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Artikel Tagged ‘Ostentor-Kino’

märchenhaftes Roadmovie quer durch Deutschland

16. Mai 2011 lweser Keine Kommentare

Der Mann der über Autos sprang, R: Nick Baker Monteys, D 2010, 105 min,
Als Vorpremiere bei den Feierlichkeiten zum 40jährigen Bestehen des Ostentor-Kinos in Regensburg

Das Ostentor-Kino gibt es schon länger als 40 Jahre und wurde auch nicht von Werner Hofbauer gegründet, verriet dieser, bei den Feierlichkeiten zum vierzigjährigen Bestehen. 1949 gründete Johann Schäfer aus Ostpreußen das Kino im zur Gaststätte „Neu Sankt Niklas“ gehörenden Tanzsaal. 1971 übernahm Werner Hofbauer dieses Kino, das seither Ostentor-Kino heißt. Seit Oktober 2010 wird es von vier Gesellschaftern in Gemeinschaftsarbeit betrieben, darunter Hofbauers Sohn Achim und alter Kino-Hase und Fahnenmagnat Richard Kattan. (Dazu siehe hier.) Zu den Festlichkeiten wurde bei kostenlosem Eintritt der erfolgreichste Film der Ostentor-Kino-Geschichte gezeigt: Harald und Maude aus dem Jahr 1971 von Hal Ashby. Dann spielte Mortimer, eine neue Regensburger Band mit vertrauten Mitgliedern, darunter Mosmann von Sublime und Pesi von G7-PA-Verleih, die mit ihren Repertoire an die andere Regensburger Instrumental-Band Containerhead oder an die Nürnberger Sutcliff erinnert. Und anschließend stand ein Überraschungsfilm auf dem Programm.

Der Titel Der Mann der über Autos sprang mag dem einen oder anderen vielleicht geschmacklos vorkommen, hat aber rein gar nichts mit dem “populären” Ereignis vor Kurzen zu tun. Welcher Überraschungsfilm zu sehen wäre, blieb darum bis zum Vorspann geheim. Die Kinobetreiber hatten Angst schon der Filmtitel, könnte die Leute aus dem Kino treiben. Eigentlich eine schlechte Vorraussetzung für einen Film, dessen Kinostart erst noch bevorsteht.

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Pilgern ist spätestens seit Hape Kerkeling auch in der westlichen Welt wieder ziemlich angesagt. Der religiöse Aspekt steht dabei selten im Mittelpunkt. Die Meisten wollen durch das verlangsamte Tempo sich selbst und ihre Umwelt wieder anders und intensiver wahrnehmen. Eine Reise zu sich selbst also. In diesem Sinne trifft der Debutfilm von Regisseur Nick Baker Monteys den Nerv der Zeit.

Julian (Robert Stadlober) entflieht aus der Psychiatrie und wandert von Berlin nach Süddeutschland, um damit den Vater eines verstorbenen Freundes zur Genesung zu verhelfen. Auf seinem Weg bleibt er nicht lang allein. Er trifft die überlastete Ärztin Ju (Jessica Schwarz) und Ruth (Anna Schudt), die mit ihrer Familie auf dem Weg in den Urlaub ist. Während seines Weges wird er, vom aus der Bahn geworfenen Polizisten Jan (Martin Feifel) verfolgt, der Julian als eine Art Rehabilitation wieder zurückbringen soll.

Es handelt sich um ein märchenähnliches Roadmovie im Stile Der Bremer Stadtmusikanten oder Des Zauberers von Oz, allerdings mit spirituellen Anstrich. Mit dem esoterischen Teil bezieht sich Nick Baker Monteys eindeutig auf Werner Herzog, der 1974 von München nach Paris wanderte, um der Filmhistorikerin Lotte Eisner, die dort schwer erkrankt war, das Leben zu retten. Seine Erfahrungen schrieb Herzog in dem Buch Vom Gehen im Eis nieder.

