Schlossfestspiele Muttertagsspecial

5. Mai 2015 sgruen Keine Kommentare

Oper, Konzerte und mehr

Am Sonntag ist Muttertag und auch dieses Jahr gibt es aus diesem Anlass wieder eine Rabattaktion. Bis Sonntag können Tickets für “La Bohème”, “Classic meets Cuba”, Tom Jones, Julia Fischer und für Adoro bis zu 30% günstiger erworben werden. Wer bei der Internetbestellung bei Bemerkungen das Kennwort “Muttertag” einträgt, bekommt satte Rabatte.

Was gibt es sonst noch bei den diesjährigen Schlossfestspielen?
Frankreichs Shooting-Star “Zaz” wird am Sonntag, den 19. Juli den Regensburger Schlosshof mit ihren Chansons rocken, am Dienstag (21. Juli) werden die “Local Heros” Steffi Denk, Lisa Wahlandt, Markus Engelstädter, Gerwin Eisenhauer sowie der Cantemus-Chor mit Band & Orchester Pink Floyds “The Wall” performen, am Mittwoch gibt’s einen Galaabend mit Placido Domingo und am Samstag Xavier Naidoo. Die Schlossfestspiele werden wieder traditionell mit einem Kinderstück - dieses Jahr “Conni - Das Kindermusical” und mit einer festlichen Operngala (mit dem Startenor Piotr Beczala) ihren krönenden Abschluss finden.

Karten gibt’s unter:
www.odeon-concerte.de

Sinnlose Sachen erzählen - Babyflaschen-Temperaturband

5. Mai 2015 sgruen Keine Kommentare

Weiß ist heiß - twääääng!

Mein Vorname ist Everyday, mein Nachname Solutions. Ich habe einen Zwilling, der genauso heißt, ich weiß nicht, wer zuerst da war. Auf alle Fälle sind wir eine Innovation aus Schweden. Sehr viel können wir nicht, aber das macht nichts - wir sind trotzdem teuer.
Ich versuche meinen Job möglichst zuverlässig zu machen, kriege das aber leider nicht wirklich gut hin, vermutlich steckt ein Entwicklungsfehler dahinter. Das ist eine Art Gendefekt, den ich meinem Schöpfer verdanke. Der wollte uns natürlich möglichst perfekt hinbekommen, aber man kann sich ja denken, was dabei herauskommt…
Charakterlich bin ich elastisch und sehr vorsorglich - was ich wirklich gut kann, ist Babyflaschen umarmen. Ich bin auch recht robust - immerhin ertrage ich Temperaturen bis zu 100°C und spülmaschinenfest bin ich auch. Zudem verfüge ich über ein gerüttelt Maß an Geduld, immerhin kann ich lange warten, bis die Temperatur der Babyfläschchen sinkt. Fällt sie unter 37°C beginne ich mich zu verfärben, denn das ist die optimale Trinktemperatur. Keine Ahnung, was das heißt, ich bin nur ein Everyday Solutions Babyflaschen Temperaturband aus Silikon. Ich beherrsche zwei Farben: weiß und grün. Weiß heißt heiß, grün ist gut. Aufgrund meines Entwicklungsfehlers kann ich leider nicht so gut bestimmen, wann diese ominöse optimale Trinktemperatur erreicht ist. Manchmal fange ich deshalb schon etwas zu früh an, mich grün zu verfärben. Ob ich darunter leide? Naja, mir ist es eigentlich relativ egal. Ich bin eine vollkommen sinnlose Sache, denn bisher konnten die Menschen, die mich die ganze Zeit anglotzen und darauf warten, dass ich mich endlich verfärbe, auch gut ohne mich auskommen. Angeblich verfügen sie selbst über Temperaturfühler. Mal sehn, ob es ihnen irgendwann auffällt, dass sie mich eigentlich überhaupt nicht bräuchten!
Und jetzt muss ich los. Ich muss mich gleich um ein heißes Babyfläschen legen. Twääääng!

www.amazon.de

Studium mit Pep - Schnurren aus dem Katzenalltag

30. März 2015 sgruen Keine Kommentare

Hundemund tut Wunder kund…

(Pep Schwarz-Weißflach)

