Archiv

Artikel Tagged ‘Musik’

“Bunt und Kühl” - Das größte Musik-Poetry-Slam-Projekt aller Zeiten in Regensburg

14. Dezember 2013 sgruen Keine Kommentare

Jazz küsst Slam-Poetry

(Sigrid Grün)

“Bunt und Kühl” heißt das jüngste und außergewöhnliche Musikprojekt des Uni Jazz Orchesters Regensburg. Die CD (samt beiliegender DVD) wird kommende Woche im Theater an der Universität Regensburg vorgestellt. Vom 16. (Montag) bis zum 19. (Donnerstag) Dezember wartet auf das Regensburger Publikum jeweils ab 20.00 Uhr die aufregende Mischung aus Jazz & Text. Mehr als 40 Menschen aus verschiedenen Ländern sind an der Produktion beteiligt, die nach 18 Monaten Arbeit nun der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Neben der CD entstanden auch ein Buch, eine Film-Dokumentation und die Konzeption der Live-Shows.
Karten sind für 14 Euro, ermäßigt für 5 Euro, bei Bücher Pustet an der Universität Regensburg sowie an der Abendkasse erhältlich.
Wir sind gespannt auf die aufregende Mischung und werden über “Bunt und Kühl” berichten…

Foto: Alexander Urban

Foto: Alexander Urban

www.uni-regensburg.de

BurgFlair Open Air und Spectaculum Nordgavia vom 9. bis zum 11. Mai in Parsberg

6. Mai 2013 sgruen Keine Kommentare

Burgspektakel und ordentlich was auf die Ohren in historischem Ambiente

(Sigrid Grün)

Kommende Woche ist ordentlich was los auf der schönen Parsberger Burg. Von Donnerstag (ab 17.00 Uhr) bis einschließlich Samstag locken musikalische Leckerbissen und das 4. Mittelalterfest Spectaculum Nordgavia mit Kinderprogramm, Greifvogelshow, Handwerkskunst, Gauklern, Markt- und Lagerleben und Marktbespielung.

Am Donnerstag (9. Mai) gibt es beim BurgFlair Open Air Konzerte von Stefan Dettl, Moop Mama, Fuadadeimuada und Acoustic Circus. Am Freitag (10. Mai) rocken Mono Inc., Letzte Instanz und Vermaledeyt das Spectaculum. Und das alles in der wunderschönen historischen Kulisse der Parsberger Burg!

Mehr Infos und Tickets gibt es hier:

www.gavia-events.de

Auf das Timing kommt es an, auch in Bayern

15. März 2013 ffranc Keine Kommentare

Bavarian MuVis bei der 19. Regensburger Kurzfilmwoche am 15.03.2013 @ Filmgalerie im Leeren Beutel

Das einzige Programm der Reihe The World of Shorts - The World of Music bei der diesjährigen Kurzfilmwoche in dem ausschließlich Musikvideos gezeigt werden, nennt sich Bavarian MuVis. Kurator Stefan Grunwald-Wiese hat darin ganze 26 Beiträge von ausschließlich bayerischen Interpreten versammlet, daher auch der Programmname. Ein gewagtes Unterfangen. Weniger durch die eingeschränkte geografische Auswahl, als darin begündet, A) eine möglichst große Bandbreite sowohl in musikalischer als auch in filmischer Hinsicht zu zeigen, und B) dass Musikvideos allzu oft aus cineastischem Blickwinkel nach unten ausschlagen, weil das Hauptanliegen vieler Musiker darin besteht, als Person einen möglichst guten Eindruck zu machen. Andererseits bot das “Genre” des Musikvideos Filmemachern schon immer die Möglichkeit sich möglichst frei und experimentell auszutoben.
Dass die Bavarian MuVis sowohl das eine als auch das andere unter Beweis stellt ist selbstredend. Auffallend jedoch ist, dass weder ein fränkischer Beitrag, noch einer aus früheren Regionalfenstern, wie die eines Säm Wagners oder Blink & Remove, den Weg ins Programm fanden.

