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Artikel Tagged ‘Regensburger Kurzfilmwoche’

Schleudertraum und Kurzfilmwoche

8. März 2012 lweser Keine Kommentare

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Freitag, 09. März 2012, 19.00 Uhr, Kunst- und Gewerbeverein, Ludwigstr., Regensburg
Austellungeröffnung: Die Treppe - Leiter der Sinne. In Zusammenarbeit mit der Hochschule Regensburg, Architektur.
www.kunst-und-gewerbeverein.de

9. März - 23. Mai 2012, Sigismundkapelle/Theater an der Universität, Regensburg
Schleudertraum 8, beginnt am 9. März 19.30 Uhr mit der Uraufführung der Tanzperformance „Zoes Bios Box“ von Alexandra Karabelas in Zusammenarbeit mit der Regensburger Kurzfilmwoche in der Sigismundkapelle bei freiem Eintritt. Am 15. März gibt es zur gleichen Zeit am gleichen Ort ein Künstlergespräch zur Performance.
Am 24. März findet „Choreograhic Communities“ statt. Es besteht aus dem Jugend-TanzTheater-Projekt „Susi Orange mit Augen“ von Eva Eger, „Komplizierte Einfachheit“ von und mit Martina Feiertag und „E-Motion. Private Space 2“ von Berenika Kmiec. Eintritt: 15/12 €. Vor den Vorstellungen von „Choreograhic Communities“ läuft der Tanz-Kurzfilm „Findlinge“ mit der Tanzkompanie „here we are“ über die Elbe-Werkstätten in Hamburg von Anke Böttcher, Alexandra Heneka un Filip Piskorzynski.
Ab 25. März gibt es am Theater an der Universität das aus vier Tanzprojekten bestehende Stück „Mixed Pickles“. Die Teile: „Love:Hate:Desire“ von Eva Eger, „Passing Through“ von Ute Steinbergger, „Huljet“ von Sebastian Bonivento und „Hungary Butterflies 2“ von Alexandra Karabelas mit Olaf Schmidt und Kilta Rainprechter. Eintritt: 12/10 (VVK) bzw. 15/12 € (AK)
www.tanzstelle-r.de | vhs-regensburg.de

9.-17. März 2012, u.A. Theater am Hagen, Straubing
16. Figurentheaterfestival u.a. mit Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer, Alibaba und die 40 Räuber und Romeo und Julia.
www.straubing.de

10. März 2012, 19.30 Uhr, Theater am Bismarckplatz, Regensburg
Ballett-Premiere Schatten, ein Ballettabend mit Orchester von Olaf Schmidt und Walter Matteini und Musik von von Arvo Pärt, Arnold Schönberg und Gustav Mahler.
Weitere Vorstellungen: 13./24./31. März, 07./15. (15 Uhr)/21./29. April, 12. Mai, 23. Juni 2012; jeweils 19.30 Uhr.
www.theaterregensburg.de

14.-21. März 2012, 18. Regensburger Kurzfilmwoche
diesmal in teilweise neuen Orten: darunter Gloria und Kunstverein Graz, wie immer Filmgalerie Leerer Beutel und Ostentor-Kino.
Die diesjährige Kurzfilmwoche kreist ganz um das Thema Porno. Alle acht Poneaux-Programme laufen im Kunstverein Graz (Schäffnerstraße) inmitten der gleichnamigen Ausstellung.
Leider kommt der Länderschwerpunkt dafür ein wenig zu kurz. Die zwei Rumänien-Programme laufen nur Mittwoch, 22. März 20.00 und 22.00 Uhr - zeitgleich zur Preisverleihung.
Weiterhin gibt es natürlich die Wettbewerbs-Programme: acht internationale, vier deutsche, ein Bayernfenster- und zwei Regionalfenster-Programme.
Mittwoch, 14. März, 19.00 Uhr, Eröffnungsfeier mit der regensburger Band Mortimer, anschließend 22.00 Uhr Eröffnungsfilmprogramm
Freitag, 16. März, 21.00 Uhr, Gloria, Zündfunkparty
Samstag, 17. März, 19.00 Uhr, Neupfarrplatz, „A Wall is a Screen“ ist ein kostenloser Kurzfilmrundgang durch die Stadt. Ein Projekt der gleichnamigen? Hamburger Künstlergruppe. Dauer: 1,5-2 Stunden.
Sonntag, 18. März, 14.00 Uhr, Sportplatz des Albrecht Altdorfer Gymnasiums (bei der königlichen Villa) Shorts United Fußballmatch; Eine der wenigen Gelegenheiten Kurzfimwochenbeeiligte und Gäste bei Tageslicht zu sehen; wie immer gegen die Damenmannschaft Kosmos Ost.
Dienstag, 20. März, 21.00 Uhr, Ostentorkino, Die Plattenfilme muss man natürlich ebensowenig ankündigen, wie die Zündfunkparty, der Vollständigkeitshalber tun wir es natürlich dennoch. Die Teichmänner und Acid Maria sind wieder nicht (mehr) dabei. Dafür kehrt Maritim an die Plattenteller der KFW zurück. Spruce, Looneytunes, Tom Tiger und Markus Guentner bilden mittlerweile den festen Kern und neu hinzu kommt Mathias Schaffhäuser und Linus Quick.
Außerdem “wie immer”: täglich (außer Feitag) nach den Vorstellungen: Musik, Getränke und Gespräche mit wechselnden DJs in der Kinokneipe.
www.kurzfilmwoche.de | www.filmgalerie.de | www.kunstvereingraz.de

Donnerstag, 15. März 2012, 20.30 Uhr, Kino Akademiesalon, Andreasstadel, Regensburg
Cinoche: J’ai toujours rêvé d’être un gangster (F 2007) von Samuel
Benchetrit mit den schönsten Schnauzbarttäger Jean Rochefort und Alain Bashung.
www.kinos-im-andreasstadel.de

Regensburg Sammelsurium, Kurzfilmwoche und Blink And Remove

1. November 2011 lweser Keine Kommentare

Es ist endlich November, der Nebel hängt schwer über das mittelalterliche Gemäur unserer Stadt, das Laub ist bunt, ob am Boden oder gerade noch an den Bäumen. Es ist Herbst und Allerheiligen. Und der Allerheilgste hat uns kürzlich einer waschechten regensburger Institution beraubt, hat Michael Hinz aka Punker-Mike zu sich geholt, um Beastie-Boys-Lyrics mit Ihm zu analysieren. Farewell Mike.