Meeeeeaaaaau! Gestern wurde ich frühzeitig geweckt, obwohl Hundetag war. Normalerweise kann ich am Hundetag ausschlafen, denn Hunde führen ihre Streichelmenschen immer erst recht spät aus. Mir hing die Nacht noch im Pelz als schon der erste Hund auftauchte und mich beschnüffelte. Zum Glück ließ er von mir ab, nachdem ich ihm ordentlich eine geprankt hatte - ein lautes Aufjaulen und weg war er. Doch seine Kollegen folgten auf den Fuß. Und mit dem Regen, der sich irgendwann einstellte, kam Poldi. Er belästigte mich wieder einmal bei ihr-wisst-schon-was… Und diesmal wollte ich die Sache endgültig klären. In meinem Revier bin ich der Chef und nicht dieser Poposchnüffler!
“Dackel! Noch so’n Schnuff - Schnauzenbruch! Meeeeeeaaaau!”
Ich weiß, dass das keine nette Begrüßung war, sollte es ja auch nicht sein… Eigentlich hätte ich als Entgegnung mit diesem hundsgewöhnlichen “Wau!” gerechnet - was tatsächlich folgte war einfach nur … unfassbar!
Popo-Poldi erwiderte: “Unechter Bruch oder echter Bruch, hech-hech-hech?”
“Meeeeaaaaau! Bitte?!”
“Zähler größer als Nenner oder Nenner größer als Zähler, hech-hech-hech?”
“Ich warne dich!! Meeeeaaaaaau!” Meine Warnung unterstrich ich mit meinem steilsten Katzenbuckel.
“Was für eine Parabel! Die krieg ich beim Häufchen machen nie und nimmer so hin! Hech-hech-hech!”
“Daaaackel! Ich will mich hier auf keine blöde Diskussion mit dir einlassen!”
“Waaau! Dooooch, Kurvendiskussion, hech-hech-hech!!!”
“Dackel! Hööör auf! Seit wann kannst du überhaupt sprechen?!”
“Den Zeitpunkt kann ich ganz exakt bestimmen. Es war als ich mich gerade verstärkt mit der numerischen Integration auseinandersetzte, hech-hech-hech…”
“Was redest du denn da? Meeeaaaaaau!”
Es folgte ein langer Monolog, von dem ich nur die Hälfte verstand und der jäh durch einen schrillen Pfiff beendet wurde.
“Ojeee, mein Mensch hat wieder Orientierungsprobleme. Der findet nie alleine nach Hause und ich muss ihn führen. Diese defizitären Faulpelze müssen sich auch immer von uns ziehen lassen, hech-hech-hech… Pass auf, morgen komm ich wieder und dann verrate ich dir ein großes Geheimnis, hech-hech-hech. Aber erstmal kein Wort zu niemand!”
Und weg war er… Ich stand betroffen unter dem Vordach des PT-Gebäudes. Der Regen fiel, als wäre es ihm egal, dass meine Welt gerade aus den Fugen geraten war. Der Dackel konnte sprechen und er wusste offenbar mehr als ich es mir je erträumt hätte. Ich werde nie wieder vorzeitig über jemanden ein Urteil fällen. Popo-Poldi kannte ein Geheimnis, das er mir verraten würde. An diesem Tag, der schon so verwirrend begonnen hatte vergaß ich sogar das Mäusepflücken.
Und nun versuche ich ausnahmsweise mal ein Versprechen zu geben und zu halten. Ausgerechnet dem Poposchnüffler! Ich werde Stillschweigen darüber bewahren - zumindest für ein paar Tage. Sobald ich mehr weiß, werde ich davon berichten. Es war ja nur die Rede von “erstmal kein Wort zu niemand” - da muss man schon genau sein… Ich bin dann mal weg und melde mich in einigen Tagen wieder! Meeeeeaaaaau!

