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Artikel Tagged ‘Regensburg’

Regensburger Bürgerfest - “Wir sind Regensburg”

17. Juni 2015 sgruen Keine Kommentare

Am kommenden Wochenende wird es laut

Nachdem es 2005 “Wir sind Papst!” hieß und 2014 “Wir sind Weltmeister!” lautet das Motto des diesjährigen Regensburger Bürgerfestes entsprechend: “Wir sind Regensburg”.
Vom 19. bis zum 21. Juni wird es voll und laut in der Innenstadt. Neben Theater, Kunst, Musik und diversen anderen Kultur- und Unterhaltungsangeboten wird es natürlich auch eine Vielzahl von Fressständen geben. Wir hoffen auf ein schönes Fest unter blauem Himmer und vor allem ohne Zwischenfälle.

Das Programm gibt’s diesmal erstmals auch in digitaler Form.

www.buergerfest-regensburg.de

Auf Facebook kann man stets den aktuellen Stand der Dinge mitverfolgen…

www.facebook.com

Buchtipp: Das Buch der Königin (Sabine Weigand)

25. Juni 2014 sgruen Keine Kommentare

Opulentes Werk über das Leben der sizilianischen Königin Konstanze

(Sigrid Grün)

Sizilien im 12. Jahrhundert - das Herrschergeschlecht der Hauteville regiert das Königreich weise, Roger und seine Nachfahren sind bei der Bevölkerung beliebt. Eine Tochter König Rogers, Konstanze, möchte kein Spielball der Herrscherhäuser werden und auf eine Heirat verzichten. Der Papst ist über diese Entscheidung mehr als erfreut, denn auf diese Weise bleibt ihm eine “staufische Zange”, die den Kirchenstaat von Norden und Süden bedrängen könnte, erspart. Stauferkaiser Barbarossa wünscht allerdings ausdrücklich eine Heirat seines Sohnes Heinrich - aus machtpolitischen Gründen natürlich - mit der bedeutend älteren Konstanze von Sizilien, denn Rogers männliche Nachfahren sterben schneller weg, als neue gezeugt werden können. Und so spekulieren die Staufer auf die endgültige Vorherrschaft in Europa. Gegen ihren Willen werden Konstanze und Heinrich VI. vermählt und auf dem Kreuzzug, den Friedrich Barbarossa von Regensburg aus gestartet hat, ertrinkt der Kaiser. Heinrich wird sein Nachfolger und Konstanze die Frau an seiner Seite. Der heiß ersehnte Nachwuchs bleibt jedoch viel zu lange aus. Während der grausame Heinrich seine Machtgier auslebt und dabei über Leichen geht, befindet sich an seinem Hofe ein junger Mann, der über außergewöhnliche künstlerische Fähigkeiten verfügt und dessen Vergangenheit ein Geheimnis bleiben muss. Gottfried der Schreiber und seine Schwester Hemma werden von einem rachsüchtigen Ritter verfolgt, der nur eines im Kopf hat: den Tod des vermeintlichen Mörders seiner Tochter…
Sabine Weigand ist Historikerin, die sich besonders gerne historischen Personen widmet. Königin Konstanze ist eine faszinierende Figur der Weltgeschichte, der bisher noch nicht viel Aufmerksamkeit zukam. Während es zahlreiche Publikationen über Friedrich I. Barbarossa gibt, blieb Konstanze bisher eher eine Figur im Hintergrund, der Weigand nun einen ehrenvollen Platz zugewiesen hat. An der Seite des grausamen Kaisers ist sie die beim Volk beliebte Königin, die nicht gegen jegliche Prinzipien und Versprechen verstößt wie ihr machthungriger Gatte. Sie hält stand, während er immer wieder nur seine eigenen Interessen durchsetzt und auf moralische Erwägungen verzichtet. Der Autorin gelingt es die Handlungsstränge geschickt zu verweben und einen opulenten historischen Roman mit Intrigen und Verschwörungen auf der einen Seite und romantischen Liebesgeschichten auf der anderen Seite zu komponieren, der bis zur letzten Seite spannend ist.

