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Artikel Tagged ‘Schlossfestspiele’

Die drei ??? bei den Thurn und Taxis Schlossfestspielen

22. Juli 2012 sgruen Keine Kommentare

Die drei ??? Kids fürchtet jeder Übeltäter

(Sigrid Grün)

Justus, Peter und Bob aus Rocky Beach jagten heute ab 10.30 Uhr ihren Erzfeind “Skinny” Norris auf der Bühne der Thurn und Taxis Schlossfestspiele.
Rocky Beach: Onkel Titus’ Schrottplatz (”Gebrauchtwarencenter Jonas”) ist der beliebteste Treffpunkt der drei Detektive Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews. Als Onkel Titus eine urhässliche Standuhr anschleppt, die er auf einer Auktion erstanden hat, ist Tante Mathilda sauer. Doch bald stellt sich heraus, dass eine kniestige Meckertante genau hinter dieser Uhr her ist und ihr Mündel, das elternlose Mädchen Elizabeth dazu nötigt, eine Zahlenkombination in die Uhr hineinzurufen. Die drei Detektive ahnen, dass sich dahinter ein spannendes Geheimnis verbirgt und als dann auch noch ein nächtliches Phantom auf dem Schrottplatz auftaucht, das Justus in die Flucht schlagen kann, begeben sich die drei ??? auf die Suche nach dem Geheimnis der Uhr. So schlau wie sie dank des leckeren Kirschkuchens von Justus’ Tante Mathilda sind, kommen sie bald dahinter, wie der Uhr ihr Geheimnis entlockt werden kann. Doch das ist erst der Anfang eines spannenden Abenteuers der drei Detektive…

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Sechs Schauspieler stellten hier etwas auf die Beine, das sich wirklich sehen lassen kann. Sie agierten so, dass das junge Publikum der Geschichte gut folgen konnte und bewiesen eindrucksvoll (u.a. auch bei Doppelbesetzungen), was schauspielerisches Können ausmacht - besonders zugute halten kann man den Darstellern, dass sie die Tonprobleme, die sich durch Aussetzer bei der Verstärkung der Headsets, souverän überspielen konnten. Die drei ??? Kids überzeugten durch witzige Regieeinfälle und eine starke Umsetzung durch die Schauspieler. Auch das variable Bühnenbild muss lobend erwähnt werden. Vor der Kulisse der fiktiven kalifornischen Kleinstadt Rocky Beach konnten die Bühnenteile gedreht werden, wobei unterschiedliche Handlungsorte etabliert wurden - Onkel Titus’ Schrottplatz, der Stadtplatz von Rocky Beach mit dem Fred Fireman Brunnen, der eine zentrale Rolle spielt und ein unterirdisches Höhlensystem.
Die Geschichte basiert auf der “Drei ??? Kids”-Folge Der singende Geist.
Abgesehen von den kleinen Tonproblemen eine rundum gelungene Vorstellung mit überzeugenden Darstellern und raffiniertem Bühnenbild!

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Roger Cicero bei den Thurn und Taxis Schlossfestspielen

21. Juli 2012 sgruen Keine Kommentare

“In diesem Moment” tanzten die Menschen im Regen

(Sigrid Grün)

Eigentlich will kein Mensch, dass es bei einem Open Air-Konzert regnet. Eigentlich sollte es eine laue Sommernacht sein. Aber in ganz seltenen Fällen ist ein Konzert bei Regen ein besonderes Erlebnis - dann nämlich, wenn der Musiker es schafft, das Publikum im Regen tanzen zu lassen und eine Stimmung schafft, die das Wetter nebensächlich erscheinen lässt. Genau das hat Roger Cicero am Freitagabend bei den Regensburger Schlossfestspielen geschafft.

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Die Tribüne war voll und der Ausnahmesänger und seine großartige Big Band verzauberten das Regensburger Publikum. Nach diesem unterhaltsamen Konzert muss festgestellt werden: Roger Cicero ist nicht nur ein besonders guter Sänger, sondern ein großartiger Entertainer, der mit viel Charme und Witz durch den Abend führte. Dabei sang er nicht nur die Songs von seinem aktuellen Album “In diesem Moment” - mit dem gefühlvollen und eingängigen Titelsong - sondern auch mal ein Lied von den Sportfreunden Stiller oder von Sting. Er erzählte von seinem musikalischen Werdegang, seiner ersten Gage, die er in Kinderschokolade und Yps-Hefte investierte und den Einflüssen, die ihn zu dem machten, der er heute ist. Trotz Regens schlenderte er singend durchs Publikum, wies den ihm von einem Mitarbeiter der Schlossfestspiele angebotenen Regenschirm mit einem charmanten “Du, ich brauch den nicht!” ab und ließ das Regensburger Publikum singen und tanzen. Der Regen, der mal grämlich-nieselig, mal strömend war, spielte bei der außergewöhnlichen musikalischen Leistung des Sängers und seiner Big Band nur eine Nebenrolle.
Die Big Band verdient auf alle Fälle eine gesonderte Erwähnung, denn sie überzeugte durch einen perfekten Sound - mal swingig, mal getragen. An diesem Abend bewiesen die Musiker und Roger Cicero, wie facettenreich ihr Repertoire ist. Man kann die Veranstalter zu ihrer Auswahl der Künstler nur beglückwünschen! Immerhin hatte sich Roger Cicero schon einmal bei den Schlossfestspielen als Gast bewährt. Auch damals hatte es übrigens in Strömen geregnet. Aber ein richtig guter Entertainer kann das einfach vergessen machen.