Studium mit Pep - Schnurren aus dem Katzenalltag

29. März 2015 sgruen Keine Kommentare

Ab in die Tonne

(Pep Schwarz-Weißflach)

Meeeeeaaaaaau! Gestern habe ich eine Expedition ins Innerste streichelmenschlichen Daseins unternommen. An zentralen Stellen meines Reviers stoße ich immer wieder auf Sammellager, in denen die Streichelmenschen in Behältern Artefakte horten. Leider kommt man als Katze nur sehr schwer an diese Dinge ran.
Eine Besonderheit dieser Sammlungen ist, dass offenbar niemand den ausschließlichen Besitz der Gegenstände beansprucht. Dort gehört alles allen! Sonst beobachte ich ja meist ein recht ausgeprägtes streichelhumanes Besitzanspruchsverhalten. Gewöhnlich achten die Streichler sehr genau darauf, dass kein anderer sich an ihren Schätzen vergreift. Umso mehr erstaunt es mich, dass diese bunte Vielfalt an Artefakten so offen zugänglich ist und auch von keinem bewacht wird. Mir bot sich also die großartige Chance, diese Anhäufung menschlicher Besitztümer näher zu betrachten.
Ich fand herrliche Dinge! Spielzeug, geheimnisvoll duftende Essensbehälter, Organisches und Anorganisches, Kaffeenäpfe, knisterndes Papier, einen Kugelschreiber, leere Flaschen und fast ganz unten - das glaubt ihr nicht, was ich da gefunden habe - ein schmackhaftes Mäuschen! Was dachten sich die Streichler nur dabei? Wem nützte diese Ansammlung bunter  Gegenstände? Nach welchem System war das Ganze sortiert? Es gab ein System, denn in einem Behälter fand ich fast ausschließlich Papier. Aber bei den meisten Sammeltonnen konnte ich keine Ordnung erkennen. Möglichst bunt könnte das Kriterium lauten, während die Papierbehälter überwiegend weißes Papier beinhalteten, andererseits aber auch einige bunte Gehefte. Ich würde gerne mal einen Tag in so einen Streichlerkopf hineinsehen können, dann wäre es vielleicht möglich zu begreifen, was hinter dieser Sammelleidenschaft steckt, die völlig neidfrei zu sein scheint. Welche Kriterien legen fest, ob es sich um öffentlichen oder exklusiven Besitz handelt? Und welchen Zweck verfolgen die Streichler mit diesen wilden Sammlungen? Handelt es sich möglicherweise wieder einmal um das, was sie als sogenannte “Kunst” bezeichnen? Ich muss versuchen, dieses Konzept zu verstehen. Die Streichelmenschen haben sogar ein eigenes Fach an der Uni, in dem sie sich damit beschäftigen. Da müsste ich mal reinschnuppern, denn dort bekommen sie sicherlich solche Dinge beigebracht wie: Welche Artefakte werden öffentlich gesammelt und welche Gegenstände muss ich mit Zähnen und Klauen verteidigen. Vermaust nochmal, ich muss noch unendlich viel lernen… Meeeeeaaaaaau!

Studium mit Pep - Schnurren aus dem Katzenalltag

28. März 2015 sgruen Keine Kommentare

Sie sind so selten und tun so viel

(Pep Schwarz-Weißflach)