Ebenjener taucht auch in einer neuen Publikation auf, auf Seite 92. In Das Lustige und interessante Regensburg Sammelsurium - Geheimnisse, Kuriositäten, Wissenswertes für Regensburger und alle anderen! von Philipp Starzinger taucht Punker-Mike zwischen den Schlagwörtern “Pflaster” und “Patronen der Stadt” auf (gemeint sind selbstverständlich die Schutzheiligen und nicht irgendwelches Arsenal). Philipp Starzinger hat während der letzten drei Jahre fleißig Anekdoten und Kuriositäten zu Regensburg gesammelt und nun in einem hübsch illustrierten und aufgemachten Buch im Eigenverlag veröffentlicht. Alphabetisch geordnet von A (wie AC/DC) bis Z (wie Zwerge) findet sich viel Wissenswertes, Seltsames, Amüsantes und überflüssiges Wissen, das vor allem Einheimischen, sowohl vergessene Erinnerungen wieder hervorholen, als auch mit Unbekanntem überraschen wird. Für Auswertige ist es eine wirklich schöne Aufstellung dessen, was Regensburg außerhalb der Marketingprospekte und neben Altstadt, Dom und Steinerner Brücke ausmacht.
Das Regensburg Sammelsurium wird am 29. November im Brandl-Bräu vorgestellt. Das Buch kann aber jetzt schon zum Subskriptionspreis von 12,95 € incl. Versand vorbestellt werden unter:
www.phista.de

apopos Buchvorstellung, es gibt auch bald wieder eine Hörbuchvorstellung aus DEM Hörbuchverlag unserer Stadt: der Lohrbär-Verlag ist nach seiner Nominierung 2009 zum Deutschen Hörbuchpreis für den Fahrradspeichenfabrikkomplex auch heuer wieder in den Top-Rankings für Hörspiele zu finden. Seine aktuelle Produktion, Marieluise Fleißers Eine Zierde für den Verein, belegt im November Platz 3 der Bestenliste von hr2 Kultur, knapp hinter Josef Bierbichler und Judith Schalansky.
Das Hörbuch Eine Zierde für den Verein wird am Freitag, den 18. November um 20.00 Uhr in der Stadtbücherei am Haidplatz vorgestellt. Es liest Eva Sixt und die Musik von Norbert Vollath spielt dazu.
www.lohrbaerverlag.de

Des Weiteren vermeldet die Regensburger Kurzfilmwoche die Verlängerung der Einreichungsfrist für Beiträge aus dem Regionalfenster. Wer also scharf ist auf einen der drei möglichen Preise in Höhe von 500 bis 1500 Euro, oder einfach nur sein Werk im Kino bewundern will, möge bis 25. November einen Film bei der Regensburger Kurzfilmwoche einreichen.
www.regensburger-kurzfilmwoche.de

Und zu guter Letzt noch einen Fernseh-Tip: Am Freitag, den 04. November ab 00.30 Uhr (ist eigentlich schon Samstag) sendet BR-Alpha in seiner Reihe Phase 3 | video.kunst.zeit einen Special über das Harry Klein in München. Mit dabei das regensburger VJ-Duo Blink And Remove.
www.br.de | blinkandremove.net

Wohin Kurzfilmwoche? Ein Resümee.

27. März 2011 lweser 2 Kommentare

Während die Bedeutung der Regensburger Kurzfilmwoche national und international immer mehr zunimmt (erstmals gehört sie zu den acht Referenzfestivals* Deutschlands), scheint die Anerkennung in der eigenen Stadt zu schwinden. Oder wie soll man die Tatsache bewerten, dass weder zur Eröffnung, noch zur Preisverleihung - zu Terminen, die bereits seit einem Jahr feststehen - keiner der drei Bürgermeister anwesend war? Kulturreferent Klemens Unger schlich sich immerhin zur Eröffnung noch verspätet hinein. Auch finanziell scheint es der Kurzfilmwoche schlechter zu gehen. Die Festival-Doppel-Spitze des letzten Jahres wurde zur Einzel-Leitung. Das passierte 2007 auch schon einmal, die Konsequenzen indes waren eindeutig. Der verbliebene Festivalleiter Markus Prasse warf 2008 das Handtuch. Im folgenden Jahr gab es in Regensburg keine Kurzfilmwoche. Aus Fehlern lernt man nicht. Oder ist die Existenz des Festivals der Stadt wirklich so egal? Wie viele Millionen will die Stadt zum Bau dieses Hauses der Musik noch einmal ausgeben? Andererseits musste die Band in diesem Jahr zur Eröffnung der Kurzfilmwoche kostenlos spielen. Alles eine Frage der Priorität. Wohin das über kurz oder lang führen wird, ist nicht allzuschwer auszumalen.
Ein gutes zum Schluss: zumindest das Publikum hält dem Festival die Treue. In diesem Jahr waren die Zuschauerzahlen wieder besser. Trotz frühlingshaftem Wetter, schein sich der neue März-Termin etabliert zu haben.

