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Artikel Tagged ‘Regensburger Kurzfilmwoche’

Kurzfilmzeit

17. März 2011 lweser Keine Kommentare

kurzfilmwochen_logo116.-24. März 2011, 17. Regensburger Kurzfilmwoche
unsere Tipps:

Freitag, 18. März, 21.00 Uhr, Gloria, Die Zündfunkparty muss man ja eigentlich nicht ankündigen, wir erinnern trotzdem dran. Wie früher: vorher mit Musikfilmen zum aufwärmen. Die DJ wie immer Achim 60 Bogdahn und Roderich Fabian.

Samstag, 19. März, könnte der längste Kurzfilmtag werden.
16.00 Uhr, Filmgalerie Leerer Beutel, Kinderprogramm Franz Winzensten
17.00 Uhr, Kino Wintergarten, Andreasstadel, Regenburg, Regionalfenster I; im Anschluss:
19.00 Uhr Regionalfenster II
22.00 Uhr Bayernfenster.
Wer nicht zu viel Regionales bzw. Bayrisches sehen will, sollte nach dem Regionalfenster I
20.00 Uhr in die Filmgalerie umziehen zur Werkschau Cinema mi Vida von Franz Winzentsen .
Die ganz Harten können sich anschließend
23.00 Uhr im Ostentorkino noch bei Gruselrolle der KurzFilmAgentur Hamburg Das Grauen kommt um Mitternacht gruseln.

Dienstag, 22. März, 19.00 Uhr, Ostentorkino, Die Plattenfilme muss man auch nicht ankündigen. Aber dieses Jahr gibt es noch Karten. Da hat wohl das schlechte Filmprogramm letzes Jahr seine Wirkung gezeigt oder liegt es dran, dass heuer die Teichmänner nicht auflegen? Dafür aber: Spruce (wieder), Looneytunes (wie schon einige Jahre), Tom Tiger und Markus Guentner (wie immer) und Ralf Summer (neu).

täglich: jeden Abend nach den Filmen in die Kinokneipe. Dort legen wie eh und je jeden Tag andere DJs auf. Man hört munkeln diesmal wieder rauchfrei. –> ist natürlich blos n´Witz!
www.kurzfilmwoche.de

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Samstag, 19. März 2011, Uhr, Theater am Bismarckplatz, Regensburg, Premiere: Ballett mit Orchester: Romeo und Julia, (Musik: Sergej Prokofjew)
Weitere Vorstellungen:
23./31. März, 3./8./10.(15 Uhr)/ 17./25./29. April, 24./28. Mai,11./23. Juni,16. Juli 2011
www.theaterregensburg.de

20.03-26.06. 2011, Städtische Galerie Leerer Beutel, Regensburg, “MM-Mythos Marilyn”, Vernissage ist dann vermutlich am 19.03. Die Städtische Galerie hält sich da gern bedeckt.

Dienstag, 22. März 2011, 19.30 Uhr, Velodrom, Regensburg, Gastspiel in englischer Sprache: Tour de Force Theatre Company Präsents: Bernhard Shaw: Pygmalion,
www.adg-europe.de

23.-27. März, 12. Landshuter Kurzfilmfestival
Das zweitgrößte ostbayerische Kurzfilmfestival soll natürlich auch nicht vergessen werden. In diesem Jahr erstmalig mit einem Preis für mittellange Filme (bis 60 min) und einem Horrorfilmpreis.
www.landshuterkurzfilmfestival.de

Donnerstag, 24. März 2011, 20.00 Uhr, Akademiesalon, Regensburg, Pecha Kuscha Vol.3, Eintritt: 2 €

Donnerstag, 24. März 2011, 20.30 Uhr, Buchhandlung Dombrowsky, Lesung: Lena Gorelik liest aus ihrem dritten Roman „Lieber Mischa“. Lena Gorelik wurde 1981 in St. Petersburg geboren. 1992 reist ihre jüdische Familie mit ihr nach Deutschland aus. Lena Gorelik leb in München. Eintritt: 6/8 €

