Studium mit Pep - Schnurren aus dem Katzenalltag VIII

28. Januar 2015 sgruen 2 Kommentare

Frühe Katze fängt den Vogel?

(Pep Schwarz-Weißflach)

Miaaaahuuuuuaaaaaa! Wie schaffen es diese Streichelmenschen nur so früh so wach zu sein? Oder zumindest so zu tun als ob? Ich mache mir ernsthafte Sorgen, denn sie halten auch zwischendurch kein Nickerchen. Das kann doch nicht gesund sein. Ich bin morgens jedenfalls nicht so schnell wach. Meistens öffne ich die Augen um nachzusehen wo ich mich überhaupt befinde. Wenn ich bei meinem Frauchen in der Wohnung bin lasse ich mich erstmal richtig verwöhnen und dann nehme ich ein ausgiebiges Katerfrühstück zu mir. Und mit dem Stillen des Magenhungers tritt der Wissenshunger immer mehr zutage. Und dann geht’s ab an die Uni. Hab ich aber an der Uni übernachtet, schließe ich die Augen meist nochmal oder ich suche mir ein noch wärmeres und schöneres Plätzchen, um dort ein weiteres kleines Nachnickerchen zu halten. Leider werde ich dabei aber oft gestört. Ich habe auch schon herausgefunden, dass es Orte gibt, an denen ich statistisch gesehen sehr viel häufiger gestört werde: Je mehr Stühle sich in einem Raum befinden, desto früher werde ich geweckt. Auch eine relativ hohe Anzahl von Spiegelkästen, die auf den Tischen stehen ist ein Indiz dafür, dass ich wahrscheinlich relativ bald von Streichelmenschen umgeben sein werde. Stehen aber schön bequeme Sofas in einem Zimmer, kann ich mitunter recht lange schlafen. Nach dem Nachnickerchen folgt oft noch ein Nachnachnickerchen. Bei Bedarf bis zu viermal. Naja, manchmal auch öfter. Dann mache ich mich auf die Suche nach Fressen. Nicht zu viel auf einmal, denn wie ja jeder weiß: Voller Bauch studiert nicht gern. Mäuse gibt es an der Uni in Massen. Bei schlechtem Wetter fange ich einfach drinnen eine. Im P.T.-Gang bei den Cip-Pools gibt es zum Beispiel eine ganze Menge davon. Je näher sie bei der Katzeteria wohnen, desto dümmer scheinen sie zu sein! Oft strecken sie ihre kleinen Schnäuzchen in die Luft um die ganzen Leckereien zu erschnuppern - und dabei vergessen sie, dass Leichtsinn und Gefräßigkeit bei Mäusen eine denkbar schlechte Kombination sind. Zack! Es bedarf meist nur eines einzigen beherzten Pfotenhiebes - und das Frühstück ist gesichert. Dann kann ich endlich die Veranstaltungen besuchen. Was ich überhaupt nicht mag, sind Vögel zum Frühstück. Erstens ist es ein recht großer Aufwand für relativ wenig Verwertbares im Magen. Morgens möchte ich einfach noch nicht so viel Federlesens machen. Das knirscht ganz grässlich zwischen den Zähnen. Da darf ich gar nicht dran denken. Ich verstehe den Spruch mit den frühen Vögeln deshalb überhaupt nicht. Seltsam, diese Streichelmenschenlogik. Ja, die müssen hier noch viel lernen! Und ich mache jetzt noch ein kurzes Nachnachnachnickerchen. Miaaaahuuuuuaaaaaa!

Guten Morgääääähn! (Foto: Y. Weißflach)

Guten Morgääääähn! (Foto: Y. Weißflach)

Studium mit Pep - Schnurren aus dem Katzenalltag VII

27. Januar 2015 sgruen Keine Kommentare

FlexMiau mich doch!