Meeeeaaaaaau! Gestern machte ich mich früh auf den Weg in mein Revier. Die Nacht hatte ich bei meinem Frauchen verbracht und mir weitere Gedanken zur Heizung gemacht. Dabei kam mir in den Sinn, dass Streichelmenschen zur Wasserversorgung ja eigene Räume eingerichtet haben. Solche überdachten Quellen gibt es auch in meinem Revier und genau diese wollte ich mal wieder genauer betrachten. Diesmal weniger im Hinblick auf die unmittelbare streichelhumane Nutzung, sondern eher in Bezug auf mögliche Zusammenhänge zwischen Quellen und offenbar mit Wasser befüllte Heizungen. Dieses Geheimnis musste ich einfach lüften! Ich verstehe überhaupt nicht, wie die Streichler es aushalten ihrem direkten Umfeld so wenig Interesse entgegenzubringen. Man muss doch in die Dinge hineinsehen! Bei den Streichelmenschen scheint es aber immer nur darum zu gehen, dass die Dinge funktionieren, das Wie ist zweitrangig. Sogar wenn es um sie selbst geht, dreht sich alles nur darum was sie tun und nicht was sie sind. Eine Heizung heizt, aber was genau ist eigentlich eine Heizung? Ein Streichler streichelt mich, aber wer ist dieser Streichler? Ich habe bereits viele Gespräche belauscht und darin ging es immer nur um Dinge, die jemand tut:
“Ich geh heut saufen!”
“Ich arbeite grad an diesem dummen Projekt!”
“Ich mach jetzt da Praktikum!”
So geht das die ganze Zeit… Das Tun bestimmter Dinge frisst die Streichler auf. Sie sagen fast nie: Ich bin heute fröhlich oder traurig. Oder: Ich bin ein kluger Streichler, der gerne Kater krault. Oder: Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt… Sie sind so selten und tun so viel! Und das halte ich für unklug, denn wenn sie einmal nichts tun, was bleibt denn dann? Wenn ich nichts tue, bin ich Pep und das ist gut so. Ich bin nicht aufs Tun angewiesen und genau deshalb kann ich tun und lassen, was ich möchte. So einfach ist das! Darüber dachte ich gestern nach und vergaß darüber ganz die Heizung. Was soll’s, heute ist auch noch ein Tag… Meeeeaaaaaau!

Studium mit Pep - Schnurren aus dem Katzenalltag

27. März 2015 sgruen Keine Kommentare

Hei-Zen - Von der Wärmeleere zur Wärmelehre

(Pep Schwarz-Weißflach)

Meeeeeaaaaaau! Mausekalt war das gestern wieder. So kalt, dass ich fast schon befürchtete, der Winter könnte zurückkehren. Da verträumt man den Tag am besten auf der Heizung. Auf selbiger kam mir plötzlich in den Sinn, dass die Heizungswärme ja eine seltsame Sache wäre. Eine Heizung ist nichts Lebendiges und trotzdem warm! Wie war das möglich? Durch reines Nachdenken ließ sich das Problem leider nicht lösen. Eine Heizung ist eine Heizung ist eine Heizung. Sprachlich deutet alles darauf hin, dass ihr Daseinszweck sich tatsächlich im Heizen erschöpft. Was aber war noch charakteristisch für dieses schnurrige Ding? Ich schloss die Augen und schlief ein. Als ich wieder erwachte hörte ich ein leises Blubbern, das pränatale Erinnerungen in mir aufsteigen ließ. Handelte es sich bei einer Heizung doch um eine Art Lebewesen, dessen Inneres uns Wärme schenkt? Ich spitzte die Ohren und lauschte genauer… In der Heizung waren jetzt eindeutig Geräusche auszumachen, die auf eine Flüssigkeit in ihrem Inneren hindeuteten. Dieses Rätsel musste ich lösen! Wie ist es eigentlich möglich, dass wir von so vielen alltäglichen Dingen umgeben sind, die wir nie hinterfragen? Ich liebe Heizungen und weiß überhaupt nicht, wer oder was sie sind! Ich machte mich auf den Weg in die Bibliothek. Dort wusste ich zunächst nicht, in welchem Bereich ich suchen könnte. Sollten es doch Lebewesen sein, hätte ich in der Biologie fündig werden müssen - wurde ich aber nicht. Handelte es sich möglicherweise um Kunstobjekte? Streichelmenschen erschaffen gerne Dinge, die sie dann als Kunst bezeichnen - was genau das ist, habe ich bisher leider noch nicht durchschaut. Eine eindeutige Definition ist mir noch nicht untergekommen. Oder waren Heizungen vielleicht sogar Musikinstrumente, die für einen beruhigenden Bürosound sorgen sollten - und nebenbei Wärme produzierten, quasi als Nebenprodukt? Nirgends traf ich auf verwertbare Hinweise. In der Physik fand ich schließlich etwas über Wärmelehre - aber nichts über Heizungen! Beinahe wollte ich schon in der Theologie suchen, als mir in den Sinn kam, dass es wohl am besten wäre, die Literaturrecherche zurückzustellen und lieber in der wahren Welt nach einer Lösung zu suchen, die dann immer noch theoretisch untermauert werden könnte.
Ich begab mich also ans Wasser, da es sich bei der in der Heizung blubbernden Flüssigkeit höchstwahrscheinlich genau darum handelte! Wo war an der Uni besonders viel Wasser zu finden? Natürlich im Uniteich. Vielleicht gab es ja eine Stelle, an der das Wasser besonders warm war und das dann in die Heizungen gefüllt (?) wurde. Aber wer machte das? Und wann? Bisher hatte ich noch niemanden dabei gesehen, was aber nicht viel bedeutet. Zunächst wollte ich einfach nur herausfinden, ob die Quelle des Heizungswassers sich mitten auf dem Unicampus befand. Ich umkreiste den See und steckte immer mal wieder mein Pfötchen hinein, um die Temperatur zu testen. Was soll ich sagen… Es war mausekalt! Überall! Zumindest in der Uferzone. Konnte es sein, dass das Warmwasser sich in der Mitte des Teiches befand? Dorthin wollte ich mich aber auf keinen Fall begeben, da ich dann die kalte Uferzone passieren hätte müssen. So musste also meine Frage nach dem Ursprung des Heizungswassers unbeantwortet bleiben. Ich werde es aber eines Tages herausfinden - das habe ich mir fest vorgenommen. Ich möchte Heizungsversteher werden, um der Heizung vielleicht einmal sogar die ganze Wärme zurückgeben zu können, die sie mir bisher geschenkt hat. Ich hätte doch in der Theologie nachblättern sollen… Meeeeeaaaaaau!