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ABBA Mania bei den Schlossfestspielen

20. Juli 2012 sgruen Keine Kommentare

“Come on Regensburg, make some noise!“

(Sigrid Grün)

Glück mit dem Wetter hatte der voll besetzte Schlosshof bei ABBA Mania. Aber nicht nur das: ABBA Mania, vier echte Musikstars auf der Bühne sorgten für ausgezeichnete Unterhaltung und Stimmung im Publikum. Optisch überzeugend erweckten Nadine Edwards als Agnetha, Debbie Watt als Frida, Dale Forbes als Benny (am Klavier) und Steve Bryden an den Gitarren, die siebziger Jahre zu neuem Leben. Alles passte: Kimono und Schlaghose, typische Frisuren und Originalstiefel – eine perfekte Illusion. Soundtechnisch wurde alles rausgeholt. Fast alle bekannten Songs des schwedischen Quartetts wurden auf die Bühne gebracht. Auch um tolle Sondereinlagen waren ABBA Mania nicht verlegen: Bei „Money Money Money“ regnete es Geld! Kein echtes, versteht sich, aber doch besonders angefertigte ABBA-Geldscheine, die als Erinnerung an einen tollen Abend sicher auch einen bleibenden Wert besitzen. Das Publikum ging auch gut mit und war sichtlich in Partylaune, klatschte, schunkelte und stampfte mit den Füßen. Die Leute waren kaum auf ihren Sitzen zu halten und kamen Fridas Aufforderung „Come on Regensburg, make some noise“ nur zu gern nach.
Als Zuschauer hatte man nie den Eindruck, dass es sich bei ABBA Mania um eine reine Retro- oder gar Coverband handelt - alles wirkte original und eigenständig, eine perfekte Illusion, die dem einen oder anderen sicher das Lebensgefühl der Ära der Siebziger Jahre wieder zurückbrachte.
Drei Stunden - bis knapp vor Mitternacht - dauerte die musikalische Party auf den Spuren einer der erfolgreichsten Bands aller Zeiten. Jeder, der da gewesen ist wird bestätigen können, dass hier Unterhaltung vom Feinsten geboten wurde.

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Urban Priol und der Club der Rothaarigen

14. Juli 2012 lweser Keine Kommentare

W. A. Mozart: Die Zauberflöte, Libretto von Emanuel Schikaneder, Thurn und Taxis Schlossfestspiele 2012, Schloss St. Emmeram, Regensburg

Gleich vornweg: Nein, die Inszenierung der Zauberflöte bei den diesjährigen Thurn und Taxis Schlossfestspielen hat nichts mit Sherlock Holmes und auch nichts mit politischen Kabarett zu tun, wie unsere Überschrift vielleicht nahe legen mag.

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In diesem Jahr feiern die Schlossfestspiele ihr zehnjähriges Bestehen. Vielleicht war auch deshalb bei der Eröffnung mit Mozarts Zauberflöte eine besonders große Zahl prominenter und pseudoprominenter Gäste anwesend, von denen die Hausherrin nur einen namentlich erwähnte. Die anderen Vorgestellten mussten sich bei der Begrüßung mit einer kurzen Umschreibung begnügen. Neben „einer wichtigen Persönlichkeit aus Ruanda“ und dem „Botschafter von Barbados“ nebst besonders herzlich willkommen geheißener Gattin, begrüßte Ihre Durchlaucht auch „den Wissenschaftsminister Bayerns“ und die “Wirtschaftsministerin“ (gemeint war vermutlich die Europaministerin Emilia Müller), sowie „den Oberbürgermeister“. Bei der Vorstellung des Ministerpräsidenten Ungarns Urban Priol - Tschuldigung, ich meine natürlich: Viktor Orbán, gab sie nicht nur einen recht langen ungarischen Satz zum Besten, sondern ließ die Robert-Schumann-Philharmonie auch die ungarische Nationalhymne intonieren. Von den fast 3000 Gästen stand der Großteil dabei auf. Der Großteil allerdings nur, denn neben einigen Applaus- und Standing Ovationen-Verweigerern, gab es auch vereinzelte Buh-Rufe. Der hauptsächlich wegen seines antidemokratischen Mediengesetzes in Kritik geratene rechte Politiker, wird davon vielleicht nicht allzu viel mitbekommen haben.

