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Artikel Tagged ‘Schlossfestspiele Regensburg’

Operngala mit Piotr Beczala

27. Juli 2015 sgruen Keine Kommentare

Festlicher Abschluss der Schlossfestspiele

(Sigrid Grün)

Die Operngala bildet traditionsgemäß den krönenden Abschluss der Regensburger Schlossfestspiele. In diesem Jahr war der Gewinner des ECHO-Klassik, Piotr Beczala zu Gast. Der 1966 in Polen geborene lyrische Tenor ist einer der erfolgreichsten Konzertsolisten unserer Zeit und arbeitet u.a. mit Anna Netrebko zusammen. Sowohl auf den Salzburger Festspielen, als auch in der Mailänder Scala und in der New Yorker Met begeisterte er das Publikum.

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In Regensburg sang er verschiedene Arien, etwa „Di´ tu se fedele“ aus Verdis Oper „Un ballo in maschera”,  “La fleur que tu m´avais jetée“ aus „Carmen“, „Salut! Demeure chaste et pure“ aus aus Gounods „Faust“, das Gebet des Rodrigue aus „Le Cid“, „E lucevan le stelle“ aus Puccinis Tosca und schließlich „Nessun dorma“ aus „Turandot“.

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Beczalas Stimme und Ausdruck waren so vollkommen, dass das Regensburger Publikum bis zum Schluss wie verzaubert war.
Marc Piollet dirigierte die Hofer Symphoniker, die ihr Bestes gaben, aber teilweise etwas gehemmt wirkten. Dem Weltstar Beczala machte das nichts aus. Er beschenkte die Zuhörer mit einem glanzvollen Abend voller Höhepunkte. Das Publikum dankte ihm mit stehenden Ovationen.

Classic meets Cuba mit Klazz Brothers & Cuba Percussion

21. Juli 2015 jneidh Keine Kommentare

Ein Hauch von Havannah bei den Schlossfestspielen

(Jan Neidhardt)

Von Beethoven bis Vivaldi aber mit Swing, Merengue, Afro- und Latin Jazz… Dass das eine feurige Mischung ergeben würde, hatte ich mir schon gedacht. Die fünf Musiker, drei davon augebildete klassische Instrumentalisten und zwei ebenso ausgebildete cubanische Percussionisten brachten am Montagabend zusätzlich zur Affenhitze die Stimmung zum Kochen.

Zu den extrem rhythmischen und sehr eingängingen, da auch bekannten, Interpretationen von Klassikern wie Vivaldis “Vier Jahreszeiten”, der “Ode an die Freude” oder “Eine kleine Nachmusik” und vielen anderen, gesellten sich noch launige Sprüche, Wissenswertes über die Wurzeln der cubanischen Musik  und einige Slapstick-Einlagen, die den Probenalltag und die Schwiergikeiten, die es mit sich bringt, wenn man zwei Traditionen unter einen Hut bringen soll, auf die Bühne brachten.

An den Congas: Elio Rodriguez Luis

An den Congas: Elio Rodriguez Luis

Die kubanische Musik, so konnte man erfahren mischt Einflüsse aus Spanien und Westafrika, besonders wichtig sind hier die Percussioninstrumente, wie die Conga, die meisterlich beherrscht von Elio Rodriguez Luiz in neue Dimensionen geführt wurde. Musik aus einer anderen Welt schien übrigens auch das Triangelsolo zu sein, dass man so sicher kein zweites Mal zu hören bekommen wird. Wirklich ein Erlebnis.

Die Preisträger des German Jazz Award vermittelten die zu einem solchen Sommerabend passende Stimmung sehr gut und versetzten den gebannten Zuhörer in eine Stimmung, wie man sie sonst wohl nur am Strand von Havannah erleben kann.

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Zaz zu Gast bei den Schlossfestspielen

20. Juli 2015 sgruen Keine Kommentare

Charme und Power aus Paris

(Sigrid Grün)

Ein Konzert, das Jung und Alt begeisterte gab die Pariser Sängerin ZAZ gestern im Innenhof des fürstlichen Schlosses. Fürstin Gloria hatte auch die Jazzlegende Quincy Jones geladen, der Zaz’ aktuelles Album “Paris” mitproduzierte und das Konzert der jungen Französin sichtlich genoss.

