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Artikel Tagged ‘Regensburg’

“Verbrennungen” von Wajdi Mouawad vom 8. bis zum 10. Mai im Akademietheater

3. Mai 2013 sgruen Keine Kommentare

Veranstaltungstipp und Verlosung

Mit “eindrucksvoller Sprachgewalt” (Die Welt) erzählt der im Libanon geborene Autor von der Reise der Geschwister Jeanne und Simon in die Vergangenheit ihrer verstorbenen Mutter Nawal, die aus dem Krieg im nahen Osten in den Westen geflohen war. Ihr letzter Wille überträgt den Zwillingen die Aufgabe, zwei Briefe zu übermitteln: einen an ihren tot geglaubten Vater, den anderen an einen unbekannten Bruder. Widerwillig nehmen die beiden die Reise in die Heimat ihrer Mutter auf sich. Die Suche nach den eigenen Wurzeln führt sie in die kollektive Tragödie des Krieges zurück.

“Ein tief bewegendes Familienportrait über das Schweigen zwischen den Generationen” (Theater der Zeit)

Es spielen die diesjährigen Absolventen der Fachakademie:

Hannah Baus, Veronika Conrady, Anna Günther, Ella Schulz, Johannes Aichinger, Janos Kapitany, Benjamin Oeser.

Kultur Ostbayern verlost 5 x 2 Karten für jede der Veranstaltungen. Schickt Euren Wunschtermin (Mittwoch, Donnerstag oder Freitag) unter dem Stichwort “Verbrennungen” an sigrid.gruen@kultur-ostbayern.de

Das Los entscheidet. Viel Erfolg!

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Weitere Infos und Karten gibt es hier:

www.adk-regensburg.de

Buch-Tipp: Rund um Regensburg - Rother Wanderführer

12. April 2013 sgruen Keine Kommentare

Der beste Wanderführer für die Region

(Sigrid Grün)

“Rund um Regensburg” ist der vierte Wanderführer der Autorin Eva Krötz. Die passionierte Wandererin und Radfahrerin wurde zufällig Autorin. Als sie auf der Suche nach einem guten Wanderführer für den Oberpfälzer Wald war, wandte sie sich an den Rother Verlag, der für seine guten Wanderführer bekannt ist. Da das Gebiet damals noch eine weiße Fläche auf der Rother-Deutschlandkarte war, fragte der Verlag gleich nach, ob Eva Krötz nicht selbst einen Wanderführer für die Region verfassen wolle. Nachdem sie eine Beispieltour (”Steinerne Wand”) entworfen und dem Rother Verlag zugeschickt hatte, war schnell klar, dass sie den Wanderführer machen würde. Die Überarbeitung des Wanderführers “Bayerischer Wald” und der neue Band zum “Goldsteig” folgten. Nun widmet die Regensburger Autorin sich der Region rund um ihre derzeitige Heimatstadt. Auf 52 Touren führt sie uns durch die Domstadt (Tour 1) und durch das abwechslungsreiche Umland.
Dabei gelingt es ihr, die Vielfalt dieser Region pefekt einzufangen. Von den anmutigen Landschaften im Altmühl- und Labertal, über stadtnahe Wanderungen, Donaurandbruch und Gäuboden bis hin zu den urigen Landschaften des Bayerwaldes und dem Hollertauer Hopfenland ist alles dabei. Eva Krötz, die seit ihrer Kindheit wandert und ihre Leidenschaft zum Beruf machen konnte, hat für jeden Geschmack die passende Wanderung parat. Ob mit Kindern (diese Strecken sind besonders abwechslungsreich, so dass keine Langeweile aufkommt - etwa die Kolmberger Steinewanderung, bei der man zahlreichen Fantasiegestalten aus Stein begegnet - Tour 14), anspruchsvoll (z.B. mit abschüssigen Wegen), kurz (1,5 Stunden) oder lang (knapp 7 Stunden) - 52 Touren mit zahlreichen abwechslungsreichen Varianten abseits der offiziell markierten Wanderwege bieten jedem die Möglichkeit, die Region wandernd zu erkunden.
Jede Wanderung ist ausführlich beschrieben - insbesondere die Varianten abseits der markierten Pfade versprechen dabei besondere Erlebnisse. Die Ausgangspunkte sind häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Höhenunterschiede, Anforderungen, Einkehrmöglichkeiten und zusätzliche Tipps (etwa zu besonderen Sehenswürdigkeiten an der Strecke) ergänzen die Tourbeschreibung. Zahlreiche Farbfotos, Kartenausschnitte und Höhenprofile vermitteln sehr gut, was auf einen zukommt. Besonders sympathisch sind die Fotos, von denen so manches dem Betrachter ein Lächeln auf die Lippen zaubert, etwa, wenn die Autorin vergeblich versucht, den “Wackelstein” hoch über dem Regental (Tour 20) zu bewegen - das Geheimnis ist, dass man sich einfach auf den Stein stellen muss!
Die GPS-Tracks für alle Wanderungen kann man sich beim Verlag kostenlos (mit Passwort) herunterladen.

