die auf eine abscheuliche und völlig unhaltbare Weise produziert werden. Mit der Bauernhofidylle, die uns in der Werbung vorgegaukelt wird, haben die Zustände in Tierhaltungsbetrieben und auf Schlachthöfen rein gar nichts mehr zu tun.
Dahlke geht daneben ausführlich auf den gesundheitlichen Aspekt einer veganen Ernährung ein - dabei zitiert er zahlreiche Studien, u.a. die bekannte und aktuelle China Study.
Gegliedert ist das Buch in einen ersten Abschnitt, in dem es um die krankmachende Wirkung von Fleisch und Milchprodukten geht und einen weiteren Abschnitt, in dem die Tiere im Mittelpunkt stehen und das unsägliche Leid, das ihnen Tag für Tag widerfährt, nur damit wir in den reichen Regionen dieser Welt tierische Produkte im Übermaß essen können. Soweit so gut! Dahlke sensibilisiert hier für ein Thema, das alle angeht. Natürlich vergisst er auch nicht die ökologischen Aspekte, wie etwa die Abholzung der Regenwälder, um Anbauflächen für die Futterpflanzen von Schlachttieren zu schaffen, den Klimawandel und das enorme Gülleproblem. Das kann man sehr gut auch bei Foer nachlesen. Wer Dahlke kennt, weiß, dass er sich stark mit dem Unbewussten beschäftigt und dieser Aspekt des Themas spielt auch eine zentrale Rolle - immerhin ist die Duldung und Befürwortunge der Massentierhaltung, denn nichts anderes tut man, wenn man tierische Nahrungsmittel konsumiert, ein kaum zu überbietendes Verdrängungsphänomen. Folgerichtig hat unser Verhalten auch seelische Konsequenzen.
Leider hat der Autor einen (teilweise) überflüssigen 3. Abschnitt verfasst, der meiner Meinung nach vieles verdirbt. Es ist interessant zu lesen, dass die Sonne eine wichtige Heilquelle sein kann. Hierzu existieren auch zahlreiche Studien. Auch der (Mittags)Schlaf als Quelle der Energie ist vielleicht zwar keine neue, aber immer wieder eine wichtige Entdeckung. Gerne kann man auch das Fasten noch in die Kategorie “Das Beste für Körper und Seele” einordnen. Aber was hat bitte ein Nahrungsergänzungsmittel, das so penetrant beworben wird, dass ich das Buch tatsächlich zeitweilig zur Seite legen musste weil ich peinlich berührt war von der Plumpheit des gebetsmühlenartig wiederholten Anpreisens eines Wundermittels - mit “Peace Food” zu tun? Hier sollte man tunlichst zwischen einer so grundlegend wichtigen Botschaft (weg von Fleisch, Milch und Eiern, die unsägliches Leid hervorrufen) und einer mehr oder weniger schäbigen Werbemessage à la “kauft diese Supernahrung, denn sie macht euch glücklich!” zu trennen wissen.
Für mich hat dieser Abschnitt das Ganze schon ziemlich getrübt!
Auch das kurze Kapitel über die “Unterstützung durch die Weltreligionen” ist (leider!) etwas zu beschönigend. Mit einzelnen Zitaten kann man fast alles “nachweisen”, wenn man das möchte.
Der Rezeptteil, mit 30 veganen Rezepten von der Haubenköchin Dorothea Neumayr ist wiederum sehr gelungen!

Fazit: Ruediger Dahlke hat mit “Peace Food” ein wichtiges Buch geschrieben, das die Botschaft vieler anderer Autoren unterstreicht, auf Fleisch, Milch und Eier zu verzichten um unzähligen Tieren und sich selbst viel Leid zu ersparen. Leider fand ich die penetranten Werbebotschaften im 3. Abschnitt völlig überflüssig. Diese wären an anderer Stelle (gerne in einem Titel über “Glücksfood” o.ä.) vielleicht noch akzeptabel gewesen. Hier nicht! Schade!