Die Preisträger des diesjährigen Festivals sind hier nachzulesen: www.regensburger-kurzfilmwoche.de (PDF)

*Die FFA (Filmförderanstalt) fördert Filme auch über ein Punktesystem, die sogenannte Referenzförderung. Filme die auf bedeutenden Festivals (Referenzliste) laufen, erhalten Punkte. Ab einer bestimmten Anzahl kann man dann Förderung beantragen.

Belanglosigkeiten, Porno, Maschinenliebe und Flüchtlingsdrama

23. März 2011 lweser Keine Kommentare

Bayernfenster, 17. Regensburger Kurzfilmwoche

Seit 2003 gibt es bei der Regensburger Kurzfilmwoche das Bayernfenster. Ein Programm für den langjährigen Förderer Film Fernseh Fond Bayern, der seit 1999 den FFF-Förderpreis vergibt. Neben den Filmen des Bayernfensters, konkurrieren alle in Bayern produzierten Filme aus dem Deutschen Wettbewerb und die Regionalfensterbeiträge um diesen Preis.

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Drei Filme von der HFF München und drei der Hochschule Augsburg befinden sich in diesem Jahr im Programm.
In Vicki Ficki von Natalie Spinell besteht eine starke Frauenbeziehung – die von Mutter und Tochter - gegen äußere Widerstände. Eine mutiger Film, der ein heikles Thema, angesichts einer engen, vertrauensvollen Mutter-Tochter-Beziehung, zur Nebensache erklärt. Leider ist der Film am Ende etwas übermotiviert und zu moralisierend. Überzeugender wäre es gewesen den Fokus der Geschichte auf den kleineren Kreis von Mutter, Tochter und den verfeindeten Schulkameraden zu belassen, als die dramatische Ansprache vor der Klasse.
Georg Utz, Miriam Frank und Xaver Böhm mischten in Kurzschluss Animationen mit Wellpapp-Kulissen. Sie schufen mit einem Augenzwinkern eine kleine liebevolle Geschichte in Anlehnung an die Melodrame Hollywoods der 30er Jahre.
Silent River von Anca M. Dunga ist ein starkes rumänisches Flüchtlingsdrama, welches eigentlich in den deutschen Wettbewerb gehört hätte. Die Handlung, eine lebensgefährliche Fluchtversuch zweier Männer durch die Donau ins blockfreie Jugoslawien, ist im Jahr 1986 angesiedelt. Das Verhältnis beider bewegt sich im Spannungsverhältnis von Misstrauen und Abhängigkeit. Die bedrohliche Atmosphäre des Filmes wird bis zum Schluss aufrechterhalten. Der unbestritten beste Film des Bayernfensters.

Der Erstjahresfilm (3 Rollen SW- 16 mm Material, a 10 min) Kunstsein von Anne Mona Hilliges zeigt eine Friseurin, deren Tatoos ihr Leben erzählen. Leider vermag Inhalt und Form der Idee nicht gerecht zu werden. Im Mittelpunkt der aufwändige Animation A lost and found Box of Human Sensation von Martin Wallner und Stefan Leuchtenberg steht ein über den Tod reflektierender junger Mann. Spiel des Lebens ist die Diplomarbeit von Johannes Berner. Ein Selbstfindungsversuch der verschiedenen Techniken vereint.

Ostbayerische Filmperlen und mehr

22. März 2011 sgruen Keine Kommentare

Ostbayerische Kurzfilme aus dem Regionalfenster 1

(Sigrid Grün)