beigegt-faq

Zwei Videos waren eigentlich total überflüssig: ein Live-Mitschnitt mit animiertem Intro von Hans Söllner und eine Studio-Session von Nixon In China - beides filmisches Nichts! Zwei andere fielen aus unterschiedlicher Sicht aus dem Rahmen. Die United Balls als einzige Vertreter aus der Musikvideo-Steinzeit (1981) und das Ost Hafen Duo mit einer Musik jenseits aller Kategorien und einem Bild als stilllebenhafte Homage an den Gäuboden.
Besonders beliebt im Musikvideo-Biz scheint die Stop-Motion-Technik zu sein. Egal ob als Realfilm (Slut), Puppenanimation (The Notwist) oder Zeichentrick (Missent to Denmark), die Ergebnisse darin erübrigen nicht einer gewissen Niedlichkeit, sind ansonsten sehr durchschnittlich, wenig originell und meist mies bis gar nicht choreografiert.
Wie wichtig Timing bei Musikvideos ist zeigen die Höhepunkte dieses Programms. Blumentopf aus München haben zu einem der wahrscheinlich bescheuertsten Deutsch-Hip-Hop-Nummern ein Zu-Fuß-Roadmovie ohne Schnitt realisiert, nicht besonders originell, aber eben perfekt getimt und schlüssig. Ebenso Ebow mit einem reinen “Tanzfilm” im Eighties-Look, beige GT mit einer eher grafischen Optik und anheimelnden Szenen aus einem Nordoberpfälzischen Auto-Tuning-Treffen, und der Fast-Oldie der Sportfreunde Stiller Wellenreiten ‘54, mit simplen Aufnahmen aus einem Freibad mit Dreifach-Sprungturm.

Drei Videos, die besonders herausstachen, waren zum einen Fittenbudes Wings. Der einzige Teilnehmer, der einem kleinen Spielfilm glich und völlig vom musikalischen Takt losgelöst, das Coming-Out eines Lehrers thematisiert. ZiehGäuner aus dem Bayerischen Wald haben mit Ihrem Film zu Mamabua nicht nur einen Mitreißer erster Güte, sondern auch ein traumhaftes Video aus 50er-Jahre-Found-Footage und darin integrierten und nicht merkbaren Aufnahmen der Band geschaffen. Ein perfekter Spaß auf ganzer Linie und ein positiver Beitrag aus der ON3-Werkstatt des Bayerischen Rundfunks, die ansonsten eher aufgeblasene Teenie-Selbstdarstellung unterstützt. Und zu Guter Letzt sei noch Zombie Nations Gizmode erwähnt, ein perfekt choreografierter, klassischer Musikclip mit optimal ins Bild gesetzten Aufnahmen aus Tokyo. Einfach, gut, stimmig.

Die anschließend im Foajee der Filmgalerie stattfindende Foyerstelle-Party war ebenso stimmungvoll wie schlecht besucht. Um so mehr konnten die Anwesenden beinahe schulterzuckend über die sich viral mündlich verbreitenden Neuigkeit des Ausfalls der morgigen “großen” Zündfunk-Party hinwegsehen. Ihren Spass hatten sie ja schon gehabt, egal ob flätzend im Fatboy oder aktiv auf den Tanzplanken des Leeren Beutels. Wer die Feuerstelle nicht ehrt, ist des Zündfunkes nicht wert.