Mittlerweile arbeitet Eva Krötz schon an neuen Projekten. Derzeit bereitet sie ein Wanderbuch für den Bayerischen Wald vor, das im Rother Verlag in der Reihe “Wandern & Einkehren” erscheinen wird. Deshalb hofft sie auf viele Sonnentage im Mai, denn dann wird sie die Wanderungen entwerfen und die Fotos machen. Die Lieblingstour der Autorin ist übrigens die Kaitersberg-Arber-Hochtour, die härteste Tour hat sie im Rahmen der Goldsteig-Wanderung absolviert. 30 Kilometer an einem Tag und dazu noch das frühe Aufstehen sind wahrlich kein Spaziergang! Auf ihren Touren erlebt sie aber auch häufig Lustiges, vor allem dann, wenn ihr Wanderer mit einem ihrer Führer begegnen. Manchmal spricht sie diese Leute an, erwähnt aber nie, dass sie die Autorin des kompakten roten Büchleins ist, das ihr Gegenüber in Händen hält.
Ein Jahr lang hat Eva Krötz für den neuen Wanderführer recherchiert. Jedes Wochenende waren sie und ihr Mann gemeinsam unterwegs. Das Wetter spielt für sie keine große Rolle. Viele Strecken sind bei jeder Witterung reizvoll. Für den dieses Jahr spät anbrechenden Frühling empfiehlt die Autorin die lieblichen Landschaften des Bayerischen Jura - etwa über den Alpinen Steig zur Ruine Loch (Tour 35). An den Kalkmagerrasenhängen blühen zur Zeit die Küchenschellen. Auch die Kuppenalb (Wanderung zur Wallfahrtskirche am Habsberg - Tour 39) sei derzeit besonders zu empfehlen. Am Wochenende soll es perfektes Wanderwetter geben - Eva Krötz’ neuer Wanderführer ist der perfekte Begleiter für einen Ausflug in die Region!

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Eva Krötz (Autorin)
Rother Wanderführer. Rund um Regensburg. Bayerischer Jura - Vorderer Bayerischer Wald.
www.rother.de
223 Seiten; 187 Fotos

Hochgenuss für Film- und Musikliebhaber mit Lotte Reiniger

18. März 2013 lweser Keine Kommentare

Lotte Reiniger, die Kurzfilmwoche zu Gast in der Hochschule für katholische Kirchenmusik, Regensburg

kufi2013_lotte-reiniger1Mit großer Spannung wurde bei der diesjährigen Regensburger Kurzfilmwoche auf eine neue Zusammenarbeit der besonderen Art geblickt: die des Festivals mit der Hochschule für katholische Kirchenmusik und gleichzeitig mit der Regensburger Stummfilmwoche. Das mag nur auf den ersten Blick eine absolute Neuheit sein, denn mit den “Plattenfilmen” gibt es ja bereits eine Tradition der Live-Vertonung von Kurzfilmen bei der Kurzfilmwoche. Zugegeben, das ist nur halb-live, kommt doch die Musik, die aufgelegt wird, aus der “Konserve”.