(Pep Schwarz-Weißflach)

Uääähuuuäääuääh! Leute, ich bin immer noch etwas im Stress. Sicher sind das noch die Nachwehen meines missglückten Wochenendabenteuers, aber es könnte ein bisschen auch daran liegen, dass ich zu viel Zeit mit Feiern und zu wenig Zeit auf der Heizung verbracht habe. Das kommt davon! Aber beim Winterball konnte ich zum Beispiel einfach nicht fernbleiben. Achje, wenn ich ganz ehrlich bin, fürchte ich, dass es auch mit dieser Prokatzination zusammenhängen könnte. Das ist auf der Heizung liegen, aber nicht wirklich auf der Heizung liegen. Also, der Körper liegt schon auf der Heizung, aber im Katzenkopf tanzen FlexMiau und Studienordnung und Modultrallala einen wilden Katzentatzentanz. Und Rückmeldung ist ja auch noch! Wie soll man da vernünftig und ganz und gar auf der Heizung liegen können? Kann mir das mal einer verraten? Die Streichelmenschen sind davon auch ganz schön mitgenommen. Ich spüre das einfach! Wenn ich der Unikatzler wäre, würde ich ja alles ganz anders machen. In den Veranstaltungen sollte es z.B. üblich sein zu liegen. Oder auch herumzutigern. Und bei Bedarf einfach den Hörsaal zu wechseln. Manchmal merkt man ja erst mittendrin, dass ein Kurs total verschnarcht ist. Wäre es da nicht sinnvoller sich nach einer besseren Veranstaltung umzusehen? Ich halte mich auch immer nur da auf, wo es mir gefällt. Und wisst ihr was? Auf diese Weise habe ich schon so viel gelernt! Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, nur ein Fach zu studieren. Völlig undenkbar! Wo die Welt doch voller spannender Dinge ist. Dass die jungen Streichelmenschen dazu gezwungen werden nur ein oder zwei, höchstens drei Fächer zu belegen, das ist doch unverschämt. Wenn ich nur gelernt hätte Mäuse zu fangen, dann hätte ich davon zwar überleben können, aber was wäre das denn für ein Leben? Auf der Heizung liegen, Mathe, Feiern, Mäusefang, Medizin, Tigern, Jura, Spielen und von mir aus auch Kuhlturwissenschaft und vieles vieles mehr! Ich sag’s euch - das ist ein Leben! Ich könnte mich überhaupt nicht entscheiden. Aber ich fürchte, dass es den Streichelmenschen um etwas ganz anderes dabei geht. Nur habe ich überhaupt keine Ahnung worum. Aber das möchte ich herausfinden. Das ist doch das Spannende! Neue Dinge herauszufinden! Wozu geht man denn sonst an die Uni? Aber wie soll man das alles lernen können, wenn man sich mit diesem elenden FlexMiau und weiß der Kater noch allem rumschlagen muss? Nein, das muss wirklich aufhören. Das ist so überflüssig wie der Floh auf der Katz. Und deshalb habe ich gerade etwas beschlossen: Ich werde mir den ganzen FlexMiau- und Modulfirlefanz einfach schenken, mich auf die Heizung legen und fortan Schwarz-Weißhörer sein! Bisher hat das doch auch keinen gestört. Aber pssssst! Niemandem verraten, ok? Meinen Doktor kann ich sicher auch so machen, da wird sich schon ein verständnisvoller Doktorkater finden, der mich annimmt. Uääähuääääuuäää!

Schwarz-Weißhörer Pep (Foto: Y. Weißflach)

Schwarz-Weißhörer Pep (Foto: Y. Weißflach)

Studium mit Pep - Schnurren aus dem Katzenalltag VI

26. Januar 2015 sgruen Keine Kommentare

Freiheit, Freiheit, ist das einzige, was fehlt

(Pep Schwarz-Weißflach)