Alle, die sich einen Überblick über bayerische Musikvideoproduktionen verschaffen möchten und über einen breitgefächerten Musikgeschmack verfügen, können sich noch heute und am Dienstag den 19.03.2013 im W1, jeweils um 21.00 Uhr die “Bavarian MuVis” anschauen.
www.kurzfilmwoche.de | www.filmgalerie.de

Ansonsten sind alle Videos auch im Web zufinden, wie zum Beispiel aus Sympathie-Gründen:

Diamond Dogs live im Kino im Andreasstadel

14. November 2012 ffranc Keine Kommentare

Diesen Sommer haben die Diamond Dogs von sich hören gemacht. Mit cleaner E-Gitarre, Kontrabass und markanter Stimme bringen sie eine einzigartige Mischung aus melancholischem Roadmovie-Sound mit Surfgitarreneinflüssen auf die Bühne. Tom Waits meets Johnny Cash, Marlene Dietrich und Tarantino-Soundtrack. Donna Diamond und Dickie Diamond nennen es Country Noir. Am Freitag, 16. November um 19.00 Uhr laden die beiden Diamantenhunde zum Konzert ins Kino im Andreasstadel und bringen Überraschungsgäste der Regensburger Musikszene mit.

diamond-dogs-official

OK, normalerweise bringen wir keine offiziellen Promo-Texte. Aber die Ausnahme bestätigt ja die Regel und wir legen jedem dieses Konzert wirklich ans Herz. Dirschl und Starzinger waren schon immer super und die Diamond Dogs sind es auch. Bei der diesjährigen Frankreichwoche hatten sie quasi an gleicher Stelle ihren Einstand und wussten das Publikum zu begeistern. Jetzt sind sie wieder da, mit einmaliger Unterstützung von Musikern von SickSickSick, Chambergrass, Delir Noir u.a. sowie mit einem echten Klassikkonzerteveranstalter an der Klarinette!!!
Hingehen, wenn’s noch nicht ausverkauft ist.

www.facebook.com/DiamondDogsGermany | www.kinos-im-andreasstadel.de

Cd-Tipp: Italienische Chitarrone-Virtuosen

30. Juli 2012 sgruen Keine Kommentare

Beeindruckende Klangvielfalt der “Giraffe unter den Instrumenten”

(Sigrid Grün)

Der extrem langhalsige Chitarrone - auch Theorbe genannt - gehört zur Familie der Lauteninstrumente und war im 17. Jahrhundert insbesondere in Italien und auch in Frankreich populär. Die Laute war das klassische Begleitinstrument für den Gesang, der in der damaligen Zeit eine außerordentlich wichtige Rolle spielte, da der Text im Zuge des “stile recitativo” im Vordergrund stand. Ziel dieses neuen Musikstils war es, die Dramen der Antike zu neuem Leben zu erwecken.
Der Ursprung des Chitarrone ist in Norditalien anzusiedeln. Die bekanntesten Vertreter waren Giovanni Girolamo Kapsberger (ca. 1580-1651), Bellerofonte Castaldi (1581-1649) und Alessandro Piccinini (1566 - ca. 1638).
Auf dieser Cd findet man einige wunderbare Ausschnitte aus dem Werk dieser drei Chitarrone-Virtuosen interpretiert von Jakob Lindberg.
Es ist erstaunlich, welche Klangfülle man mit der “Giraffe unter den Instrumenten” erzielen kann. Die eigenwillige Stimmung - die obersten beiden Saiten waren eine Oktave tiefer gestimmt - stellte hohe Anforderungen an die Musiker. Sie alle setzten kunstvolle Arpeggien ein, aber jeder der drei Virtuosen schaffte es, einen eigenen Stil zu kreieren.
Der Klang der Stücke ist mal lebhaft, mal betörend, im Stile einer typischen Lautenfantasie des 16. Jahrhunderts. Piccininis Stil wirkt expressiver als der von Kapsberger und Castaldi.
Der Interpret, Jakob Lindberg, ist gebürtiger Schwede und absolvierte sein Studium am Londoner Royal College of Music, wo er sich bereits während der Ausbildung auf die Musik der Renaissance und des Barock spezialisierte.
Die Cd ist ein beeindruckender Beleg für die klangliche Vielfalt dieses außergewöhnlichen Instrumentes. Freunden von Lautenmusik aber auch von anderen Saiteninstrumenten, kann man sie nur wärmstens empfehlen!