Die Handlung der Zauberflöte, deren Libretto bekanntlich der temporäre Wahl-Regensburger Emanuel Schikaneder schrieb, ist wirr, widersprüchlich und geheimnisvoll. Schikaneder soll das Libretto umgeschrieben haben, nachdem Wenzel Müller eine Oper nach der gleichen Vorlage („Lulu oder die Zauberflöte“) ankündigte. Das soll die Brüche und logischen Aussetzer erklären. Ein anderer Erklärungsansatz besteht darin, dass Schikaneder das Libretto möglicherweise nicht allein schrieb.

Wilgenbus Inszenierung, von der man sich recht viel versprach, immerhin handelt es sich um einen namenhaften, hochgelobten Regisseur, konnte leider in der ersten Hälfte nicht zünden. Bühnenbild und Auftritte wirkten statisch und einfallslos. Ein großes weißes Dreieck in der Mitte dominierte lange Zeit das Bühnenbild. Unmotiviert hingen Planetenpappscheiben an der Decke und die drei Drachen hatte man sich wohl von Peter Maffay ausgeliehen. Die Drei Knaben waren mehr damit beschäftigt, in ihre Spieluhr rein und raus zu klettern, als dort wirklich zu wirken. Lag es an diesen Details, dass einige Zuschauer nach der Pause nicht wieder erschienen, oder doch am, zum Ende der Pause einsetzenden Regen? Zwar gewann die Aufführung in der zweiten Hälft, wurde bunter, abwechslungsreicher und lebhafter, doch bis dahin musste man schon eine gewisse Gelassenheit an den Tag legen. Die Pappscheiben, nach der Pause angestrahlt, wenn nicht über Regensburg, so doch auf der Bühne einen sternenklareren Nachthimmel imaginierten. Warum Papageno, Tamino sowie ein weiterer Herr sich mit feurig rotem Haar schmückten, blieb indes auch am Ende ein Rätsel.

Wolfgang Amadeus Mozart: Die Zauberflöte
eine Produktion der Oper Chemnitz. Inszenierung: Dominik Wilgenbus, Musikalische Leitung: Frank Beermann, Chor der Oper Chemnitz und die Robert-Schumann-Philharmonie. Mit André Riemer, Guibee Yang, Julia Bauer, Andreas Kindschuh, Kouta Räsänen, u.a.

Heute noch bei den Schlossfestspielen sonst an der Oper Chemnitz
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101 Jahre Phantom der Oper

27. Juli 2011 lweser Keine Kommentare

Phantom der Oper – Musical Gala, Thurn und Taxis Schlossfestspiele 2011, Regensburg
mit: Ethan Freeman (Phantom), Beatrix Reiterer (Christine), Nikolaj Alexander Brucker (Raoul), Sonja Kirchberger (Erzählerin);
vermutlich Neues Sinfonieorchesters Berlin & Chor, musikalische Leitung: Gregor Dubuclet

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Gaston Lerouxs Schauerroman Le Fantôme de l´Opéra erschien 1910 und wurde sofort zum großen Erfolg. Schon 1925 verfilmte Rupert Julian den Stoff. Der Film wurde zum Klassiker des Genres und löste eine ganze Gruselfilmwelle aus. Bereits 1929 wurde der Film mit einer Tonspur unterlegt. Es folgten weitere Verfilmungen, Bühnebearbeitungen und literarische Adaptionen. 1984 hatte Ken Hills Musicalversion Uraufführung, die auf Opernauszüge von Mozart, Offenbach und Gounod basiert. Arthur Kopid und Maury Yeston schufen nach Lerouxs Stoff (noch vor Lloyd-Webber) das Musical Phantom, das wegen urheberrechtlicher und finanzieller Probleme aber erst 1991 in Houston uraufgeführt wurde. Andrew Lloyd-Webbers Musical-Version The Phantom of the Opera feierte hingegen schon 1988 in London Premiere und ist mittlerweile die bekannteste Adaption des Stoffes und Lloyd Webbers erfolgreichstes Werk.