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Die im Regionalfenster gezeigten Filme der Regensburger Kurzfilmwoche lassen sich im Wesentlichen in fünf Kategorien einteilen: Professionelle Animationsfilme, erfrischend unprofessionelle Produktionen von filmbegeisterten Laien, entsetzlich bemühte Filme, die vorgeben “mehr” zu sein und ungefähr auf HFF-Bewerbungsfilmniveau boxen, total abgefahrene Experimentalfilme, die ihren Reiz daraus beziehen, dass sie kein Mensch versteht, die uns aber trotzdem anrühren und dann noch kleine Filmperlen, die zeigen, dass Ostbayern ein Händchen für gute Bilder haben. Alle Kategorien waren auch in diesem Jahr vertreten - und manchmal müsste vielleicht eine Schublade eröffnet werden, für Filme, die eine Mischung aus zwei oder mehr Kategorien darstellen. Ins Rennen gingen dieses Jahr im Regionalfenster 1 zehn unterschiedlich kurze (oder lange) Kurzfilme.
Ins Programm wurde der Zuschauer mit dem animierten Musikvideo “BRIGHT ORANGE AIR” geworfen, das man anfangs vielleicht zunächst für einen zu lange geratenen Trailer der Kurzfilmwoche halten könnte. An anderer Stelle positioniert hätte der Film vielleicht nachhaltiger gewirkt. Erhard Babloks Film “Willkommen daheim” versuchte schließlich das komische Genre zu bedienen, was jedoch nur teilweise gelingt - zu theaterhaft wirken die Szenen, Licht und Ton sind nicht ideal. Die Grundidee ist freilich schon gagig.
“Es war spät abend als K. ankam” ist dann schließlich der Treppenwitz des 20. Filmjahrhunderts. Cineasten können in dem Treppenfilm (wo zur Hölle haben die Regisseure Weser und Kasbauer nur diese unzähligen Treppenhäuser aufgetan?) wahre Leckerbissen finden. Sage und schreibe 6 Anspielungen auf filmische und literarische Vorbilder werden zitiert. Welche, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht. 463 Treppenhäuser und einen verhängnisvollen Aufzug in knapp 12 Filmminuten zu packen, ist ein Kunststück, das nicht jedem gelingt. Co-Regisseur Kasbauer verkörpert auch den kafkaesken Hauptdarsteller, der sich treppauf, treppab durch den Abend kämpft - und schlussendlich doch verliert. Die ganze Atmosphäre wirkt kafkaesk - die Begegnungen mit anderen Figuren, die auch schon diese Stufen gegangen sind. Ein faszinierender Film mit einem überraschenden Schluss - eine kleine Filmperle in schwarz-weiß - mit einem echten böhmischen Prinzen!
Keinen echten Prinzen, aber wenigstens eine Ausstattung mit “Palastmöbeln” bietet dann “Amantes Amentes” von Martin Weck. Die gute Ausleuchtung des Films sticht sofort ins Auge. Leider sind Inhalt und Schauspiel eher der HFF-Kategorie zuzurechnen. Es wird nicht klar, dass Max eine Art Frankenstein und sein Gegenüber seine Schöpfung (ein Roboter) sein soll.
Und dann folgt der “Kaffeegenuss”, der neue - und in meinen Augen bisher beste - Grun. Eine Dokumentation, die die Kaffeekannenleidenschaft einer mitteilungsfreudigen Dame bezeugt. Grun hatte eine glückliches Händchen - solche Originale muss man erstmal finden und gekonnt in Szene setzen! Eigentlich müsste für die Regensburger Kurzfilmwoche noch eine sechste Schublade eingerichtet werden, in der Erik Grun es sich dann gemütlich machen könnte - seit mindestens 134 Jahren: Kein Regionalfenster ohne ihn!
Philip Singhs “HEIM@”, ein auf einem C64 programmiertes Kleinod wirkt auf der Kinoleinwand etwas weniger als auf dem heimischen Rechner (der Film nimmt auch am Online-Wettbewerb zum Thema “Heimat” teil).
Die tänzerisch umgesetzten “GEDANKEN ZUM TAG” von Hanna Sachau und Kilta Rainprechter setzen sich experimentell mit Alltagssituationen auseinander. Vor mehreren Jahren begannen die Macherinnen damit, zum Tanzen “raus zu gehen” um zu sehen, wie das wirkt.
Und dann gab es noch den typischen Vertreter einer Mischkategorie: Eine Produktion der Eschlkamer Filmschmiede - “SCHAUFLMO” - kein Druckfehler, kein Schaumflo oder ähnliches, sondern eine scheichtsame Geschichte aus dem Bayerwald, eine immer noch aktuelle Weizgeschichte, die der Eschlkamer Jugend aufgetischt wird, um ihnen Angst vor allzu exzessiven Saufexzessen einzujagen. Was die Jugend selbst daraus gemacht hat, zeigt dieser Film :) - man kann sich nur schwer dem umwerfend authentischen Charme der ostbayerischen Jugend entziehen. Man weiß nicht genau wie es gemeint ist - als Persiflage auf die immer noch beliebten Jugend-Slasher-Filme? Als Hommage an die ostbayerische Heimat? Oder einfach nur als Fetzengaudi beim wochenendlichen Saufen?
Der Experimentalfilm “Nova Express” und Florian Geiss’ Mangagerparabel “Einfach mal rausgehen” bilden den eher ruhigen Schluss des ersten Regionalfensterprogrammes.

Fazit: Es lohnt sich auf alle Fälle, den ostbayerischen Filmnachwuchs und auch die “alten Hasen” im Auge zu behalten. Wer die Regionalfensterfilme sehen möchte, hat heute noch einmal Gelegenheit dazu: Um 19.00 Uhr wird das Regionalfenster 1, um 21.00 Uhr das Regionalfenster 2 im Wintergarten (Andreasstadel) gezeigt. Man sollte allerdings früh da sein, am vergangenen Samstag mussten zahlreiche Filmbegeisterte aufgrund der großen Nachfrage leider draußen bleiben!

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www.kurzfilmwoche.de

Kurzfilmzeit

17. März 2011 lweser Keine Kommentare

kurzfilmwochen_logo116.-24. März 2011, 17. Regensburger Kurzfilmwoche
unsere Tipps:

Freitag, 18. März, 21.00 Uhr, Gloria, Die Zündfunkparty muss man ja eigentlich nicht ankündigen, wir erinnern trotzdem dran. Wie früher: vorher mit Musikfilmen zum aufwärmen. Die DJ wie immer Achim 60 Bogdahn und Roderich Fabian.

Samstag, 19. März, könnte der längste Kurzfilmtag werden.
16.00 Uhr, Filmgalerie Leerer Beutel, Kinderprogramm Franz Winzensten
17.00 Uhr, Kino Wintergarten, Andreasstadel, Regenburg, Regionalfenster I; im Anschluss:
19.00 Uhr Regionalfenster II
22.00 Uhr Bayernfenster.
Wer nicht zu viel Regionales bzw. Bayrisches sehen will, sollte nach dem Regionalfenster I
20.00 Uhr in die Filmgalerie umziehen zur Werkschau Cinema mi Vida von Franz Winzentsen .
Die ganz Harten können sich anschließend
23.00 Uhr im Ostentorkino noch bei Gruselrolle der KurzFilmAgentur Hamburg Das Grauen kommt um Mitternacht gruseln.