7318590018996

Giovanni Girolamo Kapsberger; Bellerofonte Castaldi; Alessandro Piccinini (Komponisten); Jakob Lindberg (Chitarrone)
Italian Virtuosi of the Chitarrone
www.classicdisc.de
Best.-Nr.: 7318590018996

ABBA Mania bei den Schlossfestspielen

20. Juli 2012 sgruen Keine Kommentare

“Come on Regensburg, make some noise!“

(Sigrid Grün)

Glück mit dem Wetter hatte der voll besetzte Schlosshof bei ABBA Mania. Aber nicht nur das: ABBA Mania, vier echte Musikstars auf der Bühne sorgten für ausgezeichnete Unterhaltung und Stimmung im Publikum. Optisch überzeugend erweckten Nadine Edwards als Agnetha, Debbie Watt als Frida, Dale Forbes als Benny (am Klavier) und Steve Bryden an den Gitarren, die siebziger Jahre zu neuem Leben. Alles passte: Kimono und Schlaghose, typische Frisuren und Originalstiefel – eine perfekte Illusion. Soundtechnisch wurde alles rausgeholt. Fast alle bekannten Songs des schwedischen Quartetts wurden auf die Bühne gebracht. Auch um tolle Sondereinlagen waren ABBA Mania nicht verlegen: Bei „Money Money Money“ regnete es Geld! Kein echtes, versteht sich, aber doch besonders angefertigte ABBA-Geldscheine, die als Erinnerung an einen tollen Abend sicher auch einen bleibenden Wert besitzen. Das Publikum ging auch gut mit und war sichtlich in Partylaune, klatschte, schunkelte und stampfte mit den Füßen. Die Leute waren kaum auf ihren Sitzen zu halten und kamen Fridas Aufforderung „Come on Regensburg, make some noise“ nur zu gern nach.
Als Zuschauer hatte man nie den Eindruck, dass es sich bei ABBA Mania um eine reine Retro- oder gar Coverband handelt - alles wirkte original und eigenständig, eine perfekte Illusion, die dem einen oder anderen sicher das Lebensgefühl der Ära der Siebziger Jahre wieder zurückbrachte.
Drei Stunden - bis knapp vor Mitternacht - dauerte die musikalische Party auf den Spuren einer der erfolgreichsten Bands aller Zeiten. Jeder, der da gewesen ist wird bestätigen können, dass hier Unterhaltung vom Feinsten geboten wurde.

www.odeon-concerte.de

Cd-Tipp: Balkan Brass Battle

17. Juli 2011 sgruen Keine Kommentare

Wer ist der Bläserkönig?

(Sigrid Grün)

Was passiert, wenn die rumänischen Fanfare Ciocarlia gegen die serbische Gypsy-Brass Band Boban & Marko Markovic Orchestra antreten? Es gibt einen satten Sound, der garantiert keinen stillsitzen lässt. Man merkt sofort, dass der Balkan musikalisch einiges zu bieten hat. Die Jungs blasen sich hier die Seele aus dem Leib und das in atemberaubender Geschwindigkeit. Ein Faustkampf ist lahmes Gehampel gegen diesen musikalischen Schlagabtausch. Mal werden die Stücke von Gesangseinlagen begleitet, mal stehen sie für sich (wahrscheinlich, weil keine Stimme mithalten könnte).
Die Aufnahme beginnt mit dem Battle call, der Aufforderung zum Kampf. Dann beginnen die Serben mit “Mrak kolo” den Kampf - und prompt antworten die rumänischen Fanfare Ciocarlia mit der Hirtensuite “Suita a la ciobanas”. Schließlich variieren beide Bands gemeinsam das bekannte James Bond Theme. Und so geht es dann fröhlich weiter mit dem satten Sound aus dem Südosten Europas. Der Zweikampf wird zum Tanz und König sind wir zum Schluss alle, weil wir Spaß an der Musik hatten, die mal entfesselt, mal getragen daherkommt - ganz wie das Leben! Und das macht diesen Bläserwettstreit auch so spannend.