Meeeeeauuurrrrr! Ich bin noch immer ganz aufgeregt. Denkt euch nur, was mir passiert ist! Gut, ich gebe zu, es war nicht das erste Mal. Es passiert mir leider recht regelmäßig und ich weiß auch nicht, was ich dagegen tun soll. Vielleicht wisst ihr Rat? Meeeeeauuurrrr, ich muss erst meine Gedanken ordnen, so aufgewühlt bin ich selten. Also, ich fange mal am Anfang an. Ich hatte gerade ein schönes Nickerchen gehalten, da wollte ich meine Runde drehen und nach dem Rechten sehen. Huppdiwupp bin ich also runter von der Heizung und raus auf die Wiese. Und als ich gerade mein Revier durchstreifte, kam ein Streichelmensch auf mich zu. Naja, ein paar Streicheleinheiten, die können doch nie schaden. Ich lief also zum Streichler hin und wollte mich verwöhnen lassen. Zuerst war es ja auch ganz schön, aber dann dachte der Streichelmann wohl, dass ich vielleicht Lust auf einen kleinen Ausflug hätte. Und weil ich gegen Abenteuer prinzipiell auch nichts habe, bin ich eben mit. Man will ja auch etwas erzählen können, oder? Ich dachte mir nicht viel dabei. Über Dinge nachzugrübeln, für die man sich ohnehin schon entschieden hat ist ein großer Unsinn. Ich war einfach nur gespannt, was mich erwarten würde. In der rollenden Blechdose (auch diese Art humaner Rolligkeit habe ich nirgends wissenschaftlich beschrieben gefunden!) des Streichelmannes war es auch sehr bequem. Ich machte es mir auf dem Sofa gemütlich. Doch dann rollte die große Blechdose mit mir davon und ich merkte, dass sie mich aus meinem Revier beförderte. Irgendwo in den unendlichen Weiten meines klugen Katzenkopfes miaute etwas ganz laut auf und mir kam in den Sinn, dass ich mit rollenden Blechdosen schon einmal eine schlechte Erfahrung gesammelt hatte. Vielleicht war es aber diesmal auch nicht so schlimm? Vielleicht brachte mich dieser Streichelmann ja zu meinem Frauchen? Erleichtert atmete ich auf und eine katerige Sehnsucht befiel mich. Ich dachte an mein Frauchen und die Heizung und das gute Futter und die Streicheleinheiten. Die Unistreichelmenschen waren ja in den letzten zwei Tagen - seit der Rolligkeit! - plötzlich wieder so wenige geworden. Und Veranstaltungen gab es auch nur ganz vereinzelt. Menschen sind wirklich seltsam. Sie bekommen das mit dem geregelten Tagesablauf einfach nicht hin. Der langen Rede kurzer Sinn - der Streichelmensch brachte mich nicht zu meinem Frauchen, sondern in eine völlig fremde Wohnung, ganz weit weg von meinem Revier! Zuerst habe ich mit ihm gespielt und mich auch füttern lassen. Aber irgendwann spürte ich diesen unglaublichen Drang danach durch mein Revier zu laufen, mir die frische Luft um die Nase wehen zu lassen und viele viele Streichelmenschen und Vorlesungen zu besuchen. Das kennt ihr doch bestimmt! Ich dachte an ein Lied, das ich schon öfter mitgemaunzt hatte - eine unbändige Sehnsucht nach Freiheit ergriff mein Herz, ich stellte mich vor die Tür und fing an zu singen… Oh, ich sang mir die Seele aus dem Leib und der Streichelmensch verstand den Text nicht! Ein anderer Streichelmensch kam, sie waren ganz aufgeregt. Dann lasen sie die Zeitung und setzten sich vor ihre Spiegel. Ich sang und sang weiter. Und irgendwann, es war so schön - ich dachte ich träume… Da stand mein Frauchen vor der Tür! Ich lief sofort auf sie zu. Bitte, bring mich zurück in mein Revier! Nein, erst Fressen, dann Heizung und dann wieder: FREIHEIT!

Was soll ich sagen: Ich habe gefressen, ich habe auf der Heizung geschlafen und jetzt geht’s ab an die Uni. Und liebe Streichelmenschen, bevor ihr uns aus unserem Revier holt, überlegt bitte erstmal, ob ihr uns damit etwas Gutes tut. Ich sehe doch nicht krank oder geschwächt aus. Ich wollte nur mal nach dem Rechten sehen! Dass ich mich dann plötzlich in Abenteuern wiederfinde, in die ich vielleicht überhaupt nich geraten wollte, kann ich mir auch nicht erklären. Vielleicht muss ich noch einige Semester Psychologie belegen, bevor ich dahinter komme, was da in meinem Kopf passiert. Vielleicht reinszeniere ich ein frühes Kindheitstrauma? - Ihr erinnert euch vielleicht: der Bauernhof meiner Geburt… Falls ihr mich sucht, ich bin in einem Psychologieseminar! Meeeeeauuurrrrr!