Die Studenten der Hochschule für Kirchenmusik vertonten einige der liebevoll gestalteten Silhouettenfilme von Lotte Reiniger aus den Jahren 1921 bis 1954, die sich neben der Detailgenauigkeit auch durch viel Witz auszeichnen. Dabei offenbarte sich eine musikalische Bandbreite, die von Kirchenmusikstudenten nicht unbedingt erwartet wurde. Da gab es zarte Einzelbegleitung mit Orgel (Max Pöllner) zu Carmen oder Cello (Stefan Shen) zu Galathea, eine Adaption der Pygmalionsage. Ein klassisches Ensemblespiel mit zwei Violinen, Kontrabass, Klavier, Klarinette und Cello kam bei einer Adaption des Rattenfängers von Hameln zum Einsatz. In der Auftragsarbeit, die Reinigner zum Tag der Hausmusik produzierte, werden statt Kinder Musikinstrumente entführt. Zum Kleinen Schornsteinfeger waren jazziger Clubsound und bekannte Filmmusikmotive von James Bond bis zum Rosaroten Panther zu hören. Henriette Olbertz, Katrin Schmidmayr und Armin Weinfurter sind ein eingespieltes Trio mit Astor-Piazzolla-Vorliebe, die mit Cello, Klavier und Geige, Reinigers Dornröschen in Tangoflair versetzten. Der fliegende Koffer von 1921, nach einem Märchen von Hans Christian Andersen, das im fernen China spielt, wurde von Franzi Kießl und Kristin Schorr mit Geige und einer Vielzahl Percussioninstrumenten zauberhaft akzentuiert. Georg Zeller (Klavier, Akkordeon und Kazoo) und Stefan Shen (Cello, Geige) unterstrichen den Witz von Reinigers expressionistischem Aschenputtel aus dem Jahr 1922 sogar mit Gesang und mit Hilfe eines Luftballons.
Dass die Kirchenmusikstudenten dabei nicht hinter den routinierten Vertonungen der Stummfilmwoche zurückstehen müssen, bestätigten neben einigen Gästen auch Nicole Litzl, die Leiterin der Regensburger Stummfilmwoche, die mit viel Hindergrundwissen zum Stummfilm im Allgemeinen und dem Silhouettenfilm im Besonderen, sowie mit einigen Anekdoten aus Lotte Reinigers Leben, durch den Abend führte.
Die Zuschauer der knapp dreistündigen Veranstaltung hätten gut eine kleine Pause vertragen können. Insgesamt war der Abend ein Hochgenuss für Film- und Musikliebhaber.
Mit einigen kleinen Verbesserungen (z.B. einer etwas größeren Projektion, einem geheizten Konzertsaal und einer professionelleren Vorstellung der Musiker) wäre es wünschenswert, wenn diese Art der Zusammenarbeit weitergeführt und ausgebaut würde.

Alle, die Lust auf mehr Lotte Reiniger bekommen haben, können bei der 31. Regensburger Stummfilmwoche im August 2013, ihren Langfilm, und den ersten Lang-Trickfilm der Filmgeschichte überhaupt (1923-1926), Die Abenteuer des Prinzen Achmed sehen. Vertont wird er von den Gebrüdern Teichmann und Leo Hurt.
Bei der Kurzfilmwoche, die noch bis zum 20 März geht, kann man morgen, am Dienstag 21.00 Uhr im Ostentor-Kino die Plattenfilme sehen und hören. Es soll noch Karten geben.
www.kurzfilmwoche.de | www.filmgalerie.de | www.hfkm-regensburg.de
Mit Dank an www.photographie-fischer.de

Roger Cicero bei den Thurn und Taxis Schlossfestspielen

21. Juli 2012 sgruen Keine Kommentare

“In diesem Moment” tanzten die Menschen im Regen

(Sigrid Grün)

Eigentlich will kein Mensch, dass es bei einem Open Air-Konzert regnet. Eigentlich sollte es eine laue Sommernacht sein. Aber in ganz seltenen Fällen ist ein Konzert bei Regen ein besonderes Erlebnis - dann nämlich, wenn der Musiker es schafft, das Publikum im Regen tanzen zu lassen und eine Stimmung schafft, die das Wetter nebensächlich erscheinen lässt. Genau das hat Roger Cicero am Freitagabend bei den Regensburger Schlossfestspielen geschafft.

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Die Tribüne war voll und der Ausnahmesänger und seine großartige Big Band verzauberten das Regensburger Publikum. Nach diesem unterhaltsamen Konzert muss festgestellt werden: Roger Cicero ist nicht nur ein besonders guter Sänger, sondern ein großartiger Entertainer, der mit viel Charme und Witz durch den Abend führte. Dabei sang er nicht nur die Songs von seinem aktuellen Album “In diesem Moment” - mit dem gefühlvollen und eingängigen Titelsong - sondern auch mal ein Lied von den Sportfreunden Stiller oder von Sting. Er erzählte von seinem musikalischen Werdegang, seiner ersten Gage, die er in Kinderschokolade und Yps-Hefte investierte und den Einflüssen, die ihn zu dem machten, der er heute ist. Trotz Regens schlenderte er singend durchs Publikum, wies den ihm von einem Mitarbeiter der Schlossfestspiele angebotenen Regenschirm mit einem charmanten “Du, ich brauch den nicht!” ab und ließ das Regensburger Publikum singen und tanzen. Der Regen, der mal grämlich-nieselig, mal strömend war, spielte bei der außergewöhnlichen musikalischen Leistung des Sängers und seiner Big Band nur eine Nebenrolle.
Die Big Band verdient auf alle Fälle eine gesonderte Erwähnung, denn sie überzeugte durch einen perfekten Sound - mal swingig, mal getragen. An diesem Abend bewiesen die Musiker und Roger Cicero, wie facettenreich ihr Repertoire ist. Man kann die Veranstalter zu ihrer Auswahl der Künstler nur beglückwünschen! Immerhin hatte sich Roger Cicero schon einmal bei den Schlossfestspielen als Gast bewährt. Auch damals hatte es übrigens in Strömen geregnet. Aber ein richtig guter Entertainer kann das einfach vergessen machen.