Herausgebracht hat das Ganze das feine Berliner Label Asphalt Tango…

www.asphalt-tango.de

Categories: Sigrid Grün Tags: ,

Rocking Trash

28. Januar 2011 lweser 1 Kommentar

Premiere: Richard O´Briens The Rocky Horror Show, Inszenierung: Axel Stöcker, Choreographie Amy Share-Kissiov im Velodrom Regensburg, 26. Februar 2011

Die Handlung der Rocky Horror Show dürfte hinreichend bekannt sein. Janet und Brad landen nach einer nächtlichen Autopanne in einem Schloss in dem transsexuelle Außerirdische unter Leitung des Frank´N Furter (in Anlehnung an Frankenstein) ihre Spiele treiben. Sie kommen gerade richtig zur Feier seiner größten Schöpfung: sein Retorten-Lustknabe Rocky ist fertig. Vorher muss er aber noch seinen alten Liebhaber Eddie beseitigen. Trash in Reinform, eben.

rockyhorrorshow

Bei der Regensburger Inszenierung wurden fast alle Rollen durch Ensemblemitglieder besetzt. Durch Mitglieder sowohl des Schauspiel-, als auch des Musiktheater-Ensembles. Die Ausnahme bilden Markus Engelstädter (ein recht blasser Eddie) und Randy Diamond (ein Frank N´Furter, wie man ihn sich nicht besser wünschen kann). Frank und Brad sind jeweils doppelt besetz – einmal mit einem Schauspieler, einmal mit einem Sänger. Bei der Premiere am Mittwoch spielten jeweils die Sänger die Rolle. Randy Diamond, dessen Name tatsächlich so klingt als wäre er extra für ein Schwulenporno oder eben für die Rock Horror Show gewählt, hat in der letzten Spielzeit Dr. Jekyll und Mister Hyde gespielt, was darauf schließen lässt, dass es sich wohl um seinen richtigen Namen handelt. Die Alternativbesetzung ist Oliver Severin. Julia Baukuss überzeugt (wie auch schon im Blauen Engel) als Janet auf ganzer Linie. Cameron Becker als Brad knödelt bei den Sprechpassagen ein bisschen. Oder liegt es an seinem amerikanischen Akzent? Aber den hat Randy ja auch. Die Zweitbesetzung für Brad ist Daniel Tille, der kurzfristig und äußerst charmant den erkrankten Michael Heuberger als Erzähler vertrat. Die Schauspielerinnen Johanna König und Gabriele Fischer geben die Dienerinnen Columbine und Magenta, der Sänger Michael Berner den Diener Riff-Raff. Der Schauspieler und ehemalige Domspatz Miko Greza ist Dr. Scott. Die Titelrolle des Rocky wird von dem seit 2008/2009 zum Ensembel gehörenden Markus Hamele verkörpert.

Zum Bühnenbild gehörte am Anfang ein echtes Auto, aus dessen Front-Kofferraum der Erzähler das Geschehen kommentierte. Sonst ist die Bühne einfach und funktional. Die zweiteilige Showtreppe ermöglicht es die Transylvanianier dekorativ und wirkungsvoll zu choreographieren und zu inszenieren. Freilich, erinnert das zuweile an Ein Kessel Buntes. Aber schließlich hat eine durchschnittliche Volksmusik-Show heute auch mehr Horror-Elemente als die von Rocky und seinen Freunden. Wer aber geglaubt hat, dass The Rock Horror Show (immerhin hat sie auch fast vierzig Jahre auf dem Buckel) mittlerweile doch nur alte Kamellen sind, hat die Rechung ohne dieses spielfreudige Ensemble und ohne die Zuschauer gemacht. Hier wird einfach alles gegeben. Die Inszenierung ist temporeich und dynamisch, bunt und schrill, hat vielleicht einige Genitalgriffe zu viel… aber was soll´s. Wer will denn hier wem den Spaß verderben. Besser kann die Original-Inszenierung auch nicht gewesen sein. Also: hin gehen und einfach Spaß haben!