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Zaz, die mit bürgerlichem Namen Isabelle Geffroy heißt, sang neben den Liedern ihres aktuellen Albums “Paris” natürlich auch ihren größten Hit “Je veux” und ließ ihre legendäre Handtröte mit dem Kazoo-Sound erklingen.

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Gemeinsam mit ihrer Band und mehreren Sängern, die nicht nur stimmlich sondern auch tänzerisch begabt waren, sorgte die Nouvelle-Chanson-Sängerin mit der rauchigen Stimme für Begeisterungsstürme.

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Zaz zeigte, dass sie sowohl fröhliche als auch gefühlvolle Songs perfekt performen kann und zahlreiche Konzertbesucher stimmten mit ein. Zweimal wechselte sie ihr Outfit und jedes Mal offenbarte sie auch neue Facetten ihrer Kunst.
Ob Chanson, Pop oder Jazz - Zaz kann alles und das Publikum feierte mit ihr ein großes Fest.

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Am 17. Juli starten die Schlossfestspiele

30. Juni 2015 sgruen Keine Kommentare

Hochkarätige Stars in Regensburg

Die Schlossfestspiele sind alljährlich ein Highlight des bayerischen Festspielsommers und auch dieses Jahr erwartet das Publikum ein exklusives und facettenreiches Programm.

Die Festspiele starten traditionsgemäß mit einer Oper im Innenhof des fürstlichen Schlosses. Am Freitag, den 17. Juli feiert Giacomo Puccinis La Bohème um 20.30 Uhr Premiere. Wer es zum Auftakt der Schlossfestspiele nicht schafft, kann die Oper aus dem Jahr 1896 auch am Samstag um 20.30 Uhr sehen.
Am Sonntag, den 19. Juli wird Frankreichs Shooting-Star Zaz den Schlosshof mit Chansons rocken und am Montag (20. Juli) heißt es schließlich Classic meets Cuba. Die Klazz Brothers werden gemeinsam mit Cuba Percussion einen temperamentvollen Mix aus Vivaldi, Beethoven und Co. mit Merengue, Swing und Afro- und Latin Jazz präsentieren.
Am Dienstag, den 21. Juli performen Local Heroes (Steffi Denk, Markus Engelstädter, Lisa Wahlandt, Bernd Meyer, Gerwin Eisenhauer sowie der Cantemus Chor gemeinsam mit Band und Orchester) Pink Floyd’s “The Wall”.
Am Mittwoch, den 22. Juli wird schließlich Placido Domingo sein einziges diesjähriges Deutschlandkonzert in Regensburg geben. Im Rahmen eines Gala-Abends wird der Jahrhundertsänger ab 20.30 Uhr Arien, Duette und Orchesterstücke aus Verdis “Nabucco”, “La Traviata” und “Il Trovatore”, sowie Stücke von Donizetti, Giordano, Strauss und Lehár singen.
Am Donnerstag (23. Juli) gibt sich ab 20.30 Uhr “Tiger” Tom Jones die Ehre im Schlosshof.
Am Freitag, den 24. Juli sorgen die vier Mitglieder von Adoro mit einem Crossover aus Klassik und Pop für eine romantische Sommernacht.
Xavier Naidoo singt am Samstag, 25. Juli ab 20.30 Uhr vom “Frei sein”.
Wie jedes Jahr steht am Sonntag Vormittag das Kinderstück auf dem Programm. In diesem Jahr ist es Conni - Das Kindermusical. Das Stück beginnt um 10.30 Uhr.
Am Abend bildet die Festliche Operngala mit Startenor Piotr Beczala schließlich den krönenden Abschluss der diesjährigen Schlossfestspiele. Ab 20.30 Uhr wird der diesjährige ECHO-Preisträger u.a. Opernarien von Verdi, Donizetti und Bizet singen.

Nähere Informationen und Karten gibt’s unter:
www.odeon-concerte.de

Die große Glenn-Miller-Nacht mit Andrej Hermlin & Swing Dance Orchestra

26. Juli 2014 sgruen Keine Kommentare

Let the swing begin

(Sigrid Grün)

Die Musik, die am Freitag im Innenhof des Fürstlichen Schlosses erklang, passte perfekt zum lauen Sommerabend. Die wohl populärste Stilrichtung des Jazz - der Swing - erlebte ihren Höhepunkt in den 1930er Jahren. Damals ging es vor allem darum, dass man gut zur Musik tanzen können sollte. Glenn Miller, der gemeinsam mit seiner Big Band mit Hits wie “Moonlight Serenade”, “In the Mood” und “Chattanooga Choo Choo” für Furore sorgte, gilt als Inbegriff des weißen Swing.

