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Artikel Tagged ‘Natur’

Buch-Tipp: Rother Wanderführer Oberpfälzer Wald

23. März 2014 sgruen Keine Kommentare

Nordostbayerische Routen

(Sigrid Grün)

Der Rother Wanderführer Oberpfälzer Wald war Eva Krötz’ erster Wanderführer. Auf der Karte des Rother Verlages war die Region bis vor wenigen Jahren noch ein “weißer Fleck”, den die mittlerweile schon sehr erfahrene Wanderführerautorin ausfüllte. Damals wollte sie eigentlich nur wissen, ob denn kein Wanderführer für die Gegend geplant sei - und erhielt so vom Verlag die Möglichkeit, das Desiderat selbst aufzuheben. Mittlerweile hat Eva Krötz bereits vier Wanderführer verfasst oder überarbeitet und sie arbeitet schon an der Umsetzung weiterer Projekte. Der Wanderführer Oberpfälzer Wald liegt nun schon in der zweiten, aktualisierten und um GPS-Daten erweiterten Auflage vor.
Änderungen der Wegverläufe sind bei Wanderführern immer wieder vonnöten, erklärt die Autorin in einem Interview. Wege ändern sich. Zum Beispiel weil private Waldbauern ihre Grundstücke nicht mehr von Wanderern betreten wissen wollen. Dann müsse man eben Forstwegumleitungen in Kauf nehmen. Auch Ummarkierungen durch den Waldverein sind möglich. Deshalb erwandert Eva Krötz die Routen immer wieder, um die Streckenverläufe auf dem neuesten Stand zu halten und auch neue, interessante Wege jenseits der markierten Pfade in ihre Tourenvorschläge aufzunehmen.
Eine ausgesprochen witzige Besonderheit ist übrigens auf dem Weg über den Haselstein zum Mittelpunkt Europas (Tour 26) zu finden: Hier steht tatsächlich “Evas Bankerl” - eine Bank, die nach der Autorin benannt wurde, die die zuständige Stelle auf die großartige Aussicht von diesem Punkt aus auf die Burgruine Flossenbürg aufmerksam gemacht hatte.

Eva Krötz (Autorin)
Rother Wanderführer. Oberpfälzer Wald. Böhmischer Wald. Ceský les.
www.rother.de
176 Seiten; 178 Fotos

Buch-Tipp: Rund um Regensburg - Rother Wanderführer

12. April 2013 sgruen Keine Kommentare

Der beste Wanderführer für die Region

(Sigrid Grün)

“Rund um Regensburg” ist der vierte Wanderführer der Autorin Eva Krötz. Die passionierte Wandererin und Radfahrerin wurde zufällig Autorin. Als sie auf der Suche nach einem guten Wanderführer für den Oberpfälzer Wald war, wandte sie sich an den Rother Verlag, der für seine guten Wanderführer bekannt ist. Da das Gebiet damals noch eine weiße Fläche auf der Rother-Deutschlandkarte war, fragte der Verlag gleich nach, ob Eva Krötz nicht selbst einen Wanderführer für die Region verfassen wolle. Nachdem sie eine Beispieltour (”Steinerne Wand”) entworfen und dem Rother Verlag zugeschickt hatte, war schnell klar, dass sie den Wanderführer machen würde. Die Überarbeitung des Wanderführers “Bayerischer Wald” und der neue Band zum “Goldsteig” folgten. Nun widmet die Regensburger Autorin sich der Region rund um ihre derzeitige Heimatstadt. Auf 52 Touren führt sie uns durch die Domstadt (Tour 1) und durch das abwechslungsreiche Umland.
Dabei gelingt es ihr, die Vielfalt dieser Region pefekt einzufangen. Von den anmutigen Landschaften im Altmühl- und Labertal, über stadtnahe Wanderungen, Donaurandbruch und Gäuboden bis hin zu den urigen Landschaften des Bayerwaldes und dem Hollertauer Hopfenland ist alles dabei. Eva Krötz, die seit ihrer Kindheit wandert und ihre Leidenschaft zum Beruf machen konnte, hat für jeden Geschmack die passende Wanderung parat. Ob mit Kindern (diese Strecken sind besonders abwechslungsreich, so dass keine Langeweile aufkommt - etwa die Kolmberger Steinewanderung, bei der man zahlreichen Fantasiegestalten aus Stein begegnet - Tour 14), anspruchsvoll (z.B. mit abschüssigen Wegen), kurz (1,5 Stunden) oder lang (knapp 7 Stunden) - 52 Touren mit zahlreichen abwechslungsreichen Varianten abseits der offiziell markierten Wanderwege bieten jedem die Möglichkeit, die Region wandernd zu erkunden.
Jede Wanderung ist ausführlich beschrieben - insbesondere die Varianten abseits der markierten Pfade versprechen dabei besondere Erlebnisse. Die Ausgangspunkte sind häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Höhenunterschiede, Anforderungen, Einkehrmöglichkeiten und zusätzliche Tipps (etwa zu besonderen Sehenswürdigkeiten an der Strecke) ergänzen die Tourbeschreibung. Zahlreiche Farbfotos, Kartenausschnitte und Höhenprofile vermitteln sehr gut, was auf einen zukommt. Besonders sympathisch sind die Fotos, von denen so manches dem Betrachter ein Lächeln auf die Lippen zaubert, etwa, wenn die Autorin vergeblich versucht, den “Wackelstein” hoch über dem Regental (Tour 20) zu bewegen - das Geheimnis ist, dass man sich einfach auf den Stein stellen muss!
Die GPS-Tracks für alle Wanderungen kann man sich beim Verlag kostenlos (mit Passwort) herunterladen.