Dienstag, 22. März, 19.00 Uhr, Ostentorkino, Die Plattenfilme muss man auch nicht ankündigen. Aber dieses Jahr gibt es noch Karten. Da hat wohl das schlechte Filmprogramm letzes Jahr seine Wirkung gezeigt oder liegt es dran, dass heuer die Teichmänner nicht auflegen? Dafür aber: Spruce (wieder), Looneytunes (wie schon einige Jahre), Tom Tiger und Markus Guentner (wie immer) und Ralf Summer (neu).

täglich: jeden Abend nach den Filmen in die Kinokneipe. Dort legen wie eh und je jeden Tag andere DJs auf. Man hört munkeln diesmal wieder rauchfrei. –> ist natürlich blos n´Witz!
www.kurzfilmwoche.de

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Samstag, 19. März 2011, Uhr, Theater am Bismarckplatz, Regensburg, Premiere: Ballett mit Orchester: Romeo und Julia, (Musik: Sergej Prokofjew)
Weitere Vorstellungen:
23./31. März, 3./8./10.(15 Uhr)/ 17./25./29. April, 24./28. Mai,11./23. Juni,16. Juli 2011
www.theaterregensburg.de

20.03-26.06. 2011, Städtische Galerie Leerer Beutel, Regensburg, “MM-Mythos Marilyn”, Vernissage ist dann vermutlich am 19.03. Die Städtische Galerie hält sich da gern bedeckt.

Dienstag, 22. März 2011, 19.30 Uhr, Velodrom, Regensburg, Gastspiel in englischer Sprache: Tour de Force Theatre Company Präsents: Bernhard Shaw: Pygmalion,
www.adg-europe.de

23.-27. März, 12. Landshuter Kurzfilmfestival
Das zweitgrößte ostbayerische Kurzfilmfestival soll natürlich auch nicht vergessen werden. In diesem Jahr erstmalig mit einem Preis für mittellange Filme (bis 60 min) und einem Horrorfilmpreis.
www.landshuterkurzfilmfestival.de

Donnerstag, 24. März 2011, 20.00 Uhr, Akademiesalon, Regensburg, Pecha Kuscha Vol.3, Eintritt: 2 €

Donnerstag, 24. März 2011, 20.30 Uhr, Buchhandlung Dombrowsky, Lesung: Lena Gorelik liest aus ihrem dritten Roman „Lieber Mischa“. Lena Gorelik wurde 1981 in St. Petersburg geboren. 1992 reist ihre jüdische Familie mit ihr nach Deutschland aus. Lena Gorelik leb in München. Eintritt: 6/8 €

Kurzfilmer kurz vor der Kurzfilmwoche

14. März 2011 lweser Keine Kommentare

Klaus Scheier - ein regensburger Super-8-Experimental-Filmer

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Zur Einstimmung auf die diesjährige Regensburger Kurzfilmwoche, wollen wir den hiesigen Super8-Experimental-Filmer Klaus Schreier vorstellen. Einst war er regelmäßig im Regionalfenster (2004 auch im Bayernfenster) mit seinen Filmen vertreten. Seit einigen Jahren ist es still geworden um ihn. Dabei hat sich seine Leidenschaft zu dem fast verschwundenen Medium keinesfalls verringert. Er hat durchaus einige Projekte in der Schublade. Als Abonnent der Zeitschrift „Schmalfilm“ und Teilnehmer eines Schmalfilm-Internet-Forums ist er auch mit der Super 8-Comunity weltweit verbunden. Seit 2009 sind seine Filme auf youtube zu sehen. Das ist das einzige Zugeständnis, dass der ansonsten strenge Verfechter der analogen Film-Arbeit gemacht hat.
Doch beginnen wir von vorn. Klaus Schreier wurde 1968 geboren. Von seinem ersten Praktikumsgeld, das er während seines Architekturstudiums verdiente, kaufte er sich 1989 die erste (gebrauchte) Super 8-Kamera. Danach entstand sein erster Film Meine 10jährige Angst. Nach zehn Jahren hat er den Film noch einmal neu geschnitten. Im Herbst 1999 begann er wieder zu filmen. Klaus Schreier lies sich vor allem von Stummfilmen oder Horrorfilmen der 30er bis 60er Jahre beeinflussen. Er steht zu Trash oder zu B-Movies. Aber er mag auch Filme von Truffaut und Godard. Ungefähr 25 publikumsfähige Filme hat er bisher geschaffen. Dabei ist jeder Schritt analog: filmen, entwickeln, schneiden, kleben, vertonen und vorführen. Bei der Kurzfilmwoche musste er meist seine eigenen Projektoren mitbringen, da später kaum noch funktionierende Super 8-Tonfilmprojektoren zur Verfügung standen. Denn das ist ja das eigentlich Bemerkenswerte: Klaus Schreier hat erst richtig begonnen mit Super 8 zu arbeiten als diese Technik bereits im Sterben lag. Auch Daggi Brunderts Filme liefen schon auf seinen Projektoren. Bei Ihrer Werkschau während der letzten Regensburger Kurzfilmwoche zeigte sie ihre Filme, der gleichen Erfahrung und der fehlenden Projektoren wegen, jedoch von DVD.
Auch mit abgelaufenem oder beschädigtem Material experimentiert Klaus Schreier gern. Mein Favorit ist der Found Footage-Film Am Sichelwerk. Dabei handelt es sich um einen mindestens 50 Jahre alten Film, der schon deutliche Materialzerstörungen aufweist. Doch gerade diese Zerstörung hat ihren eigenen Reiz und eröffnet eine weitere Bedeutungsebene: die Vergänglichkeit des Lebens oder der Liebe oder eben des Super 8 Films.
Die Entscheidung seine Filme irgendwann doch zu digitalisieren und online zu stellen traf er, um zu verhindern, dass sie für immer im Keller verschwinden. Dass Wie ein wilder Brem, so der Titel seines oberpfälzer “Gänse-Doku-Splatters”, dadurch bereits über 3500 Male angesehen wurde, freut ihn natürlich.
2002 gab es im Kunstverein Graz eine Werkschau von Klaus Schreier. Das ist immerhin schon fast zehn Jahre her. Da könnte doch langsam mal eine überarbeiten Neuauflage an der Reihe sein.