Hermlin & Hermlin - Vater und Sohn

Hermlin & Hermlin - Vater und Sohn

Andrej Hermlin entführte das Regensburger Publikum in die 1930 und 40er Jahre und führte die Zuhörer ganz nebenbei in die Welt des Swing ein. So erfuhr man etwa, dass das erste Lied, “Moonlight Serenade”, das einzige von Miller selbst komponierte Werk war. Alle restlichen Hits stammen aus der Feder anderer Musiker. Hermlin trat gemeinsam mit seinem Swing Dance Orchestra auf, das aus vierzehn Musikern, den Gesangssolisten Bettina Labeau und David Rose sowie der Gesangsgruppe “THE SKYLARKS” besteht. Als Special Guest hatte der Pianist Hermlin noch ein besonderes Ass im Ärmel - einen 13-jährigen Wunderknaben, der bereits mit 3 nach einer Trommel verlangte und bald über außergewöhnliche musikalische Fähigkeiten verfügt. 10 Jahre später steht der charmante junge Mann auf der Bühne und singt (u.a. “I come from a musical family”), spielt Schlagzeug und steppt, was das Zeug hält. Sein Name: David Hermlin, seines Zeichens Sohn des Bandleaders Andrej Hermlin. Der beschert dem Publikum mit seinen pointierten Moderationen einen vergnüglichen und interessanten Abend, an dem der Zuhörer u.a. erfährt, dass Glenn Miller zum Beispiel die erste Goldene Schallplatte erhielt - für “Chattanooga Choo Choo”, das natürlich auch in Regensburg performt wird.

David Rose und THE SKYLARKS

David Rose und THE SKYLARKS

Die Band und die Solisten sorgten für einen herrlich beschwingten Abend, an dem man einiges über Miller und den Swing lernen konnte.

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Giora Feidman und “Gitanes Blondes” bei den Regensburger Schlossfestspielen

24. Juli 2014 sgruen Keine Kommentare

Ein magischer Konzertabend

(Sigrid Grün)

Leise Klarinettentöne erklingen im Schlosshof. Der “King of Klezmer” tritt über die Zuschauertribüne auf. Er schreitet durch die Reihen und lässt sein Instrument sprechen. Von Beginn an verzaubert Feidman seine Zuhörer und nimmt sie mit in die Welt des Klezmer, der jiddischen Musik, die zwischen Wehmut und Klage auf der einen Seite und unbändiger Lebensfreude auf der anderen Seite changiert. Und dann, nach dem ersten Stück, erzählt Feidman von sich selbst - er ist gerade erst aus Israel angekommen - und von dem gegenwärtigen Nahostkonflikt. Sein Plädoyer für Frieden und “Liebe, Liebe, Liebe” berührt das Publikum und löst spontanen Beifall und Begeisterung aus. Im Anschluss an seine hoffnungsvollen Worte erklärt er die gewaltsame Lösung des Konflikts mit Waffen in verzweifeltem Ton für “dumm, dumm!” und entschuldigt sich gleich beim Publikum dafür, dass er seinen eigenen Konflikt zu dem des Publikums gemacht habe.

Der King of Klezmer kam durchs Publikum

Der King of Klezmer kam durchs Publikum

Und dann beginnt er erneut zu spielen, diesmal mit der Münchner Band “Gitanes Blondes”, die sich auf Balkan-Folk, Jazz und eben Klezmer spezialisiert haben. Die “Gitanes Blondes”, das sind: Mario Korunic (Geige), Konstantin Ischenko (Akkordeon), Simon Ackermann (Kontrabass) und Christoph Peters (Gitarre). Und sie sind vor allem eines: musikalisch perfekt. Dies werden sie dem Publikum im Laufe des Konzertabends noch vielfach beweisen. Alle fünf Musiker - Feidman, Korunic, Ischenko (er wurde an diesem Tag übrigens Vater), Ackermann und Peters sind ungeheuer präsent und einfach durchweg sympathisch. Sie verstehen es in Perfektion zu spielen ohne, dass dies auch nur einen Augenblick lang angestrengt wirkt. Es kommt alles so leicht und trotzdem intensiv beim Publikum an, dass es wie Magie wirkt. Oft singen die Zuschauer mit - und ja, Feidman hat durchaus recht - es klingt wie ein Engelschor, vor allem, wenn das weibliche Publikum die sanften Melodien, wie z.B. “Donna, Donna” anstimmt.