Anlässlich des hundertsten Geburtstages (im Jahr 2010) des Romans von Leroux, gibt es nun also die Musical-Gala mit den bekanntesten Songs sowohl von Lloyd-Webber, als auch von Yeston und Hill, teilweise in englischer, teilweise in deutscher Version. Trotz Erzählerin (eine recht unkonzentrierte, wenig überzeugende Sonja Kirchberger als Marie Dupont, der Enkelin Lerouxs) wirkte das ganze etwas konfus und arg zusammengestückelt. So wurden auch Songs aus Love never dies, dem Phantom-Fortsetzungsstück von Andrew Lloyd-Webber von 2010 ganz zusammenhanglos eingeschoben. Das Bühnenbild bestand hauptsächlich aus drei Leinwänden, auf die einfallslose Fotos im Stile von Glückwunschkarten in Wechsel mit Paris-Bildern projiziert wurden. Die zurückhaltende Illumination, die die Fassade des Schlosses mit einbezog hätte eigentlich genügt. Die hochkarätige Besetzung brilliert stimmlich, muss sich darstellerisch aber beschränken. Das angedeutete Spiel ist im Duell des Phantoms und Rauls am witzigsten eingesetzt. Ethan Freeman als Phantom, sowie Nikolaj Alexander Brucker als Raoul überzeugten gesanglich auf ganzer Linie. Beatrix Reiterer meistert die Partie der Christine, die das gesamte stimmliche Spektrum erfordert, meisterlich. Das Publikum dankte Dirigent Gregor Dubuclet und dem Orchester als diese nach der Pause, Jacques Offenbachs „Can Can“ mit komödiantischer Einlage von Dubuclet einschmuggelten, mit größten Applaus. Dieser Einschub kam so gut an, dass am Ende Zugabenrufe den „Can Can“ erneut forderten. Eine Bitte, die prompt erfüllt wurde. Die zweite Zugabe bestand dann aus einer Zusammenfassung der Gala, in der die größten Hits nochmals komprimiert dargeboten wurden.

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Das Dschungelbuch bei den Regensburger Schlossfestspielen

26. Juli 2011 sgruen Keine Kommentare

Griechische Uhren im indischen Dschungel

(Sigrid Grün)

Die Tribüne im Innenhof des fürstlichen Schlosses war komplett gefüllt, als am Sonntag Vormittag Christian Berg die großen und kleinen Zuschauer durch den Dschungel führte. Doch wo ist dieser Dschungel überhaupt, wollte der gewitzte Erzähler gleich zu Beginn der Vorstellung wissen. “Afrika!”, “Indien!” und “Australien!”, kamen die Rufe aus dem Publikum - letzteres quittierte Berg schlagfertig mit dem Kommentar: “Australien? Wohl zu viel Dschungelcamp geguckt!” Die Zuschauer durften schließlich per Applaus abstimmen und verorteten die Szene richtig in Indien.

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Und dann ging es richtig los: Mogli, das Menschenjunge wächst im Dschungel auf. Als sich der Tiger Shir Khan ankündigt, der dem kleinen Menschen nach dem Leben trachtet, wird beschlossen, dass Mogli aus dem Dschungel raus, in eine Menschensiedlung am Rande des Urwalds muss. Panter Baghira soll diese Aufgabe übernehmen. Doch was ist eine Menschensiedlung überhaupt? Der Erzähler holt ein Kind aus dem Publikum. Leider kann der erste Junge den Begriff vor lauter Aufregung nicht erklären - oder vielleicht wollte er einfach nur mal auf der großen Bühne sitzen. Der zweite Junge weiß es dann zum Glück und verrät auch noch seine Adresse dazu.

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Doch Mogli will nicht in die Menschensiedlung. Er liebt den Dschungel, denn hier ist seine Heimat. Auf seiner Reise durch den Dschungel begegnet er dann den witzigsten und gefährlichsten Tieren des Urwalds: Dem Elefantenkind Duda, dem Affenkönig Kind Louie, der Riesenschlange Kaa und natürlich dem gemütlichen Bären Balu, der Mogli von der Hektik der Menschen erzählt und ihm erklärt, was eine Uhr ist. Prompt möchte der Erzähler wissen, wer von den anwesenden Kindern eine Uhr hat. Ein Junge aus dem Publikum kommt auf die Bühne. Wer er sei, woher er komme und woher er die Uhr habe, möchte Berg wissen. “Aus Griechenland!”, antwortet der kleine Jonas und Christian Berg freut sich. “Oh, das ist aber toll! Wenn wir das alle machen würden, hätten wir ein Problem weniger!” Schließlich bedankt er sich noch für den Gag.