Kurzfilmer kurz vor der Kurzfilmwoche

14. März 2011 lweser Keine Kommentare

Klaus Scheier - ein regensburger Super-8-Experimental-Filmer

schreierklaus_triptichon

Zur Einstimmung auf die diesjährige Regensburger Kurzfilmwoche, wollen wir den hiesigen Super8-Experimental-Filmer Klaus Schreier vorstellen. Einst war er regelmäßig im Regionalfenster (2004 auch im Bayernfenster) mit seinen Filmen vertreten. Seit einigen Jahren ist es still geworden um ihn. Dabei hat sich seine Leidenschaft zu dem fast verschwundenen Medium keinesfalls verringert. Er hat durchaus einige Projekte in der Schublade. Als Abonnent der Zeitschrift „Schmalfilm“ und Teilnehmer eines Schmalfilm-Internet-Forums ist er auch mit der Super 8-Comunity weltweit verbunden. Seit 2009 sind seine Filme auf youtube zu sehen. Das ist das einzige Zugeständnis, dass der ansonsten strenge Verfechter der analogen Film-Arbeit gemacht hat.
Doch beginnen wir von vorn. Klaus Schreier wurde 1968 geboren. Von seinem ersten Praktikumsgeld, das er während seines Architekturstudiums verdiente, kaufte er sich 1989 die erste (gebrauchte) Super 8-Kamera. Danach entstand sein erster Film Meine 10jährige Angst. Nach zehn Jahren hat er den Film noch einmal neu geschnitten. Im Herbst 1999 begann er wieder zu filmen. Klaus Schreier lies sich vor allem von Stummfilmen oder Horrorfilmen der 30er bis 60er Jahre beeinflussen. Er steht zu Trash oder zu B-Movies. Aber er mag auch Filme von Truffaut und Godard. Ungefähr 25 publikumsfähige Filme hat er bisher geschaffen. Dabei ist jeder Schritt analog: filmen, entwickeln, schneiden, kleben, vertonen und vorführen. Bei der Kurzfilmwoche musste er meist seine eigenen Projektoren mitbringen, da später kaum noch funktionierende Super 8-Tonfilmprojektoren zur Verfügung standen. Denn das ist ja das eigentlich Bemerkenswerte: Klaus Schreier hat erst richtig begonnen mit Super 8 zu arbeiten als diese Technik bereits im Sterben lag. Auch Daggi Brunderts Filme liefen schon auf seinen Projektoren. Bei Ihrer Werkschau während der letzten Regensburger Kurzfilmwoche zeigte sie ihre Filme, der gleichen Erfahrung und der fehlenden Projektoren wegen, jedoch von DVD.
Auch mit abgelaufenem oder beschädigtem Material experimentiert Klaus Schreier gern. Mein Favorit ist der Found Footage-Film Am Sichelwerk. Dabei handelt es sich um einen mindestens 50 Jahre alten Film, der schon deutliche Materialzerstörungen aufweist. Doch gerade diese Zerstörung hat ihren eigenen Reiz und eröffnet eine weitere Bedeutungsebene: die Vergänglichkeit des Lebens oder der Liebe oder eben des Super 8 Films.
Die Entscheidung seine Filme irgendwann doch zu digitalisieren und online zu stellen traf er, um zu verhindern, dass sie für immer im Keller verschwinden. Dass Wie ein wilder Brem, so der Titel seines oberpfälzer “Gänse-Doku-Splatters”, dadurch bereits über 3500 Male angesehen wurde, freut ihn natürlich.
2002 gab es im Kunstverein Graz eine Werkschau von Klaus Schreier. Das ist immerhin schon fast zehn Jahre her. Da könnte doch langsam mal eine überarbeiten Neuauflage an der Reihe sein.

offizielle Projektionen:

2000 Meine 10jährige Angst - Regionalfenster Regensburger Kurzfilmwoche
2001 Usher - Regionalfenster Regensburger Kurzfilmwoche
2002 eMotion1 - Regionalfenster Regensburger Kurzfilmwoche
2002 Atack of the mutant plastic Bags“ - Regionalfenster Regensburger Kurzfilmwoche
2002 Werkschau - Kunstverein GRAZ
2004 Wie ein wilder Brem - Bayernfenster Regensburger Kurzfilmwoche
2005 Atack of the mutant plastic Bags - Global Super 8 Day, Basel (CH)
2007 u.A. eMotion, Am Sichelwerk Loop-Installationen beim Offenen Atelier