Mittlerweile arbeitet Eva Krötz schon an neuen Projekten. Derzeit bereitet sie ein Wanderbuch für den Bayerischen Wald vor, das im Rother Verlag in der Reihe “Wandern & Einkehren” erscheinen wird. Deshalb hofft sie auf viele Sonnentage im Mai, denn dann wird sie die Wanderungen entwerfen und die Fotos machen. Die Lieblingstour der Autorin ist übrigens die Kaitersberg-Arber-Hochtour, die härteste Tour hat sie im Rahmen der Goldsteig-Wanderung absolviert. 30 Kilometer an einem Tag und dazu noch das frühe Aufstehen sind wahrlich kein Spaziergang! Auf ihren Touren erlebt sie aber auch häufig Lustiges, vor allem dann, wenn ihr Wanderer mit einem ihrer Führer begegnen. Manchmal spricht sie diese Leute an, erwähnt aber nie, dass sie die Autorin des kompakten roten Büchleins ist, das ihr Gegenüber in Händen hält.
Ein Jahr lang hat Eva Krötz für den neuen Wanderführer recherchiert. Jedes Wochenende waren sie und ihr Mann gemeinsam unterwegs. Das Wetter spielt für sie keine große Rolle. Viele Strecken sind bei jeder Witterung reizvoll. Für den dieses Jahr spät anbrechenden Frühling empfiehlt die Autorin die lieblichen Landschaften des Bayerischen Jura - etwa über den Alpinen Steig zur Ruine Loch (Tour 35). An den Kalkmagerrasenhängen blühen zur Zeit die Küchenschellen. Auch die Kuppenalb (Wanderung zur Wallfahrtskirche am Habsberg - Tour 39) sei derzeit besonders zu empfehlen. Am Wochenende soll es perfektes Wanderwetter geben - Eva Krötz’ neuer Wanderführer ist der perfekte Begleiter für einen Ausflug in die Region!

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Eva Krötz (Autorin)
Rother Wanderführer. Rund um Regensburg. Bayerischer Jura - Vorderer Bayerischer Wald.
www.rother.de
223 Seiten; 187 Fotos