Studium mit Pep - Schnurren aus dem Katzenalltag

26. März 2015 sgruen Keine Kommentare

Keine Lust tut auch mal gut

(Pep Schwarz-Weißflach)

Meeeeaaaaaaau! Gestern begann der Tag so motivierend und ich hatte große Pläne. Eigentlich wollte ich Pica besuchen, meine Nase in einige Bücher stecken und dann noch ausführlich Streichlerverhalten beobachten und analysieren. Am Morgen war ich noch ausgesprochen dynamisch und meiner Katerkopf steckte voller Pläne. Ich dachte mir, dass es vielleicht eine gute Idee wäre erstmal in der Zentralbibliothek vorbeizuschauen, landete aber dann nicht bei den Büchern, sondern in einem Büro. Gut, ist auch schön. Einige Streicheleinheiten später war ich bereit fürs erste Nickerchen. Das ließ sich so gut an, dass ich ein Nachnickerchen folgen ließ. Und dann noch ein Nachnachnickerchen. Schließlich überlegte ich mir, dass es vielleicht sinnvoller wäre Pica erst am nächsten Tag zu besuchen. Achja, und die Bücher liefen ja auch nicht davon. Es reichte sicherlich auch, die Streichler zu beobachten. Das ist im Grunde genommen mehr als genug. Leider waren im Büro nicht sehr viele Streichler, um genau zu sein, waren es maximal zwei. Und das auch nicht durchgehend. Manchmal war auch kein einziger da. Maaaau, auch das Streichlerverhalten würde sich bis zum nächsten Tag nicht ändern. An gewissen Tagen hat man eben doch keine Lust auf das, was man sich vorgenommen hat. Die Kunst ist es, diese Unlust dann auch genüsslich zuzulassen. Ich habe bereits Streichler beobachtet, die darunter sehr leiden. Dazu kann ich nur sagen, dass das Schlimme überhaupt nicht die Untätigkeit ist, sondern allein das Nachdenken darüber. Ich bin dann raus und hab mir einige Mäuse gepflückt, dann lag ich in der Sonne und gegen Abend, als es kühl und dunstig wurde, hab ich mich nach drinnen begeben und ein Heizungsnickerchen absolviert. Das war richtig schön! Vielleicht habe ich einiges verpasst - möglicherweise hat Pica einen neuen Elsterkerl gefunden oder es sind phänomenale Neuzugänge in der Bibliothek angekommen, wahrscheinlich haben sich die Streichler heute besonders verrückt verhalten - nur hab ich eben nicht hingesehen. Aber selbst wenn dem so wäre, die Mäuse waren lecker und auf der Heizung war’s herrlich. Warum sollte ich mir diese schönen Maus- und Heizungsfreuden also kaputt machen? Meeeeaaaaaaau!