Und dann trifft Mogli endlich auf den bösen Shir Khan. Doch natürlich siegt das Gute über das Böse - Mogli zieht den Tiger damit auf, dass er keine Freunde hätte, holt sich die Bestätigung vom Publikum. Hier wird der böse Tiger richtig fertig gemacht und alle spotten mit. Eine Szene, die vielleicht nicht ganz nett ist, immerhin wird hier demonstriert, wie die Masse einen Einzelnen durch Spott und Häme zu Fall bringen kann.

Am Ende geht Mogli dann doch mit dem Menschenmädchen mit in dessen Dorf. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

“Das Dschungelbuch” in der der Bearbeitung von Christian Berg und Konstantin Wecker kam gut an beim Publikum, obgleich es sich gegen Ende etwas in die Länge zog und man immer mehr Kinder fragen hörte: “Wie lange dauert’s noch?”

Christian Bergs etwas klamaukiger Humor war auch nicht unbedingt allen Zuschauern zugänglich. Welcher 5-jährige kennt schon das Dschungelcamp? Und warum ist eine Uhr aus Griechenland eine feine Sache? Manche Fragen blieben offen. Auch der Affenkönig King Louie, der “voll konkret” herumprollte, war wohl eher für etwas größere Kinder (vielleicht) lustig.

Das Stück war trotzdem ein großer Erfolg und die kleinen und großen Zuschauer hatten einen Heidenspaß - auch wenn sie vielleicht nicht an den gleichen Stellen lachten. Die Leistung der nur 5 (!) Schauspieler und Sänger war beachtlich und die von Konstantin Wecker komponierten Songs - allen voran natürlich der “Dschu-Dschu Song” - sind einfach Ohrwürmer.

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Martin Grubinger bei den Regensburger Schlossfestspielen

26. Juli 2011 sgruen Keine Kommentare

Eine rhythmische Reise um die Welt

(Sigrid Grün)

Wer den österreischischen Multipercussionisten Martin Grubinger (noch) nicht kennt, sollte das auf alle Fälle ändern, denn der 28-jährige Ausnahmeschlagzeuger hat den Rhythmus einfach im Blut.
Am vergangenen Sonntag schaffte er es gemeinsam mit seinen nicht weniger begabten Mitstreitern (Martin Grubinger & friends) auf alle Fälle, das Publikum der Schlossfestspiele in rasende Begeisterung zu versetzen. Der Applaus, die Begeisterungsrufe und das Füßetrommeln waren stellenweise beinahe so frenetisch wie die Performance, die man eigentlich gesehen haben muss - in Worten lässt sich der Zauber eigentlich nicht zusammenfassen.

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Martin Grubinger ist viel mehr als ein Musiker, in seiner Konzentration und seiner Körperlichkeit wirkt er eher wie ein Zeremonienmeister, wie ein Zauberer, der in der kraftvollen Klangperformance vollkommen aufgeht. Dabei ist er kein bisschen arrogant oder verschroben. Charmant und voller Begeisterung erzählt er zwischen den Stücken von den Rhythmen, den Komponisten, den Besonderheiten und stellt seine Kollegen vor. Kurz: Der junge Ausnahmemusiker ist einfach durch und durch sympathisch. Gemeinsam mit seinen Kollegen aus der ganzen Welt, spielte er Percussionstücke von allen Kontinenten. Afrikanische, südamerikanische und australische Rhythmen sorgten dafür, dass den Zuhörern in dieser kalten Regensburger Julinacht warm wurde.
Wie ein Klangkaleidoskop schillerten die Stücke in allen nur erdenklichen Farben. Salsaklänge und Afrikanische Rhythmen wechselten sich mit zeitgenössischen Stücken, etwa von Iannis Xenakis (1922-2001), dem “Schutzheiligen der Percussionisten” (Grubinger) ab.
Klavier, E-Gitarre und Bläser unterstützen die Percussionisten Sabine Pyrker, Rainer Furthner, Ismael Barrios, Martin Grubinger und seinen ehemalige Lehrer Leonhard Schmidinger bei mehreren Stücken.
Spätestens bei der Zugabe konnte man sich sicher sein: Grubinger muss ein Zauberer sein! So mühelos kann kein normaler Musiker das vollbringen, was der Percussionist hier zeigte.
Ein unglaublich vielfältiger Abend! Man kann nur hoffen, dass Martin Grubinger noch öfter in Regensburg zu Gast sein wird!
Wer noch nie in den Genuss eines Live-Konzertes von Grubinger & Friends gekommen ist, hat wirklich etwas verpasst!