www.odeon-concerte.de

Anne-Sophie Mutter und Lambert Orkis spielten im Regensburger Audimax

21. März 2012 sgruen Keine Kommentare

Ein unvergesslicher Konzertabend

(Sigrid Grün)

Es war das Konzert-Highlight der Saison: Die weltweit bekannte Geigenvirtuosin Anne-Sophie Mutter spielte gemeinsam mit Lambert Orkis (Klavier) im Regensburger Audimax. Der Saal war voll und die beiden Musiker bescherten dem Publikum einen unvergesslichen Konzertabend.
Gespielt wurde zunächst Mozarts Sonate für Klavier und Violine in G-Dur (KV 379), die - im Gegensatz zu den anderen fünf Sonaten innerhalb des “Opus II” - nicht drei sondern nur zwei Sätze aufweist.
Im Anschluss wurde Franz Schuberts Fantasie für Klavier und Violine in C-Dur (D 934) dargeboten.
Nach der Pause waren Witold Lutoslawskis Partita für Violine und Klavier und Camille Saint-Saens Sonate Nr. 1 für Violine und Klavier in d-Moll (op.75) zu hören.

Das Publikum zeigte sich begeistert von der Leistung der beiden Musiker, die perfekt harmonierten. Das Zusammenspiel wirkte oft wie eine Unterhaltung zweier außergewöhnlicher “Gesprächspartner”.
Anne-Sophie Mutter ist ein Star - sie spielt in allen großen Konzerthäusern der Welt, in diesem Jahr sogar in Australien - und doch hat sie eine Ausstrahlung, die nichts Überhebliches oder Übertriebenes an sich hat.
Das Regensburger Publikum lauschte atemlos der meisterhaften Leistung der beiden Musiker und belohnte sie mit einem ausführlichen Applaus, der Mutter und Orkis auch noch die zwei Zugaben - Ravel und Brahms - entlockte.
Man kann die Veranstalter zu diesem rundum gelungenen Konzertabend nur beglückwünschen!

Das nächste große Konzertereignis im Rahmen der Regensburger Odeon Concerte findet schon nächste Woche statt. Am Freitag, 29. März wird Enoch zu Guttenberg u.a. Beethovens Neunte dirigieren.

Weitere Informationen und Karten gibt es wie immer unter:

www.odeon-concerte.de

18. Regensburger Kurzfilmwoche - Regionalfenster 1

20. März 2012 sgruen Keine Kommentare

Recht durchwachsen

(Sigrid Grün)

Eine herbe Enttäuschung konnte der Zuschauer beim Regionalfenster 1 der diesjährigen Regensburger Kurzfilmwoche erleben. Die Moderatorin wirkte unvorbereitet, die Filme lieblos zusammengestellt und erst während (!) des dritten Films wurden die drei Sofas zur Seite geschoben, die die Sicht auf die Leinwand behinderten. Die meisten Filme wurden im falschen Format gezeigt und alle Filme wurden ohne Pause abgespielt, so dass man die Übergänge zwischen manchen Streifen überhaupt nicht richtig bemerkte und das soeben Gesehene kaum auf sich wirken lassen konnte.
Bei der Auswahl der Filme musste man sich unweigerlich die Frage stellen, nach welchen Kriterien ausgewählt wurde. Einige wenige Filme konnten überzeugen - und gingen leider in der scheinbar sehr beliebigen Auswahl unter.