Endlich wieder zuhause! (Foto: Y. Weißflach)

Endlich wieder zuhause... Noch besser schmeckt nur Freiheit! (Foto: Y. Weißflach)

Studium mit Pep - Schnurren aus dem Katzenalltag V

25. Januar 2015 sgruen Keine Kommentare

Alle rollig oder was?

(Pep Schwarz-Weißflach)

Haaaauaaaauaaaauuu. Also, heute muss ich wirklich mal etwas ansprechen, was mir schon lange unter den Krallen brennt. Ein bisschen peinlich ist es mir ja schon. Seit ich an der Uni Regensburg studiere fällt mir auf, dass zahlreiche Streichelmenschen in regelmäßigen Abständen rollig werden. Das klingt jetzt vielleicht komisch - ja, ich wundere mich auch immer wieder darüber, zumal Katzendamen bei Weitem nicht so häufig rollig sind. Es ist auch irgendwie eine andere Art Rolligkeit. Die Streichelmenschen singen dabei nicht so schöne Lieder wie Kätzinnen. Stattdessen rollen sie komische Kästen hinter sich her. Haltet mich jetzt bitte nicht für verrückt, aber es scheint sich dabei um eine Art kleinen Rollschrank zu handeln. Und je mehr Rollschränke über das Unigelände rollern, desto weniger Streichelmenschen laufen am nächsten Tag in meinem Revier herum. Ich frage mich, ob die sich irgendwo verkriechen. Einige Nickerchen später scheinen alle wieder da zu sein und alles ist wie vorher - ganz normal!
Ich würde sehr gerne mal eine Seminararbeit darüber schreiben, denn ich sehe eindeutig einen kausalen Zusammenhang zwischen der Rolligkeit und dem nachfolgenden Streichelmenschenschwund. Vielleicht sollte ich einmal einem Rollkastenmenschen folgen, um zu sehen wo und warum er sich versteckt. Möglicherweise kriecht er ja sogar in seinen Rollkasten?
Achje, aber in puncto Literaturrecherche könnte das schwierig werden. Ich habe ja schon in der Medizinbib geguckt, ob ich was zur humanen Rolligkeit finde. Aber nichts! Wie kann es sein, dass ein so offensichtliches Phänomen noch nicht wissenschaftlich beforscht wurde? Ich benötige doch aber ganz viele Pfotennoten. Haaauaaauaaau, ich kann unter diesen Umständen nicht wissenschaftlich arbeiten! Möglicherweise wäre das Thema aufgrund des nachgerade mickrigen Forschungsstandes eher etwas für ein Dissertationsprojekt. Ich werde mir das Ganze durch meinen klugen Katzenkopf gehen lassen. Aber ich werde garantiert nicht allzu lange darüber brüten. Grämliche Grübeleien verderben doch nur die Laune. Ich lass die Streichelroller einfach Streichelroller sein und hau mich auf die Heizung. Und das solltet ihr jetzt auch tun! Haaaaauaaaaauuaaaau!

Alle weg! Einfach nur putzen und wundern...

Alle weg! Einfach nur putzen und wundern...

Studium mit Pep - Schnurren aus dem Katzenalltag IV

24. Januar 2015 sgruen Keine Kommentare

Da ist doch was im Busch

(Pep Schwarz-Weißflach)