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Ein gekürzter Jedermann, volkstümlich und rustikal

22. Juli 2011 lweser Keine Kommentare

Hugo von Hoffmannsthal: Jedermann, Thurn und Taxis Schlossfestspiele 2011, Regensburg
mit Gudrun Landgrebe, Christine Neubauer, Peter Willy Willmann, …

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Hugo von Hoffmannsthals Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes war bereits zu seiner Erstaufführung 1911 ein Anachronismus. Ein Mysterienspiel in Knittelversen wie im Mittelalter, aber schwer vereinbar mit einer Zeit des Aufbruchs, dem Höhepunkt der Moderne, der Zeit von Bauhaus und Dada. Auf mittelalterliche Vorlagen griff Hoffmannsthal tatsächlich zurück. Auf eine englische Bearbeitung einer anonymen Moralität The Someonynge of Everyman (Erstdruck 1509), sowie auf Hans Sachs Comedi von dem reichen sterbenden Menschen, der Hecatus genannt aus dem Jahr 1549. Das alles (wie einige weitere) sind Bearbeitungen eines Stoffes, der auf das 12. Jahrhundert zurückgeht. Hoffmannsthal übernahm den allegorischen Charakter der Vorlage. Es treten der personifizierte Mammon, die „Guten Werke“, sowie der Tod auf. Auch Gott und Teufel erhalten ihren Auftritt.
Max Reinhardt war Regisseur sowohl der Uraufführung 1911 in Berlin, als auch der Wiederaufführung 1920 auf dem Salzburger Domplatz, als Herzstück der damals von ihm mitgegründeten Salzburger Festspiele. Somit war er wohl maßgeblich für den Erfolg des Stückes mitverantwortlich. Nicht von ungefähr erinnert das Ganze übrigens an die Oberammergauer Passionsspiele. Hoffmannsthal nannte sie explizit als Vorbild.

Peter Willy Willmann, Hauptdarsteller und Regisseur der Aufführung der Schlossfestspiele, die auch 2004 hier schon einmal zu Gast war, hat kräftig gestrichen. Der Teufel flog raus. Gott kommt nur noch als Stimme aus dem Off (Otto Sanders) vor. So verliert die ohnehin magere Handlung nochmals an Substanz. Stattdessen wird auf Show gesetzt. Ein bisschen Falknerei, Kutschfahrt, die Buhlschaft (Christine Neubauer) auf einem Shire Horse, ein paar Fackeln, Gaukler und ein bisschen Pyrotechnik. Was alles recht hübsch aussieht, über die mangelnden Inhalte jedoch nicht hinwegtäuschen kann. Die Volkstümlichkeit des Stückes wird mit ein paar Laiendarstellern verstärkt, unter denen die Hausherrin nicht die schlechteste Figur abgibt. Auch die Tonqualität ließ zu wünschen übrig. Da knarzte, knacke und rauschte es nur so in den Lautsprechern. Hauptdarsteller Peter Willmann war teilweise kaum zu verstehen, was vielleicht auch an seinem wenig differenzierten Spiel lag. Sein Jedermann ist in erster Linie ein schreiender. Gespielt wurde in Originalkostümen der Salzburger Festspiele aus dem Jahr 1959. Der Tod hatte Ähnlichkeit mit Darth Vader. Gudrun Landgrebe als Jedermanns Mutter spielt den Rest der kleinen Rolle zurückhaltend und souverän. Christine Neubauer wird ihrem Ruf gerecht und spielt die Buhlschaft derb und üppig. Doch im Grunde wurde soviel gekürzt dass man kaum von Rollen sprechen kann. Es gab nur eine Rolle, die von Jedermann, alle anderen Charaktere wurden wenn nicht ganz gestrichen, zur reinen Staffage gekürzt.

Umstritten war derJedermann schon zu seiner Erstaufführung 1911, was den Publikumserfolg jedoch nicht verhinderte. P. Willy Willmann tourt mit seiner Version seit sieben Jahren über die deutschsprachigen Open-Air-Bühnen. Auch diesem Abend waren die knapp 3000 Plätze ausverkauft. Die Frage, was Hoffmannsthal zu Willmanns verstümmelter Version seines Werkes gesagt hätte, bleibt zum Glück Spekulation. Ihre Durchlaucht und das Gros des Publikums indes schienen daran Gefallen zu finden.

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Glaubenskrieg im Schloss St. Emmeram

18. Juli 2010 lweser Keine Kommentare

Giuseppe Verdi: Nabucco, Text: Temistocle Solero, Regie: György Salmeczi, mit Michele Kalmandi, Peter Berger, Martin Gurbal, Csilla Boross, Jana Wallingerová, Jurrij Gorbunov, Petr Levicek, Daniela Stratková-Sedrlová, Chor und Orchester der Janácek Oper des Nationaltheaters Brünn, bei den Thurn und Taxis Schlossfestspielen 2010, Regensburg

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Am Freitagabend wurde mit der Brünner Inszenierung der Verdi-Dauererfolgsoper Nabucco die diesjährigen Thurn und Taxis Schlossfestspiele im Innenhof des Schlosses St. Emmeram in Regensburg eröffnet. 3000 Zuschauer genossen in wärmster Sommernacht dieser opulenten Inszenierung. Wettertechnisch gab es am Premiereabend einen klaren Vorteil gegenüber der verregneten zweiten Vorstellung am Samstag.