Übrigens: Alle Zuschauer, die das erste Mal eine Rocky Horror Show erleben, sollten sich die Kulthandlungen auf Wikipedia durchlesen.

Richard O´Brien: The Rocky Horror Show, Inszenierung: Axel Stöcker, Choreographie Amy Share-Kissiov, musikalische Leitung der Piu Piu Band: Gelsomino Rocco

Weiter Termine: 30./31. Januar, 1./2./3./6./14./15./16./17./18./21.26. Februar, 16./17./23./24./26. März, 10./11. April, 18./25./26. Juni 2011

www.theaterregensburg.de

Die Sterne und die Anti-Nichtraucherdemo

8. November 2010 ffranc Keine Kommentare

Die Sterne @ Alte Mälzerei Club am 31.Oktober 2010

sterne

Artikel folgt…

Categories: Lysann Weser Tags: , ,

Schon Indian Summer im W1

25. August 2010 ffranc Keine Kommentare

SickSickSick & Pelzig @ W1 am 20.08.2010

Nach dem heutigen Abend geht das Team vom W1 für drei Wochen in den sicher wohl verdienten Urlaub. Und so wie es sich gehört, wird sich auch ordentlich verschiedet, und zwar mit einem schönen, lauten und energiegeladenen Konzert. SickSickSick und Pelzig wurden hierzu eingeladen. Keine schlechte Wahl! Etwas unglücklich jedoch, war der angesetzte Termin. Just an diesem Tag begann die neue Bundesligasaison mit dem Eröffnungsspiel Bayern gegen Wolfsburg und der Sommer war mit Temperaturen um die 30 Grad Celsius wieder erwacht. Zudem sickerte wenige Tage vor dem Konzert durch, dass SickSickSick ausfallen würden.

SickSickSick - barfuß, verschnupft und mit neuem Schlagzeuger

SickSickSick - barfuß, verschnupft und mit neuem Schlagzeuger

Alles Schnee von Gestern. SickSickSick waren wie durch wundersame Hand doch pünktlich zum Konzertbeginn anwesend, sogar mit neuem, fast minderjährigem Schlagzeuger Joni Stelzner. Auch ein leicht verschnupfter Gitarist Gurke konnte die Band nicht daran hindern heute auf der W1-Bühne zu stehen. Dass dieser tatsächlich noch echte Taschentücher, also welche aus Stoff, benutzt, sei hier nur als bemerkenswerte Notiz am Rande erwähnt.
Das einzigartige an SickSickSick ist zum einen die Art wie sie absolut altmodisch und doch zeitlos ihren klassischen Rock spielen, und zum anderen die nach wie vor unübliche Tatsache, dass eine Frau das Trio anführt. Heike Jörss grölt wie einst Joan Jett oder Cherie Currie bei den Runaways und ihr Bass klingt zusammen mit dem Spiel ihrer zwei Kollegen wie eine Mischung aus Stooges und Motörhead, nur ohne furchtbare Soli und Blues-Reverenz. Auf dämliche Balladen oder ähnlich tranigem Zeugs verzichtet die Band auch vollends ebenso wie auf peinliches Rocker-Posing. Gitarrist Jochen „Gurke“ Goricnik schmeißt seine Rock-Riffs mit leichter Hand hin, zeigt gerne mal das eine oder andere Kunststückchen, verfällt aber nie in prahlerischem Muckertum. Ja selbst das sonst übliche Haupthaarschütteln lässt Gurke, trotz seiner blonden Sammy-Hagar-Lockenpracht lieber sein.
So zaubern SickSickSick schlicht eine reine Rockessenz voller Kraft, die ausschließlich positive Energie ausstrahlt. Oder kurz: SickSickSick live zu hören ist garantiert immer gut.
Und als ob das nicht genug der Lobhudelei wäre, verweise ich gerne noch auf die sensationellen Klinik-Fetisch-Bandfotos (noch mit dem alten Drummer) auf ihrer Myspace-Seite (Link siehe unten). Gibt’s davon eigentlich auch Poster? Und wer hat die Bilder gemacht? Uwe Hark? Sachdienliche Hinweise sind erbeten.