Sabine Weigand (Autorin)
Das Buch der Königin
www.fischerverlage.de
460 Seiten

“Verrücktes Blut” im Akademietheater Regensburg

6. Mai 2014 sgruen Keine Kommentare

Dann eben mit Gewalt…

(Sigrid Grün; Fotos: ADK)

Migration und Bildung sind nicht erst seit Thilo Sarrazins stark populistischen Thesen ein heißes Eisen. In Frankreich erschien zwei Jahre vor Sarrazins umstrittenem Bestseller ein Film von Jean-Paul Lilienfeld mit Isabelle Adjani in der Hauptrolle. Der Titel: “La journée de la jupe” (dtsch. “Heute trage ich Rock”). Ort der Handlung ist eine Brennpunktschule in einem Pariser Banlieu, einem der Vororte, die durch gewalttätige Ausschreitungen im Jahr 2005 zu traurigem Ruhm gelangten. Isabelle Adjani verkörpert in diesem Film eine Lehrerin namens Sonia, die mit ihrer Klasse Moliére durchnehmen will. Doch der unmotivierte und gewaltbereite Haufen hat darauf überhaupt keine Lust. Durch Zufall gelangt Sonia in den Besitz einer Feuerwaffe, die einem Schüler aus der Tasche fällt. Sie bringt ihre Zöglinge damit in ihre Gewalt und fängt endlich mit dem Unterricht an. Im Verlauf dieser Stunde kommen immer tragischere Zusammenhänge ans Licht - während draußen die Polizei versucht eine Stürmung des Klassenzimmers vorzubereiten, finden im Raum dramatische Dialoge und Auseinandersetzungen statt, die offenbaren, in welch aussichtslosen Situationen die Jugendlichen leben. In “Heute trage ich Rock” eskaliert die Lage schließlich - ein Schüler und die Lehrerin verlieren ihr Leben. Die Geschichte ist durchweg tragisch und endet, wie es sich für eine richtige Tragödie auch gehört mit dem Tod. Solche Geschichten rütteln auf, sie machen betroffen, gelacht wird nicht. Irgendwann mag man sich solche Geschichten nicht mehr anhören. Das ist schlimm, aber eben eine häufige Reaktion. “Kenn ich schon!”, denkt sich mancher und zappt weiter, wenn sowas auf Arte oder 3Sat kommt.

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Der Dramaturg Jens Hillje und der Regisseur Nurkan Erpulat haben aus der höchst dramatischen französischen Vorlage eine Geschichte gemacht, der sie einen mehr als passenden Titel verpasst haben: “Verrücktes Blut” - denn verrückt und aberwitzig, das ist die Adaption für die deutsche Bühne auf alle Fälle. Das Spiel mit Klischees, die ironische Verfremdung, die sich durch das ganze Stück zieht und die darin gipfelt, dass die Figuren aus ihren Rollen treten und deutsche Volkslieder über die schöne Heimat singen, machen aus “Verrücktes Blut” ein Stück, das einem den Atem nimmt. Momente absoluter Anspannung werden entweder durch Schüsse, die die Amok-Pädagogin abfeuert oder durch groteske Pointen, die das Publikum eigentlich zwangsweise mit Lachsalven beantworten muss, gelöst. Lachen und Gewalt gehören oft zusammen und in “Verrücktes Blut” wird diese Gewaltkomik in Vollendung aufs Tapet gebracht.

In der deutschen Brennpunktschule steht nicht Moliére auf dem Stundenplan, sondern Schiller - ein Projekt steht an und die überforderte Lehrerin Frau Kehling schafft es nicht einmal, sich bei ihrer disziplinlosen Horde einigermaßen Gehör zu verschaffen. Die Aggro-Affen in Trainingsklamotten tanzen um das Alpha-Männchen Musa, dessen Herrschaft auf Angst und Gewalt beruht. Der Kurde Hasan hält sich ganz abseits, der ist in der Hackordnung ganz unten, noch unter den Mädchen, die sich hier zunächst als genau das gebärden, als was sie von ihren durchweg patriarchalisch sozilisierten männlichen Mitschülern bezeichnet werden: Schlampen.
Wo ist da Platz für den Schiller’schen Idealismus? Wie kann ein spielender Mensch da frei sein, wo man für alles, was dem Wort des Babo widerspricht auf die Fresse kriegt? Wie vermittelt man die Klassik einem respekt- und disziplinlosen Haufen? In der Realität müsste die Antwort natürlich lauten: Gar nicht! Im Stück geht es aber eben doch, weil der Babo das Pech hat, seine Pistole zu verlieren. Und die kriegt dann die Lehrerin in die Finger und die erkennt schnell, dass es eben doch ein einziges Mittel gibt: Dann eben mit Gewalt! Bildung, Frieden und Freiheit werden hier mit vorgehaltener Waffe vermittelt - und “Es funktioniert!”, freut sich Frau Kehlig, die plötzlich Zuhörer hat und endlich ihren Unterricht durchziehen kann. Natürlich ist das keine “How-to-Anleitung”, hier plädieren die Macher freilich nicht für Gewalt als adäquates Mittel der Wissensvermittlung - aber sie deuten durch diesen ironischen Wink auf die gesellschaftliche Situation hin, die nun mal in unserem Lande herrscht.