Buchtipp: Winterwandern zwischen Kempten und Berchtesgaden

7. Dezember 2011 sgruen Keine Kommentare

Statt hinterm Ofen zu hocken…

…kann man im Winter auch mal abseits der Skipisten und Langlaufloipen aktiv werden! Im Bruckmann Wanderführer “Winterwandern” zeigt der Reisejournalist und Fotograf Wolfgang Taschner auf, was wichtig ist und wo man im Süden Bayerns die winterliche Landschaft in vollen Zügen genießen kann. Dass der süddeutsche Alpenraum und das Alpenvorland nämlich nicht nur in den warmen Jahreszeiten reizvoll ist, haben viele Wanderer mittlerweile erkannt und die südbayerischen Gemeinden haben diesem Trend Rechnung getragen und ein umfangreiches Wanderwegenetz geschaffen, das auch in der kalten Jahreszeit und nach Schneefällen gut begehbar ist.
35 Wanderungen werden hier vorgestellt - die meisten von ihnen lassen sich bequem innerhalb von einem halben Tag bewältigen. Auch Familien mit Kindern finden hier zahlreiche Anregungen - etwa wenn Wanderstrecken durch Rodelmöglichkeiten ergänzt werden.
Alle Touren sind ausführlich und gut nachvollziehbar beschrieben. Infokästen, Karten und zahlreiche Farbfotos vermitteln sehr gut einen ersten Eindruck von der jeweiligen Wanderung. Gehzeiten, Wegweiser, Einkehrmöglichkeiten und der Charakter der Wanderung sind ebenso vermerkt wie Kartenmaterial, Anfahrtsmöglichkeiten und weiterführende Informationen zu den Orten, die passiert werden. Auch auf Sessellifte, Schwimmbäder und Sehenswürdigkeiten wird hingewiesen. Vor allem das Gebiet vom Tegernsee bis zum Bodensee ist stark vertreten. Östlich vom Tegernsee werden lediglich zwei Wanderungen vorgestellt - eine im Berchtesgadener Land (Wimbachtal) und eine von Sachrang auf den Spitzstein.
Sowohl Urlauber als auch Einheimische können bei diesen Winterwanderungen noch eine Menge entdecken! Von Ostbayern aus kann man mit dem eigenen Pkw oder mit der Bahn anreisen. Die Touren eignen sich großteilig ideal als Tagesausflug!

Fazit: Ein abwechslungsreicher Wanderführer mit außergewöhnlichen Wanderungen, die atemberaubende Aussichten und romantische Pfade abseits des Wintersporttrubels versprechen.

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Wolfgang Taschner (Autor)
Winterwandern zwischen Kempten und Berchtesgaden
www.bruckmann.de
144 Seiten

Buchtipp: Rother Wanderführer Bayerischer Wald von Eva Krötz und Nikolaus Pollmann

8. Oktober 2011 sgruen Keine Kommentare

Kreuz und quer durch das größte Waldgebirge Europas

(Sigrid Grün)

Der Bayerische Wald hat als Mittelgebirge vor allem Wanderbegeisterten eine Menge zu bieten. Nun liegt aus dem Rother Verlag ein neuer Wanderführer für den Bayerischen Wald vor, den Eva Krötz (von der auch ein sehr guter Wanderführer für den Oberpfälzer Wald bei Rother erschienen ist) und Nikolaus Pollmann erarbeitet haben.
In einer umfangreichen Einführung erhält man Hinweise zum Umgang mit dem Wanderführer und touristische Tipps (Anforderungen, Gehzeiten, Wandern mit Kindern, Gefahren, Ausrüstung, Karten, Wandern mit GPS-Gerät - online sind auf der Seite von Rother die GPS-Tracks zu diesem Wanderführer verfügbar, Einkehr und Unterkünfte, Klima, Anreise, Infrastruktur und Hinweise zum Nationalpark).
Außerdem werden Wanderwege und Fernwanderwege vorgestellt: Der Goldsteig, der Pandurensteig, der Baier- und der Böhmweg, der Gunthersteig, die Goldenen Steige, der Ostbayerische Jakobsweg und der Pilgerweg Vianova.
Dann werden die Ausgangspunkte der Wanderungen, die sich auch hervorragend als eigenständige Ausflugsziele eignen, vorgestellt: Arrach, Bad Kötzting, Bayerisch Eisenstein, Bischofsmais, Bischofsreut, Bodenmais, Brennberg, Buchenau, Chammünster, Falkenstein, Finsterau, Frauenau, Freyung, Furth im Wald, Hauzenberg, Kellberg, Lalling, Lam, Lohberg, Neukirchen beim Heiligen Blut, Passau, Sankt Englmar, St. Oswald und Spiegelau, Waldkirchen, Weißenstein, Viechtach und Zwiesel.
12 Vorschläge für “Top-Touren” runden die Einleitung ab.
Schließlich beginnt der Tourenteil, der in die folgenden Regionen eingeteilt ist:
Naturpark Oberer Bayerischer Wald
Naturpark Bayerischer Wald
Nationalpark Bayerischer Wald
Passauer Land