Alle Filme von Klaus Schreier sind auf youtube zu sehen: www.youtube.com/user/FilmfreundeMetaluna

Alle möglichen Informationen zum Schmalfilm sind hier zu finden: www.filmvorfuehrer.de/forum/13-schmalfilm/

Dagie egot sich

25. März 2010 lweser Keine Kommentare

Cinema mi Vida: Dagie Brundert, 16. Regensburger KFW, Wintergarten Kino im Andreasstadel, 20. März 2010

 

Dagie verteilt Super8-Kekse, Paul hilft.

Dagie verteilt Super8-Kekse, Paul hilft.

Die Berliner Filmemacherin Dagie Brundert bereichert seit 1988 die Kurzfilmlandschaft mit ihren wunderbaren Super8-Film-Perlen. Sie studierte in Krefeld und Berlin visuelle Kommunikation und experimentelle Filmgestaltung. Auch bei der Regensburger Kurzfilmwoche liefen ihre Filme regelmäßig im Deutschen Wettbewerb. Am Samstag stellte Daggie Brundert innerhalb ihrer Werkschau bei der Kurzfilmwoche eine Auswahl ihres bisher 24-jährigen Filmschaffens vor. Extra für diesen Tag  hatte sie sich ein Dirndl ersteigert. Aber nicht nur das: für das Wohl der Zuschauer verteilte sie selbst gebackene Bio-Super8-Lebkuchen. Daggie ist wie ihre Filme, das merkt man sofort.
Ihr Super8-Filme sind kleine, frische, verspielte und intelligente Geschichten. Sie sind Lieder, Gedichte, Musikvideos, sind abgeschlossene Mikrokosmen oder auch ganze philosophische Theorien, die die Welt erklären. Seltenen sind diese dichten und poetischen Geschichten länger als fünf Minuten (meist liegen sie eher im ein bis drei Minuten-Bereich). Dagie unterteilte die Filme in fünf Blöcke und stelle jeden Film kurz vor - natürlich mit viel Charme und Witz.
Bereits ihr erster Film (aus dem Block “Frühe und selten Sachen“) 23 Barbiepuppen kippen um besitzt die unverkennbare Dagie Brundert-Handschrift. In den drei Filmminuten geschieht nichts, als das, was der Titel vorwegnimmt. Dazu eine einfache, unbeschwerte Kinder-Melodie, gesummt von Daggie selbst. Der Film besitzt bereits alle Merkmale des typischen Dagie Brundert-Filmes: Skurilität, Verspieltheit, Rhythmus und natürlich das Filmmaterial Super8! Früh hat Dagie also ihre filmische Identität gefunden.
Die Filme des zweiten Blocks, “Zeitdehnung im Multiversum“, beschreibt phantastische Phänomene oder Geheimnisse und Gesetzmäßigkeiten des Lebens. Natürlich werden einige Geheimnisse dabei bewahrt. Zeitpunsch oder Simmie Heg und Noitam Rofni geht verschobenem oder durchbrochenem Raum-Zeit-Kontinuum auf den Grund. Die Filme leben von der Bild-Text-Symbiose. Zwei Gummibärwürmer bewegen sich in Simmie Heg und Noitam Rofni über ein Schnittmuster. Dazu hört man Dagie Brundert erklären: “Geheimnis und Information gelangen von A nach B und C usw.” Der Film erklärt weiter, wie Geheimnis und Information mittels Wurmlöchern Raum und Zeit überwinden können.
Der Block “Unterwegs sein und seltsame Dinge tun…” beinhaltet unter Anderem auch den Gewinnerfilm des Max-Bresele-Gedächtnis-Preises des Jahres 2003 Kleiner Havelländischer Hauptkanal. Ein Film zu dem Dagie durch die inhaltliche Spannung im Namen besagten Flusses inspiriert wurde.
Bei den amerikanischen Filmen aus “On the Road in Amerika” war Dagie wohl ein bisschen von der kalifornischen Sonne geblendet. Den Filmen, ausgenommen The Palm Tree Song Line, fehlt der typische Daggie-Witz, nicht aber der Rhythmus. The Palm Tree Song Line vereint beides. Die kalifornischen Palmen sehen wie Noten aus und Dagie lässt sie singen.
Das letzte Film-Kapitel “Ich ego mich” beinhalten sämtlich “egozentrierte” Filme. Dagie Brundert spielt darin die Hauptrolle. Intime Lebensbekenntnisse (Ich & mein Süßer, Foxy Lady in Winterland und Schnee gestern Schnee heute) und Kindheitserinnerungen (Milchwolken Liebe) sind darin zu finden. Aus einigen Filmen lässt sich eine gewisse Anfälligkeit für Wintermelancholie ableiten. Aber der Winter ist ja schon seit jeher für Rückblicke und Reflexionen geeignet.
Gern möchte man nach diesem Programm allen Filmhochschülern und -absolventen, mit ihren glatten Filmen, Dagie Brunderts Werke ans Herz legen, die beweisen, dass weder teure Produktionen, noch technische Hochausstattung oder bekannten Schauspieler nötig sind, um gute und spannende Filme zu machen.