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Ruediger Dahlke (Autor)
Peace Food. Wie der Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt
www.gu.de
336 Seiten

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Von Kürren nach Köln im Nachtzug

14. April 2011 lweser Keine Kommentare

Szenische Lesung nach Benno Hurts Roman „Im Nachtzug“ mit Michael Heuberger und dem Duo Parkdeck, Weinschenkvilla, Regensburg

Vier Mann für Benno Hurt: Wenk, Späth, Heuberger und Herrschel

Vier Mann für Benno Hurt: Wenk, Späth, Heuberger und Herrschel

Fünf Jahre Vorbereitung für einen einzigen Abend. Für diesen Abend - an dem der Nachtzug “durch” die Weinschenkvilla in Regensburg fuhr. Der Nachtzug aus dem gleichnamigen Roman des Regensburger Richters und Dichters Benno Hurt. Dramaturg Michael Herrschel hat den Roman als Hörspiel bearbeitet. Der Schauspieler Michael Heuberger las den Text, der von dem Musiker-Duo Parkdeck mit Klangbildern untermalt wurde. Ein atmosphärischer Abend, gefühlt irgendwo zwischen Zugabteil, 1. Klasse-Bahnhofswartesaal und mondäner Gründerzeit-Villa.
Das Licht erlischt und die Zuhörer reisen mit dem Protagonist Michael Kaltenbach am Abend des Faschingsdienstags bis zum Morgen des Aschermittwochs des Jahres 1965 per Bahn von Kürren (alias Regensburg) nach Köln zu seinem Verlag. Im schummrigen Abteil döst er dahin. Zwischen Wachen und Traum schweift er gedanklichen in die Vergangenheit. Einer dieser Wachträume führt ihn in sein Elternhaus, die Weinschenkvilla (deren Name im Roman geringfügig verändert wurde), wo seine Mutter mit schwerem Parfum, ein wenig geisterhaft wandelt. Aber auch ein jüdischer Musiker wohnt im Turmzimmer (in Wahrheit lebte dort zeitweise der Maler Max Wissner).
Die Musiker Alois Späth und Klaus Wenk untermalen und bereichern den Text zurückhaltend aber experimentierfreudig mit durch Laptop und Gitarre erzeugten Soundscapes. Parkdeck arbeitet mit viel Hall- und Verzögerungs-Effekten. Auch einfache Sprachsamples kommen zum Einsatz. Michael Heuberger skandiert einzelne Sätze live zu den Tonaufnahmen der gleichen Sätze.

Ein Abend der eigentlich zu aufwändig und großartig war um einmalig zu bleiben. Vielleicht wird es ja eine Wiederholung geben, vielleicht in einem Zugabteil? Oder das Hörspiel wird auf Tonträger aufgenommen? Lassen wir uns überraschen. Der Veranstalter, die in der Weinschenkvilla ansässige Anwaltskanzlei Wünsch, Lehnert und Weber, spendeten den Eintritt des Abends dem Verein „Weißer Ring” Regensburg.

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Bayerisches im türkischen Basar

28. Oktober 2009 lweser Keine Kommentare

Altstadt - Lesung - Ost, Freitag, 23. Oktober 2009

Schöne Idee, ausgefallene Locations, interessante Texte, interessiertes Publikum und als wäre das alles nicht genug: auch noch abgefahrene Musik.

Da ich (leider) nicht alle Stationen der ersten Altstadt-Lesung Ost gesehen habe, werde ich hier nur über die zwei gesehenen berichten. Doch ich bin mir sicher es gab noch mehr erwähnenswerte Stationen an diesem Abend.

Das System: einmal zahlen (schlappe 3,00 €), sieben Stationen, zwölf Autoren. Das einzige Problem: in drei Stunden (20.00 - 23.00 Uhr) war einfach nicht alles zu schaffen.

Irgendwo bei Feinkost Sarik ist Christian Muggenthaler

Irgendwo bei Feinkost Sarik ist auch noch Maggi (Autor Christian Muggenthaler)

Der ungewöhnlichste Ort der Lese-Wanderung, war unumstritten Feinkost Sarik. Zwischen Kürbissen und Kartoffeln, las Christian “Maggi” Muggenthaler. (Rafik Schami hat schließlich auch schon in einem Teppichladen in Regensburg gelesen.) Der Journalist der Landshuter Zeitung, las aus einem skurrilen Text, der wie Max Gold oder Erich Hacke auf Bairisch klang. Ein Schulmädchen sieht sich urplötzlich mit einem Problem konfrontiert: sie hat einen Heiligenschein. Doch so etwas ist in der heutigen Zeit wirklich alles Andere als alltagstauglich.

quetsch-Kommod' war's bei konstantin b. mit Hasemanns Töchter

quetsch-Kommod' war's bei konstantin b. mit Hasemanns Töchter

Zünftig, bairisch ging es auch bei Galerie konstantin b. zu. Dafür sorgten Hasemanns Töchter (Julia Loibl, Maria Hafner). Das eher halbscharige Kabarettprogramm mit ziemlich flachen Gags, wurde durch die witzigen, frechen Lieder, mit Titeln wie Isar, Edelweis oder Nackert mehr als wettgemacht. Isar-Splitter handelt übrigens von einem Badeausflug an die Isar, der zu einem Splatter-Nachmittag wird. Die zwei gebürtigen Niederbayerinnen aus München begleiteten sich mit Akkordeon und machten so komische Gesichter, dass sich das Publikum vor Lachen bog und bei Isar Da Capo! forderten.