22 leichte Wanderungen und 28 mittelschwere Touren sind zu finden. Der überwiegende Teil ist auch für Kinder geeignet. Von Cham im Norden bis Passau im Süden wird der ganze Bayerische Wald erwandert. Berge und Aussichtstürme, Wasserfälle und Wege an Flüssen entlang, Nationalpark-Tierfreigelände und Felsenlabyrinth, Steinernes Meer und Baumwipfelpfad - so facettenreich ist der Bayerische Wald! Kurze und längere Wanderungen und sogar mehrtägige Touren (z.B. die große Nationalparkdurchquerung) sind hier zu finden.
Kartenausschnitte und Höhendiagramme ermöglichen eine rasche Orientierung. Bei jeder Route wird auf Anforderungen, Höhenunterschiede, Einkehrmöglichkeiten (wenn vorhanden) und Varianten hingewiesen. Oft ergänzen weitere Tipps die Beschreibung des Wanderweges. Schließlich werden die einzelnen Stationen kurz und prägnant beschrieben. Viele Farbfotografien vermitteln einen ersten Eindruck von den vorgestellten Wanderungen.
Enthalten sind z.B. die Wanderungen “Durch das Lixenrieder Felsenlabyrinth zum Dachsriegel”, “Kaitersberg-Arber-Hochtour”, “Kleiner Arbersee”, “Über die Rißlochfälle zum Großen Arber”, “Felsen am Teufelstisch”, “Ruine Weißenstein auf dem Pfahl”, “Brotjacklriegel”, “Wackelstein und Steinernes Kirchlein”, “Dreisessel und Steinernes Meer”, “Spuren der Holztrift im Waldgeschichtlichen Wandergebiet”, “Nationalpark-Tierfreigelände und Baumwipfelpfad”, “Höllbachspreng und Großer Falkenstein”, “Auf Uferwegen durch das Ilztal”, “Zur Panomaraaussicht im Berggasthof Gut Lichtenau”, “Durch die Saußbachklamm und ein Gartenschau-Rundweg” u.v.m.
Viele grenznahe Wanderungen ermöglichen auch einen Kurzausflug in die Tschechische Republik!

Fazit: Ob Tourist oder Einheimischer, Natur- oder Kulturfreund, Wanderprofi oder Anfänger - der Wanderführer Bayerischer Wald hält für jeden eine Menge Tourenvorschläge bereit. Die Strecken sind abwechslungsreich und hervorragend beschrieben, das Format ist perfekt - das Buch passt in eine Hosentasche. Hier bleiben keine Wünsche offen!

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Eva Krötz und Nikolaus Pollmann (Autoren)
Rother Wanderführer Bayerischer Wald. Cham - Bodenmais - Zwiesel - Freyung - Passau. 50 Touren
www.rother.de
200 Seiten mit 95 Farbabbildungen

Buchtipp: Steinmeer und Siebenstern - Das Fichtelgebirge

7. September 2011 sgruen Keine Kommentare

Eine verwunschene Landschaft im Osten Bayerns

(Sigrid Grün)

Es ist eine raue Gegend voller Naturschönheiten, ein hufeisenförmiges Mittelgebirge, das die Selb-Wunsiedler Hochfläche umgibt und durch dessen Öffnung der kalte Ostwind einfallen kann. Früher war es das Ende der Welt - doch mit dem Fall des Eisernen Vorhangs rückte es in die Mitte Europas: Das Fichtelgebirge.

Bernhard Setzwein hat die Texte verfasst, die nicht nur eine Hommage an die urige Mittelgebirgslandschaft sondern auch an den in Wunsiedel geborenen Jean Paul sind. Setzwein taucht ein in den Prosakosmos des zwischen Klassik und Romantik stehenden Schriftstellers. Obwohl Johann Paul Friedrich Richter, der sich später in Anlehnung an Jean-Jacques Rousseau Jean Paul nannte, schon als Kind aus dem Fichtelgebirge fortzog, hinterließ die Landschaft Spuren. Bernhard Setzwein folgt diesen Spuren und nimmt den Leser damit nicht nur mit auf eine Reise durch das reale Fichtelgebirge, sondern auch durch Jean Pauls Seelenlandschaft. Auf alle Fälle sind die Texte eine Quelle der Inspiration, die im Leser die Lust wecken, die Gegend zwischen Hof und Weiden zu erkunden.