offizielle Projektionen:

2000 Meine 10jährige Angst - Regionalfenster Regensburger Kurzfilmwoche
2001 Usher - Regionalfenster Regensburger Kurzfilmwoche
2002 eMotion1 - Regionalfenster Regensburger Kurzfilmwoche
2002 Atack of the mutant plastic Bags“ - Regionalfenster Regensburger Kurzfilmwoche
2002 Werkschau - Kunstverein GRAZ
2004 Wie ein wilder Brem - Bayernfenster Regensburger Kurzfilmwoche
2005 Atack of the mutant plastic Bags - Global Super 8 Day, Basel (CH)
2007 u.A. eMotion, Am Sichelwerk Loop-Installationen beim Offenen Atelier

Alle Filme von Klaus Schreier sind auf youtube zu sehen: www.youtube.com/user/FilmfreundeMetaluna

Alle möglichen Informationen zum Schmalfilm sind hier zu finden: www.filmvorfuehrer.de/forum/13-schmalfilm/

Dagie egot sich

25. März 2010 lweser Keine Kommentare

Cinema mi Vida: Dagie Brundert, 16. Regensburger KFW, Wintergarten Kino im Andreasstadel, 20. März 2010

 

Dagie verteilt Super8-Kekse, Paul hilft.

Dagie verteilt Super8-Kekse, Paul hilft.

Die Berliner Filmemacherin Dagie Brundert bereichert seit 1988 die Kurzfilmlandschaft mit ihren wunderbaren Super8-Film-Perlen. Sie studierte in Krefeld und Berlin visuelle Kommunikation und experimentelle Filmgestaltung. Auch bei der Regensburger Kurzfilmwoche liefen ihre Filme regelmäßig im Deutschen Wettbewerb. Am Samstag stellte Daggie Brundert innerhalb ihrer Werkschau bei der Kurzfilmwoche eine Auswahl ihres bisher 24-jährigen Filmschaffens vor. Extra für diesen Tag  hatte sie sich ein Dirndl ersteigert. Aber nicht nur das: für das Wohl der Zuschauer verteilte sie selbst gebackene Bio-Super8-Lebkuchen. Daggie ist wie ihre Filme, das merkt man sofort.
Ihr Super8-Filme sind kleine, frische, verspielte und intelligente Geschichten. Sie sind Lieder, Gedichte, Musikvideos, sind abgeschlossene Mikrokosmen oder auch ganze philosophische Theorien, die die Welt erklären. Seltenen sind diese dichten und poetischen Geschichten länger als fünf Minuten (meist liegen sie eher im ein bis drei Minuten-Bereich). Dagie unterteilte die Filme in fünf Blöcke und stelle jeden Film kurz vor - natürlich mit viel Charme und Witz.
Bereits ihr erster Film (aus dem Block “Frühe und selten Sachen“) 23 Barbiepuppen kippen um besitzt die unverkennbare Dagie Brundert-Handschrift. In den drei Filmminuten geschieht nichts, als das, was der Titel vorwegnimmt. Dazu eine einfache, unbeschwerte Kinder-Melodie, gesummt von Daggie selbst. Der Film besitzt bereits alle Merkmale des typischen Dagie Brundert-Filmes: Skurilität, Verspieltheit, Rhythmus und natürlich das Filmmaterial Super8! Früh hat Dagie also ihre filmische Identität gefunden.
Die Filme des zweiten Blocks, “Zeitdehnung im Multiversum“, beschreibt phantastische Phänomene oder Geheimnisse und Gesetzmäßigkeiten des Lebens. Natürlich werden einige Geheimnisse dabei bewahrt. Zeitpunsch oder Simmie Heg und Noitam Rofni geht verschobenem oder durchbrochenem Raum-Zeit-Kontinuum auf den Grund. Die Filme leben von der Bild-Text-Symbiose. Zwei Gummibärwürmer bewegen sich in Simmie Heg und Noitam Rofni über ein Schnittmuster. Dazu hört man Dagie Brundert erklären: “Geheimnis und Information gelangen von A nach B und C usw.” Der Film erklärt weiter, wie Geheimnis und Information mittels Wurmlöchern Raum und Zeit überwinden können.
Der Block “Unterwegs sein und seltsame Dinge tun…” beinhaltet unter Anderem auch den Gewinnerfilm des Max-Bresele-Gedächtnis-Preises des Jahres 2003 Kleiner Havelländischer Hauptkanal. Ein Film zu dem Dagie durch die inhaltliche Spannung im Namen besagten Flusses inspiriert wurde.
Bei den amerikanischen Filmen aus “On the Road in Amerika” war Dagie wohl ein bisschen von der kalifornischen Sonne geblendet. Den Filmen, ausgenommen The Palm Tree Song Line, fehlt der typische Daggie-Witz, nicht aber der Rhythmus. The Palm Tree Song Line vereint beides. Die kalifornischen Palmen sehen wie Noten aus und Dagie lässt sie singen.
Das letzte Film-Kapitel “Ich ego mich” beinhalten sämtlich “egozentrierte” Filme. Dagie Brundert spielt darin die Hauptrolle. Intime Lebensbekenntnisse (Ich & mein Süßer, Foxy Lady in Winterland und Schnee gestern Schnee heute) und Kindheitserinnerungen (Milchwolken Liebe) sind darin zu finden. Aus einigen Filmen lässt sich eine gewisse Anfälligkeit für Wintermelancholie ableiten. Aber der Winter ist ja schon seit jeher für Rückblicke und Reflexionen geeignet.
Gern möchte man nach diesem Programm allen Filmhochschülern und -absolventen, mit ihren glatten Filmen, Dagie Brunderts Werke ans Herz legen, die beweisen, dass weder teure Produktionen, noch technische Hochausstattung oder bekannten Schauspieler nötig sind, um gute und spannende Filme zu machen.