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Bei Anika Kühls Inszenierung im Regensburger Akademietheater stimmt einfach alles. Zunächst natürlich die Besetzung - Meike Fabian als Lehrerin Frau Kehlig spielt sich durch fast die ganze Palette an Emotionen, die einen Menschen so befallen können. Todesangst und Trauer wechseln sich mit Begeisterung und Verzweiflung ab. Mal hebt sie im pädagogischen Flow ab, um sich dann mit einem bedrohlichen Pistolenschuss wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Was sie leistet ist einfach nur atemberaubend. Und unglaublich ist auch das Ensemble, das sich aus Schauspielstudenten des 1. und 2. Ausbildungsjahres und - man höre und staune! - zwei Externen (einem türkischen Politikstudenten und einem jungen Mann aus Afghanistan) rekrutiert. Hier hat man tatsächlich das Gefühl eine Klasse vor sich zu haben. Es schiebt kein trotziger Mittdreißiger das Becken nach vorne um den Macho-Türken zu mimen. Die Schauspieler sind wirklich jung und authentisch. Das Kopftuchmädchen, verkörpert von Gamze Uguzcan, überzeugt ebenso durch starkes Spiel wie der aggressive Obermacker Musa (Julian Kühndel). Philipp Adam gibt den arroganten Deutschen, der Musa aber auch nichts entgegenzusetzen hat und sich eben unterordnet. Mona Fischer und Barbara Trottmann sind die Tussis, zu denen sie von ihren Mitschülern gemacht werden - und die es schließlich - Schiller und Kehlig sei Dank - schaffen, sich aus dieser Rollenzuschreibung zu befreien. Ferdinand Reitenspies ist trotz seiner alles überragenden Größe der Underdog, der sogar von der Lehrerin auf die Fresse kriegt und als Karl Mohr beweisen muss, was er als Hasan eigentlich nicht kann: Dass er Eier in der Hose hat. Die beiden Externen überzeugen durch Präsenz und Authentizität.
Das starke Schauspiel wird auch noch durch Gesangs- und Tanzeinlagen (deutsche Volkslieder und orientalische Tänze) ergänzt. Die musikalische Leitung hatte Esther Baar, die auch die Liedeinlagen am Klavier begleitete. Reinhold Bauer sorgte mit seinen Percussioninstrumenten für zusätzliche Spannung. Für die Choreographie zeichnete Wolfgang Maas verantwortlich. Abendspielleitung hatte die Regieassistentin Marie-Claire Nickl.
Die Premiere war ein großer Erfolg, den sich auch der frischgebackene Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs nicht entgehen ließ. Man kann dem Team um Anika Kühn zu dieser Inszenierung nur gratulieren!

Weitere Vorstellungen gibt es noch am Donnerstag, 15., Freitag, 16. und Samstag, den 17. Mai jeweils um 19.30 Uhr im Akademietheater im Schenkerturm.

www.adk-regensburg.de

“Bunt und Kühl” - Das größte Musik-Poetry-Slam-Projekt aller Zeiten in Regensburg

14. Dezember 2013 sgruen Keine Kommentare

Jazz küsst Slam-Poetry

(Sigrid Grün)