Korunic, Ackermann, Peters und Ischenko

Korunic, Ackermann, Peters und Ischenko

Feidman und die Gitanes Blondes schaffen eine Atmosphäre, die einfach nur schön ist - z.B. wenn er eine Mutter, deren Baby unruhig wird und die deshalb den Schlosshof mit dem kleinen Jungen verlassen möchte dazu auffordert zu bleiben, Babies, die gehören doch dazu! Und dann spielt er spontan “Hänschen klein” für den Kleinen und der hört sich im Anschluss das ganze Konzert bis zur Pause mit an. An diesem Abend können die Zuhörer erleben wie lebendig Musik sein kann und sie erfahren, was für großartige Entertainer Feidman und die jungen Münchner Musiker sind. Auf der einen Seite stehen also die musikalische Perfektion, ein absolut vollkommenes Lautleisespiel und die Seele des Klezmer und anderer Stile, die hier zum Leben erweckt werden - sie scheinen wirklich alles zu beherrschen, inklusive Tango und eigener Mixturen, die z.B. die deutsche Hymne enthalten - und auf der anderen Seite stehen hier fünf Entertainer auf der Bühne, die viel mehr können als “nur” Musik zu machen. Sie können Begeisterung wecken und völlig mühelos den Funken überspringen lassen. Das Glück beides zu erleben haben nicht viele Konzertgänger. Wer am Mittwoch die Schlossfestspiele besuchte, hatte es auf alle Fälle. Giora Feidman ist eine Legende und gemeinsam mit den “Gitanes Blondes” ein unvergessliches Erlebnis.

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“Opern auf Bayrisch” auf den Regensburger Schlossfestspielen

23. Juli 2014 sgruen Keine Kommentare

Operngaudi nach Verdi, Mozart und Wagner

(Sigrid Grün)

Seit den späten 70ern sind Paul Schallwegs “Opern auf Bayrisch” ein Dauerbrenner auf Volksbühnen und am Bayerischen Staatsschauspiel. Diesen Sommer waren drei der insgesamt 25 Texte auf den Regensburger Schlossfestspielen zu sehen. Verdis “Aida”, Mozarts “Zauberflöte” und Wagners “Lohengrin” in Mundart lasen die Schauspieler Conny Glogger, Gerd Anthoff und Michael Lerchenberg vor, begleitet vom Percussionisten Werner Hofmeister und einem Orchester unter der Leitung von Andreas Kowalewitz.

Bayrische Regenopern nach Verdi, Mozart und Wagner

Bayrische Regenopern nach Verdi, Mozart und Wagner

Zum Auftakt gab’s “Aida” und Regen. Die kurze Unterbrechung der Lesung wurde vom Orchester stimmungvoll begleitet - die Musiker stimmten “I’m singing in the Rain” an, während im Publikum die Regenponchos übergestreift wurden. Glogger, Anthoff und Lerchenberg setzten die Lesung in Reimform schließlich souverän fort und das Publikum amüsierte sich. Werner Hofmeisters Percussion auf Flaschen, Pfannen und Töpfen sorgte für besonders viele Lacher, untermalte er die Lesung doch nicht nur mit rhythmischen Elementen, sondern auch mit passenden Geräuschen, die ein ägyptisches Ambiente etablierten. Im Triumphmarsch konnte man Teile aus “Ja, mir san mit’m Radl da” hören.

Anthoff, Glogger und Lerchenberg

Anthoff, Glogger und Lerchenberg

Im Anschluss an den Verdi lasen die Schauspieler “Die Zauberflöte”, die Schallweg im märchenhaft schönen Berchtesgadener Land verortet hatte. Der Königssee ist der Schauplatz und der Ignaz der Held, der bisher noch nicht die Richtige gefunden hat, weil er stets an den offensichtlich zu hohen Ansprüchen scheitert. Doch dann erblickt er sie doch, seine Tamina, die hier eine Wiebke ist und genau das, was Ignaz eigentlich auf gar keinen Fall möchte: a Saupreißin. Doch das weiß der verzückte Ignaz zunächst nicht und folgt ihr liebestrunken nach St. Bartholomä, wo die Angebetete als Bedienung arbeitet. Doch bevor die beiden zusammenkommen, muss noch einiges geschehen. Ignaz muss die Schöne dem Watzmann-König abluchsen, bei dem sie gelandet ist, nachdem sie der Blaueisgletscherkönigin mit den Worten „Des Geisterleb’n kotzt mi o, ois was i wui, des is a Mo!“ davongelaufen war. Zum Schluss fügt sich natürlich alles zum Guten und die gesprächige Wiebke und Ignaz werden ein Paar und führen ein glückliches Leben unter den neidvollen Blicken ihres Umfeldes.