Chrrrrr! Also, ich weiß ja auch nicht was mit den Streichelmenschen los ist. Seit einiger Zeit habe ich das Gefühl, dass sie noch aufgeregter als sonst sind. Ich schaffe es ja kaum noch sie zu beruhigen! Oder haben die etwa zu viel von diesem ekligen schwarzen Zeug getrunken, das aus den hässlichen Schränken im Erdgeschoss läuft? Ich habe ja mal in der Katzeteria daran geschnuppert. Das hat sogar ein bisschen nach Milch gerochen aber als ich etwas davon aufgeschleckt habe, während die Schwarzbrühefrau kurz weg war um etwas zu holen, schmeckte es einfach nur grässlich. Was für ein Betrug! Jedenfalls kommt es mir in den letzten Tagen so vor, als wäre da was im Busch - und zwar keins der vielen schreckhaften Unikaninchen, die ich so gerne aufscheuche.
Neulich wollte ich zum Beispiel eine Maus fangen, da kam so ein Streichelmensch mit seinem Spiegel und hat mich geblendet. So eine Gemeinheit! Plötzlich ist das mit den Spiegeln noch viel schlimmer geworden. Fast komme ich mir gejagt vor, aber naja, vielleicht sind auch nur meine Nerven etwas überreizt, weil ich ein noch recht frisches Trauma habe. Vor einiger Zeit, ich weiß nicht mehr genau wie viele Nickerchen ich seitdem gehalten habe, hat sich hier auf der Uniwiese nämlich etwas Schreckliches ereignet. Es war eine dunkle und stürmische Nacht - ich war auf der Suche nach Mäusen. Da brach plötzlich ein Gewitter los, wie ich noch keines erlebt habe. Farbige Blitze erhellten den Himmel, laute Donnerschläge ließen mich zusammenfahren. Es war einfach furchtbar. Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich ausnahmsweise zuhause geblieben. Ich habe mich in einem dunklen Winkel im Wirtschaftstrakt versteckt. Ja, ich gebe es offen zu - ich habe mich versteckt, denn ich hatte schreckliche Angst. Auch so ein tollkühner Kater wie ich kennt Furcht. Und ich sage euch eins: Das ist auch gut so! Stellt euch mal vor mich hätte einer der farbigen Blitze getroffen oder ein Donnerschlag platt gemacht. Nein, nein - da bin ich lieber ehrlich und rate euch gut auf euch aufzupassen. Dann kann man später auch wieder viel mutiger sein. Aber diesen Spiegelblitzen, denen misstraue ich seit jener Nacht ein wenig. Und meine Nerven brauchen immer noch Ruhe. In der Medizin habe ich gehört, dass man das PTBS nennt, Posttraumatisches Belastungsschnurren oder so… Deshalb würde ich die Streichelmenschen um ein wenig Rücksicht und ab und zu etwas Ruhe bitten. Und Vorsicht: Ich kann auch kratzen! Chrrrrrr!

Manchmal will ich einfach nur meine Ruhe haben...

Manchmal will ich einfach nur meine Ruhe haben...

Studium mit Pep - Schnurren aus dem Katzenalltag III

23. Januar 2015 sgruen 2 Kommentare

Kuhltur tut gut

(Pep Schwarz-Weißflach)

Muuuuuh! Moooment mal, muuuuh? Was ist denn mit mir los? Bei so vielen Studienfächern werde ich noch ganz kirre im Katzenkopf. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur verkatert. Wer so viel studiert wie ich muss nämlich auch ordentlich feiern! Die Vorweihnachtszeit, sag ich euch, das war vielleicht ein Fest! Da gab es Bratwürste ohne Ende. Fast zu viele. Ich habe einmal sogar Bauchweh davon bekommen. Jaja, ich weiß auch, dass mein Frauchen es eigentlich nicht mag, wenn ich auswärts esse. Aber mal ehrlich, könntet ihr da nein sagen? Ich jedenfalls träume heute noch regelmäßig von den vorweihnachtlichen Bratwürsten. Hoffentlich dauert es nicht mehr allzu lange bis die Feierei wieder losgeht. Aber solange kein großes Fest ansteht, muss ich mich eben mit dem begnügen, was die Streichelmenschen so zu bieten haben. Spannung, Spiel und Streichelei.
Gestern war ich in der Kuhlturwissenschaft. Ich weiß ja nicht, warum die einen Studiengang mit Kühen anbieten aber nix mit Katzen. Da komme ich mir fast ein bisschen diskriminiert vor. Sehen die mich denn nicht? Merken die nicht, wie wissbegierig ich bin? Hallo, hier bin ich! Leute, ich bin eine Katze und ich will lernen! Gibt es hier etwa auch noch eine Kuh, die sich auf dem Unigelände herumtreibt? Möglicherweise sogar eine ganze Herde? Ich muss mal die Nase offen halten. Aber außer in den Leberkassemmeln hab ich hier bisher noch keine Kuh erschnüffeln können. Seltsam das. Und während also solche Kuhgedanken in meinem Katzenkopf tanzen, passiert es: Eine Kuh! Eine Kuh in der Kuhlturwissenschaft. Wirklich! Ich kann’s nicht beweisen, aber ihr wisst, dass ihr mir glauben schenken könnt. Ich habe sogar mit ihr gespielt. Verhauen hab ich die, ihr könnt euch das überhaupt nicht vorstellen. Haken links, Haken rechts und ab durch die Mitte! So ging das! Für mich war’s nur ein nettes Spielchen, für die Kuh wahrscheinlich die größte Niederlage ihres Lebens. Tja, so ist das eben. Merkt euch das: Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall - mir persönlich schmeckt ja Nachtigall besser. Eule ist schrecklich zäh. So, jetzt hau ich mich aber auf die Heizung. Ein bisschen plagt mich ja schon das schlechte Gewissen. Und hiermit entschuldige ich mich ganz offiziell bei meinem Opfer - die Größe muss man einfach haben - also, ich bitte um Verzeihung, liebe Kuh. Muuuuuuh!