“Bunt und Kühl” heißt das jüngste und außergewöhnliche Musikprojekt des Uni Jazz Orchesters Regensburg. Die CD (samt beiliegender DVD) wird kommende Woche im Theater an der Universität Regensburg vorgestellt. Vom 16. (Montag) bis zum 19. (Donnerstag) Dezember wartet auf das Regensburger Publikum jeweils ab 20.00 Uhr die aufregende Mischung aus Jazz & Text. Mehr als 40 Menschen aus verschiedenen Ländern sind an der Produktion beteiligt, die nach 18 Monaten Arbeit nun der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Neben der CD entstanden auch ein Buch, eine Film-Dokumentation und die Konzeption der Live-Shows.
Karten sind für 14 Euro, ermäßigt für 5 Euro, bei Bücher Pustet an der Universität Regensburg sowie an der Abendkasse erhältlich.
Wir sind gespannt auf die aufregende Mischung und werden über “Bunt und Kühl” berichten…

Foto: Alexander Urban

Foto: Alexander Urban

www.uni-regensburg.de

Junger Tanz - Publikumslieblinge in der Alten Mälzerei

18. November 2013 sgruen Keine Kommentare

Junge Tänzer aus Salzburg, München und Regensburg begeistern das Publikum

(Sigrid Grün)

14 Tänzerinnen und Tänzer aus verschiedenen Ausbildungszentren zeigten am Sonntag Abend sechs verschiedene Stücke, die so facettenreich wie anspruchsvoll waren.
Zunächst tanzten zwei Tänzerinnen und vier Tänzer der SEAD (Salzburg Experimental Academy of Dance) einen Ausschnitt aus “sens interdit”. Nach Musik von Verdi, Mozart, Bach u.a. wurden verschiedene Charaktere etabliert - mal rasant, mal besonnen - bis zum furiosen Schluss, der allein schon pantomimisch und schauspielerisch eine Glanzleistung war.

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Im Anschluss zeigten Tanya Rydell Montan und Rikke Holm Christiansen “Together”, ein “Stück über das Erwachsenwerden”. Die beiden Tänzerinnen, die die Choreographie selbst entwickelten erzählen in Wort (in englischer Sprache) und Tanz von der gemeinsamen Kindheit und dem Erwachsensein. Es ist die Auseinandersetzung zweier Freundinnen, die nebeneinander aufgewachsen sind, die gleiche Luft atmeten, alles gemeinsam taten - und dann plötzlich feststellen mussten, dass es auch “Spaces in between” gibt. Komisch und anrührend zeigten die beiden Tänzerinnen, wie sich eine Beziehung immer wieder verändert.

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Nach der Pause tanzten Cheri Isen, Marie Preußler und Micaela Kühn von der Iwanson Schule (München) “Agreement”, das zwischen der Homogenität der Gruppe und dem Ausbrechen des Individuums handelte. Höchst dramatisch setzten die drei Künstlerinnen das Thema in Szene.
Die letzten drei Tänzerinnen kamen alle aus Regensburg. Amalie Darie (tahk tanzakademie helene krippner) zeigte eine beeindruckende, “galaktische” Show unter dem Titel “verBUNDen”. Elisabeth Ramoser (ebenfalls tahk) tanzte eine feinfühlige und aufwühlende Nebel-Performance und Claudia Osthoff (Tanz-Akademie Bonivento-Dazzi) zeigte ausdrucksstark “Sacrificium” (nach der Musik von Georg Friedrich Händel).

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Nach diesem vielseitigen und unterhaltsamen Tanzabend kann man nur zuversichtlich in die Zukunft des zeitgenössischen Tanzes blicken!

“Verbrennungen” von Wajdi Mouawad vom 8. bis zum 10. Mai im Akademietheater

3. Mai 2013 sgruen Keine Kommentare

Veranstaltungstipp und Verlosung

Mit “eindrucksvoller Sprachgewalt” (Die Welt) erzählt der im Libanon geborene Autor von der Reise der Geschwister Jeanne und Simon in die Vergangenheit ihrer verstorbenen Mutter Nawal, die aus dem Krieg im nahen Osten in den Westen geflohen war. Ihr letzter Wille überträgt den Zwillingen die Aufgabe, zwei Briefe zu übermitteln: einen an ihren tot geglaubten Vater, den anderen an einen unbekannten Bruder. Widerwillig nehmen die beiden die Reise in die Heimat ihrer Mutter auf sich. Die Suche nach den eigenen Wurzeln führt sie in die kollektive Tragödie des Krieges zurück.

“Ein tief bewegendes Familienportrait über das Schweigen zwischen den Generationen” (Theater der Zeit)

Es spielen die diesjährigen Absolventen der Fachakademie:

Hannah Baus, Veronika Conrady, Anna Günther, Ella Schulz, Johannes Aichinger, Janos Kapitany, Benjamin Oeser.