Das Erzähltempo des Filmes ist ruhig. Anfangs wirken die wenigen Dialoge etwas hölzern, was vielleicht dem etwas gewöhnungsbedürftigem spirituellen Überbau geschuldet ist. Doch mit der Zeit entfaltet der Film einen magischen Sog. Die Wanderung wirkt, wie erwartet auf alle Beteiligten kathartisch. Auch der Zuschauer hat nach dem Film Lust das Tempo herunterzudrehen und vielleicht sogar die Wanderschuhe aus dem Schrank zu holen. Und die Kinobetreiber wiederum hatten nach den positiven Publikumsreaktionen Lust diesen Film ins Programm zu nehmen.

Der Mann der über Autos sprang, R: Nick Baker Monteys, D 2010, 105 min,
mit: Robert Stadlober, Jessica Schwarz, Martin Feifel, Anna Schudt, Robert Schupp
offizieller Kino-Start: 01.06.2011, auch in den Altstadtkinos in Regensburg
www.arsenalfilm.de/der-mann-der | www.altstadtkinos.de

Norwegische Proleten statt finnische Proletarier

10. Dezember 2010 lweser Keine Kommentare

Hans Petter Moland: Ein Mann von Welt (En ganske snill mann), N 2010, mit Stellan Skarsgard, Jorunn Kjellsby, Bjorn Floberg, Gard B. Eidsvold, Jannik Kruse, Bjorn Sunquist, u.A.

Heute wurde in Norwegen der Friedensnobelpreis vergeben. Der chinesische Nobelpreisträger Liu Xiaobo sitzt in seinem Heimatland im Gefängnis, seine Frau steht unter Hausarrest ohne Internet und Telefonverbindung. Circa 22 Länder bleiben, um China nicht zu brüskieren, der Verleihung fern, darunter auch Russland. Alle die vorher noch zweifelten, haben nun den endgültigen Beweis wohin Russland gehört. China hat gestern eine totale Farce abgezogen und einen eigenen Friedenspreis vergeben, mit der Begründung dass Norwegen viel zu klein und unbedeutend sei. Wenn sie sich da mal nicht irren. Zwar ist Norwegen auch kein Engel, schließlich will es der EU nicht beitreten um seinen Reichtum durch Öl nicht teilen zu müssen und weiterhin Walfang betreiben zu können, dennoch muss man in Punkto Moral nicht überlegen, wer wem überlegen ist.
In diesem Monat sind zwei norwegische Filme in den Kinos angelaufen. Home for Christmas von Bent Hamer (Kitchen Storys) und Ein Mann von Welt von Hans Petter Moland.

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Örik / Ulrik (Stellan Skarsgård) wird nach dreißig Jahren aus dem Knast entlassen, in dem er wegen Mordes einsaß. Nun weiß er nicht so recht wohin mit dem wiedergewonnenen Leben. Sein Gangsterboss Jensen (Bjørn Floberg), verschafft ihm eine Wohnung und einen Job und will, dass er wieder Jemanden kalt macht. Örik will aber viel lieber ein normales Leben, Kontakt zu seinem Sohn, vielleicht dessen erwarteten Nachwuchs aufwachsen sehen und die Werkstattsekretärin näher kennen lernen. Großer Konflikt!
Die Protagonisten gehören zur Unterschicht. Sie sind nicht Proletarier wie bei Kaurismäki, sondern Proleten. Die Handlung spielt in einer spätwinterlichen trostlosen Umgebung. Örik wohnt im Heizkeller. Seine einstige Zelle war sicher komfortabler. Nur dass er dort nicht von seiner Vermieterin (Jorunn Kjellsby), sexuell belästigt wurde. (Übrigens wohl eine der ekligsten Sexszenen der Filmgeschichte.) Dennoch menschelt es. Die anfangs noch emotionslosen und distanzierten Protagonisten, tauen im Laufe des Films auf.
Der Film ist im Grund nicht besonders innovativ. Die Konflikte und ihre Lösungen sind einfach und vertraut, dennoch gelingt es dem Film durch gekonnte Inszenierung, reduzierte, aber stimmige Dialoge und durchweg überzeugenden Schauspieler, den Zuschauer 107 Minuten lang zu fesseln. Hier stimmt fast alles. Nur am Ende gibt es eine Leiche zuviel. Die Person hätte wirklich nicht sterben müssen.