Ein gelungener Abend, von dem es hoffentlich bald eine Wiederholung bzw. Weiterführung geben wird.

Kultur-Overkill in Regensburg

15. Oktober 2009 lweser Keine Kommentare

16. - 19. Oktober 2009. diverse Stätten, Regensburg.
Porta Hungarica. 20 Jahre nach der Grenzöffnung - Ungarn-Österreich-Deutschland. Ein ungarisches Kulturwochenende mit Jazz, Lesungen und einer Podiumsdiskussion.
Programm Porta Hungarica

Freitag, 16. Oktober, 21.00 Uhr. Foyer Leerer Beutel, Regensburg.
Foyerparty Slowakische „Karpatische“ ? Nacht.
mehr slowakische Karpaten

Freitag, 16. Oktober, 22.30 Uhr. Gloria, Regensburg.
S|U|B|L|I|M|E im Oktober mit dem Live-Act Malory (Shoegaze aus Deutschland), sowie rAphBot und Miss Shapes & Mossman an den Tellern. Eintritt: 8,- €
www.malory-music.com | www.sublime-music.de

slowakischefilmtage

16. - 22. Oktober 2009. Filmgalerie Leerer Beutel, Regensburg.
SLOWAKISCHE FILMTAGE. Im Rahmen der Donumenta, in Zusammenarbeit Bayerns mit der Slowakischen Republik. Dabei werden einige zeitgenössische slowakische Regisseure ihre Filme (aus den Jahren 1995-2008) selbst vorstellen. Die Filme werden alle in Originalversion mit englischen Untertiteln gezeigt. Es wird jeweils zwei Vorführungen geben. Der Film des Archivs des Slowakischen Filminstituts aus dem Jahr 1962 Im Netz der Sonne, der einer der wichtigsten Werke der tschechoslowakischen Neuen Welle der 60er Jahre ist, wird nur einmal zu sehen sein, dafür mit deutschen Untertiteln. (am Dienstag, 20. Oktober, 21.00 Uhr.) mehr unter: www.filmgalerie.de

Im Rahmen der Donumenta-Ausstellung, es gibt auch slowakische Kurzfilme im Kunstforum Ostdeutsche Galerie zu sehen. Noch bis 8. November.
www.kunstforum.net

16. Okt - 07. Nov. 2009, Kunstverein Graz, Regensburg.
Roughtrade - Ruppige Kunst aus Polen. Vernissage ist am 16. Oktober um 20.00 Uhr. Es spricht Monsignore Jürgen Huber.
www.kunstvereingraz.de

Samstag, 17. Oktober, 19.00 Uhr. Thon-Dittmer-Palais, Regensburg.
Literarischer Abend mit dem jüdisch-ungarischen Schriftsteller György Konrád und dem Büchnerpreisträger des Jahres 1977 Reiner Kunze. Er siedelte im gleichen Jahr von der DDR in die BRD, nachdem er in der DDR mit Berufsverbot belegt wurde. Auch György Konrád durfte von 1978 bis 1987 nicht publizieren. Eine Veranstaltung im Rahmen der Porta Hungarica. Der Eintritt ist frei.
György Konrád bei Suhrkamp | www.reiner-kunze.com

Samstag, 17. Oktober, 20.00 Uhr. Club Heimat, Regensburg.
FM4-Party mir DJane Eva Umbauer. Die Heartbeat-Moderatorin zum Anfassen.
www.eva-umbauer.at

Samstag, 17. Oktober, 20.30 Uhr. Kunstverein GRAZ, Regensburg.
Der Postmann und der Mann ohne Hund. komplexes, improvisietes Musik-Zeugs im Rahmen der Sturm und Liebe-Reihe von Albert Plank.
www.derpostmannunddermannohnehund.de | www.kunstvereingraz.de
 
Sonntag, 18. Oktober, 11.00 Uhr. Kaisersaal des Goldenen Kreuzes (Haidplatz), Regensburg.
Märchenlesung mit Ungarischen Märchen von Judith Berg, gelesen von Meike Fabian und Oberpfälzer Märchen von Franz Xaver von Schönwerth, gelesen von Erika Eichenseer. Der Eintritt ist frei.