Von beeindruckender Schönheit sind auch die Bilder, die oft märchenhafte Szenerien zeigen. Hier hat das Fichtelgebirge einiges zu bieten: wirr aufgeschichtete Felsklippen, die im Frühnebel wie verwunschene Riesen wirken. Man denke nur an das Wunsiedler Felsenlabyrinth Luisenburg, dessen gigantische Granitformationen völlig unwirklich aussehen. Aber nicht nur urige und verwunschene Landschaften findet man hier - auch anmutige Szenerien prägen das Landschaftsbild und natürlich Berge, Wälder und Gewässer.
Gleich vier Flüsse entspringen hier: Die Saale, die Eger, die Naab und der Main.
Geheimnisvoll wirkt das Häuselloh-Moor bei Selb, ein Naturschutzgebiet von entrückter Schönheit.
Nicht vergessen darf man die  Industriekultur des Fichtelgebirges - den Bergbau und die Porzellanindustrie. Und die Landwirtschaft (Stichwort Kartoffelkrieg!) sowie die Kurbäder, wie etwa das Mineral- und Moorheilbad Bad Alexandersbad.
Den Fotografen ist es gelungen, all diese Eigenheiten einzufangen und den Wunsch zu wecken, sofort selbst loszufahren, in diese romantisch-raue Gegend im Nordosten Bayerns.
Die Bilder zeigen die ganze Vielfalt dieser Landschaft auf, durch Verwitterung geprägten Felsformationen und sanfte Hügellandschaften, murmelde Flüsschen und abgelegene Dörfer jenseits jeglicher Großstadthektik. Und wenngleich das Arzberger Kohlekraftwerk schon seit über 5 Jahren abgerissen ist und die gewaltigen Wasserdampfwolken nicht mehr in einen “frischen Septembermorgen” aufsteigen können, wie man es auf Seite 79 sehen kann - im Fichtelgebirge wirken selbst Kühltürme urig und irgendwie idyllisch, wenn man sie richtig in Szene setzt - sind es doch Landschaftsausschnitte, die man auch selbst noch genau so betrachten kann, wenn man sich die Zeit nimmt, genau hinzusehen.
Dieser wunderschön gestaltete Bild-Text-Band zeigt eindrucksvoll, wie schön Ostbayern ist und verleitet uns dazu, gleich loszufahren, um das Mittelgebirge “vor unserer Haustür” selbst zu erkunden.

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Gerhard Bayerl, Manfred Schultes (Fotos und Bildtexte); Bernhard Setzwein (Text)
Steinmeer und Siebenstern. Bayerische Städte und Landschaften: Fichtelgebirge
www.buch-und-kunstverlag.de
112 Seiten; 122 Farbbilder

Buchtipp: Wanderführer Berchtesgadener Land

29. August 2011 sgruen Keine Kommentare

Wandern unter dem Blick von schlafender Hex’ und bösen Riesen

(Sigrid Grün)

Das Berchtesgadener Land gehört zu den schönsten Ecken Deutschlands und bietet sowohl an Natur als auch an Kultur interessierten Menschen alles was das Herz begehrt. Vor allem Wanderer werden hier optimale Bedingungen vorfinden - von einfachen Routen, die man auch mit Kindern erwandern kann bis hin zu anspruchsvollen Touren für Bergerfahrene.

14 einfache (12 davon für Kinder geeignet), 21 mittelschwere (4 für Kinder geeignet)  und 7 schwere Touren findet man in diesem handlichen und übersichtlichen Wanderführer von Gerlinde Witt und Horst Höfler beschrieben. Etwa den romantischen Bergspaziergang zum Kunterwegkogel oberhalb von Ramsau, der auf gerade mal 4,3 Kilometern einiges zu bieten hat, unter anderem die schöne Wallfahrtskirche Maria Kunterweg. Oder man erwandert den Karkopf und die Schlafende Hex’. Hier findet man atemberaubend schöne Aussichtsplätze. Oder man geht als erfahrener Wanderer 11,3 km von Mayrberg aufs Stadelhorn.
Jede Wanderung ist verständlich und leicht nachvollziehbar beschrieben. Natürlich findet man Höhenprofil, Länge, Einkehrmöglichkeiten, Wegbeschaffenheit, Ausgangspunkt und Anfahrt immer exakt beschrieben. Die Karten sind übersichtlich und zeigen den Wegverlauf genau auf. Zahlreiche Farbfotografien vermitteln einen guten Eindruck vom Charakter der Wanderung.

Die schlafende Hex' bestehend aus Signalkopf (spitze Brüste) und Rotofentürmen

Die schlafende Hex' bestehend aus Signalkopf (spitze Brüste) und Rotofentürmen

Besonders positiv fällt die Übersichtlichkeit des Wanderführers auf. So kann man sich auch unterwegs rasch orientieren! Diese Reihe von Bruckmann kann man allein schon deshalb empfehlen! Auch die Auswahl der Wanderungen ist sehr gut getroffen, denn man kann das Berchtesgadener Land hier in all seinen Facetten (und das sind wirklich viele!) entdecken. Auch Format und Verarbeitung lassen keine Wünsche offen.