Den Auftakt machte ein netter kleiner Animationsfilm von Tim Schwaiger und Katharina Klier. Ein Kamel ist in LUCKY STRIKES der lachende Dritte.
KLAPPENTEXT von David Liese wirkte stark aufgesetzt. Die dramatisch intendierte Handlung rutsche schon nach wenigen Sekunden ins banale Befindlichkeitskino ab und wurde so leider auch unfreiwillig komisch.
Lysann Wesers Geschichten vom Fluss waren dann wiederum eine runde Sache. Eine berührende Dokumentation, in der das Leben der vier Mattinger Fährmänner reflektiert wird. Hier konnte man einen Film der leisen Töne sehen, der den Donaufährverkehr auf wunderbare Weise einfängt und die Fährleute selbst zu Wort kommen lässt. Der Schluss des Films stimmt nachdenklich - der Fährverkehr in Matting wird wohl über kurz oder lang eingestellt werden. Einer der mitwirkenden Fährmänner war bei der Premiere von Wesers Dokumentarfilm auch anwesend. Leider beeinträchtigte das Sofagerücke zu Beginn des Films die meditative Atmosphäre sehr stark - und auch das Format, in dem die Geschichten vom Fluss abgespielt wurden, entsprach nicht dem Originalformat (16:9). Ein weiterer ärgerlicher Fauxpas, der bei einem professionellen Filmfestival nichts verloren hat.
Murphy’s Snow. Murphy’s Gesetz erklärt an sieben Beispielen von Christopher Baumann entbehrte nicht einer gewissen Komik - aber nicht an den Stellen, an denen er es wohl sein sollte. Schade!
Auch Blasenfrei zapfen sollte das Publikum zum Lachen reizen - aber auf eine Pointe wartete man vergeblich und für einen “Anti-Humor-Streifen” war er einfach zu bemüht.
Wolfgang Wrobleskis Einer weint immer greift das Konzept von letztem Jahr wieder auf: Eine Handlung wird nicht im Film dargestellt, sondern nur erzählt. Was einmal vielleicht lustig ist, ist es in den seltensten Fällen beim zweiten Mal wieder.
Decks an the City war wiederum ein Musikvideo - oder viele eher Visuals - die in einem soliden Kurzfilmprogramm eine schöne Abwechslung inmitten von handlungsreichen Filmen gewesen wäre - in einem derart schwachen Programm ging er leider unter.
Auch die 1000 Augen des Klaus Kinski wäre im Prinzip eine tolle Idee gewesen. Leider wirkte das zusammengeschnittene Material, das Klaus Kinski in den typischen Posen mit weit aufgerissenen Augen zeigt, eher konzept- und lieblos.
Alles Bürste, oder was? - wiederum eine Dokumentation, diesmal über das Bürstengeschäft in der Regensburger Innenstadt, hätte eigentlich aufgehen müssen. Die Bürstenmacherin ist einfach ein Original. Da hätte man einfach nur die Kamera draufhalten müssen. Die unbeholfenen Fragen des Interviewers wirkten leider unfreiwillig komisch, die Kamera zeigte vieles, nur allzu oft nicht den Bildausschnitt, der von Interesse gewesen wäre und ein falsch gesetzter Schnitt unterbrach die Bürstenmacherin mitten im Wort! Kann man so etwas - Regionalfenster hin oder her - wirklich im Rahmen eines professionell aufgezogenen Kurzfilmfestivals zeigen?
Ganz schön war wiederum das Musikvideo von Zarate - Felizidad Zarate, ein “kleines Musikvideo mit Eseln und Autos”. Die Musik war einfach nett und die Band ist sympathisch. Wenigstens zum Schluss bekam der Zuschauer noch einen kleinen Glanzpunkt zu sehen.

Nach diesem Programm muss man sich als Zuschauer die Frage stellen, ob es nicht besser wäre mangels genügend geeignet erscheindener Filme das Regionalfensterprogramm bei Bedarf auf ein einziges Programm einzudampfen und dafür auf Qualität zu setzen. Das Publikum würde es danken!

Große Versammlung zum Sammelsurium

2. Dezember 2011 lweser Keine Kommentare

Buchpräsentation des Regensburg Sammelsuriums im Brandl-Bräu am 29. November 2011