Ein Mann von Welt läuft bis 15.12. analog im Ostentor-Kino und ab 17.12. digital im Akademiesalon im Andreasstadel.

www.einmannvonwelt.de | www.altstadtkinos.de

Josef Hader rettet Garbo und Ostentor-Kino

19. November 2010 lweser Keine Kommentare

Vier neue Gesellschafter übernehmen nach der Insolvenz der Ostentor-Kino GmbH das älteste Programmkino in Deutschland. Regensburg kann sich freuen.

Achim Hofbauer, Claudia Eis und Richard Kattan im Ostentor-Kino

Achim Hofbauer, Claudia Eis und Richard Kattan im Ostentor-Kino

Es wurde ja schon mehrere Jahre gemunkelt, dass es dem Ostentorkino in Regensburg schlecht gehe. Nach einer plötzlichen Krankheit des Kinogründers Werner Hofbauer, der fast vierzig Jahre lang das Ostentor-Kino betrieb, stand es dann fest: die “Ostentor-Kino GmbH” musste Insolvenz anmelden. Doch die gute Nachricht war, dass sich alte Mitstreiter aus der Kinoszene um eine Rettung bemühten. Nun ist es sicher: Seit 15. Oktober wird das älteste Programmkino Deutschlands von vier Gesellschaftern als “NFS GmbH” weiterbetrieben. AKF-Mitbegründer und Geschäftsführer sowohl des AKFs, als auch der einst des Ostentorkinos GmbH, Richard Kattan und Garbo-Kino-Betreiber Achim Hofbauer, sowie die zwei Steuerfachangestellten Claudia Eilis und Christine Uhl sind diese Retter. Zukünftig wird also eine klare Arbeitsteilung in Programmgestaltung und Filmdisponenz und in kaufmännische Arbeit stattfinden. Ansonsten bleibt alles gleich. Der Schwerpunkt wird weiterhin auf anspruchsvollem Programmkino liegen. Dabei wird, wie auch bisher das Ostentor auf europäische und das Garbo-Kino auf amerikanische Filme spezialisiert bleiben. Ausnahmen natürlich eingeschlossen. So wird der neue Josef Hader, ohne den laut Achim Hofbauer, schon lange weder Garbo noch Ostentor-Kino mehr existieren würden, natürlich in beiden Kinos laufen. Nur das Open-Air-Kino wird es wie auch schon in diesem Jahr, nicht mehr geben. Das Open-Air-Kino gehört nämlich schon lange zum größten Schuldenfaktor des Ostentors.
Der neue Name NFS, ist übrigens eine kleine Hommage an Werner Hofbauer. Der wollte sein Kino früher “Filmstudio” nennen. Der offizielle Name lautet nun also “Neues Filmstudio”
Der bisherige Start der neuen Gesellschaft, war jedenfalls positiv. Es liefen in diesem guten Monat bereits drei Filme (Am Anfang war das Licht, In ihren Augen und Sophie Coppolas Somewere), die einen hohen Publikumszuspruch fanden.
Wenn, was alle hoffen, Werner Hofbauer wieder ganz genesen sein wird, wird er übrigens weiterhin zum Ostentor-Kino gehören. Es ist fest eingeplant, dass er als Filmvorführer wieder in “sein” Kino zurückkehrt.
Wir wünschen dem Ostentor-Kino und ihren neuen Betreibern alles Gute und weiterhin viele Zuschauer und Werner Hofbauer baldige Genesung und eine erfolgreiche Rückkehr in die Kinoszene. (Man munkelt ja er sei bereits beim “Heimspiel-Filmfest” gesehen worden.)