Pelzig - Wie hat Bayern München gespielt?

Pelzig - Wie hat Bayern München gespielt?

Während ihre Kollegen von Slut zuletzt in beinahe hochkulturellen Gefilden (Drei Groschen Oper am Theater Ingolstadt, Tour mit Juli Zeh) von sich hören machte, war es um Pelzig ziemlich ruhig geworden. Knappe sechs Jahre sind es her seit dem letzten Album, etwas weniger seit ihrem letzten Auftritt in Regensburg. Es war endlich an der Zeit, auch hier ein Lebenszeichen abzugeben. Warum?
Weil, auch wenn es nur mäßigen Bekanntheitsgrad haben mag, das Ingolstädter Quartett zu den ganz Großen der Indie-Rock-Zunft gehört. Dass The Notwist und The Robocop Kraus, um mal zwei Band aus der bayerischern Provinz zu nennen, es selbst in den USA zu gewissem Ruhm geschafft haben, sei ihnen absolut gegönnt. Pelzig jedoch, hätten von ihrer musikalischen Qualität her mindestens die gleichen Ehren gebührt.
Egal, hier und jetzt ist das W1 und nicht die Hacienda oder das CBGB’s. Pelzig eröffnen ihr Konzert mit einem neuen Stück. “Are you really exhausted?” beginnt experimentell-ambientmäßig mit seltsamen Loops und Geräuschen vom Labtop, um nach gefühlt unendlicher Zeit in einem Pelzig-typischen Brachial-Sound zu explodieren. Kein schlechter Anfang!
Ein Glück, dass Pelzig ihrem Stil, ihrer Mischung aus ruhigen flächigen Sounds und treibendem Indie-Rock, im Großen und Ganzen treu geblieben sind. Christian Schallers Bass brummt meist immer noch staubtrocken und klingt als würden ein 200 Jahre alter hohler Baumstamm und eine Blechtonne gleichzeitig mitschwingen. Umwerfend, markerschütternd und Nerven zerreißend gleichzeitig, das ist Bass-Sound vom feinsten. Rainer Schaller hat alle Klang-Nuancen und Techniken einer Indie-Gitarre drauf. Er spielt sein Instrument immer präzise, immer klar und beherrscht gar die Kunst so wavig-schrill zu klingen, als hätte er seine Gitarre gerade Gang Of Fours Andy Gill entrissen. Während auch René Arbeithuber am Schlagzeug keine Wünsche offen ließ, schien es mir, dass Sänger Christian Schulmeyr an diesem Abend etwas gehemmt wirkte. Da er alleine schon durch seine physische Präsenz die Bühne dominiert, hätte er für mein Empfinden, etwas mehr, wie man so schön sagt, die Sau raus lassen können. Sein Gesang war mehr ein monotones Sprechen, was durchaus einen interessanten und reizvollen Ansatz hat. Ich hatte jedoch das Gefühl, dass er nicht ganz bei der Sache war, dass in seinem Hinterkopf die unbezahlte Telekomrechnung oder so was ähnliches rumschwirrt. Ich hätte mir einfach etwas mehr Verve in der Stimme gewünscht.
Dass dies dem gesamten Erscheinungsbild von Pelzig an diesen Abend keinen Abbruch tat, ist selbstredend. Auch die mittlerweile doch zahlreich erschienen Zuschauer waren der Meinung, ein wirklich tolles Konzert erlebt zu haben.

Wer die Band verpasst hat, kann sich einen Eindruck von Pelzig bei ihrer Restgeräusch-Session machen.

Übrigens: Der Mischer vom W1 muss eine Reinkarnation vom jungen Jaz Coleman sein. Wahnsinn!

www.pelzig-music.de | www.myspace.com/sicksicksickmusic | www.myspace.com/W1_regensburg