Zugegeben, an das sperrige Bühnenbild musste man sich erst einmal gewöhnen. Doch wenn das geschafft war oder man es aus seinem Aufmerksamkeitsfeld auszublenden vermochte, konnte man sich voll und ganz auf den Kampf der Juden für ihre Freiheit und ihren Glauben im Jahre 578 v. Chr. und die hervorragende Leistung von Sängern, Chor und Orchester konzentrieren.

Die Liebesgeschichte der Handlung zwischen Fenena und Ismael ist dem hehreren Kampf des Volkes Israel für ihre Freiheit gegen die Babyloner untergeordnet. Mit der Uraufführung der Oper 1842 wurde wohl der Nerv der Zeit getroffen. Die Italiener sehnten sich nämlich nach einer Befreiung von der Österreichisch-Habsburger Fremdherrschaft. Das Libretto stammt von Temistocle Solero. Der Auftrag es zu vertonen wurde Verdi, der sich (nach dem Tod seiner beiden Töchter und seiner Frau) in einer schweren persönlichen Krise befand, geradezu aufgedrängt. Verdis Musik ist stark textorientiert. Der musikalische Schwerpunkt liegt bei den Chören. Die Vertonung von Soleros Vers am Anfang des Gefangenenchors “Va Pensiero, sull´ali dorate” (Flieg, Gedanke, auf goldnen Schwingen), wurde zum in ganz Italien gesungenen Befreiungslied und gilt als heimliche Hymne der Italiener.

Fenena (Jana Wallingerová), die Tochter des Babylonerkönigs Nabucco (Michele Kalmandi), hatte einst Ismael (Peter Berger), dem Neffen des jüdischen Königs Zedekia, zur Flucht verholfen, der dereinst als jüdischer Gesandter in Babylon Abigail (Csilla Boross), Fenenas Halbschwester, abwies. Fenena ist mit ihm geflohen. Nun, wo die Babyloner Jerusalem belagert, spricht deshalb der Hohenpriester der Juden Zacharias (Martin Gurba) seinem Volk Mut zu, schließlich habe man Fenena, die man als Geisel einsetzen könne. Doch Abigail gelingt mit ihren Truppen als Hebräer verkleidet, der Vorstoß in die jüdische Stadt. Nochmals gibt sie Ismael die Möglichkeit sich zwischen ihr oder dem Untergang seines Volkes einschließlich Fenena, zu entscheiden. Ismael lehnt ihren Antrag ab und verhilft Fenena zur Flucht zu ihrem Vater. Daraufhin bezichtigt das jüdische Volk Ismale während es gefangen gesetzte wird, des Verrates. Währendessen hatte Nabucco seine Nachfolge nicht an Abigail, sondern an Fenena übertragen, was Erstere bewegt erneut Racheplänen zu schmieden und sich mit dem Baalpriester (Jurrij Gorbunov) zu verbünden. Als Nabucco die Pläne Abigails entdeckt, sucht er sie zu vereiteln und wird von ihr gefangen genommen. Nachdem Nabucco den Gott der Hebräer um Hilfe angefleht hat, gelingt es ihm sich zu befreien, Fenena und die Hebräer zu retten, sowie seine Thron zurückzugewinnen. Er bekennt sich zum jüdischen Glauben und gibt Ismale Fenena zur Frau.

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Die Kostüme sind sehr aufwendig. Wer das mag, wird es mögen, den anderen erscheinen sie vielleicht eine Spur zu opulent. Die funktionale Bühne besteht aus einem zweigeteilten Baugerüst. Im ersten Akt stellt die vordere Seite des Gerüstes wohl den Tempelberg in Jeusaelm dar. Als Abigail mit ihren Mannen eindringt und das jüdische Volk in Fesseln legt, teilt sich der Berg. Die Bühne wird nach dem ersten Akt gedreht. Die Königsburg der Babyloner des zweiten Aktes wird durch die Rückseite der der Bühnenstellwände verbildlicht, die nun den Blick auf die Baugerüste freigibt auf denen ein paar roten Pappbildern im Stile des Futurismus befestigt sind. Sie sollen wohl den anderen Glauben der Babyloner verdeutlichen. Ab dem dritten Akt symbolisieren die schräg gestellten Gerüste die hängenden Gärten von Babylon. In ihrer Mitte thront das Götzenbild des Baals wieder im Stil des italienischen Futurismus.