Studium mit Pep - Schnurren aus dem Katzenalltag

25. März 2015 sgruen Keine Kommentare

Verzeckt und zugejuckt!

(Pep Schwarz-Weißflach)

Meeeeeaaaaau! In den letzten Tagen war ich viel im Gras und Unterholz unterwegs, katerklar, wer Mäuse pflücken will, muss sich dorthin begeben wo sie leben. Gestern habe ich dann wieder einmal die negativen Konsequenzen zu spüren bekommen: Juckreiz an den unmöglichsten Stellen! Mittlerweile weiß ich woran das liegt. Viele hundsgewöhnliche Tiere (wie etwa Popo-Poldi), machen sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine so fundierten Gedanken zur Ursache bestimmter Phänomene. Ich tue dies aber durchaus und daher weiß ich, dass mit der Sonne alle möglichen Geziefertiere kommen. Geziefertiere sind alle Lebewesen, die kleiner sind als eine Maus - Spitzmäuse ausgenommen, die sind nämlich giftig und eigentlich auch überhaupt keine Mäuse, aber eben auch keine Geziefertiere (GTs). GTs lassen sich jagen, schmecken allerdings nicht besonders. Es lohnt sich also nur die Spiel- und Spaßjagd, die ich gerne zum reinen Zeitvertreib unternehme. In aller Regel sind GTs harmlos. Manche wehren sich, wenn man sie jagt und sie sondern dann chemische Substanzen ab, die einen unangenehmen Juckreiz oder einen heftigen Schmerz auslösen können. Andere bleiben auch recht gefasst, wenn man sie angreift. Gestern traf ich beispielsweise eine Hummel, die weitaus friedlicher als ihre kleineren Verwandten ist. Solche Geziefertiere finde ich sympathisch, da sie mich nicht mit schmerzhaften Stichen belästigen. Am wenigsten mag ich übrigens all jene GTs, die mich angreifen obwohl ich sie in keiner Weise behelligt habe. Am allerallerallerwenigsten kann ich Zecken leiden. Sie setzen sich von mir unbemerkt in meinen Katerpelz und suchen sich die unmöglichsten Stellen aus um sich durch meine Haut zu bohren und dadurch einen äußerst lästigen Juckreiz auszulösen. Normalerweise sucht mein Frauchen mich zur Zeckenzeit immer ab, aber in meinem Uni-Revier tut das leider keiner! Und so muss ich diese lästigen Geziefertiere mit mir herumtragen, denn selbst kann ich sie nicht entfernen. Sie suchen sich ja absichtlich die entlegensten Stellen aus, um einen zu ärgern. Das Schlimme ist, dass der Juckreiz nach Entfernen des GTs nicht etwa abklingt, sondern noch lange anhält. Maaaaau, wenn dieser elende Juckreiz einen nicht so sehr von allen wichtigen Angelegenheit abhalten würde. Zum Beispiel vom Einschlafen! Es ist zum Mäusemelken! Meeeeeaaaaau!

Studium mit Pep - Schnurren aus dem Katzenalltag

24. März 2015 sgruen Keine Kommentare

Gut geflehmt ist halb gefressen

(Pep Schwarz-Weißflach)