Der Regensburger Musiker, Fotograf und Grafiker Philip Starzinger hat sich von Dr. Christian Ankowitsch und Ben Schott inspirieren lassen. Besagte Herren sind mit Dr. Ankowitschs kleines Konversationslexikon und Schotts Sammelsurium äußerst erfolgreich. Es sind jene kurzweiligen Bücher, die allerlei Wissenswertes, Kurioses, Halbwissen und Unnützes versammeln, und sich so großer Beliebtheit erfreuen. Die Mischung aus Lexikon und Brevier, will weniger in einem wissenschatlichen Sinne bilden, als vielmehr auf unterhaltsamer Weise den einen oder anderen Fakt unters Volk bringen. Die Informationen sind meist nicht all zu profund, können aber zur weiteren Recherche oder Diskussion anregen oder einfach nur dem Leser ein Aha, Schmunzeln oder Staunen entlocken.
Nun gibt es also auch das Regensburger Sammelsurium. Und natürlich vereint es Wissenswertes, Kurioses, Witziges und Unnützes über die Heimatstadt des Autors. Jeder Regensburger wird eine Menge Dinge finden, die er kennt und die in keinem anderen Regensburg-Buch zu finden sind. Kleine Anekdoten und verrückte Geschichten werden ebenso aufgefrischt, wie die Erklärungen zu manchem Phänomen gegeben. Wissenschaftlich ist das wie gesagt nicht, konversationsanregend allerdings schon, wie man auch bei der Buchpräsentation im fast zum Bersten gefülltem Brandlbräu feststellen konnte. Eine kurzweilige, abwechslungsreiche Veranstaltung, wie es einem solchen Buch zusteht. Und das Buch war es auch, das an diesem Abend im Mittelpunkt stand. Autor Starzinger beschränkte sich auf einen kurzen Auftritt und ließ lieber von den Freunden Andrea Haydn und Sepp Frank aus seinem Werk lesen und den Bier-Sommelier Christoph Kämpf von der Karmeliten Brauerei in Straubing zu Wort kommen, der für das Regensburger Sammelsurium 20 Biere aus der Region getestet hatte. Umrahmt wurde das Ganze von Uncle Sallys locker leicht swingendem Acoustic-Country und natürlich auch von manch regensburger “Größe” im Publikum, die vermutlich schon ahnte im Regensburger Sammelsurium Erwähnung zu finden.

Sepp Frank mit Ukulele singt das Rengschburg-Lied, Starzinger signiert im anderen Eck

Sepp Frank mit Ukulele singt das Rengschburg-Lied, Starzinger signiert im anderen Eck

Das Brandlbräu mit seiner schönen Legende vom Bär an der Kette ist allerdings nicht im Regenburg Sammelsurium zu finden und damit haben wir auch schon den Blick auf die Zukunft geworfen. Philipp Starzinger kann sich durchaus vorstellen ein oder zehn weitere Bände herauszubringen und sammelt fleißig weiter. An Gesprächsstoff wird es ihm sicher nicht mangeln, denn fast Jedem fällt etwas ein, das er gern in der Sammlung festgehalten haben möchte. Der eine oder andere bringt sich sogar selbst ins Spiel.
Der Autor Philip Starzinger, der hauptberuflich als Grafiker arbeitet, hat nicht nur die Geschichten gesammelt und niedergeschrieben, er hat sie auch optisch aufgearbeitet, hat Zeichnungen und Skizzen angefertigt und mit verschiedenen Typografien gearbeitet.

Ein inhaltlich, wie optisch wirklich schönes Büchlein (gebunden mit Lesebändchen und Prägedruck), das, um Boris Kasbauer, den Moderator bei der Buchpräsentation, zu zitieren, neben das Regensburger Kochbuch von Marie Schandri , den “Karl Bauer”, Ludwig Zehtners Basst scho und Jürgen Teipels Verschwende deine Jugend gehört, also in das Buchregal eines jeden engagierten Regensburgers. Genau!

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Regensburg Sammelsurium
Geheimnisse, Kuriositäten und Wissenswertes über Regensburg.

von Philipp Starzinger

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Bart Verlag, 2010
138 Seiten, gebunden
14,95 €

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erhältlich in zahlreichen regensburger Läden
und unter www.phista.de

Grauer Beton, rote Rosen und weiße Kamelien

6. November 2011 lweser Keine Kommentare

Oper/Wiederaufnahme: Giuseppe Verdi: La Traviata, Theater am Haidplatz, Regensburg

Der Roman Die Kameliendame (La dame aux camélias) von Alexandre Dumas d. J aus dem Jahr 1848 trägt in der Grundhandlung autobiographischen Züge. Die Beziehung Dumas zu der Kurtisane Marie Duplessis wurde auf Intervention seines Vaters getrennt. Marie Duplessis, starb nur 23jährig an Schwindsucht. Verdi befasste sich zeitnah mit dem Stoff, sah 1852 auch die Bühnenfassung, die Dumas selbst verantwortete. 1853 wurde La Traviata in Venedig uraufgeführt und fiel gnadenlos durch. Zum einen wegen der Vorverlegung der Handlung zu Beginn des 18. Jahrhunderts, zum anderen wegen einer Fehlbesetzung.