Pep verhaut die Kuh - Haken links!

Pep verhaut die Kuh - Haken links!

Wohin?

22. Januar 2015 lweser Keine Kommentare

Donnerstag, den 22. Januar 2015, 19.00 Uhr, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Regensburg
Ausstellungseröffnung: Blick ins Grüne - mit Arbeiten von Nina Seidel-Herrmann; Kurator der Ausstellung: Bernhard Löffler, galerie konstantin b.

Freitag, 23. Januar 2015, W1, Regensburg
Konzert: The Marble Man
www.myspace.com/w1_regensburg

Samstag, 24. Januar 2015, 19.30 Uhr, Theater am Bismarckplatz, Regensburg
Premiere: Doktor Schiwago (Uraufführung)
Musikalisches Drama in neun Szenen von Anton Lubchenko (*1985) nach dem Roman von Boris Pasternak | Libretto vom Komponisten | Auftragswerk des Theaters Regensburg | In Kooperation mit dem Primorsky-Theater Wladiwostok | In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikal. Leitung: Anton Lubchenko, Regie: Silviu Purcărete, Bühne: Helmut Stürmer, Kostüme: Corina Grămoşteanu
weitere Vorstellungen: Di, 27./Do, 29.Januar/Mo, 02./Sa, 28.Februar/So, 15.März/Mi, 01./Di, 07./Di, 28.April/Sa, 09./Mi, 20./ Do, 28.Mai.2015, jeweils 19:30 Uhr
www.theaterregensburg.de

Samstag, 24. Januar 2015, 22.00 Uhr, Foyer Velodrom, Regnbsuerg
Nachtdienst Folge 22: Überwachung; Eintritt: 7,50 €
www.theaterregensburg.de

Sonntag, 25. Januar 2015, 11 Uhr, Velodrom, Regensburg
Matinee/Schauspiel: Der Sommernachtsalbtraum auf St. Emmeram (Uraufführung); Eintritt: frei; Premiere am Samstag, den 31. Januar 2015
www.theaterregensburg.de

Categories: Lysann Weser Tags:

Studium mit Pep - Schnurren aus dem Katzenalltag II

22. Januar 2015 sgruen Keine Kommentare

Sie sprechen dauernd vom Nichtstun und tun es fast nie

(Pep Schwarz-Weißflach)