 

Alle Filme von Dagie Brundert sind auf ihrer Homepage zu sehen: www.dagiebrundert.de

Kritik auf hohem Niveau

20. März 2010 ffranc Keine Kommentare

Regionalfenster, 16. Regensburger KFW, Wintergarten Kino im Andreasstadel, 18. März 2010

Das Alleinstellungsmerkmal Regionalfenster
Der Regionalwettbewerb der Regensburger Kurzfilmwoche fördert direkt das kreative und künstlerische Schaffen regionaler Filmemacher, indem es ihnen die Plattform zur Präsentation ihrer filmischen Werke bietet. Viele Regionalfilmer produzieren ihre Beiträge einzig für die Kurzfilmwoche. Zwar gibt es eine Vielzahl von Jugend-Filmfestivals, auf denen Amateurfilmer die Möglichkeit haben ihre Filme einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren. Doch jenseits einer bestimmten Altersgrenze bietet nur die Regensburger Kurzfilmwoche Hobby-Regisseuren die Möglichkeit, ihre Filme auf einem professionellen Festival einem öffentlichen Publikum in einem richtigen Kino zu zeigen.

In diesem Jahr gab es für das Regionalfenster weniger Einreichungen als sonst (38, statt bisher um die 50). Doch es war nicht von vorn herein klar, dass es deshalb nur ein Programm geben würde. Wenn von 38 Einreichungen 20 wirklich zeigenswerte dabei gewesen wären, hätte es auch in diesem Jahr wieder zwei Programme gegeben, verrieten uns Sichter und Organisatoren. Nur ein Regionalfenster also in diesem Jahr. Das kann nur ein Qualitätsgewinn sein, mag man meinen, schließlich fallen solche Filme heraus, die sonst nur hinein gekommen wären, um die zwei Programme zu füllen.
Und tatsächlich ist zumindest die technische Qualität in diesem Jahr wieder recht hoch. Eine Tendenz, die sich bereits in den letzten Jahren abgezeichnet hat.
Die bessere Technik ermöglicht es auch Amateurfilmern zunehmend hochwertigere Filme zu produzieren. Leider (oder zum Glück) kann das oft nicht über die mangelnde Handlung, bzw. die fehlende Idee hinwegtäuschen. Dass inzwischen selbst manche Beiträge des Regionalfensters von Arri, Kodak oder Fuji unterstützt werden (sogar ein HFF-Film ist diesmal dabei), stellt ein wenig die vorher gemachte Aussage als Plattform für Amateurfilmer in Abrede.