Fazit: Dieser Wanderführer ist ein optimaler Begleiter! Ob Tagesausflug oder Wanderurlaub, mit Kindern, Senioren oder bergerfahrenen Wanderern - hier findet jeder Traumpfade durch das atemberaubend schöne Berchtesgadener Land.

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Gerlinde Witt; Horst Höfler (Autoren)
Die 40 schönsten Touren. Berchtesgadener Land
www.bruckmann.de
168 Seiten

Buchtipp: Rother Wanderführer Berchtesgadener Land

15. August 2011 sgruen Keine Kommentare

Wandern an einem der schönsten Flecken Deutschlands

(Sigrid Grün)

Auch das ist Ostbayern: Der südliche Appendix im äußersten Südosten Deutschlands. Ein schöner Flecken, von dem Ludwig Ganghofer einmal gesagt hat: “Wen Gott liebt, den lässt er fallen in dieses Berchtesgadener Land”.
Die Rother-Wanderführer sind schon Klassiker des Genres und das Berchtesgadener Land ist ein perfektes Wandergebiet, das allen Bedürfnissen genügen kann. Sowohl einfache Touren, etwa mit Kindern, als auch mittelschwere (für trittsichere Bergwanderer) und schwierige Wege für erfahrene Wanderer mit entsprechender Ausrüstung werden vorgestellt.
27 Wanderungen sind einfach, 23 mittelschwer und 1 schwierig (Barmsteine). Zu den einfachen Wanderungen gehört etwa der Aufstieg zur Halsalm, der auch mit Kindern gut zu bewältigen ist oder eine Tageswanderung durch das Wimbachtal, deren Auftakt schon ein atemberaubendes Naturerlebnis mit sich bringt: Die Durchquerung der umwerfend schönen Wimbachklamm. Ein unvergessliches Wandererlebnis ist sicherlich auch die Umrundung des Königsees, die 6 Tage dauert und als mittelschwer einzustufen ist.

Der Rother Wanderführer Berchtesgadener Land im handlichen und damit wanderfreundlichen Format bietet genau die Informationen, die man als Wanderer braucht: Jede Wanderung wird zunächst kurz in einem steckbriefartigen Text beschrieben, anschließend wird die jeweilige Tour charakterisiert. Talort, Ausgangspunkt, Höhenunterschiede, Anforderungen, Einkehrmöglichkeiten, Gehzeiten, Sehenswertes und Abstiegsvarianten werden genannt. Schließlich folgt die exakte Wegbeschreibung. Die beigefügten Kartenausschnitte ermöglichen es, dass auf weiteres Kartenmaterial verzichtet werden kann. Von Vorteil sind die Höhenprofile, die An- und Abstiege verdeutlichen und so schon von vornherein eine Orientierung und bessere Selbsteinschätzung gewährleisten. Dank der Farbfotos erhält man auch einen ersten landschaftlichen Eindruck.
Zu Beginn des Buches führt der Autor Heinrich Bauregger den Leser und Wanderer kurz in die Handhabung des Wanderführers ein und stellt kurz Sehenswürdigkeiten, und Ausflugsziele (Almen, Bademöglichkeiten) im Berchtesgadener Land vor.
Sehr wichtig ist übrigens das ausführliche Register: Hier kann man den jeweiligen Standort nachschlagen und eine Wanderung auch anders als ursprünglich geplant fortsetzen.

Fazit: Heinrich Baureggers Rother-Wanderführer “Berchtesgadener Land” ist ein rundum gelungener Führer durch die Berg- und Talwelt des Berchtesgadener Landes und auf alle Fälle ein sehr nützlicher Begleiter für alle, die die atemberaubend schöne Region selbst entdecken möchten!

Heinrich Bauregger (Autor)
Berchtesgadener Land. Die schönsten Tal- und Höhenwanderungen
www.rother.de
136 Seiten

Buchtipp: Wanderführer Fichtelgebirge

8. August 2011 sgruen Keine Kommentare

Verwunschenes Land im rauen Nordosten Bayerns

(Sigrid Grün)

Als “Bayerisches Sibirien” wird das Fichtelgebirge oft bezeichnet, weil der kalte Ostwind in die nach Nordosten geöffnete, hufeisenförmige Gebirgsformation einfällt. Eine raue Gegend und früher quasi das Ende der Welt, vom östlichen Nachbarn Tschechoslowakei und im Norden von der damaligen DDR abgetrennt, ist das Fichtelgebirge jetzt eine verwunschene Landschaft mitten in Europa.
Wer diesen Teil Oberfrankens noch nicht kennen gelernt hat, sollte es schleunigst nachholen - am besten wandernd, so wie viele Berühmtheiten, die im Lauf der letzten Jahrhunderte diese Gegend erkundeten: Alexander von Humboldt, Wilhelm Heinrich Wackenroder und natürlich Jean Paul, der eigentlich als Johann Paul Friedrich Richter in Wunsiedel geboren wurde und sich nach seinem großen Vorbild Jean-Jacques Rousseau benannte.