www.altstadtkinos.de

Wenn Kurzfilmwoche ist, wird es warm

19. März 2010 lweser Keine Kommentare

Eröffnung der 16. Regensburger Kurzfilmwoche im Ostentor-Kino am 17. März 2010

“Wenn Kurzfilmwoche ist, wird es warm.” Mit diesem Satz eröffnete Richard Kattan, ehemaliger und erneuter Vorstand des Arbeitskreises Film, am Mittwoch im Ostentor-Kino die 16. Regensburger Kurzfilmwoche. Und damit hat er auf seine unverkennbare lakonische Art, die Hauptneuerung auch schon in einem Satz zusammengefasst. Denn bisher hieß es immer “Wenn Kurzfilmwoche ist, wird es kalt”.

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Bis vorgestern konnte man nicht glauben, dass es zwischen März und November einen deutlichen Temperaturunterschied gebe. Zum Glück änderte sich das Wetter jedoch am Tag des Festivalbeginns, so als wolle es dem neuen Team Mut zusprechen. Mut sprach auch ein gut gelaunter Oberbürgermeister Schaidinger der KFW zu. Zum einen durch seine Anwesenheit (immerhin erstmalig außerhalb eines Wahljahres), zum Anderen durch die Erneuerung seines Versprechen, die magere Situation der Stadtkasse dürfe weder die Kultur im Allgemeinen, noch die Kurzfilmwoche im Speziellen, zu spüren bekommen. Er versicherte seine uneingeschränkte Unterstützung und lobte die Arbeit aller Beteiligten. Sie organisieren dadurch ein Festival mit “einer enormen Strahlkraft weit über Regensburg hinaus” und damit meinte er nicht nur “bis Barbing und Zeitlarn“. Dies konnte die neue Kurzfilmwochenleitung Insa Wiese, die zuvor beim Kurzfilmfestival Hamburg arbeitete, nur bestätigen.
Die notwendigen Reden wurden durch drei Kurzfilme aus dem Eröffnungsprogramm und Songs der Würzburger Songwriterin Karo aufgelockert. Schade, dass bei drei von 250 gezeigten Streifen ausgerechnet zwei Animationsfilme ausgewählt wurden. Ein repräsentative Auswahl, war das wohl nicht. Karos stimmungsvoll-melancholische Songs passten sehr schön in die Kinoatmosphäre, und die Anwesenden im gut gefüllten Kino waren voller Begeisterung für diese ruhige Musik. Lust auf Kurzfilme machte die Eröffnung, wie das anschließende Eröffnungsprogramm, welches einen Querschnitt durch alle Wettbewerbe und die Sonderprogramme darstellte, auf jeden Fall.
Und wie bemerkte Richard Kattan zu recht: Das schöne an einem Kurzfilmprogramm ist, dass man es sich anschaut, um überrascht zu werden, während man sich einen Langfilm deshalb anschaut, weil man vorher weiß, was auf einem zukommt.

Also liebe Cineasten: Carpe Wochem!, denn nächsten Donnerstag ist es schon wieder vorbei.

Und noch eine Anmerkung!
In der Kinokneipe, dem Begegnungspunkt zwischen Filmemachern und Publikum, kann man es, selbst als Raucher, nach Kinoschluss nicht mehr aushalten. Der bei der letzten Kurzfilmwoche noch ganz allgemeinverträgliche Konsens (Rauchen im Zelt, Nichtrauchen in der Kneipe), wurde leider in diesem Jahr zu Ungunsten eines Überallrauchens geopfert.

Wohin in Regensburg?