Werner Hofmeister

Werner Hofmeister

Wagners “Lohengrin” spielte in der Schallweg’schen Fassung in Wolfratshausen und endete natürlich wie das Original äußerst tragisch - bei einem Frageverbot, das im Zentrum einer Geschichte steht, ist etwas anderes auch schlichtweg nicht denkbar.
Trotz widriger Wetterverhältnisse konnte das Publikum sich über eine erstklassige musikalische Lesung mit hochkarätigen Rezitatoren und Musikern freuen. Amüsant, kurzweilig und volksnah kam diese Operngaudi daher - Attribute, die man sonst nicht unbedingt mit den opulenten, mehrstündigen Werken von Verdi, Mozart und Wagner assoziieren würde. Und bei so einer soliden Unterhaltung hat auch der Regen fast nicht gestört.

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Veranstaltungstipp: Schlossfestspiele Regensburg

17. Juni 2014 sgruen Keine Kommentare

Stars im Fürstlichen Schloss

(Sigrid Grün)

In einem Monat ist es wieder soweit: Eine Vielzahl von Stars aus Klassik, Pop und Rock geben sich an zehn aufeinanderfolgenden Tagen ein Stelldichein im Regensburger Fürstenschloss.
Am Freitag, den 18. Juli starten die diesjährigen Schlossfestspiele mit der Premiere von Verdis Rigoletto in der Inszenierung der Breslauer Staatsoper. Am 19. Juli (Samstag) ist das “Mega-Opernevent” dann erneut auf der Freilichtbühne zu sehen.
Am Sonntag, den 20. Juli wird Howard Carpendale für das Regensburger Publikum singen und am Montag (21.7) erwartet die Zuseher “Opern auf Bayrisch” - ein höchst amüsanter Opernabend, der aus einer Faschingsvorstellung des Münchner Volkstheaters hervorgegangen ist.
Am Dienstag folgt schließlich das Konzertereignis des Jahres - nachdem im vergangenen Jahr die ausverkaufte Vorstellung aufgrund gesundheitlicher Probleme abgesagt werden musste, wird er dieses Jahr hoffentlich rundum gesund auf der Regensburger Bühne stehen und seine “Greatest Hits” performen: Sir Elton John.
Am Mittwoch (23. Juli) ist Klezmer-Musiker Giora Feidman mit den Gitanes Blondes in Regensburg zu Gast.
Am Donnerstag (24. Juli) folgt der britische Singer-Songwriter James Blunt und am Freitag, den 25. Juli, wird die legendäre Nena mit ihrer Band den Schlossinnenhof rocken.
Am Samstag (26.7) findet schließlich die große Glenn-Miller-Nacht mit Andrej Hermlin statt.
Und am Sonntag (27.7) wird - wie jedes Jahr - am Vormittag das Kinderstück zu sehen sein. Diesmal mit der beliebtesten und frechsten Hexe Deutschlands höchstpersönlich: Bibi Blocksberg.
Am Sonntagabend bildet die Operngala mit Angela Gheorghiu schließlich den festlichen Abschluss.
Die Abendveranstaltungen beginnen jeweils um 20.30 Uhr, das Kinderstück um 10.30 Uhr.
Weitere Informationen und Tickets unter www.odeon-concerte.de

Das Ukulele Orchestra of Great Britain im Regensburger Schloss

18. Juli 2013 sgruen Keine Kommentare

Großartige Entertainer ließen die Flöhe hüpfen

(Sigrid Grün)

Die Ukulele (hawaiisch für “hüpfender Floh”) ist ein Instrument, das viele nicht ganz ernst nehmen. Blödelbarde Stefan Raab zupft gerne daran herum und ist diese Minigitarre überhaupt ein richtiges Instrument?