Kultur Ostbayern verlost 5 x 2 Karten für jede der Veranstaltungen. Schickt Euren Wunschtermin (Mittwoch, Donnerstag oder Freitag) unter dem Stichwort “Verbrennungen” an sigrid.gruen@kultur-ostbayern.de

Das Los entscheidet. Viel Erfolg!

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Weitere Infos und Karten gibt es hier:

www.adk-regensburg.de

Buch-Tipp: Rund um Regensburg - Rother Wanderführer

12. April 2013 sgruen Keine Kommentare

Der beste Wanderführer für die Region

(Sigrid Grün)

“Rund um Regensburg” ist der vierte Wanderführer der Autorin Eva Krötz. Die passionierte Wandererin und Radfahrerin wurde zufällig Autorin. Als sie auf der Suche nach einem guten Wanderführer für den Oberpfälzer Wald war, wandte sie sich an den Rother Verlag, der für seine guten Wanderführer bekannt ist. Da das Gebiet damals noch eine weiße Fläche auf der Rother-Deutschlandkarte war, fragte der Verlag gleich nach, ob Eva Krötz nicht selbst einen Wanderführer für die Region verfassen wolle. Nachdem sie eine Beispieltour (”Steinerne Wand”) entworfen und dem Rother Verlag zugeschickt hatte, war schnell klar, dass sie den Wanderführer machen würde. Die Überarbeitung des Wanderführers “Bayerischer Wald” und der neue Band zum “Goldsteig” folgten. Nun widmet die Regensburger Autorin sich der Region rund um ihre derzeitige Heimatstadt. Auf 52 Touren führt sie uns durch die Domstadt (Tour 1) und durch das abwechslungsreiche Umland.
Dabei gelingt es ihr, die Vielfalt dieser Region pefekt einzufangen. Von den anmutigen Landschaften im Altmühl- und Labertal, über stadtnahe Wanderungen, Donaurandbruch und Gäuboden bis hin zu den urigen Landschaften des Bayerwaldes und dem Hollertauer Hopfenland ist alles dabei. Eva Krötz, die seit ihrer Kindheit wandert und ihre Leidenschaft zum Beruf machen konnte, hat für jeden Geschmack die passende Wanderung parat. Ob mit Kindern (diese Strecken sind besonders abwechslungsreich, so dass keine Langeweile aufkommt - etwa die Kolmberger Steinewanderung, bei der man zahlreichen Fantasiegestalten aus Stein begegnet - Tour 14), anspruchsvoll (z.B. mit abschüssigen Wegen), kurz (1,5 Stunden) oder lang (knapp 7 Stunden) - 52 Touren mit zahlreichen abwechslungsreichen Varianten abseits der offiziell markierten Wanderwege bieten jedem die Möglichkeit, die Region wandernd zu erkunden.
Jede Wanderung ist ausführlich beschrieben - insbesondere die Varianten abseits der markierten Pfade versprechen dabei besondere Erlebnisse. Die Ausgangspunkte sind häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Höhenunterschiede, Anforderungen, Einkehrmöglichkeiten und zusätzliche Tipps (etwa zu besonderen Sehenswürdigkeiten an der Strecke) ergänzen die Tourbeschreibung. Zahlreiche Farbfotos, Kartenausschnitte und Höhenprofile vermitteln sehr gut, was auf einen zukommt. Besonders sympathisch sind die Fotos, von denen so manches dem Betrachter ein Lächeln auf die Lippen zaubert, etwa, wenn die Autorin vergeblich versucht, den “Wackelstein” hoch über dem Regental (Tour 20) zu bewegen - das Geheimnis ist, dass man sich einfach auf den Stein stellen muss!
Die GPS-Tracks für alle Wanderungen kann man sich beim Verlag kostenlos (mit Passwort) herunterladen.