17. September 2009 lweser Keine Kommentare

Donnerstag, 17. September, 19:30 Uhr. Leerer Beutel, Bertoldstr. 9, Regensburg
Wahltalk - Eine Podiumsdiskussion mit den Direktkandidaten der Region.
Das Motto der Diskussion: „Was macht die Bundestagswahl für die jungen Leute interessant“ ist Inhalt der Veranstaltung. Im Rahmen der Podiumsdiskussion sollen die Politiker für die jugendrelevanten Themen sensibilisiert werden.
Folgende Politiker werden den jungen Leuten und Vertretern der Jugendverbänden Rede und Antwort stehen:
Peter Aumer CSU, Karl Söllner SPD, Jürgen Huber Grüne, Horst Meierhofer FDP, Claudia Wiest ÖDP, Richard Spieß Die Linke, Suat Kasem Piratenpartei.

Freitag, 18. September, 19:00 Uhr. Kunst- und Gewerbeverein, Ludwigstraße, Regensburg
Ausstellungseröffnung 83. Jahresschau - Alles was der Verein zu bieten hat.
www.kunst-und-gewerbeverein.de

Freitag, 18. September, 20:00 Uhr. Neuer Kunstverein, Dr.-Gessler-Str. 2, Regensburg
Ausstellungseröffnung Freiraum - Bilder von Valentin Vitanov. Einführung: Reiner R. Schmidt.
www.neuerkunstverein.de

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Freitag, 18. September, 22:30 - 04:00 Uhr. Gloria, Regensburg
S | U | B | L | I | M | E , diesmal mit einem Konzert der Niederländischen Band LAWN, danach legen Pacult und Markus Guentner auf. Eintritt: 8 Euro,
mehr Infos: www.sublime-music.de, www.myspace.com/lawnmusic

Samstag, 19. September, 20.00 Uhr.
Gloria
, Regensburg
Laut Gestimmt 2.0 - Die Wahlparty
Dabei treten die Regensburger Bands Nice Guy Eddie (Indie-Pop), Demograffics (Hip Hop) und Lokomotive Blokshoij (Balkan-Pop) auf.
Eintritt: 1 €

 Samstag, 19. September, 20.00 Uhr, W1, (Weingasse) Regensburg, The Transisters (Post-Punk/New Wave frisch aus Italien), Support: Simonized Hairdryers, Eintritt: unglaubliche 4,00 €

19./20. September, Sa. ab 13:00 Uhr, So. ab 12.00 Uhr. Stadtamhof
Weinfest Stadtamhof -
Wein, Weib und Gesang u.a. am Sonntag: die 7 Sinalcos und die Ukulele-Freunde

Sonntag, 20. September, ab 11.00 Uhr. Theater am Bismarckplatz
Theaterfest Regensburg
Zur Eröffnung der neuen Theatersaison bietet das Theaterfest alljährlich die Möglichkeit das Theater näher kennenzulernen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und ein buntes Programm für Groß und Klein.

Sonntag, 20. September, 21.00 Uhr. Club Heimat, Taubengässchen, Regensburg
Kleinmeister - Indie-Pop aus Rosenheim www.kleinmeister.com
Der Eintritt ist mal wieder frei.

donumenta09

20.09. - 08.11. Donumenta 2009, Slowakei

www.donumenta.de

 

Sonntag, 20. September, 11.00 Uhr.
Ostdeutsche Galerie, Regensburg
Ausstellungseröffnung Perfect Asymmetry I.
Zeitgenössische Kunst aus der Slowakei

Donnerstag, 24. September, 19.30 Uhr.
Minoritenkirche / Historisches Museum,
Regensburg
offizieller Festakt zur Eröffnung der
Donumenta 2009 Slowakei
durch Regina Hellwig-Schmid (Iniziatorin), Hans Schaidinger (OB), Marek Madaric (Kulturminister SK), Emilia Müller (Staatsministerin), Multiinstrumentales Musikpanorama (?) von Titus Waldenfels & Michael Reiserer.
und direkt im Anschluss:

Donnerstag, 24. September, 21.00 Uhr.
Leerer Beutel, Bertoldstraße 9, Regensburg
Ausstellungseröffnung Perfect Asymmetry II.
Zeitgenössische Kunst aus der Slowakei

Ab Donnerstag, 24. September, 20.45 Uhr (Sa. + So. auch 16.00 Uhr). Ostentorkino
Markus Mittermeier: Short Cut To Hollywood, Filmstart.
Nach dem Überraschungserfolg Muxmäuschenstill, des beinah Regensburger (Pentling), auf jeden Fall Ostbayerischen Schauspielers und Filmemachers Markus Mittermeier, jetzt sein neuer Film.
Läuft im Ostentor-Kino in Regensburg. www.altstadtkinos.de

“Ich will nicht sein wie Alle Anderen!”

24. Juni 2009 lweser Keine Kommentare

Maren Ade: Alle Anderen, Ostentorkino Regensburg

Kaum hatten wir das Glück Lola Randls Die Besucherin sehen zu dürfen, schon gibt es wieder einen herausragenden Film einer jungen deutschen Regisseurin. Alle Anderen ist Maren Ades (Jahrgang 1976) zweiter Langfilm. Auf der Berlinale 2009 wurde er mit dem Silbernen Bären, dem Großen Preis der Jury, ausgezeichnet.

Der Inhalt ist recht schnell zusammengefasst: ein junges aber ungleiches Paar, wird im Urlaub mit sich selbst konfrontiert. Die Situation gerät aus den Fugen, als Gitte und Chris auf ein befreundetes Paar treffen. Das erinnert nicht nur ein bisschen an Martin Walsers Ein fliehendes Pferd. Der Unterschied: bei Alle Anderen geht von dem befreundeten Paar keine sexuelle Anziehung für die beiden aus. Allein die Spieglung ihrer Beziehung im Umgang mit den Anderen genügt, um das fragile Konstrukt in Frage zu stellen und schließlich zu zerbrechen.

Dass die Geschichte dennoch ganz anders und viel dynamischer wirkt, liegt nicht nur daran , dass die Protagonisten und ihre Beziehung jünger sind. Es  ist vielmehr der Hauptfigur Gitte geschuldet. Und sie wiederum, wie der gesamte Film, lebt von Birgit Minichmayrs Präsenz und schauspielerischer Kraft. Birgit Minichmayr (geboren 1977 in Linz) hat ihr Können bereits am Wiener Burgtheater und mittlerweile auch in sehr vielen Film bewiesen. Zahlreiche Preise erkennen ihre einzigartige schauspielerische Leistung an. Darunter der silberne Bär als beste Darstellerin der Berlinale 2009 für ihre Rolle in Alle Anderen.

Welche Frau wäre nicht gern wie Gitte. Sie ist schön, witzig, klug und - kompromisslos? Nicht ganz, denn für Chris versucht sie durchaus Kompromisse einzugehen. Nur warum? Was will sie eigentlich von diesem Langweiler? Die Liebe kann man sich nicht aussuchen. Genau darin liegt natürlich die Spannungskraft. Chris ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um Gittes bereichernde Einzigartigkeit zu würdigen. Da geschehen schnell gegenseitige Verletzungen. Eine Bedrohung liegt die ganze Zeit in der Luft, auch dann, wenn der Film komische Szenen hat. Damit spielt Maren Ade natürlich auch. Drei große Überraschungsmomente gibt es in Alle Anderen. Jedes Mal ist sich der Zuschauer lange nicht sicher, ob nun die Tragödie ihren vollen unaufhaltsamen Lauf genommen hat.

Alle Anderen läuft im Ostentorkino in Regensburg.