Schnurrrr! Die Mausekälte hat schon auch ihre Vorteile. Da liegt es sich so herrlich auf der warmen Heizung - schnurrig-schön ist das! Ich wundere mich nur darüber, dass ich mit den Streichelmenschen nie um eine Heizung kämpfen muss. Überhaupt wundere ich mich sehr über diese Wesen, die immer nett zu mir sind und ihr Bestes geben um mir einen schönen Tag zu machen: Sie halten mir jede Tür auf - nur in der Zentralbibliothek und in den Labors sind sie manchmal etwas unhöflich. Da darf ich nie rein! Und wenn ich es dann doch mal schaffe, gibt es gleich eine große Aufregung. Diese Streichler sind wirklich rätselhaft und ich kann ihr Verhalten oft gar nicht deuten!
Den ganzen Tag sind sie auf den Beinen und wenn sie sich dann doch mal hinsetzen - ich habe allen Ernstes noch nie einen gesehen, der sich hingelegt hätte! - dann sieht das nicht gerade so aus, als würden sie es sich wirklich bequem machen. Wenn sie allein sind, gucken sie meistens in ihre Spiegel, diese selbstverliebten Streichelmenschen. Und dann wischen sie auf ihren Spiegeln herum, als ob sie nicht zufrieden wären mit dem was sie da sehen. Ich putze mir ja auch das Fell, aber doch nicht in einem Spiegel! Da kann man sich wirklich nur wundern.
Am seltsamsten finde ich aber eigentlich, dass meine Türöffner und Streichler dauernd vom Nichtstun sprechen - es aber fast nie tun! Dass sie sich nie auf die Heizung legen habe ich ja schon erwähnt. Sind ja auch viel zu wenige Heizungen da für alle. Aber nicht mal die sind besetzt. Und wenn die Streichelmenschen dann mal ein bisschen (fast) nichts tun - sie nennen es chillen -, dann sind sie auch damit nicht zufrieden. Das soll mir mal jemand erklären! Kein Wunder, dass man dabei nervös wird und etwas von seinem Spiegelbild wegwischen möchte.
Wisst ihr was? Das würde ich euch auch noch gerne beibringen: Tut doch mal einfach nichts. Also, wirklich nix. Legt euch doch mal auf die Heizung! Richtig lange. Nicht nur eine halbe Stunde zwischen dem einen Rumsitzen und dem nächsten unentspannten Rumsitzen. So lange ihr möchtet! Probiert es mal aus. Ihr werdet euch wundern wie schnurrig-schön das ist. Schnurrrr!

Studium mit Pep - Schnurren aus dem Katzenalltag

21. Januar 2015 sgruen Keine Kommentare

Mausekalt

(Pep Schwarz-Weißflach)

Miauuu! Mausekalt ist das. Auf der Wiese habe ich heute zwei Mäuse gefangen. Dafür bin ich jetzt total durchgefroren. Zum Glück kann ich mich überall aufwärmen. Ich schau am besten mal in der Bibliothek vorbei…
Bücher, Bücher, nichts als Bücher. Und meine Streichelmenschen sind alle total aufgeregt, obwohl keine Maus weit und breit zu riechen ist. Manchmal glaube ich, die haben alle was mit der Nase. Kein Wunder, wenn sie die immer in diese Bücher stecken. In einem Buch hab ich noch nie eine Maus gefunden, höchstens Staubmäuse. Zuvor hab ich noch in der OTH nach dem Rechten gesehen. Als ich auf meinem Stuhl gerade ein Nickerchen halten wollte, kam schon wieder so ein Streichelmensch auf mich zu und hat in diesen seltsamen Spiegel geschaut, den fast alle mit sich herumtragen. Ich glaube, dass die mir zeigen wollen, was das ist. So ein Unsinn! Ich weiß was ein Spiegel ist und ich weiß wie einer funktioniert. Halten die mich für blöd? Hab ich etwa nicht schon zwei Semester auf dem Katzenbuckel? Ein Spiegel ist ein Ding, das dich denken lässt, dass da noch eine Katze ist, die aber gar nicht wirklich da ist. Mein Frauchen hat auch so einen Spiegel zuhause. Einen großen, in dem alles mögliche flimmert. Laaaangweilig. Da mag ich schon lieber Bücher. Da kann man wenigstens drauf sitzen und schlafen.
In einer Biologievorlesung habe ich im letzten Semester gehört, dass Katzen angeblich kein Ich-Bewusstsein haben sollen. So ein Firlefanz! Ich habe jedenfalls eins. Überhaupt finde ich es höchst seltsam, dass die Streichelmenschen es aushalten so lange auf einer Stelle zu sitzen ohne einzuschlafen. Zumal vorne die ganze Zeit ein einzelner Streichelmensch (es muss sich um eine Art Mutterkatze handeln) vor sich hin spricht. Bei vielen sehe ich schon, dass sie gerne schlafen würden, aber aus irgendeinem Grund tun sie es einfach nicht. Schon komisch diese Streichler. Ich habe auch noch keinen einzigen von ihnen beim Mäusefang beobachten können. Ja, was lernen die denn dann an dieser Universität? Wie wollen die denn später mal ohne die sprechende Mutterkatze überleben? Und was bringt ihnen die nur bei, wenn nicht Mäusefang? Schnurren können sie auch nicht richtig, oder nur sehr unzureichend. Vielleicht kann ich es ihnen ja beibringen. Das ist mein großer Wunsch. Deshalb bin ich an dieser Universität. Ich möchte den Streichelmenschen beibringen auch ohne Mutterkatze zu überleben. Damit sie sich später mal ihre eigenen Reviere suchen können und alles gut hinbekommen. So wie ich. Miiiau!