Sonntag, 18. Oktober, 21.00 Uhr. Club Heimat, Regensburg.
Beat!Beat!Beat!. Beat oder doch Indie aus Viersen. Eintritt is for free!
www.myspace.com/beatbeatbeatband

Montag, 19. Oktober, 19.00 Uhr. Buchhandlung Atlantis, Wahlenstraße 8, Regensburg.
Lesung: Iván Sándor liest aus seinem neuen Roman “Spurensuche“. Eintritt: 6,-/5,- €
Iván Sándor bei dtv

Montag, 19. Oktober, 20.00 Uhr. Leerer Beutel, Regensburg.
Lesung: Christoph Süß. Aus: Ich denke, also bin ich verwirrt. Bereits AUSVERKAUFT aber vielleicht gibt’s noch Plätze am Montag, 26. Oktober, 19.30 Uhr bei Bücher Pustet, Straubing.
BR-online/quer

Montag, 19. Oktober, 21.00 Uhr. Club Heimat, Regensburg.
Boy Omega. Passend zum Winterbeginn, Musik aus Schweden, mit Unterstützung von Lassus, auch aus Göteborg. Eintritt 8,-/10,- €.
www.boyomega.com | www.myspace.com/lassustheband
 
Mittwoch, 21. Oktober, 19.30 Uhr. Bücher Pustet, Straubing.
Lesung von Rüdiger Safranski aus seinem neuen Buch Goethe & Schiller. Geschichte einer Freundschaft.
Safranski bei Hanser

Mittwoch, 21.Oktober, 19.30 Uhr. Turmtheater, Regensburg.
Beginn der reihe Hörspiele im Turm von Dieter Lohr und Florian Scheuerer. Heute auf der Karte: ‘Lachsfischen im Jemen’ von Paul Torday. Der Eintritt beträgt 6 Euro. Riskieren Sie ein Ohr!
www.hoerspielimturm.blogspot.com | www.regensburgerturmtheater.de

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21. - 28. Oktober 2009, diverse Locations, Regensburg.
HEIMSPIEL. Das Regensburger Festival des deutschen Kinos. Im Ostentor-Kino, Wintergarten und im Akademiesalon im Andreasstadel. U.a. mit einer kompletten Werkschau von Christian Petzold. Festivaleröffnung ist am 21. Oktober um 21.00 Uhr im Ostentor-Kino. Es läuft Michael Glawoggers neuer Film Das Vaterspiel. Als Gäste werden Sabine Timoteo (Schauspielerin) und Fabien Arséguel (Verleiher) anwesend sein.
www.heimspiel-filmfest.de
 
Donnerstag, 22. Oktober, 20.30 Uhr. Kulturspeicher, Regensburg.
Funny van Dannen - Saharatour 2009. Der größte Poet seit Eichendorff und beste Liedermacher seit Brassens live in deiner Stadt. Pflichttermin. 16,-/19,- €
www.funny-van-dannen.de

Donnerstag, 22. Oktober, 21.00 Uhr. Ostentor-Kino, Regensburg.
Menschen am Sonntag - ein Klassiker des deutschen Stummfilms von Robert Siodmak & Edgar G. Ulmer. Mit DJ-Live-Soundtrack von Martin Haygis (Beige GT, Mason Dixon Line).

Donnerstag, 22. Oktober, Uhrzeit unbekannt. Filmbühne, Regensburg.
Lesung Christoph Biermann - Die Fußball-Matrix heißt sein aktuelles Buch, und er sucht darin das perfekte (Fussball-)Spiel.
Biermann bei KiWi

Gärten für die Suche nach dem Glück

11. Oktober 2009 lweser Keine Kommentare

Eva Demski liest aus Gartengeschichten, Bücher Pustet Regensburg, 07. Oktober 2009

Wenn Eva Demski in Regensburg liest, ist das für Sie nicht nur Arbeit. Es ist auch Heimkehr und Treffen mit alten Freunden und Bekannten. Dementsprechend kündigte Frau Pustet den Gast in ihrem Hause am Montag auch als “unsere Eva Demski” an.