Das Gegenteil von gut ist gutgemeint
Betrachten wir die einzelnen Beiträge genauer: Bei Unscene handelt es sich um einen Film, der auch im Sinne der Regisseurin, nicht in den Wettbewerb hätte laufen dürfen. Das Schlimmste für einen Regisseur der eine Tragödie inszeniert, ist sicher, wenn das Publikum lacht. Von einer geübten Sichtungskommission hätte folglich ein solcher Film, auch wenn er unbestritten gut gemeint war, aussortiert werden müssen.
Video killed the Radiostar von Daniel Kapulla und Der Sprung von Schülern des Albrecht-Altdorfer-Gymnasiums, sind thematisch als Jugend-Filme einzuordnen, die auf einem Nachwuchs-Filmfestival vielleicht besser platziert wären. Beiden ist eine gekonnte technische Handhabung zugute zu halten. Letzterer hat übrigens das Manko des Amateurfilmes erkannt (Ton und Sprecher-Leistung) und weitgehend auf Dialoge verzichtet. Von ersterem konnte man das leider nicht behaupten. Die Handlung beider Beiträge ist Selbstzweck. Beide Filme waren in erster Linie für die Macher eine gute Übung, um das Filmhandwerk zu erlernen.
Doch selbst wenn zu den technischen Fertigkeit, ein guter Plot kommt, genügen das noch nicht um einen guten Film zu machen, wie auch No one is an Island von Sebastian Harrer und Selbstverrat von Pius Neumaier, beweisen. Beiden Filmen fehlt das gewisse Etwas.
Der HFF-Film Unsichtbares Licht von Simon Weber (der laut den Kriterien der KFW gar nicht im Regionalfenster laufen dürfte) lebt von einer eigenen, sterilen, fast futuristischen Schwarz-Weiß-Ästhetik. Der in der Strahlentherapie des Universitätsklinikums Regensburg gedrehte Dokumentarfilm wäre jedoch ohne die Kommentare des Arztes stimmiger gewesen. Die Aussagen des Radiologen werden weder dem Schicksal der betroffenen Patienten, noch seiner eigenen Arbeit, gerecht. Schade.

Die richtigen Zutaten für einen gelungenen Film
Der Gen-Zement, eine Boulevard-TV-Magazin-Persiflage von Oliver Gilch und Downhill ein Trasch-Krimi vom letztjährigen Regionalfenster-Gewinner Martin Weck, besitzen drei der benötigten Komponenten für einen guten Film: eine überzeugende Idee, technische Fertigkeiten und eine gelungene Umsetzung. Zwei witzige und überzeugende Filme. Auch Fleicheslust von Erik Grun gehört in diese Kategorie. Doch Grun hat mit seinem Film noch etwas anderes geleistet. Er hat sich auf ein Experiment eingelassen, von dem der Film in enormen Maße profitiert. Er drehte mit einer digitalen Spiegelreflex-Kamera, die durch die geringe Tiefenschärfe eine echte Filmoptik ermöglicht. Der große Teil dieses Lobes gebührt dabei sicher dem Kameramann, dem Regensburger Fotografen Hubert Lankes. Abgesehen von der Auflösung der Handlung (etwas zu banal und leider im Vergleich zum restlichen Film stark abfallend), ist dieser Film perfekt. Durch die Symbiose der überdurchschnittlichen Qualität von Kamera, Licht, schauspielerischer Leistung (auch hier ohne Dialoge) und Musik wird eine überzeugende, spannungsvolle Atmosphäre geschaffen. Gruns bisher bester Film!