Mittlerweile arbeitet Eva Krötz schon an neuen Projekten. Derzeit bereitet sie ein Wanderbuch für den Bayerischen Wald vor, das im Rother Verlag in der Reihe “Wandern & Einkehren” erscheinen wird. Deshalb hofft sie auf viele Sonnentage im Mai, denn dann wird sie die Wanderungen entwerfen und die Fotos machen. Die Lieblingstour der Autorin ist übrigens die Kaitersberg-Arber-Hochtour, die härteste Tour hat sie im Rahmen der Goldsteig-Wanderung absolviert. 30 Kilometer an einem Tag und dazu noch das frühe Aufstehen sind wahrlich kein Spaziergang! Auf ihren Touren erlebt sie aber auch häufig Lustiges, vor allem dann, wenn ihr Wanderer mit einem ihrer Führer begegnen. Manchmal spricht sie diese Leute an, erwähnt aber nie, dass sie die Autorin des kompakten roten Büchleins ist, das ihr Gegenüber in Händen hält.
Ein Jahr lang hat Eva Krötz für den neuen Wanderführer recherchiert. Jedes Wochenende waren sie und ihr Mann gemeinsam unterwegs. Das Wetter spielt für sie keine große Rolle. Viele Strecken sind bei jeder Witterung reizvoll. Für den dieses Jahr spät anbrechenden Frühling empfiehlt die Autorin die lieblichen Landschaften des Bayerischen Jura - etwa über den Alpinen Steig zur Ruine Loch (Tour 35). An den Kalkmagerrasenhängen blühen zur Zeit die Küchenschellen. Auch die Kuppenalb (Wanderung zur Wallfahrtskirche am Habsberg - Tour 39) sei derzeit besonders zu empfehlen. Am Wochenende soll es perfektes Wanderwetter geben - Eva Krötz’ neuer Wanderführer ist der perfekte Begleiter für einen Ausflug in die Region!

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Eva Krötz (Autorin)
Rother Wanderführer. Rund um Regensburg. Bayerischer Jura - Vorderer Bayerischer Wald.
www.rother.de
223 Seiten; 187 Fotos

Buch-Tipp: 111 Orte in Regensburg und Umgebung, die man gesehen haben muss

7. April 2013 sgruen Keine Kommentare

Mehr als Dom und “Steinerne” - das etwas andere Regensburg

(Sigrid Grün)

Von Abensberg bis Wiesent, vom Stadtosten über die Regensburger Innenstadt nach Stadtamhof - auf eine spannende Reise durch Regensburg und Umland nimmt uns Reiner Vogel in diesem Buch mit. Die Domstadt ist viel mehr als nur “Welterbe” oder mittelalterliches Zentrum, sie ist eine lebendige Stadt mit abwechslungsreichen Stationen, die nicht nur Touristenherzen höher schlagen lassen. Selbst als ortskundiger Regensburgerer findet man tatsächlich noch außergewöhnliche, bisher noch unbekannte Orte, über die man nicht allzu viel weiß. Warum? Weil hier eben nicht nur die historischen Leckerbissen präsentiert werden, die man in allen Kunst- und Reiseführern findet, sondern auch Orte wie z.B. das Gasthaus Schrödl in Reinhausen (die Wiege der bayerischen Sozialdemokraten), die Ganghofersiedlung (hundertmal dran vorbeigefahren, aber was hat es eigentlich mit der Siedlung auf sich?), das Geburtshaus der Karolina Gerhardinger oder der MultiMarkt in der Alfons-Auer-Straße. Der russische MultiMarkt ist übrigens die Neuentdeckung gewesen, die mich am meisten beeindruckt hat! Es ist wirklich wie ein Kurztrip nach Russland - auf alle Fälle ist der große Laden einen Ausflug wert. Auch die Steinfiguren an der Frankenstraße (gegenüber Dultplatz), die schon F.X. Gernstl in seiner Regensburg-Folge beschäftigt haben, sind einer der 111 besonderen Orte, die der Autor hier vorstellt. Natürlich findet man hier auch einiges, was man als Regensburger schon kennt - schlimm wenn’s nicht so wäre! Das Buch ist ja nicht nur für Regensburger, aber eben auch für sie, gemacht und in meinen Augen sehr gelungen.
Jedem Ort ist eine Doppelseite gewidmet. Eine ganzseitige Fotografie zeigt den Ort, ein ganzseitiger Text erzählt etwas über die Geschichte oder die Besonderheiten. In Infokästen (auf der Bildseite) findet man die Adresse, Öffnungszeiten (so vorhanden) sowie Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, bzw. mit dem Auto.
Es sind (wie der Titel schon sagt) nicht nur Orte in Regensburg, obwohl man sicher auch 111 besondere Orte in der Stadt hätte beschreiben können, sondern auch im Umland.
Enthalten sind u.a. der Kunstweg in Abensberg, die Musikakademie in Alteglofsheim, der Flugplatz Wallmühle in Atting, die Baierweinhänge mit Museum in Bach an der Donau (wärmstens zu empfehlen!), der Heinrichsturm und der Kurpark in Bad Abbach, der Skulpturenweg in Beratzhausen, Brennberg, 2x Burglengenfeld, der Fürstliche Thiergarten Donaustauf, das Schulerloch in Essing, der Lokschuppen in Falkenstein, der Tangrintel und das Waldbad (Hemau), die Künstlerkolonie in Kallmünz, der alte Kanalhafen, der Schleifer- und Stadtknechtturm, das Orgelmuseum und das wunderschöne Klösterl in Kelheim, das Wehrkircherl in Penk (Nittendorf), die Mattinger Fähre und vieles, vieles mehr - natürlich überwiegend in Regensburg selbst. Historische und zeitgenössische Bauten werden gleichermaßen berücksichtigt. Gut so! Das Buch ist ausgesprochen gelungen. Es zeigt wieder einmal auf, was für eine wunderschöne Stadt - mit spannendem Umland - Regensburg ist. Das Buch sei dem Leser dieser Rezension nur wärmstens ans Herz gelegt.