Alle Anderen, Deutschland 2009, 119 min Regie: Maren Ade Darsteller: Birgit Minichmayr, Lars Eidinger, Hans- Jochen Wagner, Nicole Marischka

Besuch der Heimat

27. Mai 2009 lweser Keine Kommentare

Lola Randl: Die Besucherin Premiere im Ostentorkino Regensburg am 14.05.2009 in Anwesenheit der Regisseurin

Das Ostentor sei das erste Kino, welches Lola Randl je besucht habe, gestand die junge Regisseurin, als sie dort am Donnerstag ihren ersten Langfilm Die Besucherin vorstellte.

Lola Randl im Ostentorkino

Lola Randl im Ostentorkino

Und dann beginnt der Film und mit der ersten Einstellung befindet man sich im seinem Sog. Man ist gefangen und fasziniert von der Atmosphäre und von dieser Frau: Agnes ist erfolgreiche Neurowissenschaftlerin, hat einen tollen Mann, eine hübsche Tochter, ein Wahnsinns-Haus. Nur ein eigenes Leben irgendwie nicht, bzw. ihr Leben scheint ohne sie statt zu finden, als sei sie nur Beobachterin davon. Und doch versteht man… Nicht jedem ist die Exaltiertheit und Kontaktfreudigkeit ihrer Schwester gegeben. Sie ist eben anders, kann ihre Gefühle nicht so einfach ausdrücken. Sie wirkt unbeholfen im Umgang mit ihrer Tochter und selbst mit ihrem Mann. Eine erfolgreiche Kommunikation findet zwischen ihnen eigentlich nur dann statt, wenn sie gemeinsam über den Fortgang des Krimis, an dem er grade schreibt, nachdenken. Zuerst verweigert sie auch das: „So etwas darfst du mich nicht fragen.“ Doch im Laufe des Filmes wird dies zum Indikator für ihre Befindlichkeit und zum Begegnungspunkt beider Ehepartner. Schön, wie Lola Randl solche kleinen Motive konsequent im gesamten Film verwendet und entwickelt. Auch bemerkenswert wie genau sie ihre Figuren und deren Beziehung zueinander zeichnet. Sie verliert auch nicht die kleinste Nebenfigur aus dem Auge (wie zum Beispiel die Arzthelferin von Agnes.).

Auch bei der Besetzung, beweist Lola Randl ein äußerst glückliches Händchen. Absolut überzeugend als Agnes ist Sylvana Krappatsch, hier in ihrem Kinodebüt. Seit 2005 ist sie Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele. Zuvor war sie u.A. am Schauspielhaus Zürich. Samuel Finzi ist gebürtiger Bulgare, jüdischer Abstammung. Er spielt derzeit am Deutschen Theater, zuvor war er u.A. an der Volksbühne Berlin. Als Agnes´ Ehemann, ist er wohl der Sympathieträger des Filmes. Der deutlich ältere Luxemburger André Jung, arbeitet an verschiedenen großen Häusern mit renommierten Regisseuren und ist auch in zahlreichen Fernseh- und Kinoproduktionen zu sehen gewesen. Er überzeugt als vom Schicksal schwer getroffener Mann, der sich in Verzweiflung und Verdrängung an Agnes klammert.

Von den alltäglichen Schwierigkeiten des Filmemachens
„Wie man in so jungen Alter einen solchen Erfahrungsschatz besitzen kann“, staunt eine Zuschauerin beim anschließenden Filmgespräch. Tatsächlich ist wohl, um einen solchen Film zu machen, nicht Alter sondern die Fähigkeit des genauen Beobachtens nötig, eine Gabe, die die Regisseurin zweifelsohne besitzt.

Lola Randl schreibt all ihre Drehbücher selbst. Ca. eine Millionen Euro habe die Besucherin letztlich gekostet. Das sei im Filmgeschäft noch immer Low Buget. Die Schauspieler spielen alle für die Hälfte der üblichen Gagen.