Der Reiz der Reduktion
Die drei verbleibenden Filme sind im weitesten Sinne als Kunst-Filme zu bezeichnen. Sie zeichnen sich durch eine innovative Idee und/oder eine individuelle Herangehensweise aus. Alle drei haben eine eigene reduzierte Bildsprache entwickelt. Der Reiz aller drei Filme liegt in Konzentration und Reduktion. Durch den Bruch von Sehgewohnheiten, wird etwas neues, etwas Eigenständiges geschaffen. Die Videoperformance Fuori-Dentro me von Dominique Buchtala, zeigt die Nahaufnahme eines Gesichtsausschnittes (Mund und Zunge). Die Zunge scheint ein lebendes Wesen mit zugleich abstoßender und anziehender Wirkung. Hervorragend! Philip Singh schuf mit einer C-64-Animation ein Musikvideo zum Song Some more Sweets der Regensburger Band Dirschl, Starzinger und Ackermann. Auch hier entfaltet die reduzierte Programmiersprache des alten Commodore 64 eine eigene Ästhetik. Der Titel Telekolleg Spektralanalyse von Weser und Kasbauer nutzt die Erwartungshaltung des Publikums, um sie im Film radikal zu brechen. Das Filmgedicht konzentriert den Blick auf die Dächer von Regensburg während eines Gewitters. Regen und Spiegelung entwickelt einen eigenen kontemplativen Rhythmus.

Das Regionalfenster wird wiederholt: heute 16.00 Uhr und am Dienstag 18.00 Uhr jeweils im Wintergarten Kino im Andreasstadel.

Wenn Kurzfilmwoche ist, wird es warm

19. März 2010 lweser Keine Kommentare

Eröffnung der 16. Regensburger Kurzfilmwoche im Ostentor-Kino am 17. März 2010

“Wenn Kurzfilmwoche ist, wird es warm.” Mit diesem Satz eröffnete Richard Kattan, ehemaliger und erneuter Vorstand des Arbeitskreises Film, am Mittwoch im Ostentor-Kino die 16. Regensburger Kurzfilmwoche. Und damit hat er auf seine unverkennbare lakonische Art, die Hauptneuerung auch schon in einem Satz zusammengefasst. Denn bisher hieß es immer “Wenn Kurzfilmwoche ist, wird es kalt”.

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Bis vorgestern konnte man nicht glauben, dass es zwischen März und November einen deutlichen Temperaturunterschied gebe. Zum Glück änderte sich das Wetter jedoch am Tag des Festivalbeginns, so als wolle es dem neuen Team Mut zusprechen. Mut sprach auch ein gut gelaunter Oberbürgermeister Schaidinger der KFW zu. Zum einen durch seine Anwesenheit (immerhin erstmalig außerhalb eines Wahljahres), zum Anderen durch die Erneuerung seines Versprechen, die magere Situation der Stadtkasse dürfe weder die Kultur im Allgemeinen, noch die Kurzfilmwoche im Speziellen, zu spüren bekommen. Er versicherte seine uneingeschränkte Unterstützung und lobte die Arbeit aller Beteiligten. Sie organisieren dadurch ein Festival mit “einer enormen Strahlkraft weit über Regensburg hinaus” und damit meinte er nicht nur “bis Barbing und Zeitlarn“. Dies konnte die neue Kurzfilmwochenleitung Insa Wiese, die zuvor beim Kurzfilmfestival Hamburg arbeitete, nur bestätigen.
Die notwendigen Reden wurden durch drei Kurzfilme aus dem Eröffnungsprogramm und Songs der Würzburger Songwriterin Karo aufgelockert. Schade, dass bei drei von 250 gezeigten Streifen ausgerechnet zwei Animationsfilme ausgewählt wurden. Ein repräsentative Auswahl, war das wohl nicht. Karos stimmungsvoll-melancholische Songs passten sehr schön in die Kinoatmosphäre, und die Anwesenden im gut gefüllten Kino waren voller Begeisterung für diese ruhige Musik. Lust auf Kurzfilme machte die Eröffnung, wie das anschließende Eröffnungsprogramm, welches einen Querschnitt durch alle Wettbewerbe und die Sonderprogramme darstellte, auf jeden Fall.
Und wie bemerkte Richard Kattan zu recht: Das schöne an einem Kurzfilmprogramm ist, dass man es sich anschaut, um überrascht zu werden, während man sich einen Langfilm deshalb anschaut, weil man vorher weiß, was auf einem zukommt.

Also liebe Cineasten: Carpe Wochem!, denn nächsten Donnerstag ist es schon wieder vorbei.