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Ein bis zweier Fehlbesetzungen macht sich auch die Regensburger Aufführung schuldig. Deshalb fällt sie hier aber noch lange nicht durch. Die Inszenierung von Arila Siegert, feierte im Mai Premiere, wurde in dieser Spielzeit wiederaufgenommen und war sofort ausverkauft. Das Bühnenbild von Marie-Luise Strandt, die seit 1996 mit Arila Siegert zusammenarbeitet, erinnert stark an den Brutalismus eines Le Corbusiers oder an die Hörsäle der Regensburger Universität, wo der maßgebliche Ton verschmutzter grauer Beton ist. Das passt rein farblich natürlich gut zu der Vielzahl roter Rosen, die mit ein wenig Phantasie als Kamelien interpretiert werden können, und dem roten Negligée, das Violetta ab dem dritten Akt trägt. Rein metaphorisch handelt es freilich um recht abgenutzte Bilder. Theodora Varga strahlt so viel Vitalität und Gesundheit aus, dass ihr, ebenso wie bei jener oben erwähnten Uraufführung, eine siechende Violetta kaum abzunehmen ist. Wahrscheinlich sinkt sie deshalb all zu oft zu Boden. So dass man am Ende nur noch wünscht sie möge es doch endlich hinter sich bringen und liegen bleiben. Doch weit gefehlt. Arila Siegert lässt Violetta nach ihrem Tod auferstehen, bzw. ihre Seele sich vom Körper lösen. Rein optisch wieder ein sehr schönes Bild, inhaltlich gibt es der Oper eine religiöse Ebene, die Verdi nicht vorgesehen hat. Was auch nicht nötig ist, denn an Pathos mangelt es der Oper nun wirklich nicht. Dass Arila Siegert vom Tanztheater kommt merkt man der Aufführung an. Da muss Theodora Varga schon mal kopfüber auf einer Treppe hängend singen. Sie meistert das scheinbar und überraschend mühelos. Auch die Passagen wo Tanz und Gesang vereinigt werden, bewältigt das gesamte Ensemble meisterhaft. Diese Leistung verlangt auch Ballettdirektor Olaf Schmidt in seiner Inszenierung der lustigen Witwe seiner Truppe ab. Auch dort singt Theodora Varga die Titelrolle.

Sonst kann man Dirigent Philip van Buren nur gratulieren. Denn trotz der inszenatorischen Schwächen, ist die Aufführung, dank der großartigen Orchester- und Gesangsleistung vor allem hörenswert. Neben Theodora Varga, erhielt Seymor Karimov, als Alfredos Vater enormen Applaus. Auch wenn er in Wirklichkeit, statt des Vaters wohl eher der Sohn Enrico Lees sein könnte.

Giuseppe Verdi: La Traviata, Theater am Haidplatz, Regensburg
Musikalische Leitung: Philip van Buren
Inszenierung: Arila Siegert
Bühne und Kostüm: Marie-Luise Strandt
Mit Theodora Varga, Enrico Lee, Seymor Karimov u.v.A.
weitere Termine: 30. Nov., 19. Dez. 2011, 14. Jan., 17. März 2012, jeweils 19.30 Uhr
www.theaterregensburg.de

Es gibt wieder einen Kulturförderpreis

5. Oktober 2011 ffranc Keine Kommentare

…und zwar einen, der tatsächlich von der Stadt Regensburg verliehen wird, und nicht von der Josef-Alzheimer-Kultur-Anstiftung. Letzterer war bestimmt uriger, lustiger und vor allem politisch brisanter, der Preisträger jedoch, war doch eher enttäuschend. Nach dem Debakel im letzten Jahr, bei dem angeblich keine Vorschläge bei der Stadt eingingen, scheint es heuer wieder halbwegs rund zu laufen. Möglicherweise hat man aus der Vergangenheit etwas Neues gelernt und sich gedacht, es wäre an der Zeit etwas originelles und durchaus förderwürdiges zu unterstützen.
Bei der Podiumsdiskussion während des Keine Chance Regensburg-Abends im Kunst- und Gewerbeverein hatte Kulturreferent Klemens Unger bereits erklärt, dass es 2011 wieder einen Kulturförderpreis geben wird. Und zwar so als wär’s das Selbstverständlichste auf der Welt. Und das ist es aber auch.
Bei der Zündfunk-Sendung aus dem W1 hatte Chistoph Maltz wiederum erklärt, dass der Preis ihm 2010 zugestanden hätte. Sein Theater Larifari hätte ihn dieses Jahr durchaus verdient, Herr Maltz persönlich jedoch, hat grob geschätzt gerade mal das vierzigste Lebensjahr überschritten und kann schon aus diesem Grunde nicht mehr gefördert werden, schade.
Dies ist vermutlich nicht der Grund warum sich die Stadt anders entschieden hat, denn subkulturell ist der Kulturförderpreis 2011 trotzdem ausgefallen. Es ist fast unglaublich aber wahr, und darum umso schöner: Der Kulturförderpreis 2011 geht an SUBLIME!