Reiner Vogel (Autor); Maximilian Raab (Fotograf)
111 Orte in Regensburg, die man gesehen haben muss.
www.emons-verlag.de
240 Seiten mit zahlreichen Farbfotos

Hochgenuss für Film- und Musikliebhaber mit Lotte Reiniger

18. März 2013 lweser Keine Kommentare

Lotte Reiniger, die Kurzfilmwoche zu Gast in der Hochschule für katholische Kirchenmusik, Regensburg

kufi2013_lotte-reiniger1Mit großer Spannung wurde bei der diesjährigen Regensburger Kurzfilmwoche auf eine neue Zusammenarbeit der besonderen Art geblickt: die des Festivals mit der Hochschule für katholische Kirchenmusik und gleichzeitig mit der Regensburger Stummfilmwoche. Das mag nur auf den ersten Blick eine absolute Neuheit sein, denn mit den “Plattenfilmen” gibt es ja bereits eine Tradition der Live-Vertonung von Kurzfilmen bei der Kurzfilmwoche. Zugegeben, das ist nur halb-live, kommt doch die Musik, die aufgelegt wird, aus der “Konserve”.

Die Studenten der Hochschule für Kirchenmusik vertonten einige der liebevoll gestalteten Silhouettenfilme von Lotte Reiniger aus den Jahren 1921 bis 1954, die sich neben der Detailgenauigkeit auch durch viel Witz auszeichnen. Dabei offenbarte sich eine musikalische Bandbreite, die von Kirchenmusikstudenten nicht unbedingt erwartet wurde. Da gab es zarte Einzelbegleitung mit Orgel (Max Pöllner) zu Carmen oder Cello (Stefan Shen) zu Galathea, eine Adaption der Pygmalionsage. Ein klassisches Ensemblespiel mit zwei Violinen, Kontrabass, Klavier, Klarinette und Cello kam bei einer Adaption des Rattenfängers von Hameln zum Einsatz. In der Auftragsarbeit, die Reinigner zum Tag der Hausmusik produzierte, werden statt Kinder Musikinstrumente entführt. Zum Kleinen Schornsteinfeger waren jazziger Clubsound und bekannte Filmmusikmotive von James Bond bis zum Rosaroten Panther zu hören. Henriette Olbertz, Katrin Schmidmayr und Armin Weinfurter sind ein eingespieltes Trio mit Astor-Piazzolla-Vorliebe, die mit Cello, Klavier und Geige, Reinigers Dornröschen in Tangoflair versetzten. Der fliegende Koffer von 1921, nach einem Märchen von Hans Christian Andersen, das im fernen China spielt, wurde von Franzi Kießl und Kristin Schorr mit Geige und einer Vielzahl Percussioninstrumenten zauberhaft akzentuiert. Georg Zeller (Klavier, Akkordeon und Kazoo) und Stefan Shen (Cello, Geige) unterstrichen den Witz von Reinigers expressionistischem Aschenputtel aus dem Jahr 1922 sogar mit Gesang und mit Hilfe eines Luftballons.
Dass die Kirchenmusikstudenten dabei nicht hinter den routinierten Vertonungen der Stummfilmwoche zurückstehen müssen, bestätigten neben einigen Gästen auch Nicole Litzl, die Leiterin der Regensburger Stummfilmwoche, die mit viel Hindergrundwissen zum Stummfilm im Allgemeinen und dem Silhouettenfilm im Besonderen, sowie mit einigen Anekdoten aus Lotte Reinigers Leben, durch den Abend führte.
Die Zuschauer der knapp dreistündigen Veranstaltung hätten gut eine kleine Pause vertragen können. Insgesamt war der Abend ein Hochgenuss für Film- und Musikliebhaber.
Mit einigen kleinen Verbesserungen (z.B. einer etwas größeren Projektion, einem geheizten Konzertsaal und einer professionelleren Vorstellung der Musiker) wäre es wünschenswert, wenn diese Art der Zusammenarbeit weitergeführt und ausgebaut würde.