Und noch eine Anmerkung!
In der Kinokneipe, dem Begegnungspunkt zwischen Filmemachern und Publikum, kann man es, selbst als Raucher, nach Kinoschluss nicht mehr aushalten. Der bei der letzten Kurzfilmwoche noch ganz allgemeinverträgliche Konsens (Rauchen im Zelt, Nichtrauchen in der Kneipe), wurde leider in diesem Jahr zu Ungunsten eines Überallrauchens geopfert.

Tot geglaubte leben länger

10. März 2010 ffranc Keine Kommentare

Noch eine Woche bis zum Beginn der 16. Regensburger Kurzfilmwoche

Wettertechnisch war der letzte Herbst ein Traum, kulturell jedoch klaffte ein großes Loch - keine Kurzfilmwoche! Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und so findet die 16. Regensburger Kurzfilmwoche eben vom 17. bis 24. März statt, unglücklicherweise zeitgleich mit dem Landshuter Kurzfilmfestival. Ansonsten ändert sich beim Traditionsfestival auch unter der neuen Leitung von Insa Wiese und Paul Müller wenig.

kfw16-plakatKernstücke des filmischen Ereignisses bleiben die Wettbewerbe und die Sonderprogramme. Letztere stehen heuer unter dem Motto “Körper”, das vielfältige Sichtweisen auf das menschliche Fleisch zulässt (siehe Plakat). Sieben Programme stehen zur Auswahl, jedes ist mit Sicherheit sehenswert.
Der Länderschwerpunkt ist in diesem Jahr Lateinamerika, vertreten durch die Reihe Rodando. Es sind vier Programme zu sehen, die das Instituto Cervantes zusammen mit dem Filmfestival Valencia zusammengestellt haben. Die Filme sind relativ neue Produktionen aus den Jahren 2003 bis 2007.
Weiter gibt es noch drei Cinema Mi Vida bzw. Cinema Mi Amor Reihen mit allerhand Experimentalfilmen. Noch-AKF-Geschäftsführerin Sabine Schöbel bringt Fremdfilme und einen eigenen. Die bulgarische Österreicherin Mara Mattuschka zeigt einige ihrer, vom Wiener Aktionismus geprägten Werke, die auch in der Körper-Schiene laufen könnten. Und zu guter Letzt stellt die Berlinerin Dagie Brundert 28 ihrer genial kurzen Super-8-Filmblitzlichter vor.
Bei den Blauen Stunden (jeweils um 16 Uhr in der Filmgalerie) besteht die Möglichkeit zu Gesprächen mit Aktiven der Filmbranche. Die Film-Klasse der HFBK Hamburg, der Produzent David Lindner und der Film-Autor Finn-Ole Heinrich werden dabei aus dem Nähkästchen plaudern.

Die Platten-Filme, Poetry in Motion (Film + Live-Texte), die Zündfunk-Party, Das Kinokneipenzelt, das Kinderprogramm, Vorführungen an der Uni und das ganze Drumherum der Kurzfilmwoche bleiben im Prinzip unverändert. Neu ist eine Salsa-Party und die Tatsache, dass es nur noch ein Regionalfenster gibt. Der internationale und der deutsche Wettbewerb sind nun in thematische Blöcke unterteilt und nicht mehr “bunt zusammen gewürfelt”. Eine Orientierung welches Programm einem am ehesten zusagt wird somit erleichtert.

Der Eröffnungsabend bleibt ebenfalls wie gehabt. Los geht’s bei freiem Eintritt am Mittwoch den 17. März um 19.00 Uhr im Ostertorkino mit kurzen Filmen, schnellen Reden und der Musik von Karo aus Würzburg. Im anschließenden Eröffnungsfilmprogramm ist u.a., als Beitrag aus dem Regionalfenster, Erik Gruns Fleisches Lust zu sehen. Danach legt der Pop-Beauftragte für Bund und Länder Säm in der Kinokneipe auf.

Wir wünschen der Kurzfilmwoche viel Erfolg und zahlreiche interessierte Besucher.

Übrigens: Für Gäste aus dem In- und Ausland werden immer noch Betten gesucht. Sachdienliche Hinweise bitte unter 0941 / 560901.

www.kurzfilmwoche.de