Wenn man sich also dazu entschließt, diese schöne Gegend zwischen Hof und Weiden zu erkunden, sollte man einen guten Wanderführer dabei haben, denn fernab jeglicher großstädtischer Hektik gilt es eine Menge zu entdecken.
Etwa das wunsiedler Felsenlabyrinth Luisenburg, das nach der Preußischen Königin Luise benannt wurde und gigantische Granitformationen beherbergt. Oder man kann einen der Mittelgebirgsgipfel erklimmen: Den 1024 Meter hohen Ochsenkopf, den Großen Waldstein oder die Kösseine südlich von Wunsiedel, über die nicht nur die Grenze zwischen Oberfranken und der Oberpfalz, sondern auch die europäische Wasserscheide zwischen Nordsee und Schwarzem Meer verläuft. Wer es gern ein bisschen mondän mag, kann einen Kurort mit Heilquelle besuchen oder über die Grenze ins böhmische Bäderdreieck fahren - Franzensbad erreicht man von Hohenberg/Eger innerhalb von 10 Minuten.

Norbert Forsch stellt im Kompass Wanderführer Fichtelgebirge 50 Routen vor, die durch den “Herzbrunnen Europas” führen, in dem die Quellen vom Weißen Main, der Sächsischen Saale, der Eger und der Fichtelnaab liegen.
21 einfache, 25 mittlere und 4 anspruchsvolle Wanderungen werden vorgestellt. Als Leser kann man sich sehr gut auf die bevorstehende Wanderung vorbereiten: Gehzeiten, Höhendiagramme, Ausflugsgaststätten mit Öffnungszeiten, Streckenverlauf und viele zusätzliche Informationen tragen dazu bei, dass man sich rasch orientieren und gut planen kann. Auch Museen, Schaubergwerke, Aussichtstürme u.v.m. werden erwähnt. Oft werden Lehrpfade zu bestimmten Themen in die Wanderung integriert.
Die einfachen und mittelschweren Strecken lassen sich auch gut mit Kindern erwandern. Die ersten 20 Seiten sind eine Einführung, etwa in “Küche und Keller”, Geologie, Industrie, Flora und Fauna etc. Auch die Hauptausgangsorte Arzberg, Bad Alexandersbad, Bad Berneck, Bischofsgrün, Fichtelberg, Goldkronach, Hohenberg an der Eger, Kirchenlamitz, Marktredwitz, Selb, Tröstan, Warmensteinach, Weißenstadt und Wunsiedel sowie Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten werden kurz vorgestellt.
Der Wanderführer enthält zahlreiche Farbfotos und Kartenausschnitte, die schon einen guten Eindruck von dem vermitteln, was den Wanderer erwartet.

Fazit: Ein hervorragender Wanderführer, der uns das Fichtelgebirge, dieses romantisch-raue, durch Verwitterung und Vulkane geformte Mittelgebirge im Herzen Europas näher bringt. Von Regensburg aus ist das Fichtelgebirge über die Autobahn in einer guten Stunde zu erreichen - ob Wochenendausflug oder Urlaub, dieser Wanderführer im praktischen Format lohnt sich!

Norbert Forsch (Autor)
Kompass Wanderführer Fichtelgebirge. 50 Touren und Höhenprofile
www.kompass.de
127 Seiten, spiralisiert

Buchtipp: Wildes Bayern

3. Juni 2011 sgruen Keine Kommentare

Wildromantisch und atemberaubend schön

(Sigrid Grün)