Aber auch wenn die Finanzierung gesichert sei, die Schauspieler gefunden und gewonnen wurden, die Crew stehe, wenn alle Drehorte gefunden seien, (da suchte man schon mal drei Monate bis man z.B. das Haus in dem Agnes mit Walter und ihrer Tocher wohnt, finde), gebe es natürlich noch jede Menge Probleme. Auch am Set funktioniere nicht immer alles reibungslos, da brauche es wenn die Nerven blank liegen, weil alle überarbeite sind, auch mal eine „Schnapsklappe“ um die Stimmung zu schwenken und den Zusammenhalt wieder herzustellen.

Vom Drehbuch, über die Finanzierung bis zum letzten Nachdreh und vollständigen Schnitt dauere die Produktion eine Filmes ca. 4 Jahre, erklärt sie. Da müsse man parallel an mehreren Projekten arbeiten. Derzeit schreibe sie an zwei Drehbüchern in verschiedenen Stadien. Zum fortgeschritteneren, verrät sie, begännen, so alles gut gehe, im nächsten Jahr die Dreharbeiten. „ Die Erfindung der Liebe“ ist der Arbeitstitel. Und es ist die Geschichte, die Walter in „Die Besucherin“ gerade schreibt.

Lola Randl und Regensburg
Lola Randl, 1980 in München geboren, kam mit vier Jahren nach Regensburg. 2001 bis 2006 studierte sie in Köln an der Kunsthochschule für Medien. 2007 war sie wieder für ein Jahr in München, als Absolventin der dortigen Drehbuchwerkstatt. Dann kam Berlin, nun lebt sie in der Uckermark nicht weit von Berlin, auch ihre Mutter lebt mittlerweile dort. Dennoch bezeichnet sie sich als Regensburgerin. Zwar sei das schwer, wenn man wie sie an so vielen Orten gelebt habe, aber in Regensburg sei sie die meiste Zeit ihrer Kindheit und Jugend gewesen. Also ja, Regensburg sei ihre Heimat.

Strenggenommen war es ja gar keine Regensburg-Premiere. Nachdem „Die Besucherin“ im Februar 2008 auf der Berlinale in der Reihe „Perspektive Deutsches Kino“ seine Premiere feierte, durchlief er sämtliche renommierte Festivals (u.A. in Karlovy Vary). Im November kam er dann nach Regensburg. Hier lief er im Rahmen der Regensburger Kurzfilmwoche. Ein Novum und Einzelfall: ein Langfilm auf der Kurzfilmwoche. Das lag daran, dass Lola Randl nicht nur Regensburgerin ist, sondern auch mit der Regensburger Kurzfilmwoche eng verbunden ist. Ihr Kurzfilm „Blühende Sahara“, lief dort 2002 im Regionalfenster. Vier Weitere, liefen im Deutschen Wettbewerb 2004, 2006, 2007 und 2008. Jedes Mal mit einschlagendem Erfolg: zwei Mal erhielt sie den Hauptpreis und zwei weitere Male eine lobende Erwähnung. 2005 war sie Mitglied der Jury für den Deutschen Wettbewerb. Ja, die Regensburger Kurzfilmwoche habe ihr immer Glück gebracht. Schade, dass es die nun nicht mehr gebe.

Nun also die Premiere zum offiziellen Kinostart. Neun Kopien gibt es von ihrem Film. Neben Regensburg, ist der Film in Berlin, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Freiburg, Köln und München zu sehen. Eineinhalb Jahre nach der Premiere und während sie bereits wieder an zwei neuen Filmen arbeitet, muss sie sich zurückholen. Zum ersten Mal kein Fachpublikum. Und die Leute waren begeistert, stellten rege Fragen. Einfache Fragen, zumeist zum Inhalt, aber sie waren interessiert und sie waren stolz. Auf diese junge Frau aus Regensburg, die so genau beobachten kann und einen solch beeindruckenden Film gemacht hat.

Die Besucherin,
Regie: Lola Randl,
Deutschland 2008, 104 min,
Darsteller: Sylvana Krappatsch, Samuel Finzi, Jule Böwe, André Jung