Schnurrrr… Gestern war ein schnurriger Tag mit herrlich viel Grau. Grauer Himmel, graue Mäuse, graue Uni. Gleich am grauen Morgen pflückte ich mir ein Mäuschen, allerdings nicht von der Wiese sondern direkt vor dem Gebäude mit dem höchsten Krümelaufkommen. Fantastische Mäuse gibt es da, aber auch gerissen - in diesem Fall von mir. Beim Verzehr der Maus wurde ich doch tatsächlich von einer Streichlerin beobachtet. Ich fresse ausgesprochen ungerne, wenn mir jemand dabei zusieht, aber dieser Happen duldete keinen Aufschub. Nachdem ich die Maus mit Haut und Haar verschlungen hatte, nahm ich einen intensiven Duft wahr, dem ich mich verstärkt widmen wollte. Bei dem Gebäude, vor dem ich mich immer noch befand, handelt es sich um eine humane Futterstelle, wobei hier keine Tische und Stühle aufgestellt sind. Stattdessen verschwinden die Streichelmenschen darin und kommen mit Futter wieder heraus, das meist schon gierig vor der Tür verzehrt wird, weshalb die Krümel so zahlreich und die Mäuse so fett sind. Ein sehr beliebtes streichelmenschliches Futter, das überdurchschnittlich häufig von Streichelmännern konsumiert wird, besteht aus Semmeln, die zu einem nicht unbeträchtlichen Teil mit einem intensiv duftenden Fleischstück gestopft sind. Auch ich greife im Notfall auf Semmeln zurück, wenn ich denn mal welche finde. Geschmacklich sind diese trockenen Kohlenhydratbomben aber doch recht fad und kleben unangenehm am Gaumen. Enten sind allerdings verrückt danach. Kein Wunder, sie sind bekanntlich nicht gerade die Hellsten in meinem Revier und gewiss keine Feinschmecker. Die Fleischfüllung ist mir leider noch nie zwischen die Zähne gekommen. Die verzehren die Streichler immer sofort. Der starke Geruch kitzelte mein Jacobson’sches Organ derart, dass ich gleich losflehmte. Flehmen ist etwas Großartiges! Nur deshalb weiß ich auch, dass dieser Fleischfladen zwar intensiv duftet - aber eigentlich ist es zuviel des Guten. Mein Jacobson’sches Organ meldete mir eine wilde Fleischmischung, die meine Sinne vollkommen verwirrte. Weder Käse noch Leber konnte ich erschmecken, obwohl ich bereits gehörte habe, dass die Streichler die dicken Fleischscheiben als “Leberkäse” bezeichnen. Ja, schmecken die denn den Betrug nicht? Dabei flehmen sie doch ausgesprochen häufig. Nur produzieren sie dabei meist laute, glucksende Geräusche, die Picas Schäckern erstaunlich ähnlich sind. Die Beteiligung der Zunge ist auch zu gering, als dass sie Düfte wirklich vernünftig erschmecken könnten. Ich habe Streichelmenschen bereits in den seltsamsten Zusammenhängen flehmen sehen - selbst wenn kein besonders intensiver Duft in der Luft hing. Möglicherweise nehmen sie Streichlerpheromone aber bereits in so geringen Dosierungen wahr, die mir noch verborgen bleiben. Dies wäre ein erneuter Hinweis auf eine streichelhumane Dauerbrunst, die über so lange Zeiträume doch eigentlich unglaublich erschöpfend sein müsste. Apropos Erschöpfung - meine Überlegungen zum inflationären streichelmenschlichen Geflehme ermüdeten mich derart, dass ich mich erstmal in die Studentenkanzlei begab um mich auf einer Heizung auszuruhen… Schnurrrr…

Studium mit Pep - Schnurren aus dem Katzenalltag

23. März 2015 sgruen Keine Kommentare

Wenn alles schläft und einer spricht

(Pep Schwarz-Weißflach)