 

Alle Filme von Dagie Brundert sind auf ihrer Homepage zu sehen: www.dagiebrundert.de

Kritik auf hohem Niveau

20. März 2010 ffranc Keine Kommentare

Regionalfenster, 16. Regensburger KFW, Wintergarten Kino im Andreasstadel, 18. März 2010

Das Alleinstellungsmerkmal Regionalfenster
Der Regionalwettbewerb der Regensburger Kurzfilmwoche fördert direkt das kreative und künstlerische Schaffen regionaler Filmemacher, indem es ihnen die Plattform zur Präsentation ihrer filmischen Werke bietet. Viele Regionalfilmer produzieren ihre Beiträge einzig für die Kurzfilmwoche. Zwar gibt es eine Vielzahl von Jugend-Filmfestivals, auf denen Amateurfilmer die Möglichkeit haben ihre Filme einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren. Doch jenseits einer bestimmten Altersgrenze bietet nur die Regensburger Kurzfilmwoche Hobby-Regisseuren die Möglichkeit, ihre Filme auf einem professionellen Festival einem öffentlichen Publikum in einem richtigen Kino zu zeigen.

In diesem Jahr gab es für das Regionalfenster weniger Einreichungen als sonst (38, statt bisher um die 50). Doch es war nicht von vorn herein klar, dass es deshalb nur ein Programm geben würde. Wenn von 38 Einreichungen 20 wirklich zeigenswerte dabei gewesen wären, hätte es auch in diesem Jahr wieder zwei Programme gegeben, verrieten uns Sichter und Organisatoren. Nur ein Regionalfenster also in diesem Jahr. Das kann nur ein Qualitätsgewinn sein, mag man meinen, schließlich fallen solche Filme heraus, die sonst nur hinein gekommen wären, um die zwei Programme zu füllen.
Und tatsächlich ist zumindest die technische Qualität in diesem Jahr wieder recht hoch. Eine Tendenz, die sich bereits in den letzten Jahren abgezeichnet hat.
Die bessere Technik ermöglicht es auch Amateurfilmern zunehmend hochwertigere Filme zu produzieren. Leider (oder zum Glück) kann das oft nicht über die mangelnde Handlung, bzw. die fehlende Idee hinwegtäuschen. Dass inzwischen selbst manche Beiträge des Regionalfensters von Arri, Kodak oder Fuji unterstützt werden (sogar ein HFF-Film ist diesmal dabei), stellt ein wenig die vorher gemachte Aussage als Plattform für Amateurfilmer in Abrede.

Das Gegenteil von gut ist gutgemeint
Betrachten wir die einzelnen Beiträge genauer: Bei Unscene handelt es sich um einen Film, der auch im Sinne der Regisseurin, nicht in den Wettbewerb hätte laufen dürfen. Das Schlimmste für einen Regisseur der eine Tragödie inszeniert, ist sicher, wenn das Publikum lacht. Von einer geübten Sichtungskommission hätte folglich ein solcher Film, auch wenn er unbestritten gut gemeint war, aussortiert werden müssen.
Video killed the Radiostar von Daniel Kapulla und Der Sprung von Schülern des Albrecht-Altdorfer-Gymnasiums, sind thematisch als Jugend-Filme einzuordnen, die auf einem Nachwuchs-Filmfestival vielleicht besser platziert wären. Beiden ist eine gekonnte technische Handhabung zugute zu halten. Letzterer hat übrigens das Manko des Amateurfilmes erkannt (Ton und Sprecher-Leistung) und weitgehend auf Dialoge verzichtet. Von ersterem konnte man das leider nicht behaupten. Die Handlung beider Beiträge ist Selbstzweck. Beide Filme waren in erster Linie für die Macher eine gute Übung, um das Filmhandwerk zu erlernen.
Doch selbst wenn zu den technischen Fertigkeit, ein guter Plot kommt, genügen das noch nicht um einen guten Film zu machen, wie auch No one is an Island von Sebastian Harrer und Selbstverrat von Pius Neumaier, beweisen. Beiden Filmen fehlt das gewisse Etwas.
Der HFF-Film Unsichtbares Licht von Simon Weber (der laut den Kriterien der KFW gar nicht im Regionalfenster laufen dürfte) lebt von einer eigenen, sterilen, fast futuristischen Schwarz-Weiß-Ästhetik. Der in der Strahlentherapie des Universitätsklinikums Regensburg gedrehte Dokumentarfilm wäre jedoch ohne die Kommentare des Arztes stimmiger gewesen. Die Aussagen des Radiologen werden weder dem Schicksal der betroffenen Patienten, noch seiner eigenen Arbeit, gerecht. Schade.

Die richtigen Zutaten für einen gelungenen Film
Der Gen-Zement, eine Boulevard-TV-Magazin-Persiflage von Oliver Gilch und Downhill ein Trasch-Krimi vom letztjährigen Regionalfenster-Gewinner Martin Weck, besitzen drei der benötigten Komponenten für einen guten Film: eine überzeugende Idee, technische Fertigkeiten und eine gelungene Umsetzung. Zwei witzige und überzeugende Filme. Auch Fleicheslust von Erik Grun gehört in diese Kategorie. Doch Grun hat mit seinem Film noch etwas anderes geleistet. Er hat sich auf ein Experiment eingelassen, von dem der Film in enormen Maße profitiert. Er drehte mit einer digitalen Spiegelreflex-Kamera, die durch die geringe Tiefenschärfe eine echte Filmoptik ermöglicht. Der große Teil dieses Lobes gebührt dabei sicher dem Kameramann, dem Regensburger Fotografen Hubert Lankes. Abgesehen von der Auflösung der Handlung (etwas zu banal und leider im Vergleich zum restlichen Film stark abfallend), ist dieser Film perfekt. Durch die Symbiose der überdurchschnittlichen Qualität von Kamera, Licht, schauspielerischer Leistung (auch hier ohne Dialoge) und Musik wird eine überzeugende, spannungsvolle Atmosphäre geschaffen. Gruns bisher bester Film!