Alle, die Lust auf mehr Lotte Reiniger bekommen haben, können bei der 31. Regensburger Stummfilmwoche im August 2013, ihren Langfilm, und den ersten Lang-Trickfilm der Filmgeschichte überhaupt (1923-1926), Die Abenteuer des Prinzen Achmed sehen. Vertont wird er von den Gebrüdern Teichmann und Leo Hurt.
Bei der Kurzfilmwoche, die noch bis zum 20 März geht, kann man morgen, am Dienstag 21.00 Uhr im Ostentor-Kino die Plattenfilme sehen und hören. Es soll noch Karten geben.
www.kurzfilmwoche.de | www.filmgalerie.de | www.hfkm-regensburg.de
Mit Dank an www.photographie-fischer.de

Roger Cicero bei den Thurn und Taxis Schlossfestspielen

21. Juli 2012 sgruen Keine Kommentare

“In diesem Moment” tanzten die Menschen im Regen

(Sigrid Grün)

Eigentlich will kein Mensch, dass es bei einem Open Air-Konzert regnet. Eigentlich sollte es eine laue Sommernacht sein. Aber in ganz seltenen Fällen ist ein Konzert bei Regen ein besonderes Erlebnis - dann nämlich, wenn der Musiker es schafft, das Publikum im Regen tanzen zu lassen und eine Stimmung schafft, die das Wetter nebensächlich erscheinen lässt. Genau das hat Roger Cicero am Freitagabend bei den Regensburger Schlossfestspielen geschafft.

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Die Tribüne war voll und der Ausnahmesänger und seine großartige Big Band verzauberten das Regensburger Publikum. Nach diesem unterhaltsamen Konzert muss festgestellt werden: Roger Cicero ist nicht nur ein besonders guter Sänger, sondern ein großartiger Entertainer, der mit viel Charme und Witz durch den Abend führte. Dabei sang er nicht nur die Songs von seinem aktuellen Album “In diesem Moment” - mit dem gefühlvollen und eingängigen Titelsong - sondern auch mal ein Lied von den Sportfreunden Stiller oder von Sting. Er erzählte von seinem musikalischen Werdegang, seiner ersten Gage, die er in Kinderschokolade und Yps-Hefte investierte und den Einflüssen, die ihn zu dem machten, der er heute ist. Trotz Regens schlenderte er singend durchs Publikum, wies den ihm von einem Mitarbeiter der Schlossfestspiele angebotenen Regenschirm mit einem charmanten “Du, ich brauch den nicht!” ab und ließ das Regensburger Publikum singen und tanzen. Der Regen, der mal grämlich-nieselig, mal strömend war, spielte bei der außergewöhnlichen musikalischen Leistung des Sängers und seiner Big Band nur eine Nebenrolle.
Die Big Band verdient auf alle Fälle eine gesonderte Erwähnung, denn sie überzeugte durch einen perfekten Sound - mal swingig, mal getragen. An diesem Abend bewiesen die Musiker und Roger Cicero, wie facettenreich ihr Repertoire ist. Man kann die Veranstalter zu ihrer Auswahl der Künstler nur beglückwünschen! Immerhin hatte sich Roger Cicero schon einmal bei den Schlossfestspielen als Gast bewährt. Auch damals hatte es übrigens in Strömen geregnet. Aber ein richtig guter Entertainer kann das einfach vergessen machen.

www.odeon-concerte.de