Frau Pustet stellt Frau Demski vor

Frau Pustet stellt Frau Demski vor

Eva Demski las aus ihrem im Frühjahr 2009 erschienenen Gartengeschichten, eine Sammlung von ungefähr zwanzig kurzen Geschichten über Menschen und deren Verhältnis zu ihren Gärten. Der Charakter des Einzelnen und seine Einstellung zum Leben werden im Verhalten zu seinem Garten widergespiegelt. Einfühlsam und genau beobachtet Eva Demski, intelligent und mit einem Augenzwinkern analysiert sie. Das ermöglicht ihr sowohl eine Philosophie, als auch eine Psychologie und sogar eine Kulturgeschichte des Gärtnerns und Gärtners zu entwerfen. Drei dieser Geschichten las Frau Demski in Regensburg. Ihre Stimme ist angenehm, die Intonation sicher. Und als sie vor der Zugabe, der dritten Geschichte, von der Zusammenarbeit mit Michael Sowa erzählt, gibt sie dessen Antworten in so schnodrigem berliner Dialekt wieder, als käme sie aus dem hintersten Kiez. Aber vielleicht hat sie ja sämtliche Dialekte im Repertoire, schließlich wurde sie als Tochter eines Bühnenbildners im Theater groß.

Sowa lehnte anfangs übrigens das Angebot ab, da er statt Illustrationen, eigene Bilder malen wollte. Doch nachdem Frau Demski ihm zwei Geschichten geschickt hatte, entschied er sich zum Glück anders.

Im Anschluss an die Lesung, gab es natürlich noch die obligatorische Fragerunde. Da erfuhr man, dass Eva Demski, die zwar bereits als Kind mit ihren Eltern nach Frankfurt zog, aber immer wieder regelmäßig in den Ferien in Regensburg war, zuerst bei ihren Großeltern, später bei ihrem Onkel, hier nie einen Garten hatte. Gewohnt hat sie immer in der Altstadt, am Neupfarrplatz und in der Schnupftabakfabrik. Einen Garten gab es dort nicht. Doch der Schulgartenunterricht bei den Englischen Fräulein hat sie bereits in jungen Jahren für den Umgang mit Pflanzen sensibilisiert. Dank dessen sie noch heute blind die einzelnen Getreidesorten auseinander halten kann. Das Werk von Amaro Ameise, dem Gartenguerillero vom Peterstor, kennt und schätzt sie übrigens auch. Daran merkt man, dass Eva Demski sich noch immer in “ihrer” Stadt auskennt, auch mit deren Neu- und Eigenheiten.

Die ausführliche Rezension der Gartengeschichten finden sie bei uns unter: Gärten für die Suche nach dem Glück

Viel los in Regensburg

25. September 2009 lweser Keine Kommentare

Donnerstag, 24. September, 20.00 Uhr, Kunst- und Gewerbeverein, Jahreslesung des Schriftsteller-Verbandes Ostbayern, u.A. mit lokalen Berühmtheiten wie: Rolf Stemmle, Barbara Krohn, Friedrich Brandl, Florian Sendtner, Marita A. Panzer, Karin Holz u.v.m.  

Donnerstag, 24. September, 20.00 Uhr, Theater im Spital-Keller, Regensburg, Herbert Rosendorfers Stück Kellnerin Anni, Theatergruppe Spinnrad.

ab Donnerstag, 24.September 2009, Markus Mittermeier: Short Cut To Hollywood, Filmstart. Nach seinem Überraschungserfolg Muxmäuschenstill des beinah Regensburger (Pentling), auf jeden Fall Ostbayrischen Schauspieler und Filmemacher Markus Mittermeiers neuer Film. Läuft im Ostentor-Kino in Regensburg.

Donnerstag-Samstag 10-19.00 Uhr; Neupfarrplatz, 4. Ungarnmarkt

ACHTUNG - ÄNDERUNG: Der für Freitag, 25. September 2009 im W1 (Regensburg) geplante Auftritt der Kanadier Trike, mit Roman S. als Ein-Mann-Vorband entfällt leider aus tourtechnischen Gründenà wird aber im November nachgeholt!

Samstag, 26.September 2009 Galerien-Abend Regensburg, 18.00-24.00 Uhr,
dabei oder einfach offen: Bäumler, Graz, Kirim, Kunst- und Gewerbeverein, kleine Galerie, Schmuckgalerie Brigitte Berndt, Kunstkontor Westnerwacht; Ausstellungseröffnungen bei: Galerie Konstantin B. (Jahresauslese), Kunstkabinett (Werke des kürzlich verstorbenen Paul Flora), Galerie Hammer (japanische Maler Tatsuhiko Yokoo), Galerie Raumstatt
Gedisst aber trotzdem super: Art Affair!!!

Dienstag, 29. September 2009, Donau Arena, Paul Potts. Nein, nicht der kambodschanische Schlächter und Völkermörder, sondern: vom Handy-Verkäufer zum Star-Tenor, UK sucht den Superstar machts möglich.

Mittwoch, 30. September 2009, Bücher Pustet: Rolf Stemmle: Buchpräsentation des 344. Bandes der Richard Wagner-Werk-Interpretations-Reihe