Groß genug für sechs: Die Ukulele.

Groß genug für sechs: Die Ukulele.

Was sich aus den Instrumenten herausholen lässt und wie man außerdem noch einen verrückten, witzigen und zutiefst beeindruckenden Abend mit einem genialen Ukulele-Ensemble verbringen kann, erfuhr das Publikum gestern auf den Regensburger Schlossfestspielen. Müsste man diesen Abend in einem Wort zusammenfassen, so wäre das wohl: Unglaublich!

Das Ukulele Orchestra of Great Britain bewies nicht nur, wie virtuos man die Ukulele zupfen kann, sondern auch, dass in Ukulele-Spielern mitunter auch großartige Sänger stecken und vor allem, wie viel Spaß Musik macht. Der Unterhaltungswert der Briten ist enorm. Das Publikum hatte nicht nur an den Musiknummern seine reine Freude, sondern auch an den Entertainmentkünsten der Moderatoren, allen voran George Hinchliffe, der seit seinem 8. Lebensjahr Ukulele spielt und 1985 gemeinsam mit Kitty Lux das UOGB gegründet hat.

George Hinchliffe

George Hinchliffe

“Do you know Heino?”, stand etwa als Frage im Raum und Kitty Lux antwortete in einem Tonfall, der nur als “very british” bezeichnet werden kann: “Unfortunately yes!”

Auch gesanglich überzeugten die acht gewitzten Briten voll und ganz. Bei geschlossenen Augen konnte man George Hinchliffe nicht von Frank Sinatra unterscheiden. Jeder Musiker hat seine speziellen Vorlieben und darf diese auch ausleben - und so kam das begeisterte Publikum in den Genuss einer unglaublichen Vielfalt: Von Country über Klassik, Rock und Pop bis Punk. Die Interpretation des Sex Pistols Hits “Anarchy in the UK” war einfach umwerfend!

Eine besondere Spezialität dieses irre guten Orchesters sind übrigens kunstvolle Medleys, allen voran “Fly Me Off the Handel”, das Georg Friedrich Händels “Passacaglia”, “Killing me softly”, “Hotel California”, “I will survive”, “Fly me to the Moon”, “Autumn leaves” u.a. kombiniert und virtuos ineinander verflicht.

Der Sommerabend mit dem Ukulele Orchestra of Great Britain ist ein unvergessliches Konzerterlebnis gewesen. Noch mehr kann man von einem perfekten Konzertabend definitiv nicht erwarten!

Ein unvergessliches Konzerterlebnis: Das Ukulele Orchestra of Great Britain

Ein unvergessliches Konzerterlebnis: Das Ukulele Orchestra of Great Britain

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Ludovico Einaudi & Ensemble auf den Schlossfestspielen

16. Juli 2013 sgruen Keine Kommentare

Ein kontemplativer Sommerabend im Innenhof des fürstlichen Schlosses

(Sigrid Grün)

Ludovico Einaudi, der einem breiten Publikum insbesondere durch seine Filmmusik (u.a. “Ziemlich beste Freunde”) bekannt geworden ist, spielte in Regensburg gemeinsam mit seinem Ensemble vor allem Kompositionen aus seiner jüngsten Veröffentlichung “In a time lapse”. Selbstverständlich bekam das Publikum aber auch Soundtracktitel zu hören.

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Einaudi gelingt es wie kaum einem anderen zeitgenössischen Künstler, Klassik und Pop zusammenzuführen. Die minimalistischen Passagen erinnern an Philip Glass und Ryuichi Sakamoto - aber das Interesse des Italieners galt schon immer auch Popkünstlern wie Björk, Coldplay oder Radiohead, die ihn ebenfalls merklich beeinflussten.

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An diesem wunderbaren Sommerabend im fürstlichen Schlosshof wusste Einaudi sowohl als Komponist als auch als konzentrierter Virtuose am Flügel zu überzeugen. Besonders hervorzuheben ist die Leistung des Ensembles, das gemeinsam mit dem Star des Abends brillante Klangbilder schuf, die das Regensburger Publikum verzauberten.

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Einaudis Stücke sind kontemplativ und inspirierend - nach der Pause wurden die Titel emotionaler, intensiver, teilweise aufwühlend. Der Abend mit Einaudi und Ensemble war ein großer Genuss für das Publikum, das mehrere Zugaben forderte.

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