Meeeeaaaaau! Gestern habe ich etwas Faszinierendes beobachtet. Obwohl nur wenige Streichler in meinem Revier unterwegs waren - es war wieder Hundetag - gab es doch einige, die sich in einem Hörsaal versammelten. Das hatte ich durchs Fenster beobachtet. Was mochte sich am Hundetag im Inneren der Uni abspielen? Auf einem Blatt, das an der Tür angebracht war konnte ich ablesen, dass es sich um eine sogenannte Tagung handelte. Die Buchstaben davor konnte ich nicht als sinnvolles Wort identifizieren, weshalb ich mich einfach überraschen lassen wollte. Eine Tagung musste wohl am Tag stattfinden, katerklar! Ich wartete ab bis die Streichler den Hörsaal verließen und schlüpfte durch die offenen Tür. In vielen Räumen gibt es unter den Wasserbecken hervorragende Verstecke. Dort rollte ich mich zusammen und wartete. Ich hatte soeben angefangen ein Nickerchen zu halten, als die Streichler sich alle wieder im Hörsaal einfanden. Bald trat einer von ihnen nach vorne und begann zu erzählen. Ich verstand nicht viel und es interessierte mich auch nicht. Die sinnlose Buchstabenkombination vor dem Wort Tagung hätte mich schon stutzig machen müssen. Um doch etwas zu lernen, versuchte ich die Streichler zu beobachten - und das war wirklich ausgesprochen interessant!
Ich stellte fest, dass ganz vorne Streichler saßen, die schon etwas älter sein mussten. Das erkennt man meist an der Kopfschopffärbung und am Faltenwurf im Gesicht, der einer Tigerung täuschend ähnlich sehen kann. Ältere Streichler sind auch nicht mehr so selbstverliebt wie jüngere Streichler und verfügen deshalb auch nur relativ selten über Handspiegel, zumindest benutzen sie sie nicht in der Öffentlichkeit. Die älteren Streichler taten also so, als würden sie dem Streichelmenschen vorne zuhören, was ich ihnen allerdings nicht abnahm. Zuhören sieht anders aus. Beim Zuhören sind die Ohren gespitzt, die Haltung ist aufmerksam, der Blick fixiert. Diese Streichler aber ließen den Blick schweifen, besonders oft blieb er an ihren Händen hängen. Einer förderte beharrlich Sekret aus seiner Nase, was ich offen gestanden seltsam fand, da er sich dabei scheinbar nicht verletzte. Ich beneide die Streichler ja um ihre Hände mit den langgliedrigen Fingern. Allerdings weiß ich mittlerweile, dass sie ihre Krallen nicht ein- und ausfahren können, was sicherlich sehr unpraktisch ist. Möglicherweise können sie es aber doch, denn weibliche Vertreterinnen der Gattung haben relativ häufig ausgefahrene Krallen, männliche Streichler jedoch so gut wie immer eingezogene. Dies legt nahe, dass weibliche Streichler sehr viel aggressiver als ihre männlichen Artgenossen sein müssten. Kämpfende Streichler konnte ich bisher aber leider noch nicht beobachten, was mich ziemlich verwundert.
Die Zeit verstrich, der Streichler sprach und die Altstreichler fielen abwechselnd in einen unruhigen Schlummer, aus dem sie hin und wieder aufschreckten. Ich machte mir bereits Sorgen, dass die Schläfer vom Stuhl fallen könnten - meine Bedenken erwiesen sich aber als haltlos. Auch die Jungstreichler wurden zusehends müder, wobei diese sich nicht in einer aufrechten Sitzposition hielten, sondern sich in eine stabilere Schlaflage begaben. Der Oberkörper wurde dabei auf dem Tisch abgelegt, der Kopf durch die Arme abgestützt. Bequem sah auch das nicht aus. Und gut auch nicht, da die Gesichter sich zu absurden Grimassen verzerrten - mit einseitig gedehnten Mundwinkeln, dicken Backen und teilweise sogar freigelegten Eckzähnen. Der Streichler sprach und sprach und als er fertig war trat der nächste nach vorne, nach ihm ein anderer. Zwischendurch hielt ich mehrere Nickerchen und als ich erwachte, sprach immer noch ein Streichler. Es war ein langer Jammer… Für mich war es aber auch eine interessante Erfahrung: Bei einer Tagung scheint es sich um eine am Tag stattfindendende rituelle Zeremonie zu handeln, bei der es darum geht am längsten an der Schwelle zwischen Schlaf und Wachsein zu verharren. Altstreichler und Jungstreichler haben unterschiedliche Techniken, wobei die der Jungstreichler zwar weniger ästhetisch aber doch wenigstens bequemer ist. Altstreichler sind geübter im Schwellenschlaf. Auch aus dem Einschlafen haben die Streichler also einen Wettbewerb und eine Kunst entwickelt. Leider muss ich sagen, dass sie nicht wirklich gut darin sind und auch nicht gut dabei aussehen. Das können wir Katzen deutlich besser! Und zwar ganz ohne Wettbewerb… Meeeeaaaaau!