Der Reiz der Reduktion
Die drei verbleibenden Filme sind im weitesten Sinne als Kunst-Filme zu bezeichnen. Sie zeichnen sich durch eine innovative Idee und/oder eine individuelle Herangehensweise aus. Alle drei haben eine eigene reduzierte Bildsprache entwickelt. Der Reiz aller drei Filme liegt in Konzentration und Reduktion. Durch den Bruch von Sehgewohnheiten, wird etwas neues, etwas Eigenständiges geschaffen. Die Videoperformance Fuori-Dentro me von Dominique Buchtala, zeigt die Nahaufnahme eines Gesichtsausschnittes (Mund und Zunge). Die Zunge scheint ein lebendes Wesen mit zugleich abstoßender und anziehender Wirkung. Hervorragend! Philip Singh schuf mit einer C-64-Animation ein Musikvideo zum Song Some more Sweets der Regensburger Band Dirschl, Starzinger und Ackermann. Auch hier entfaltet die reduzierte Programmiersprache des alten Commodore 64 eine eigene Ästhetik. Der Titel Telekolleg Spektralanalyse von Weser und Kasbauer nutzt die Erwartungshaltung des Publikums, um sie im Film radikal zu brechen. Das Filmgedicht konzentriert den Blick auf die Dächer von Regensburg während eines Gewitters. Regen und Spiegelung entwickelt einen eigenen kontemplativen Rhythmus.

Das Regionalfenster wird wiederholt: heute 16.00 Uhr und am Dienstag 18.00 Uhr jeweils im Wintergarten Kino im Andreasstadel.

Wenn Kurzfilmwoche ist, wird es warm

19. März 2010 lweser Keine Kommentare

Eröffnung der 16. Regensburger Kurzfilmwoche im Ostentor-Kino am 17. März 2010

“Wenn Kurzfilmwoche ist, wird es warm.” Mit diesem Satz eröffnete Richard Kattan, ehemaliger und erneuter Vorstand des Arbeitskreises Film, am Mittwoch im Ostentor-Kino die 16. Regensburger Kurzfilmwoche. Und damit hat er auf seine unverkennbare lakonische Art, die Hauptneuerung auch schon in einem Satz zusammengefasst. Denn bisher hieß es immer “Wenn Kurzfilmwoche ist, wird es kalt”.

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Bis vorgestern konnte man nicht glauben, dass es zwischen März und November einen deutlichen Temperaturunterschied gebe. Zum Glück änderte sich das Wetter jedoch am Tag des Festivalbeginns, so als wolle es dem neuen Team Mut zusprechen. Mut sprach auch ein gut gelaunter Oberbürgermeister Schaidinger der KFW zu. Zum einen durch seine Anwesenheit (immerhin erstmalig außerhalb eines Wahljahres), zum Anderen durch die Erneuerung seines Versprechen, die magere Situation der Stadtkasse dürfe weder die Kultur im Allgemeinen, noch die Kurzfilmwoche im Speziellen, zu spüren bekommen. Er versicherte seine uneingeschränkte Unterstützung und lobte die Arbeit aller Beteiligten. Sie organisieren dadurch ein Festival mit “einer enormen Strahlkraft weit über Regensburg hinaus” und damit meinte er nicht nur “bis Barbing und Zeitlarn“. Dies konnte die neue Kurzfilmwochenleitung Insa Wiese, die zuvor beim Kurzfilmfestival Hamburg arbeitete, nur bestätigen.
Die notwendigen Reden wurden durch drei Kurzfilme aus dem Eröffnungsprogramm und Songs der Würzburger Songwriterin Karo aufgelockert. Schade, dass bei drei von 250 gezeigten Streifen ausgerechnet zwei Animationsfilme ausgewählt wurden. Ein repräsentative Auswahl, war das wohl nicht. Karos stimmungsvoll-melancholische Songs passten sehr schön in die Kinoatmosphäre, und die Anwesenden im gut gefüllten Kino waren voller Begeisterung für diese ruhige Musik. Lust auf Kurzfilme machte die Eröffnung, wie das anschließende Eröffnungsprogramm, welches einen Querschnitt durch alle Wettbewerbe und die Sonderprogramme darstellte, auf jeden Fall.
Und wie bemerkte Richard Kattan zu recht: Das schöne an einem Kurzfilmprogramm ist, dass man es sich anschaut, um überrascht zu werden, während man sich einen Langfilm deshalb anschaut, weil man vorher weiß, was auf einem zukommt.

Also liebe Cineasten: Carpe Wochem!, denn nächsten Donnerstag ist es schon wieder vorbei.

Und noch eine Anmerkung!
In der Kinokneipe, dem Begegnungspunkt zwischen Filmemachern und Publikum, kann man es, selbst als Raucher, nach Kinoschluss nicht mehr aushalten. Der bei der letzten Kurzfilmwoche noch ganz allgemeinverträgliche Konsens (Rauchen im Zelt, Nichtrauchen in der Kneipe), wurde leider in diesem Jahr zu Ungunsten eines Überallrauchens geopfert.