Gesanglich konnte  neben dem Brünner Opernchor und Barriton Michele Kalmandi (Nabucco) vor allem die Sopranistin Csilla Boross in der Rolle der Abigail überzeugen. Mit große Begeisterung und Bewunderung wurde die Brünner Inszenierung vom Publikum aufgenommen.

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Schwäne über Regensburg

22. Juli 2009 lweser Keine Kommentare

Tschaikowski: Schwanensee. Corps de Ballet der Staatsoper Breslau. Thurn und Taxis Schlossfestspiele, Regensburg, 20. Juli 2009.

Siegfried und Odette

Siegfried und Odette

1877 wurde Tschaikowskis Schwanensee unter dem Titel Lebedinoje osero vom Ballett des Bolschoi-Theaters in Moskau zur Choreographie von Wenzel Reisinger uraufgeführt - und war zunächst wenig erfolgreich. Im Laufe der Zeit unterlag das Werk vielen Veränderungen und Kürzungen. Der schwerwiegenste Eingriff ist die Änderung des Schlusses zum Happy End. Nunmehr gilt Schwanensee als der Ballett-Klassiker schlechthin.

Die Inszenierung des Balletts der Staatsoper Breslau (Die Staatsoper Breslau wurde bereits für Aida verpflichtet) konnte man in passendem Ambiente des fürstlichen Schlosses Thurn und Taxis im Rahmen der gleichnamigen Schlossfestspiele erleben.

Das Ballett in vier Akten basiert auf einem in vielen Ländern verbreiteten Märchen. 1.Akt: Prinz Siegfried trifft nach dem Fest seiner Volljährigkeit im Park auf eine Gruppe Schwäne. Sein Jagdtrieb erwacht und er folgt ihnen in den Wald. 2. Akt: Die Schwäne entpuppen sich als schöne Mädchen, deren schönste Odette ist. Sie sind am Tage in Schwangestalt gebannt. Zauberer Rothbart (ursprünglich Odettes Stiefmutter in Eulengestalt) ist dafür verantwortlich. Nur wahre Liebe kann den Zauber brechen. Siegfried und Odette verlieben sich und schwören sich ewige Treue. 3. Akt: Beim Ball, auf dem Siegfried sich eine Braut aussuchen soll, erscheint Rothbart mit seiner Tochter Odile, die Odette zum Verwechseln ähnlich sieht. Siegfried entscheidet sich für sie. Plötzlich erblickt er durch das Fenster einen weißen Schwan und Siegfried eilt voll Verzweiflung davon. 4. Akt: Am See im Wald begegnen sich Siegfried und Odette. Rothbart kommt hinzu. Ein Kampf entbrennt und Odette und Siegfried sterben in den Fluten.

Die Choreographie dieses Abends verkürzt den ersten Akt, in dem Siegfried seine Volljährigkeit feiert auf einen Prolog und versucht im vierten Akt mehrere Fassungen zu einem offenen Schluss zu vereinen. Beim Kampf zwischen Siegfried und Rothbart scheint letzterer die Oberhand zu erlangen. Siegfried bleibt allein und verzweifelt am See zurück.

Die Choreographie und Ausstattung des ersten und dritten (Gesellschaftsbilder), sowie des zweiten und vierten Aktes (Schwanenbilder), unterscheiden sich augenscheinlich voneinander. Es zeichnen dafür nämlich zwei verschiedene Choreographen verantwortlich. (So bereits in der St. Petersburger Aufführung von Petipa und Iwanow von 1895.) Während die sogenannten weißen Akte (2. und 4. Akt) von Viktor Smirnov-Golovanov klassisch und schlicht inszeniert wurden, benutzt im ersten und dritten Akt Ewa Wycichowska verstörende Elemente und Kostüme. So treten zum Beispiel zwei Tänzer im Reigen der Bewerberinnen um den Prinzen auf, noch dazu in roten Strümpfen und Strapsen. Dem Publikum scheint es gefallen zu haben, denn die beiden Tänzer erhielten einen besonders begeisterten Schlussapplaus. Odette und Odile werden von der 21-jährigen Ukrainerin Aleksandra Liaszenko getanzt. Die Doppelrolle war so bereits bei Reisinger angelegt, wurde in späteren Aufführungen aber auch gelegentlich mit zwei Tänzerinnen besetzt.

Zu Recht gilt dieses Ballett als Inbegriff seiner Gattung. Nur ein echtes Orchester hätte wohl die Aufführung an diesem Abend noch perfektionieren können.

Totale im fürstlichen Schloss

Schwanensee - Totale im fürstlichen Schloss