Zwischen Spessart und Karwendel wird dem Naturliebhaber eine Menge geboten, das weiß man ja. Wie wild und romantisch Bayern sein kann, führt uns der Fotograf Norbert Rosing vor Augen. Rosing, den 50 Reisen als Fotograf in die Arktis geführt haben, entdeckte nach 30 Jahren endlich die Schönheit der Natur vor der eigenen Haustür. Ein Jahr lang hat er sich dem wilden Bayern gewidmet und atemberaubende Motive und Stimmungen eingefangen.
Neben dem touristisch überaus beliebten Süden mit der Zugspitzregion, dem Allgäu und dem Berchtesgadener Land widmet sich der Fotograf auch dem Norden (Fichtelgebirge und Rhön) und dem “wilden Osten” - der Bayerische Wald und die Oberpfalz werden über das ganze Jahr hinweg fotografiert. Die beeindruckende Pflanzen- und Tierwelt werden hier einzigartig in Szene gesetzt: Herbst im Latschenfilz, knorrige Hutebuchen auf dem Hochschachten, Luchse und Wölfe - man wähnt sich im Urwald. Die mit Granitfelsen übersäte Gipfelregion des Lusen, der wildromantische Höllbachspreng, tief verschneite Fichten auf dem Großen Arber: Ostbayern hat wirklich eine Menge zu bieten.
Norbert Rosings Fotos zeigen auf, dass es den Indian Summer nicht nur in Kanada und unberührte Natur nicht nur fernab jeglicher Zivilisation gibt. Die Fotografien machen Lust auf Bayern. Man möchte gleich losziehen, um die Naturschönheiten vor der eigenen Haustür zu entdecken. Gut so!
Ein beeindruckend schöner Fotobildband, der die Augen öffnet und aufzeigt, wie nah das Paradies doch liegen kann! Unbedingt ansehen und staunen!

Norbert Rosing (Fotograf)
Wildes Bayern. Bilder einzigartiger Naturschätze

www.nationalgeographic.de
159 Seiten

Buchtipp: Entdeckertouren Bayerischer Wald

25. März 2011 sgruen Keine Kommentare

Wandern im größten Waldgebirge Europas

(Sigrid Grün)

Der Völkerkundler, Redakteur und Autor Herwig Slezak beweist in seinem neuesten Buch, dass Ostbayern gerade für Wanderer immer eine Reise wert ist. Neben dem Naturerlebnis Bayerischer Wald hat die Region auch kulturell und kulinarisch interessierten Gästen eine Menge zu bieten.
In einer kurzen Einführung erläutert der Autor Lage, Geologie, botanische Besonderheiten, sowie die kulturelle Entwicklung des Bayerwaldes. Auf drei Seiten fasst Slezak die wichtigsten reisepraktischen Informationen zum stressfreien Wandern im Bayerischen Wald zusammen. Anschließend kann man sich auf 30 interessante Touren freuen, die nach den Schwierigkeitsstufen “leicht”, “mittel” und “schwierig” eingeteilt sind.
Fast zwei Drittel (19 von 30) Touren sind auch für Kinder geeignet.
Die Touren sind weitgehend als Rundwege konzipiert, so dass man bequem zum Ausgangspunkt zurückkehren kann. Zwischen 1 ein Viertel und 6 Stunden reiner Wanderzeit kann man wählen. Sehr schön ist, dass auch die angrenzende Tschechische Republik nicht ausgeschlossen wird: Die Tour Nummer 5 führt den Wanderer zum Beispiel zum größten Natursee Tschechiens (den Cerne jezero, den Schwarzen See). Mit Hilfe des jeweiligen Kartenausschnittes und der exakten Wegbeschreibung kann man sich auch als unerfahrener Wanderer gut orientieren.
Die Auswahl der Routen ist sehr gelungen und abwechlsungsreich. Der Autor weist auch auf Besonderheiten abseits des Pfades hin.
In Infokästen findet man Wissenswertes zur Region, Hinweise zum Tourencharakter, zu Ausgangs- und Endpunkt, Anfahrt, Gehzeiten, Markierungen, Einkehrmöglichkeiten u.v.m.)
Vom Hohen Bogen (östlich von Cham) im Norden, bis zum Erlautal (östlich von Passau) im Süden führen die Touren quer durch Vorderen und Hinteren, Oberen, Mittleren und Unteren Byerischen Wald.
Slezaks schön bebilderter Wanderführer bietet eine Vielzahl neuester Besichtigungstipps - z.B. den 2009 errichteten Baumwipfelpfad am Infozentrum Lusen oder den “Waldwipfelweg” von Maibrunn in der Nähe von St. Englmar.

Schier unendliche Wälder, plätschernde Bäche, zahlreiche Seen, 130 Gipfel und die “schönsten Geotope” Bayerns hat die Region unter anderem zu bieten: Also, nix wie hin!

Herwig Slezak (Autor)
Entdeckertouren Bayerischer Wald. 30 genussvolle Rundwege in wilder, ursprünglicher Natur

www.bruckmann.de
144 Seiten