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Wir freuen uns aufrichtig, heben eine Halbe und gratulieren Miss Shapes, Mossman, Markus Guentner, Pacult und alle anderen für ihre Hartnäckigkeit, ihren einmaligen Parties, ihren hervorragenden Konzerten, ihrer ausgefallenen Musik, ihren markanten Flyern und vor allem für ihr Engagement und ihre Freundlichkeit. Yeah!

Die nächste SUBLIME-Veranstaltung ist in der Heimat und ein Konzert. Am 24. Oktober spielen dort Kontakte aus London und The Lost Rivers aus Tübingen. Wir sind dabei.
Und übrigens, SUBLIME ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein.

www.sublime-music.de | www.facebook.com/sublimemusic | www.myspace.com/sublimemusicde

Martin Grubinger bei den Regensburger Schlossfestspielen

26. Juli 2011 sgruen Keine Kommentare

Eine rhythmische Reise um die Welt

(Sigrid Grün)

Wer den österreischischen Multipercussionisten Martin Grubinger (noch) nicht kennt, sollte das auf alle Fälle ändern, denn der 28-jährige Ausnahmeschlagzeuger hat den Rhythmus einfach im Blut.
Am vergangenen Sonntag schaffte er es gemeinsam mit seinen nicht weniger begabten Mitstreitern (Martin Grubinger & friends) auf alle Fälle, das Publikum der Schlossfestspiele in rasende Begeisterung zu versetzen. Der Applaus, die Begeisterungsrufe und das Füßetrommeln waren stellenweise beinahe so frenetisch wie die Performance, die man eigentlich gesehen haben muss - in Worten lässt sich der Zauber eigentlich nicht zusammenfassen.

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Martin Grubinger ist viel mehr als ein Musiker, in seiner Konzentration und seiner Körperlichkeit wirkt er eher wie ein Zeremonienmeister, wie ein Zauberer, der in der kraftvollen Klangperformance vollkommen aufgeht. Dabei ist er kein bisschen arrogant oder verschroben. Charmant und voller Begeisterung erzählt er zwischen den Stücken von den Rhythmen, den Komponisten, den Besonderheiten und stellt seine Kollegen vor. Kurz: Der junge Ausnahmemusiker ist einfach durch und durch sympathisch. Gemeinsam mit seinen Kollegen aus der ganzen Welt, spielte er Percussionstücke von allen Kontinenten. Afrikanische, südamerikanische und australische Rhythmen sorgten dafür, dass den Zuhörern in dieser kalten Regensburger Julinacht warm wurde.
Wie ein Klangkaleidoskop schillerten die Stücke in allen nur erdenklichen Farben. Salsaklänge und Afrikanische Rhythmen wechselten sich mit zeitgenössischen Stücken, etwa von Iannis Xenakis (1922-2001), dem “Schutzheiligen der Percussionisten” (Grubinger) ab.
Klavier, E-Gitarre und Bläser unterstützen die Percussionisten Sabine Pyrker, Rainer Furthner, Ismael Barrios, Martin Grubinger und seinen ehemalige Lehrer Leonhard Schmidinger bei mehreren Stücken.
Spätestens bei der Zugabe konnte man sich sicher sein: Grubinger muss ein Zauberer sein! So mühelos kann kein normaler Musiker das vollbringen, was der Percussionist hier zeigte.
Ein unglaublich vielfältiger Abend! Man kann nur hoffen, dass Martin Grubinger noch öfter in Regensburg zu Gast sein wird!
Wer noch nie in den Genuss eines Live-Konzertes von Grubinger & Friends gekommen ist, hat wirklich etwas verpasst!

www.odeon-concerte.de | www.thurnundtaxis.de