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Donaupfiff II - Katzenalarm!

21. Januar 2015 sgruen Keine Kommentare

Unikater statt Doktorvater oder feline Prokrastination beim Abfassen einer Dissertation

(Sigrid Grün)

Eigentlich wollte ich morgen zu meinem Doktorvater in die Sprechstunde, um ihm die Fortschritte bei meinem Dissertationsprojekt zu präsentieren. Stattdessen bin ich nun auf der Suche nach einem Specht, den ich auf meinen Rechner setzen kann, um die neuen Gruppenmitglieder zu bestätigen, die Pep folgen wollen…

Ich habe eine Facebook-Gruppe gegründet. Zusammen mit der Katzenbesitzerin Yvonne Weißflach, deren umtriebiger Kater Pep den ganzen Tag an der Uni verbringt. Eine schwarz-weiße Katze war immer wieder in meinem Feed aufgetaucht - mal in der Uni-Unterführung, mal im Unitheater und dann in der Physik. Ich kommentierte in der Gruppe “Regensburg Kleinanzeigen” etwas Launiges über Schrödingers Katze und das war der Beginn von Pep-Tracking. Die Besitzerin der Katze schrieb mich an und ich machte den Vorschlag Pep-Tracking zu gründen, damit sie wusste, dass es der Katze gut gehe. Das war vor einem Monat. Mittlerweile weiß nicht nur Peps Frauchen wo der eineinhalb Jahre alte Kater steckt, sondern über 1.500 Katzentracker, darunter einige Pressevertreter.
Vorgestern hatte die Gruppe etwa 300 Mitglieder. Ich arbeitete an meiner Dissertation. Dann kam der erste Artikel in der Regionalpresse. Die Anfragen für Gruppenbeitritte schossen in die Höhe - über Nacht verdoppelte sich die Anzahl der Peptracker. Es sind viele Studenten, aber auch Katzenfans aus ganz Deutschland, die den Spuren des schwarz-weißen Katers folgen. Er ist aber auch zu niedlich. Mal sitzt er in einem Bücherregal der PT-Bib, mal fixiert er einen Totenschädel, wenig später spielt er mit Stiften und wehrt sich dagegen einen Kopfhörer aufgesetzt zu bekommen. Pep hat sich Like für Like in die Herzen der Katzentracker geschlichen. Mittlerweile gibt es schon Pep-Gags, eine Pep-Fanseite und ein Pep-Gedicht. Pep ist das, was sich viele wünschen: ein Star!
Und Pep ist Biedermeier im 21. Jahrhundert. Pep steht für Gemütlichkeit und für Freiheit - er zeigt, dass beides möglich ist und zwar gleichzeitig, genau wie Chuck Norris, nur viel gemütlicher und niedlicher.
In Eichstätt gibt es den Stadtkater Camillo, in Augsburg die (noch) namenlose Campuskatze. Regensburg hat nun Pep, den Unikater. Unikater klingt fast wie Doktorvater, nur verspricht er den schnelleren Erfolg. Es gibt schon Studenten, die ihr Studium vernachlässigen, weil sie Pep jagen. Ein gepostetes Foto - das sind garantierte Likes. Und Pep zu sehen bringt Glück, das man gerade jetzt in der Prüfungsphase dringend brauchen kann.
Ich werde nächste Woche zu meinem Doktorvater gehen und wenn ich dann die Pappelallee passiere, stelle ich mir vor, dass vielleicht die Bäume uns tracken. Ich stelle mir vor, dass die Pappeln sich zurauschen: Schau mal, da läuft dieses wurzellose Wesen in diesen grauen Betonklotz - wie lustig!

Wo steckt Pep?

Pep Tracking